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Die Grafen von Kastl waren eine adelige Familie des 11. und 12. Jahrhunderts, die Besitz um Kastl auf dem Nordgau hatte. Insbesondere um 1100 nennen sie sich auch von Kastl-Habsberg nach der Burg Habsberg bei Kastl (heute Wallfahrtsort des Bistums Eichstätt). Es handelt sich hierbei um eine edle Familie, die nur selten als Grafen bezeichnet werden. Eine bestimmte Grafschaft kann der Familie nicht zugeordnet werden.
Eine Verwandtschaft mit den Grafen von Diessen-Andechs,Grafen von Sulzbach und den Zähringern ist gesichert.
Erster Vertreter der Familie war Hermann I., der Ältere, der 27. Januar 1056 starb. Er war verheiratet mit Haziga (Hadegunde) von Grafen von Diessen, die in zweiter Ehe den Grafen Otto I. von Scheyern († 4. Dezember 1078) ehelichte.
Hermann I. hatte zwei Söhne: Hermann II. der Jüngere (+ nach 1071), Graf von Cham, Markgraf von Banz, und Friedrich I., (+ 11. November 1103), Graf von Kastl und Habsberg. Hermann II. war mit Berta (Alberada), der Tochter Otto von Schweinfurt, verheiratet. Beide gründeten die Klöster Heidenfeld und Banz.
Hermann II. starb um 1074, seine Witwe Berta heiratete seinen Bruder Friedrich. Berta und Friedrich hatten einen Sohn Hermann III., Graf von Kastl (+ 23.9. vor 1125 ermordet), Otto, Graf von Habsberg (+ 26.9. wohl 1125), Friedrich, Graf von Ammertal sowie die Tochter Judith, die mit einem Ministerialen verheiratet war.
Friedrich, sein Sohn Otto und seine Verwandten Graf Berengar II. von Sulzbach und Luitgard von Zähringen, Tochter Bertholds von Zähringen, Witwe des Markgrafen Diepold II. von Vohburg und des Ernst I. von Grögling, besaßen jeweils ein Drittel der Burg Kastl. Dort gründeten sie 1103 das Kloster Kastl.
Friedrich und Berta starben im Jahr 1103. Ihr Sohn Otto war verheiratet mit Adelheid († 9. August 1105) und starb selbst nach 1108 kinderlos. Sein Besitz geht an Heinrich V., evtl. handelte es sich auch nur um zurück gefallenes Reichsgut. Über die Schwester Heinrich V., Agnes, gelangt der Besitz an die österreichischen Babenberger.
Heribert Batzl, Geschichte der Marktgemeinde Kastl, Marktgemeinde Kastl (Hrsg.), 1984
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