Der Karlsplatz liegt an der Grenze zwischen den Wiener Gemeindebezirken Innere Stadt und Wieden. Der Platz wird mehrfach von stark frequentierten Straßenzügen durchquert und ist somit in verschiedene mehr oder minder stark voneinander getrennte Areale aufgetrennt. Durch die Regulierung und Überplattung des Wienflusses im späten 19. Jahrhundert entstanden, wurde er im Jahr 1899 nach Kaiser Karl VI. benannt. Dieser hatte während der Pest-Epidemie der Jahre 1713/14 ein Gelübde abgelegt eine Kirche errichten zu lassen, die von 1716 bis 1737 gebaute Karlskirche.
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Die größte Fläche des Platzes nimmt an der Südseite der nach dem Erfinder Joseph Ressel benannte Resselpark ein. Im Osten bilden die Karlskirche, mit einem davor befindlichen Wasserbecken mit einer Plastik von Henry Moore, sowie das Gebäude des Wien Museums (früher Historisches Museum der Stadt Wien) und Bürogebäude die Begrenzung des Parks. An der Westseite wird er vom Hauptgebäude der Technischen Universität (TU Wien) und der Evangelischen Schule begrenzt. Im Resselpark finden sich Denkmäler und Büsten unter anderem der Erfinder Siegfried Marcus und Josef Madersperger, wie auch des Komponisten Johannes Brahms, an der Nordseite die von Otto Wagner im Jugendstil errichteten Aufnahmegebäude der ehemaligen Station Karlsplatz der Wiener Stadtbahn.
Durch eine sechspurige Fahrbahn vom Rest des Platzes getrennt schließen im Norden das Gebäude des Wiener Musikvereins, das Künstlerhaus, die Handelsakademie und eine Reihe von Gründerzeit-Bürgerhäusern den Karlsplatz ab. An der Ecke zu Operngasse befindet sich dort das Café Museum.
Im Westen begrenzen das Secessionsgebäude und das ehemalige Verkehrsbüro-Gebäude den Platz, der hier in das Areal des Naschmarktes übergeht. Nahe dem Bibliotheksgebäude der TU besteht im Rosa-Mayreder-Park mit dem project space Karlsplatz eine Außenstelle der Kunsthalle Wien.
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Bibliothek der TU Wien |
TU Wien, Hauptgebäude |
Der Karlsplatz ist verkehrstechnisch einer der wichtigsten Punkte der Stadt, fünf verschiedene Verkehrsflüsse bilden hier einen Knoten:
Drei der fünf U-Bahn-Linien (U1, U2 und U4) kreuzen sich in der Station Karlsplatz. Sie verbinden sich hier mit den Straßenbahnlinien 1 und 62, mit den Autobuslinien 4A und 59A und der Badner Bahn. Beim Aufgang „Kärntner Ring“ halten weiters die Straßenbahnlinien 2 und D sowie die Autobuslinie 3A.
Unterhalb der Kärntner Straße bildet die Opernpassage eine belebte Fußgängerverbindung vom Resselpark zum Ring mit Abgängen in die U-Bahn-Stationen.
Im Straßenbahnliniennetz von 1907 war die Linie 2 als Verbindung von Lothringerstraße und Getreidemarkt über den Karlsplatz vorgesehen. Die ursprünglich „Lastenstraßenlinie“ genannte Verbindung zwischen Währinger Straße und Praterstern wurde später von zahlreichen Durchgangslinien abgelöst, von denen bis zur Eröffnung der U-Bahn-Linie U2 die Linien E2, G2 und H2 fuhren. Im Volksmund etablierte sich die Bezeichnung „2-er Linie“ für diese gemeinsam geführte Straßenbahnstrecke, die vom Straflandesgericht über Gertreidemarkt, Karlsplatz, Lothringerstraße und Heumarkt zur Hinteren Zollamtstraße führte. Im Jahr 1966 wurde der Abschnitt zwischen Straflandesgericht und Karlsplatz in den Untergrund verlegt, um an der Oberfläche den Autoverkehr und die zahlreichen kreuzenden Straßenbahnlinien zu entlasten. Die Tunneleinfahrt am südlichen Ende befand sich neben der Secession. Seit der Eröffnung der U2 im Jahr 1980 und der Einstellung dieser Straßenbahn-Durchgangslinien wird die „2-er Linie“ nur mehr mit dem von der U-Bahn abgedeckten Abschnitt, vom Straflandesgericht bis zum Karlsplatz, assoziiert. Die Schleife am Karlsplatz mit ihrer Verbindung zum Schwarzenbergplatz bleibt weiterhin als Betriebsgleis bestehen und wird für verkehrsbedingte Kurzführungen auf der Ringstraße sowie als Ausgangspunkt für Nostalgie-Straßenbahnfahrten genützt. Die Straßenbahnlinie 2 verkehrte bis Oktober 2008 als Rundlinie auf der Ringstraße und dem Kai und wird seither als Durchgangslinie geführt.
