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Der Begriff Klassenfeind leitet sich aus der Klassentheorie des Marxismus ab, wonach Klassen Gruppen von Menschen sind, die sich in ihren ökonomischen und politischen Zielen im Klassenkampf gegenüberstehen. Laut dieser Theorie gibt es in der Gegenwart hauptsächlich zwei Klassen: Die Besitzer der materiellen Mittel (Produktionsmittel, d. h. Grundbesitz und Kapital) und diejenigen, die nur ihre Arbeitskraft besitzen, die Arbeiterklasse, das Proletariat. Klassenfeind kann als Bezeichnung für eine Person oder eine Personengruppe ein Vorwurf sein, ist aber in der Regel einfach analysierend, und hat das Ziel die Klassengegensätze zu betonen, ohne dass auf einzelne Menschen abgezielt wird.
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In der DDR wurde der Begriff völlig anders gebraucht; es gab nach der Verstaatlichung der letzten mittelständischen Privatunternehmen nur noch die „befreundeten Klassen“ der Arbeiter und der Genossenschaftsbauern. Von den Vertretern der Staatsparteien und den Medien der DDR wurden die kapitalistischen Staaten und deren Regierungen als Klassenfeind betrachtet und auch so bezeichnet. Auch einzelne DDR-Bürger konnte dieser Vorwurf treffen. Wer in seinem Denken, Reden und Handeln von der vorgegebenen politischen Meinung und Handlungsweise abwich, konnte als Klassenfeind oder Kapitalistenknecht eingestuft werden. Oftmals dienten solche austauschbaren Anschuldigungen lediglich der Denunziation.