Der Kastorhut (auch Castorhut, vom lateinischen Castor = Biber) ist ein aus Biberhaar gefertigter Filzhut. Der von Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts von Männern und Frauen getragene Hut war ein Vorläufer des Zylinders.
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Die Verwendung des Haarfilzes geschorener Biberfelle für Kopfbedeckungen in Europa reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Verstärkt wurde diese Mode im 17. Jahrhundert durch den Import der Felle durch holländische Siedler aus Nordamerika. Um 1780 trugen erstmals englische Landadlige einen aus Biberhaar gefertigten schwarzen Filzhut mit hohem, zylindrischen Kopf. Dieser hatte eine mehr oder weniger breite Hutkrempe. Nach englischem Sortiment wurden die für Hüte verwendeten Biberfelle Parchment-Beaver genannt, die übrigen Coatbeaver.[1]
Das Biberhaar verfilzt sehr gut und man sagt den Kastorhüten eine außergewöhnliche Haltbarkeit nach. Sie sollen so dauerhaft gewesen sein, daß man, wenn sie abgetragen waren, nach La Rochelle zurückschickte, wo sie für den Verkauf nach Spanien aufbereitet wurden. Aber auch von dort kehrten sie nach La Rochelle zurück, um dieses Mal für Brasilien zurechtgemacht zu werden. Schließlich sollen die gleichen Filzhüte als Tauschware der Portugiesen an der afrikanischen Negerküste gelandet sein! (nach Brebner: Die Erforschung von Nordamerika (1936))[2]
Auch in den Kleiderordnungen des 17. Jahrhunderts ist von Kastorhüten die Rede. Sie galten als so kostbar, dass man ganze Castorhüte, also solche, die nur aus Biberhaarfilz bestanden, sogar dem ersten Stand zu tragen verbot. In der Danziger Ordnung von 1642 heißt es, vornehmen Bürgern, Kauffleuten, so in Grosso handeln und dergleichen Standespersonen... sind kostbare Castorhüte untersagt. Die Stettiner Kleiderordnung von 1634 verfügt, Gantze Kastor-Hüte... sein in allen Ständen gäntzlich abgethan. Nur die Stadt Braunschweig von 1630 lässt für den ersten Stand halbe Kastorhüte zu, es heißt Von Zier und Kleidung derjenigen, welche in den ersten Stand gehören: Ebenermassen sollen sie auch keine Hüte von gantzen Castoren gebrauchen, sondern wann sie wollen, nur halbe Castorhüte ihnen zu tragen erlaubt seyn bei Straffe drey Reichsthaler. Den anderen Ständen wurden sie bei Strafe ausdrücklich verboten.[3]
Später wurde die auch als Biberhut oder hoher Hut bezeichnete Kopfbedeckung auch zum Gesinnungszeichen der Französischen Revolution und fand in allen westlichen Ländern Verbreitung. Damenhüte wurden mit zusätzlicher Verzierung geschmückt, beispielsweise mit Federn. Ab 1830 verdrängten Seidenhüte den Kastorhut und es entstand der wesentlich niedrigere Zylinder.
Als typisches Bekleidungsstück seiner Zeit wurde der Kastorhut in zahlreichen literarischen Werken verewigt. So schreibt Bettina von Arnim in Clemens Brentanos Frühlingskranz:
In der Erzählung Die indische Hütte von Jacques-Henri Bernardin de Saint-Pierre ist zu lesen:
Adolph Freiherr Knigge formuliert in der Geschichte Peter Clausens den Satz:
und Theodor Fontane schreibt in Stine:
Durch Zusammenlegung der Häuser „Ullner“ und „Selzer“ am Römerberg in Frankfurt am Main entstand das „Englischer Kastorhut“ genannte Haus. Dieser Barockbau wurde beim Durchbruch der Braubachstraße 1904/1906 abgerissen.
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."