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Kastellaun

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kastellaun
Markierung
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kastellaun hervorgehoben
50.0694444444447.4430555555556430Koordinaten: 50° 4′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Kastellaun
Höhe: 430 m ü. NN
Fläche: 8,5 km²
Einwohner: 5166 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 610 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56288
Vorwahl: 06762
Kfz-Kennzeichen: SIM
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 064
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 1
56288 Kastellaun
Webpräsenz:
Stadtbürgermeister: Fritz Frey

Die Stadt Kastellaun liegt in der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks im Rhein-Hunsrück-Kreis, Rheinland-Pfalz. Sie ist Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Kastellaun liegt im vorderen Hunsrück etwa gleich weit entfernt von Mosel und Rhein. Der Stadtkern liegt zwischen einer Talsenke im Norden und der Hochfläche des Hunsrücks, über die die B 327, die sogenannte Hunsrückhöhenstraße, verläuft.

[Bearbeiten] Geschichte

Aus dem Jahre 1226 datiert die erste urkundliche Erwähnung von „Kestilun“. Die gleichnamige Burg Kastellaun wurde von den Grafen von Sponheim errichtet und gehörte bis 1417 zur vorderen Grafschaft.

1301 werden Burg und Stadt Residenz von Simon II. von Sponheim und seiner Frau Elisabeth. Graf Simon II. verleiht Kastellaun 1305 Stadtrecht und erwirkt von Kaiser Heinrich VII., dem Bruder von Balduin von Luxemburg, Erzbischof zu Trier, 1308 das Marktrecht. Belagert wurde die Burg und Stadt Kastellaun 1321 durch den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg. Balduin baute die Burg Balduinseck bei Buch 1325. Im Jahr 1340 verließ Walram von Sponheim Kastellaun und ging nach Bad Kreuznach.

Mittelalterliche Ansicht von Kastellaun

Die Grafen von Sponheim starben 1437 aus, und das Erbe fiel mit dem Amt Kastellaun an die Herren von Pfalz-Zweibrücken und Baden, die es gemeinsam verwalteten. Friedrich I. erhielt das Fürstentum Simmern und den Anteil der Grafschaft Sponheim aus dem Veldenzer Erbe, das er nach dem Tod des letzten Veldenzer (1444) von Kastellaun aus regierte. Er war somit eigentlicher Begründer der Linie Pfalz-Simmern. Friedrich I. und sein Bruder Ludwig teilten 1459 die väterlichen Besitzungen wiederum auf. Ludwig erhielt das Herzogtum Zweibrücken und Friedrich I. residierte in Simmern. Der pfalz-simmerische Anteil der Hinteren Grafschaft Sponheim fiel 1560 an Pfalz-Zweibrücken bzw. 1569 an Pfalz-Birkenfeld unter Zweibrücker Hoheit.

Auf der Burg lebten bis 1594 verschiedene Amtmänner, die die Interessen der Gemeinsherren Grafschaft Veldenz, Markgrafschaft Baden, Pfalzgrafschaften Simmern und Zweibrücken vertraten. Markgraf Eduard Fortunatus wurde 1594 aus Baden-Baden vertrieben und nahm auf der Burg, die damit erneut Residenz wurde, Zuflucht.

Im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs (1618–1648) besetzten Spanier, Schweden, Lothringer, Hessen und Franzosen die Stadt. Große Pestepidemien wüteten.

Die Sponheimische Herrschaft um Kastellaun endete 1687 vorübergehend mit der Besetzung vieler linksrheinischer Gebiete durch die Truppen Ludwigs XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg. In dessen Folge wurden im Jahr 1689 Burg und Stadt zerstört. 1776 endete die Gemeinherrschaft, Amt und Stadt Kastellaun fielen an Pfalz-Zweibrücken.

Während der Koalitionskriege wird die Region 1793/94 durch französische Revolutionstruppen besetzt, 1798 dem Departement Rhin-et-Moselle angegliedert und damit bis zum Wiener Kongress 1815 französisch. In Folge der Neuregelung der Territorien wurde Kastellaun Teil der preußischen Rheinprovinz.

