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Kürten :

femme russe

Kürten

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Kürten (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kürten
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Kürten hervorgehoben
Koordinaten: 51° 3′ N, 7° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Höhe: 150 – 300 m ü. NN
Fläche: 67,5 km²
Einwohner: 19.963 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 296 Einwohner je km²
Postleitzahl: 51515 (alt: 5067)
Vorwahlen: 02268 und 02207
Kfz-Kennzeichen: GL
Gemeindeschlüssel: 05 3 78 012
Gemeindegliederung: 69 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Marktfeld 1
51515 Kürten
Webpräsenz:
Bürgermeister: Ulrich Iwanow (CDU)
Lage der Gemeinde Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis
Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Sieg-Kreis Nordrhein-Westfalen Köln Leverkusen Kreis Mettmann Solingen Remscheid Oberbergischer Kreis Overath Rösrath Bergisch Gladbach Kürten Odenthal Wermelskirchen Burscheid LeichlingenKarte
Über dieses Bild

Kürten ist eine Gemeinde im Bergischen Land, Rheinisch-Bergischen Kreis, Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Die Flächengemeinde Kürten erstreckt sich über eine Nord-Süd-Ausdehnung von 11,2 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 10,8 km.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Kürten liegt im Ostteil des Rheinisch-Bergischen Kreises. Es befindet sich etwa 24 km (Luftlinie) nordöstlich von Köln im Naturpark Bergisches Land. Durchflossen wird es von der Kürtener Sülz, dem nördlichen Quellfluss der Sülz.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Benachbarte Städte sind Wermelskirchen, Wipperfürth, Overath, Bergisch Gladbach, benachbarte Gemeinden sind Lindlar, Odenthal.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Dörfer und Weiler in der Gemeinde Kürten sind:
Ahlendung - Bechen - Biesenbach - Biesfeld - Bilstein - Blissenbach - Bornen - Breibach - Broch - Broich - Broichhausen - Burgheim - Busch - Dahl - Delling - Dicke - Dhünnberg - Dörnchen - Dorpe - Duhr - Dürscheid - Eichen - Eichhof - Eisenkaul - Engeldorf - Enkeln - Eulen - Forsten - Furth - Gerhardsberg - Hachenberg - Hägen - Hahn - Hau - Heiderjansfeld - Heidschlade - Hembach - Herscherthal - Herweg - Höchsten - Hommermühle - Hülsensteeg - Hufe - Hungenbach - Hutsherweg - Jähhardt - Junkermühle - Kalsbach - Kettenberg - Knappstockberg - Kochsfeld - Königsspitze - Kohlgrube - Krautweg - Laudenberg - Meiersberg - Meiswinkel - Miebach - Morteln - Müllenberg - Nassenstein - Nelsbach - Neuenhaus - Neuesaal - Oberbersten - Oberbörsch - Oberkollenbach - Oberstockberg - Oeldorf - Offermannsberg - Offermannsheide - Olpe - Olperhof - Petersberg - Plätzmühle - Richerzhagen - Schanze - Schnappe - Schwarzeln - Selbach - Siebelsmühle - Spitze - Sülze - Sürth -Unterbersten - Unterbörsch - Unterossenbach - Viersbach - Waldmühle - Weiden - Weier - Wolfsorth.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen zeigt in der oberen Hälfte den Bergischen Löwen. Der Fischreiher im unteren Teil des Wappens deutet den Fischreichtum der zahlreichen Bäche an. Die amtliche Wappenbeschreibung lautet:

„In geteiltem Schild oben in Silber ein zwiegeschwänzter, blau bewehrter und gekrönter roter Löwe, unten in Rot ein silberner Fischreiher, der einen silbernen Fisch im Schnabel trägt.“

Das Gemeindewappen entspricht im wesentlichen dem ursprünglichen Siegel des Gerichts in Cürten von 1598. Im Jahre 1925 wurde im Staatsarchiv in Düsseldorf eine Akte aus dem Jahre 1742 aufgefunden, die den Abdruck dieses Gerichtssiegels enthielt. Das Wappen wurde der Gemeinde Kürten zunächst durch Erlass des Preußischen Staatsministeriums vom 5. Oktober 1926 verliehen und ein weiteres Mal dem Amt Kürten, diesmal durch Urkunde der Landesregierung des Landes Nordrhein-Westfalen vom 8. Dezember 1949. In der Folgezeit hatte das Wappen Geltung bis zur kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1975: Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die heutigen Teilgemeinden Bechen und Olpe in das Wappenprivileg einbezogen. Als Reaktion auf die veränderte lokalpolitische Situation erhielt Kürten ein neu überarbeitetes Gemeindewappen, das in seiner heutigen Form per Urkunde vom 15. März 1982 vom Regierungspräsidenten in Köln genehmigt wurde.