Immer wieder gab es Versuche, den langgestreckten Platz umzuplanen und mit neuen wahrzeichenhaften Gebäuden zu versehen. Etwa ein Jahrzehnt zog sich vor 1914 die Kontroverse um Otto Wagners Stadtmuseum hin, in der Zwischenkriegszeit entstanden vornehmlich temporäre Gebäude (etwa ein Einkaufszentrum an der Stelle des heutigen Wien-Museums), nach 1945 dominierten die Überlegungen der Verkehrsplanung (allerdings kam es nicht zu den von Georg Lippert und anderen vorgeschlagenen Hochstraßenlösungen). Den Karlsplatz betreffende Architektenwettbewerbe wurden 1946, 1966, 1969 (betreffend U-Bahnbau), 1971 (betreffend die Gartengestaltung) durchgeführt [1]. Die realisierte Planung mit dem vom schwedischen Gartenarchitekten Sven Ingvar Anderson konzipierten ovalen Teich begegnete 1976–77 schärfster Kritik – Clemens Holzmeister zeigte sich etwa „erschüttert“ über die Wasserfläche vor der Karlskirche,[2] die Medien sprachen vom „Chaosplatz“.[3] Ungeachtet dieses sehr negativen Presseechos erscheint die Akzeptanz der erheblich vergrößerten Grünanlage Resselpark (und ihres Teichs) heute relativ hoch.
2004 wurde von Vertretern der Gemeinde Wien das Projekt Kunstplatz Karlsplatz vorgestellt[4]. Als Ziele wurden unter anderem eine Neugestaltung der Parkanlagen in Hinsicht auf Garten-, Licht- und Raumkonzept sowie Wegführung, eine Verbesserung der Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer und die Förderung von Kunstprojekten auf dem Karlsplatz genannt.
Im Anschluss an die Neugestaltung der Parkanlagen und die Eröffnung von Rosa-Mayreder-, Girardi- und Esperantopark im Jahr 2006 wurde die Wien Holding, ein 100%-iges Tochterunternehmen der Stadt Wien, mit der Fortführung des Projektes beauftragt. Am 1. August 2006 wurde die Projektgruppe karlsplatz.org, bestehend aus Gabriela Hegedüs und Christoph Möderndorfer, die bereits seit 2004 für die Organisation des Literaturfestivals O-Töne im MuseumsQuartier verantwortlich zeichnen, sowie Peter Melichar, mit der Umsetzung betraut[5]. Es soll durch Vernetzung der verschiedenen rund um den Platz angesiedelten Institutionen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Bildung (u.a. Künstlerhaus, project space der Kunsthalle, Wien Museum, Technische Universität) der Platz zu einem Raum des kulturellen Austauschs und somit trotz der verkehrstechnisch schwierigen Lage neu belebt werden.
Im Sommer 2008, parallel zur Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz, wurde von karlsplatz.org die Kunstzone Karlsplatz ausgerichtet. Auf einer „Seebühne“ im Teich vor der Karlskirche fanden dabei täglich mehrere Konzerte vor allem österreichischer Musiker aus dem Bereich der Liedermacher-, der experimentelleren Pop- und der zeitgenössischen Wienerlied-Szene statt; auf einer „Baumbühne“ Darbietungen von Performancekünstlern.
siehe auch: Pi (Kunstprojekt)
In Österreich selbst ist das Wort „Karlsplatz“ zu einem Synonym für eine offene Drogenszene geworden. Aus diesem Grund wurde dort die erste polizeilich überwachte Schutzzone nach dem Sicherheitspolizeigesetz (SPG) geschaffen, welche Belästigungen der Schüler der Evangelischen Schule durch Drogenkonsumenten und Drogendealer vermeiden soll.
Koordinaten: 48° 11′ 57" N, 16° 22′ 12" O
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."