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Kleinwald

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Kleinwald bezeichnet in Österreich Wälder von Betrieben bis zu 200 Hektar Katasterwaldfläche.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begriffsabgrenzung Kleinwald – bäuerlicher Wald

Im Allgemeinen wird Kleinwald und bäuerlicher Wald – in Abgrenzung zum Waldbesitz der Forstbetriebe und insbesondere der Österreichischen Bundesforste – für dasselbe erachtet. Die Spezifizierung auf 200 Hektar Katasterwaldfläche (Eigentumsart der Waldinventur)[1] beziehungsweise dem Kleinwaldbesitzer als „Person, die Eigenwald unter 200 ha Größe besitzt“[2] wird aber der Situation von Bauernwald und Privatbesitz in Österreich nicht unbedingt gerecht.

Die Waldfläche bäuerlicher Betriebe in Österreich wird nach Agrarstatistik mit 1,73 Millionen Hektar angegeben, der Kleinwald mit 1,56 Millionen Hektar, während die Österreichische Waldinventur 2,13 Millionen Hektar Kleinwald ausweist[3]. Um diesen Mistand zu besteitigen, wird derzeit der Kataster mit den genauen Satellitendaten der europäischen Forstkarten abgeglichen.

Insgesamt gibt es 170.000 Waldeigentümer, davon 53 Prozent Kleinwaldbesitzer, unter denen die durchschnittliche Waldfläche bei 9,2 Hektar pro Betrieb liegt. Der Privatwaldanteil liegt aber  – weit über dem europäischen Durchschnitt – bei etwa 80 %.[4]

[Bearbeiten] Der Kleinwaldbesitz als Wirtschaftsfaktor

In Österreich ist eine Fläche von etwa vier Millionen Hektar bewaldet (1998), davon 83 % Ertragswald[5], es wird etwa die Hälfte der Wälder Österreichs kleinbetrieblich bewirtschaftet.

Im Durchschnitt des Zeitraumes 1992–2001 wurden 4,3 fm/ha Kleinwald genutzt, und etwa 9,7 Familienarbeitskraftstunden je Hektar in die Waldwirtschaft investiert, wobei die bewertete Familienarbeit etwa die Hälfte der Kosten ausmacht. Der Forstertrag je Hektar betrug dabei im österreichischen Durchschnitt 300 €. Der durchschnittliche Holzertrag/fm im Kleinwald liegt bei etwa 90–95 % des Vergleichswertes aus dem Großwald.[6] Im Jahr 2006 wurden im Kleinwald insgesamt 11,48 Millionen Erntefestmeter geschlägert, im Vergleich zu 5,85 Millionen Erntefestmetern im Forstbetrieb.[7] Damit zeigt sich der Kleinwald als bedeutender Wirtschaftsfaktor in Österreich, der als Wertschöpfungsressource den Großwald übertrifft, und dessen Potential noch nicht vollständig erschlossen ist.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. E. Kvarda: Urbane WaldbesitzerInnen: Einstellungen und Verhaltensdispositionen 'traditioneller' und 'neuer' WaldbesitzerInnen unter besonderer Berücksichtigung der Sanierung degradierter Waldökosystem. unveröffentl. Skript. Wien: Institut für Sozioökonomik der Forst- und Holzwirtschaft, Universität für Bodenkultur Wien, 2000, S. 205
  2. P. Schwarzbauer: Studienunterlagen zur Marktforschung und Marktanalyse 2005/06. Institut für Marketing und Innovation, Universität für Bodenkultur Wien, 2005, S. 36 ([1])
  3. a b c Walter Sekot: Betriebswirtschaft im Kleinwald – Nichts Genaues weiß man nicht. In: forstzeitung 1/2005 (Webdokument, pdf)
  4. Eurostat TBRFA 200, nach Österreichs Wald befindet sich fest in privater Hand, waldwissen.net
  5. Wald, in Österreich. In: Österreich-Lexikon von aeiou.
  6. Walter Sekot: Bäuerlicher Kleinprivatwald: Small is beautiful In: forstzeitung 1/2003 (Webdokument, pdf)
  7. Holzeinschlag 2006 auf Rekordhöhe - Holzmobilisierung im Kleinwald erfolgreich. Österreichs Forstwirtschaft, Lebensministerium
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