Traditionell bildet der Bergische Löwe stets einen Teil der Wappengestaltung der Ortschaften aus der ursprünglichen Grafschaft Berg. Die Städte und Gemeinden dieser Region belegen deshalb einen Teil der Wappenzeichnung zusätzlich mit einem eigenständigen lokalen Symbol, um die Wappen voneinander zu unterscheiden.

Das neue Rathaus
Das Bürgerhaus
Die Wipperfürther Straße (L286) ist die Hauptstraße durch den Ort
Kürtener Wohnhaus im Bergischen Fachwerkstil
Katholische Kirche St. Johannes Baptist
Ein auffallendes Wandgemälde im OT Dürscheid

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Kürten unterhält seit 1999 eine Städtepartnerschaft mit Rodengo Saiano in Italien.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Kürten gehört zu den historisch langsam gewachsenen Orten im Bergischen Land. Erst seit den 1960er Jahren erfolgte ein signifikanter Anstieg der Einwohnerzahl.

Jahr Einwohner
1829
2.373
1890
2.591
1925
2.329
1938
2.684
1946
3.903
Jahr Einwohner
1953
3.617
1979
16.243
1983
16.919
1990
17.516
2001
20.005
Jahr Einwohner
2003
20.040
2004
20.116
2005
20.077
2006
20.059
2007
19.963









[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Kürten und der "Liber Valoris" - 1308-2008

Der Kern-Ort Kürten feiert im Jahr 2008 das 700-Jahres-Jubiläum seiner erstmaligen schriftlichen Erwähnung. Im Jahre 1308 wurde der Kernort Kürten im Liber valoris verzeichnet: Das ist eine Auflistung derjenigen Gemeinden mit Kirchen oder Kapellen, die bereits im Mittelalter Abgaben an das Erzbistum Köln zu zahlen hatten. Darin ist Kürten als CURTINE erwähnt. Im August 2008 ist ein Festakt und eine Ausstellung zur Geschichte der Gemeinde geplant.

Beim Liber valoris ecclesiarum Coloniensis dioceses, kurz Liber valoris genannt handelt es sich um eine Auflistung aller Kirchen als Grundlage zur Eintreibung des Kreuzzugs-Zehnten für die Erzdiözese Köln. Heute lagert dieses aufschlussreiche Dokument im Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf. Um 1300, wahrscheinlich 1308, verzeichnet dieses Dokument den Ort „Curtine“ als Standort einer Kirche - mit Pastorat und Vikariat. Demzufolge erschien der erste schriftliche Beleg für die Existenz einer Gemeinde Kürten knapp anderthalb Jahrhunderte später als das erste schriftliche Zeugnis für die heute längst eingemeindeten Kirchspiele Bechen oder Olpe.

Das heißt jedoch nicht, dass die Siedlung selbst jünger sei als die Orte in ihrer Umgebung. Hinweise dafür gibt die Kirche. Mit der Namensgebung Sankt Johannes Baptist ist das Gotteshaus Johannes dem Täufer geweiht. Diese Taufkirchen reichen vielfach in die Zeit der Christianisierung des Bergischen Landes zurück. Demzufolge könnte Kürten bereits in der Merowingerzeit - zwischen 700 und 800 - besiedelt worden sein. Diese Annahme stützt auch ein Hinweis im Prümer Urbar, einem Güterverzeichnis von 893: hier wird eine nicht näher bezeichnete Kirche erwähnt, die zwischen den beiden Orten Enkeln und Vogelberg liegt (beide eine „halbe Meile“ vom Kloster Altenberg entfernt. Nach Meinung einiger Lokalhistoriker handelt es sich hierbei um die Kürtener Kirche; generell herrscht aber große Unsicherheit über die topographische Zuordnung der Angaben des Prümer Urbar.

