Das Wort katholisch kommt von griechisch καθολικος (katholikos) und bedeutet das Ganze betreffend, allgemein gültig.
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Als früheste Belegstelle für die Verwendung des Begriffs kann Ignatius von Antiochien (35–117) angeführt werden: „Denn da, wo Jesus Christus ist, ist auch die katholische Kirche“ (Brief des Ignatius an die Smyrnäer 8, 2).
Im weitesten Sinne versteht man heute unter der katholischen Kirche die von Jesus Christus begründete Gemeinschaft aller Christen. Sie ist abstrakt gesehen die von Christus gewollte, eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche und als solche die eine Kirche Christi oder Mutterkirche aller Christen. Während im ersten Jahrtausend die Kirche noch relativ einig war, begann mit der Kirchenspaltung im Jahre 1054 zugleich die theologische Kontroverse über die Frage, in welcher der jeweiligen Teilkirchen die katholische Kirche in diesem Sinne zu finden sei. Der Hintergrund ist, dass es nur eine einzige allgemeine Kirche geben kann. In der Folge der Reformation hat diese Frage an Komplexität gewonnen, so dass der Begriff von den verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften unterschiedlich interpretiert wird.
In einem engeren Sinne, vor allem seit der Reformation, versteht man im Deutschen unter katholische Kirche die Römisch-Katholische Kirche, welche jedoch selbst in ihrem Selbstverständnis nicht mit der oben beschriebenen, einen Kirche Christi einfach identifiziert werden kann. In dieser engeren Verwendung, die sich in der Folge der Reformation entwickelt hat, bezeichnet „katholische Kirche“ also eine bestimmte Konfession. In der ökumenischen Bewegung wird heute manchmal statt dem Wort katholisch das Wort sobornost verwendet, das die russische Übersetzung des griechischen Wortes katholikos ist, um die allgemeine Kirche zu bezeichnen, ohne die mit dem Wort katholisch verbundene Assoziation „römisch-katholische Kirche“.
Wenn von der Katholischen Kirche gesprochen wird, können folgende Kirchen gemeint sein:
Sehr selten wird der Begriff ohne weitere Qualifizierung für folgende Gruppen benutzt:
Es gibt eine Reihe weiterer christlicher Kirchen, deren Bezeichnung das Wort katholisch enthält.
Darüber hinaus verstehen sich auch alle Kirchen, die die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse anerkennen (z.B. Protestantische Kirchen), als neben der römischen Kirche gleichwertige Teile der „einen heiligen katholischen Kirche“. Nach ihrem Selbstverständnis bilden die verschiedenen Kirchen – auch die römische – eine durch den Glauben an Jesus Christus von Gott gestiftete Einheit. Der Anspruch auf Allgemeingültigkeit spielt bei diesen allerdings keine so große Rolle. Auf die aus der Reformation hervorgegangen Kirchen wird der Begriff „katholisch“ jedoch seltener angewandt, um Verwechslungen mit der römisch-katholischen Kirche zu vermeiden.
Der Katholizität im ursprünglichen Wortsinn kommt im ökumenischen Dialog eine besondere Bedeutung zu.
Neben anderen Schriftzeugnissen kommt den ersten ökumenischen Konzilien eine besondere Bedeutung zu. Das Nicäno-Konstantinopolitanum hat in seinem Glaubensbekenntnis, welches seither die grundlegende Glaubensformel fast aller Christen ist, die wesentlichen Merkmale der von Jesus Christus errichteten Kirche ausgesprochen:
„Credimus … unam, sanctam, catholicam et Apostolicam Ecclesiam
„Wir glauben … die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche““
Möglich ist auch die Verwendung des deutschen Begriffes „allgemein“ für „katholisch“.
In den evangelischen Kirchen in Deutschland (z.B. in der EKD) wird der Begriff „katholisch“ im Glaubensbekenntnis mit „christlich“ oder „allgemein“ wiedergegeben, etwa:
„Ich glaube … die heilige christliche Kirche.“
– Apostolischen Glaubensbekenntnis
„Wir glauben an … die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche.“
– Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel
In anderen Sprachen hat sich die Verwendung des Begriffes „katholisch“ (catholic, catholique etc.) etabliert.
Die Katholizität im ursprünglichen Wortsinn gehört damit zu den Wesensmerkmalen der christlichen Kirche. Katholisch, also allgemein, wurde die Kirche in verschiedener Beziehung genannt:
Eine häufig verwendete Definition stammt von Vinzenz von Lérins:
„Darüber hinaus müssen wir in der katholischen Kirche selbst alle mögliche Sorgfalt anwenden, dass wir uns an den Glauben halten, der überall, immer, von allen geglaubt wurde.“
Die Bedeutung des Begriffs war während der gesamten Theologiegeschichte Gegenstand der Diskussion. Er bekam eine besondere Bedeutung durch die Kirchenspaltungen des 2. Jahrtausends, als sich die getrennten Kirchen ihrer tatsächlichen Partikularität bewusst wurden. Deshalb bereitet die Verwendung des Begriffs im allgemeinen Sprachgebrauch Schwierigkeiten.