Die Burg wurde 1820 Privatbesitz. Die Stadt kaufte das Gelände 1884 und sanierte das Gemäuer erstmals.

Ansicht von Kastellaun aus Richtung Süden

Seit 1947 ist der Ort Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz und erhält erst 1969 wieder das Stadtrecht.

Der Burgberg und das Gemäuer wurden 1990–1993 erneut saniert und restauriert. 1999 wurden das erste Burghaus und 2005 das zweite Burghaus wieder errichtet. Am 9. September 2007 wurde dort ein Dokumentationszentrum eingeweiht, das als „Haus der regionalen Geschichte" eingerichtet ist.

[Bearbeiten] Infrastruktur

Marktplatz und Burg

[Bearbeiten] Schulen

Im Stadtgebiet von Kastellaun befindet sich eine Grundschule, die Integrierte Gesamtschule (IGS) mit Oberstufe, die Theodor-Heuss-Schule für Geistigbehinderte / Schule für Körperbehinderte sowie die Freie Waldorfschule Kastellaun.

[Bearbeiten] Einrichtungen

Das Julius-Reuß-Wohnheim, eine Einrichtung der Schmiedelanstalten, ist in einem Wohngebiet zwischen dem Stadtkern und dem Industrie-Gebiet angesiedelt. Es kooperiert mit den weiteren vor Ort ansässigen unterschiedlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe: der Theodor-Heuss-Sonderschule mit Sonderkindergarten für Menschen mit geistigen Behinderungen, Werkstatt und Tagesförderstätte der Rhein-Mosel-Werkstätten und dem Wohnheim des Vereines Betreutes Wohnen Hunsrück e.V. für Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

[Bearbeiten] Freizeit

Am südöstlichen Stadtrand befindet sich ein Hallenbad mit integriertem Reha-Zentrum angegliedert an einen Sport- und Fitnessbereich. In dessen unmittelbarer Nähe schließt eine Minigolfanlage das Gelände ab.

Seit Mai 2008 gibt es den „Kyrillpfad“. Ein Teil der Waldfläche, die vom Orkan Kyrill verwüstet worden war, wurde für Besucher zugänglich gemacht. Auf einem 800 Meter langen Pfad durch 1,5 Hektar Windwurffläche kann man sich ein Bild von den Sturmschäden machen und dabei etwas über den neu entstehenden Wald erfahren. Zehn Informationsstationen beschäftigen sich detailliert mit der Geologie, der Wurzelentwicklung, Klima und Wetter, dem Leben im Totholz, der Gefräßigkeit des Borkenkäfers, der natürlichen und künstlichen Waldverjüngung, der maschinellen Holzernte und der modernen Forstwirtschaft.

In der Nachbarschaft des Kyrillpfades wurde im Mai 2008 ein Hochseilklettergarten und ein Barfußpfad eröffnet.

Am südlichen Stadtrand von Kastellaun verläuft der Schinderhannes-Radweg. Dieser startet in Simmern und führt an Kastellaun vorbei nach Emmelshausen.

In der Nähe der Stadt Kastellaun liegt die ehemalige Raketenbasis Pydna. Hier findet jedes Jahr das Techno-Festival Nature One statt.

[Bearbeiten] Tourismus

Die Stadt bemüht sich um die Förderung des Tourismus. Führungen durch die Altstadt und zur Burgruine werden angeboten. Die bedeutendsten Bauwerke, sowie historische Begebenheiten zur Geschichte der Burg und Stadt Kastellaun, werden dabei von fachkundigen Führern gezeigt und erklärt.

Kastellaun liegt an der Deutschen Alleenstraße.

[Bearbeiten] Bundeswehrstandort

In Kastellaun befindet sich seit dem 20. März 1964 eine Bundeswehrkaserne.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten und Menschen

[Bearbeiten] in Kastellaun geboren

[Bearbeiten] mit Kastellaun verbunden

[Bearbeiten] Nachbarorte

Uhler Beltheim Roth und Gödenroth
Buch und Bell Bild:Windrose_klein.svg Hollnich
die Pydna und Hundheim Hasselbach Spesenroth und Laubach


[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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