[Bearbeiten] Ortsname und Topograhie

Die Schreibweise des Orts- und auch Familiennamens Kürten war bis 1930 allgemein Cürten. Daneben erschienen in den Jahrhunderten zuvor auch die Formen Curten, Cürthen, Cörten und Corten

Für die Herkunft des Ortsnamens selbst gibt es mehrere Auffassungen.

Die herkömmliche Deutung des Ortsnamens indes beruft sich auf das mittellateinische curtis für Hof, Fronhof oder Hofstelle. Generell umschreibt curtis den freien, viereckigen Platz innerhalb eines eingefriedeten Hofes. In der Sprache der mittelalterlichen, bis ins 14. Jahrhundert hinein lateinisch geschriebenen Urkunden bezeichnet curtis einen ländlichen Gutshof, Tatsächlich gibt es Hinweise auf einen solchen Herrenhof, der wahrscheinlich zum Kölner Domkapitel gehörte. Kürten als Ort eines Landgerichts erscheint erstmals in Aufzeichnungen von Gerichtsprotokollen seit der Mitte des 16. Jahrhunderts: Kürten erhielt 1555 ein eigenes Siegel. Das Landgericht Kürten war zuständig für die Kirchspiele Kürten, Bechen und Olpe. Die Kürtener Gerichtsbarkeit selbst war damals und noch in den folgenden Jahrhunderten dem Amt Steinbach unterstellt.

Der ortsansässige Heimatkundler Theo Stockberg vertritt die Meinung, dass sich Kürten ableite aus „Op de Corte“, was sinngemäß bedeutet: „Auf dem kurzen (Wasserlauf)“. Tatsächlich existierte ein solcher Zufluss zur Sülz in der Nähe der heutigen Gesamtschule Kürten.

Monsignore Prof. Dr. Peter Opladen stellt 1955 fest:

„Indem sich die hofhörigen Kötter um den Herrenhof ansiedelten, entstand das Dorf. In naturgemäßer Entwicklung wurde dann das Wort curtis – in der Form „Curts“, „zur Cürten“ – von den Siedlern zunächst auf den Hof selbst und in späterer Zeit auf das Dorf übertragen. Im Mittellateinischen ist curtina ≈ kleine curtis ≈ kleiner Hof. Als Endsilbe „court“ erscheint das Wort (neben der gebräuchlichsten Endung „-hofen“ und den weiteren seltenen Endungen „-hoop“, „-hop“) zur Bezeichnung des Herrenhofs und von Gruppen von Bauanwesen.

P. Opladen: Das Dekanat Wipperfürth, S. 187

Während die Heimatforschung ihr Augenmerk bisher überwiegend auf das Schlüsselwort curtis richtete, verlor sie das für Kürten im Liber valoris ausdrücklich belegte Curtine mit seinem erweiterten Bedeutungsumfang aus dem Blick. Einleuchtender erscheint die Version einer Herleitung von Kürten aus curtine Curtina bedeutet zunächst kleiner Hof; andererseits existiert auch der Ausdruck Kurtine im Sinne von Wall oder Mauer (als Teil einer curtis).Unter Kurtine versteht man noch heute die Verbindungsmauer oder den Wall zwischen zwei Türmen oder Bastionen einer Burg oder Festung. Kurtinen bei Festungen waren in der Regel aus Werk- oder Backsteinen errichtet, kommen auch als reine Erdwälle vor. Vor der Kurtine bzw. der Zwingermauer wurde, wo möglich, ein Ring- oder Halsgraben ausgehoben. Zweieinhalb Kilometer weiter östlich des Kernorts Kürten, bereits zum Kirchspiel Kürten-Olpe gehörend, existiert ein klarer archäologischer Befund - mit einem ehemaligen Burg- bzw. Ringwall. In unmittelbarer Nähe zu dieser Anlage findet sich auch der heute zu Kürten gehörende Weiler Burgheim. Insofern verweisen uns die archäologischen und ortsnamenskundlichen Befunde rund um Kürten, also auch Burgheim mitsamt seinem Ringwall und der sicherlich dazu gehörenden Kurtine, in die Zeit der Christianisierung der fränkischen Stämme im beginnenden Mittelalter. Man kann also zu jener Zeit von einem vermehrten Bedarf an – vermutlich befestigten – Taufstätten und Gemeindegründungen auf vormals heidnischem Boden in der Region ausgehen – mithin auch von einer exklusiven Verehrung des Johannes des Täufers. Hier schließt sich wieder der Kreis zu der Einstufung der diesem Heiligen zugeschriebenen Kirche „Sankt Johann Baptist“ in eine Periode des Übergangs vom frühen ins hohe Mittelalter.

