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Kloster Banz ist ein ehemaliges Benediktinerkloster, das seit 1978 zum Gebiet der Stadt Bad Staffelstein nördlich von Bamberg gehört. Seit 1978 ist das Kloster im Besitz der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung und dient als Tagungsstätte.
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Die um 1070 durch Gräfin Alberada von Schweinfurt und ihrem Mann, dem Grafen Hermann von Habsberg-Kastl, gegründete Benediktiner-Abtei war bis zur Säkularisation 1803 das älteste Kloster am Obermain. Im Spätmittelalter und darüber hinaus bis 1575 wurden nur Adlige als Mönche aufgenommen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste das Kloster neu gebaut werden. Die Äbte Eucharius Weiner und Kilian Düring beauftragten Leonhard Dientzenhofer und, nach dessen Tod 1707, seinen Bruder Johann. Die Bauarbeiten begannen 1698. 1719 wurde die Kirche konsekriert. Während die auf der anderen Mainseite gelegene Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen (erbaut 1743–1772) ein Rokoko-Bauwerk höchsten Grades ist, handelt es sich bei der Kirche von Banz um ein Musterbeispiel des süddeutsch-böhmischen Barocks zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Innenraum der Kirche überrascht, weil er nicht eckig erbaut ist, sondern in vielen 'geschaukelten' Ellipsen. Der Hauptaltar, die Kanzel sowie die Heiligenstatuen in der Kirche und an der Fassade sind ein Werk von Balthasar Esterbauer; die Deckenfresken stammen von Melchior Steidl. Das Chorgestühl mit reichen Intarsienfeldern wurde vom Schönbornschen Hofschreiner und Ebenisten Johann Georg Neßtfell geschaffen. Die ursprünglich vorhandenen beiden Orgeln, die Hauptorgel der Westempore und die Chororgel auf der linken Seite des Mönchschors, sind Werke des Würzburger Hoforgelmachers Johann Philipp Seuffert. Heute befindet sich ein transloziertes Werk Seufferts auf der Westempore. Die Chororgel steht, durch Sanierungen des 20. Jahrhunderts in ihrer historischen Substanz wesentlich verändert, in der Pfarrkirche von Oberküps, Gemeinde Ebensfeld. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts genoss Kloster Banz als Stätte der katholischen Aufklärung und wegen seiner gelehrten Mönche reichsweiten Ruf.
1814 erwarb Herzog Wilhelm in Bayern die ehemalige Klosteranlage, die in der Folge als Schloss Banz bezeichnet wurde.
1933 erwarb die Gemeinschaft von den heiligen Engeln, die sich der Auslandsdeutschenseelsorge widmete, die einstige Klosteranlage von Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg das Kloster als Depot.
Seit 1978 ist das einstige Kloster im Besitz der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung und dient ihr als Tagungsstätte. Außerdem beherbergt es eine sogenannte Petrefaktensammlung, die allerdings auch zahlreiche andere Exponate wie beispielsweise ägyptische Mumien enthält.
In seinem Reiseführer über Bamberg und Umgebung aus der Zeit um das Jahr 1912 beschreibt der Verfasser Dietrich Amende auch Kloster Banz:
zitiert aus Dietrich Amende: Bamberg und das Frankenland. Bamberg o. J. (ca. 1912)
Die Klosterkirche von Banz trägt das Patrozinium St. Dionysius und St. Petrus. Die berühmte Kirche, deren Grundstein 1710 gelegt wurde, verrät sich schon durch die geschickte Ausnutzung der landschaftlichen Lage und durch die Gestaltung des Außenbaus mit einer hochragenden Doppelturmfassade von weitem als Meisterwerk. Wie das Benediktinerstift Melk das Donautal, so beherrscht in entsprechend kleinerem Maßstab Banz das Obermaintal. Die besondere Bedeutung der 1719 konsekrierten Klosterkirche liegt in der Raumgestaltung durch Johann Dientzenhofer, der in genialer Weise räumliche Gegebenheiten und Begrenzungen aufgriff. Obwohl die Kirche nicht übermäßig groß ist, glänzt sie durch ihre besondere Raumwirkung. Im Inneren der Klosterkirche St. Dionysius und St. Petrus hat Dientzenhofer durch die kurvierten und durch Kapellen unterbrochenen Wandflächen und insbesondere durch die Gewölbebildung einen Raumeindruck geschaffen, den Richard Teufel wie folgt geschildert hat: „Der Innenraum, der sich dem Eingetretenen dunkel unter der Orgelempore auftut, führt zwischen mächtigen Pfeilern, unter lebhaft bewegtem Gewölbe, in lichte Tiefe. Kuppeln scheinen sich zu reihen, Wände bauschen sich nach außen, Balkone dringen gegenläufig nach innen, Gurte steigen schräg ins Gewölbe hinein. Unter der ‚Hauptkuppel‘ ist geheimnisvoll der Mittelpunkt des Raumes, um den sich alle Teile ordnen, auf den sie bezogen sind; vier Kapellennischen empfangen den Strom, geben ihm Sinn und Weisung zum Hochaltar, durch dessen Triumphsäulen hindurch er weiterschwingt in den Mönchschor hinein“. Der Hochaltar, der, ohne Altarblatt, den Blick freigibt auf das Blatt des Choraltars, geht sicherlich auf eine Idee Dientzenhofers zurück.
50.13288055555611.000738888889Koordinaten: 50° 7′ 58″ N, 11° 0′ 3″ O
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