Die Katholische Lehre, die sich als Maßstab unter den christlichen Lehren versteht und z. B. der gemeinsamen Eucharistie mit anderen Kirchen entgegen steht, wird als Orthodoxie bezeichnet.
Die Katholizität wird von der römisch-katholischen Kirchen mit den folgenden theologischen Merkmalen gekennzeichnet, die auch von der anglikanischen Gemeinschaft geteilt wird.
Die einzelnen sich als katholisch in diesem Sinne verstehenden Kirchen unterscheiden sich in einigen Punkten in ihrem Selbstverständnis. Diese Unterschiede werden in den einzelnen Artikeln weiter dargelegt.
Die lutherische Reformation versteht sich als innerkatholische Reformbewegung. Dieser Sachverhalt findet seine Begründung und Entfaltung zunächst im 7. und 8. Artikel des Augsburger Bekenntnisses aus dem Jahr 1530. Dort wird festgehalten, dass „allezeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben.“ Der lateinische Text als der dogmatisch verbindliche bekennt und definiert die Kirche als „una sancta ecclesia.“
Kennzeichen der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche sind demnach die reine Lehre („pure docetur“) und die einsetzungsgemäße Spendung der Sakramente („recte administrantur sacramenta“). Menschliche Traditionen, Riten oder Zeremonien sind zur wahren Einheit der Kirche nicht notwendig.
Dogmatisch wird von der „una sancta catholica et apostolica“ auch als Kirche im weiteren Sinn („large dicta“) gesprochen, die ihre sichtbar verfasste Gestalt in der reinen Lehre und der einsetzungsgemäßen Spendung der Sakramente erfährt und hierdurch erkennbar wird. Dennoch bleibt es die Eine katholische Kirche. Die Eine heilige katholische und apostolische Kirche ist für die Lutherische Kirche ein Glaubensartikel, wie sie es auch in den drei altkirchlichen Symbolen und den Bekenntnisschriften bekennt.
Die reine Lehre und das Verständnis der einsetzungsgemäßen Verwaltung der Sakramente wird in den lutherischen Kirchen in den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche dargelegt, weil diese dort verfasste Lehre mit der Heiligen Schrift, Alten und Neuen Testaments, übereinstimme. Lehren und Lehrer, so die Konkordien Formel in ihrem 1. Artikel, die der Heiligen Schrift widersprechen, stehen außerhalb der katholischen Kirche. Die im Konkordienbuch zusammengestellten Bekenntnisschriften verstehen sich selbst als katholisch in dem Sinne, dass die dort gemachten verbindlichen Aussagen von der Einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche zu allen Zeiten und allen Orten geglaubt und bekannt werde. Die Lutherischen Bekenntnisschriften sehen sich demnach nicht als konfessionsspezifische Lehre, sondern als rechte Lehre im Sinne der Katholizität.
Die Heilige Schrift als die Offenbarungsquelle steht uneingeschränkt als die Lehrautorität fest. Kirchliche Traditionen und Lehrauffassungen sind nach den Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche dann katholisch, wenn diese im Einklang mit der Heiligen Schrift stehen. Folglich finden sich im Korpus der Bekenntnisschriften zahlreiche Zitate von Kirchenvätern und auch von Päpsten. Folglich kennt und anerkennt die Lutherische Kirche die kirchliche Tradition, bindet sich an dieselbe, wenn sie im Einklang mit der Heiligen Schrift steht. Offenbarungsquelle bleibt aber allein die Schrift (sola scriptura). Eine Gleichrangigkeit von Heiliger Schrift und Tradition als zweite Offenbarungsquelle neben der Schrift, kann es daher für Lutherische Kirchen nicht geben.
Deutlich wird die Katholizität der Lutherischen Kirchen auch in ihrem Weiheverständnis, wie es z.B. in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche zu finden ist:
„Nach dem von dir abgelegten Ordinationsgelübde überantworte ich dir als berufener und verordneter Diener unseres Herrn Jesus Christus dir hiermit das heilige Amt des Wortes und der Sakramente und weihe dich zu einem Diener der ‚Einen, heiligen, christlichen Kirche‘, im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“[1] In dieser lutherischen Weiheformel wird der Begriff „katholisch“ mit „christlich“ wiedergegeben.
(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."