[Bearbeiten] Archiv der Gemeinde

Das Kürtener Gemeindearchiv enthält überwiegend Verwaltungsakten, beginnend mit der Zeit der Verwaltungsstrukturierung nach dem Code Civil unter napoleonischer Herrschaft. Bestand 1 umfasst die Akten von 1804 bis 1918, Bestand 2 verweist auf die Sammlung vom Ende des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges; Bestand 3 bezieht sich auf die Akten der Nachkriegszeit von 1945 bis 1963; derzeit werden die neueren Verwaltungsablagen als Bestand 4 in das Findbuch aufgenommen. Aufgrund mangelnder schriftlicher Zeugnisse aus der Zeit vor Napoleon kann das Archiv also lediglich Auskunft geben über einen Zeitraum von 200 Jahren. Mit einer Ausnahme: Im Jahr 2000 gelangte ein Konvolut von 160 weitaus älteren Schriftstücken in das Gemeindearchiv: Neun Original-Akten aus dem 16. Jahrhundert, zum einen Kirchenakten aus Olpe, zum anderen Lehensgerichtsprotokolle. Dabei handelt es sich um Originalunterlagen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und insbesondere aus der Zeit um 1780. Das älteste Dokument in der betreffenden Sammlung, ein Gerichtsprotokoll, stammt aus dem Jahre 1572.

[Bearbeiten] Zeittafel

seit ca. 9. Jh. - Hinweise auf eine Besiedlung und Kirchengründung

1171 - Erste urkundliche Erwähnung des Gemeindeteils Olpe

1175 - Erste Erwähnung des Gemeindeteils Bechen

1224 - Erste Erwähnung des Gemeindeteils Dürscheid

1308 - Erste urkundliche Erwähnung von Kürten: Der Liber Valoris verzeichnet den Ort „Curtine“ als Standort für eine Kirche.

um 1300 - Die Grafen (und späteren Herzöge) von Berg führen eine Ämterverfassung ein, die 500 Jahre lang Gültigkeit hat und erst 1808 durch Napoleon aufgehoben wird. Dabei untersteht Kürten durchgängig dem Amt Steinbach.

1363 - 6. September: Erstmals erscheinen schriftliche Belege für die Ämter der Grafschaft Berg. In der Urkunde sind dem Amt Steinbach die Orte Wipperfeld, Bechen, Kürten, Olpe, Lindlar, Overath, Engelskirchen, Hohkeppel und Wipperfürth zugeordnet.

1555 - Hinweis auf das alte Siegel der Kürtener „Landgeding“ (Landgericht).

1699 - Kürten ist Standort einer Gerichtsbarkeit (Landgericht / Hofgericht; vgl. Ortnamensdeutung „Curtis“, vgl. mittelalterl. Beleg für „Curtine“). Hinweis auf Herrenhof mit Patronatsherrschaft und Schöffengericht, dem auch Biesfeld und Offermannsheide zugeordnet sind.

1739 - Wiederum Nachweise für die Zuordnung des Kirchspiels Kürten zum Amt Steinbach.

1806 - Kurfürst Max Joseph von Kurpfalz-Bayern tritt das Herzogtum Berg an Napoleon ab. 1808 wird ein Großherzogtum unter Joachim Murat gebildet und die Verwaltung reformiert (Mairies = Bürgermeistereien).

1815 - Kürten und Olpe werden dem Königreich Preußen zugeordnet.

1929 - Die Ämter Kürten (bestehend aus den Gemeinden Kürten und Bechen) und Olpe (bestehend aus den Gemeinden Olpe und Wipperfeld) werden zusammengelegt.

