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Kloster Mallersdorf

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Das Kloster Mallersdorf ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner und heutiges Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie in Mallersdorf-Pfaffenberg in Bayern in der Diözese Regensburg.

Kupferstich in der "Topographia Germaniae des Matthaeus Merian" um 1644
Stich des Klosters aus dem "Churbaierischen Atlas" des Anton Wilhelm Ertl 1687

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das St. Johannes Evangelist geweihte Kloster wurde 1107 durch Heinrich von Kirchberg, einen Ministerialen des Reichsstifts Niedermünster in Regensburg gegründet, als Religiose aus dem Bamberger Kloster Michelsberg – oder vielleicht doch aus St. Emmeram in Regensburg – die Neugründung besiedelten.

Reformeinflüsse von St. Georgen und Hirsau waren unter Abt Eppo (1122-1143) wirksam, in dieser Zeit wurde die Kommunität Eigenkloster des Bamberger Reformbischofs Otto I. und dem apostolischen Schutz durch Papst Innozenz II. (1130-1143) unterstellt (1131/39). Abt Eppo löste 1136 das wohl bis dahin in Mallersdorf existierende Doppelkloster (als Männer- und Frauengemeinschaft) auf, der Frauenkonvent siedelte ins benachbarte Eitting (Landkreis Erding?).

Romanische Kirchenbauten im 12., eine religiöse Blütezeit im 13. und die Kastler Reform im 15. Jahrhundert prägten das spätere Mittelalter. Die Abtei stand um die Mitte des 16. Jahrhunderts am Rand einer Auflösung. Im 18. Jahrhundert erlebte das Kloster noch einmal eine kulturelle, wissenschaftliche und religiöse Blütezeit. Sie fand ihren Ausdruck in der Neugestaltung der Klosterkirche, die mit der Errichtung des künstlerisch herausragenden Hochaltars des Münchner Bildhauers Ignaz Günther ihren Höhepunkt fand. Das Thema des Altarauszugs entnahm Günther der Offenbarung des Johannes. Abgebildet ist die Erscheinung des Apokalyptischen Weibes, bekleidet mit der Sonne und einer Krone aus zwölf Sternen und ausgestattet mit Adlerflügeln. Sie flieht vor dem siebenköpfigen Drachen, der von Erzengel Michael mit seinem flammenden Schwert besiegt wird.

Weitere bedeutende Künstler, die an der Gestaltung der Kirche mitwirkten, waren Mathias Obermayr (Altäre), Martin Speer (Altarbilder), Christian Jorhan d. Ä. (Skulpturen an Kanzel und Orgel), Johann Adam Schöpf (Deckenfresko im Chor; 1741) und Matthias Schiffer (Deckenfresko im Kirchenschiff).

Bemerkenswert ist ebenfalls die Orgel (III/P/35), welche im Jahre 1985 von der schweizer Firma Matthis im barocken Stil erbaut wurde.

Die von Mönchen geführte Lateinschule im Kloster auf dem Johannisberg genoss einen vorzüglichen Ruf. 1803 im Zuge der Säkularisation in Bayern wurde das Kloster aufgelöst. Die Güter wurden versteigert, die Klostergebäude ab 1807 als Amtsräume der Bezirksbehörden und als Dienstwohnungen genutzt. Seit 1869 leben Schwestern einer Franziskanerinnen-Kongregation in Mallersdorf. Sie betreiben heute die Fachakademie für Sozialpädagogik der Armen Franziskanerinnen Mallersdorf. Außerdem gibt es dort eine Realschule.

[Bearbeiten] Äbte, Administratoren von Mallersdorf

[Bearbeiten] Außenstellen

Die Schwestern sind in ihrer Arbeit nicht nur auf Mallersdorf beschränkt. So waren beispielsweise in Memmingen von 1890 bis 2007 die Schwestern in einem Kinderheim tätig.[1]

[Bearbeiten] Sonstiges

Im Kloster Mallersdorf wird bis heute eine Hausbrauerei betrieben, in der eine Schwester seit über zwanzig Jahren als eine der wenigen Braumeisterinnen in Deutschland tätig ist.

Der ehemalige Regensburger Bischof Manfred Müller verlebt im Kloster Mallersdorf seinen Ruhestand.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Quellen

  1. Stadt Memmingen: „Ein herzliches Vergelt's Gott“ - Mallersdorfer Schwestern verabschiedet

[Bearbeiten] Weblinks

48.77822222222212.254036111111Koordinaten: 48° 46′ 42″ N, 12° 15′ 15″ O

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