1946 - Das Amt Kürten wird Teil des neu gebildeten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Flüchtlinge aus ehemaligen deutschen Ostgebieten führen zu einem deutlichen Bevölkerungszuwachs.

1975 - Im Zuge der kommunalen Neugliederung werden die bisherige Gemeinde Kürten und wesentliche Teile der Gemeinden Bechen und Olpe zur neuen Gemeinde Kürten zusammengeschlossen (§ 11 Abs. 1 Köln-Gesetz). In die neue Gemeinde werden zudem Teile der damaligen Stadt Bensberg (u.a. Dürscheid) und kleinere Gebiete der (z.T. damaligen) Gemeinden Lindlar, Odenthal und Wipperfeld eingegliedert. Im Verlauf der Auflösung des Amtes Kürten wird der größte Teil des vormaligen Ortsgebiets von Wipperfeld Teil der Stadt Wipperfürth.

2000 - Die Aufbauleistungen in allen Regionen der Bundesrepublik Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eröffnen auch in Kürten bis in die 1990er Jahre einen vergleichsweise ungeahnten infrastrukturellen und wirtschaftlichen Aufschwung, begleitet von einem Bevölkerungszuwachs von knapp 4.000 Menschen in der Nachkriegszeit bis über 20.000 Bürgerinnen und Bürger im Jahre 2000. Im Gegenzug zeigen sich seit der Jahrtausendwende mit den immer knapper werdenden Mitteln der öffentlichen Haushalte die Zeichen eines Wachstumsrückgangs.

2008 - Der Hauptort Kürten feiert das 700-Jahres-Jubiläum seiner Ersterwähnung als CURTINE im Liber Valoris (1308).

[Bearbeiten] Politik

Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2004 Ulrich Iwanow (BFB), die CDU erreichte 39,00 % (13 Sitze), die Bürger für Bürger BFB 26,75 % (9 Sitze), die SPD 14,75 % (5 Sitze), die FDP 13,14 % (5 Sitze) und Bündnis 90/Die Grünen 6,37 % ( 2 Sitze).

[Bearbeiten] Wirtschaft, Industrie und Infrastruktur

Der Zuzug zahlreicher Familien nach Kürten führte bis in die 1990er Jahren zu einem deutlichen Bevölkerungswachstum. Obwohl Kürten sich als Wohngemeinde etabliert hat und obwohl die meisten Menschen nicht in Kürten arbeiten, gab es doch Anreize für Gewerbetreibende, vorzugsweise für die Entwicklung von Handwerksbetrieben: mit einigen neu gegründeten Unternehmen sind Firmen insbesondere aus den Bereichen Bau, Holzverarbeitung sowie Fahrzeugtechnik vertreten. Die Anzahl der Fachgeschäfte und Einkaufsmärkte stieg zwar auch, aber angesichts der Zersiedelung der Gemeinde mit ihren vergleichbar großen Kirchdörfern ist noch immer keine flächendeckende Versorgung mit Geschäften erreicht.

Die Gemeinde Kürten bemüht sich um günstige Standortfaktoren für neue Industrieansiedlung; sie verfügt auch über einige Gewerbeflächen. Die bereits gewachsenen - und noch wachsenden - Gewerbegebiete finden sich in der Industriestraße (Kürten-Waldmühle) und in Herweg-Cliev (Kürten-Bechen, Richtung Herrscherthal). Ein besonderer Standort entwickelt sich derzeit in Unterossenbach: Hier fördert das NRW-Umweltministerium ein ökologisches Gewerbegebiet als landesweites Vorzeigeprojekt.

[Bearbeiten] Vereinsfestival

Unter dem Motto „Wir in Kürten“ begehen mehr als 50 Gruppen und Institutionen erstmals im Juni 2008 ihr Vereinsfestival. Bekannte und auch weniger bekannte Vereine, vom Sportclub bis zum Eine-Welt-Verein, von der Feuerwehr bis zum Deutschen Roten Kreuz, vom Schützen- bis zum Karnevalsverein, präsentieren auf dem Rathausplatz ihr Angebot. Eingeladen ist auch eine Delegation der italienischen Partnerkommune Rodengo Saiano.

[Bearbeiten] Splash-Bad

Mitte der neunziger Jahre leistete sich Kürten ein außerordentlich attraktives und großzügig dimensioniertes Freizeitbad, das „Splash“. Das Splash-Bad wurde in der Region gut angenommen. Weniger gut war die finanzielle Grundlage. Damit schien das Splash am Ende. Der Rat beschloss die Schließung zum 31. Juni 2006. Ein Investorenwettbewerb sollte die schöne Anlage wieder zu neuem Leben erwecken. Nach mehreren Anläufen gewann die Gemeinde einen ortsansässigen Investor. Am 20. Mai 2008 erfolgte die offizielle Wiedereröffnung des Splash-Bades als familienfreundliches Bürgerbad mit Solebecken, mit einem 33 Grad warmen Außenbecken und einer Rutschbahn. Vor allem an Berufstätige richtet sich das neue Konzept „Feierabendsauna“. Das Angebot ergänzt die „Mitternachtssauna“ am Freitagabend. Neu ist auch, das Gäste ab sofort kosmetische Gesichtspflege und Wellnessbehandlungen, Shiatsu, Reflexzonenmassage, Lymphdrainage und klassische Massage buchen können.

[Bearbeiten] Verkehrsanbindungen

Zwar liegt Kürten abseits der Hauptverkehrswege, aber der Ort befindet sich mitsamt seinen angegliederten Teilgemeinden inmitten des Bergischen Landes sehr zentral im Einzugsgebiet mehrerer Städte: So sind Bergisch Gladbach, Leverkusen, Wermelskirchen und Wipperfürth schnell zu erreichen. Auch Köln, Bonn, Düsseldorf, Solingen, Remscheid, Wuppertal und Gummersbach liegen in Reichweite. Zu den Bundesautobahnen A1, A3 und A4 gelangt man innerhalb von 15 bis 30 Minuten; mit öffentlichen Verkehrsmitteln beträgt die Fahrzeit beispielsweise nach Köln weniger als eine Stunde. Köln-Bonn ist der nächstgelegene Flughafen.

[Bearbeiten] Straßenverkehr

[Bearbeiten] Eisenbahn

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Bergisch Gladbach. Von dort führt die S-Bahn Linie S11 via Köln Hauptbahnhof nach Neuss und Düsseldorf.

[Bearbeiten] Busverbindungen

Darüber hinaus existieren zahlreiche Buslinien, die ausschließlich an Schultagen verkehren und dem Schülerverkehr dienen.

[Bearbeiten] Bildung, Erziehung, kulturelle Einrichtungen

[Bearbeiten] Kirchengemeinden, religiöse Gemeinschaften

Angegliedert sind vier katholische öffentliche Büchereien.

[Bearbeiten] Jugend und Erziehung

Kürten verfügt über elf kirchliche, kommunale und private Kindergärten, über fünf Grundschulen, eine Gesamtschule und eine private Ersatzschule für Erziehungshilfe bzw. Kinderdorf („Die gute Hand“) in Biesfeld. Hinzu kommen sieben Jugendzentren.

Schulen im Gemeindegebiet:

Zielorte für Schülerinnen und Schüler der Gemeinde, die weiterführende Schulen besuchen, sind darüber hinaus Herkenrath, Lindlar, Wipperfürth oder Bergisch Gladbach. Die nächstliegenden berufsbildenden Schulen befinden sich in Bergisch Gladbach und in Wipperfürth.

[Bearbeiten] Kultur und Bildung

Im Jahre 2002 gibt es in Kürten 21 kirchliche und außerkirchliche Chöre und Musikvereine, 17 Sportvereine, drei Schützenvereine und drei Karnevalsvereine. Darüber hinaus existieren noch über ein Dutzend weiterer offizieller Vereinigungen, Verbände, Interessengemeinschaften und soziale Organisationen.

[Bearbeiten] Karneval

Kürten liegt im Einzugsbereich der rheinischen Karnevalshochburg Köln. Folgerichtig finden in Kürten bzw. in den angegliederten Kirchdörfern, insbesondere in Bechen, Dürscheid und in der Kürtener Sülztalhalle, während der fünften Jahreszeit zahlreiche karnevalistische Aktivitäten statt mit närrischen Sitzungen, Dreigestirn und Umzügen.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die in Kürten zur Welt kamen oder aufwuchsen:

Persönlichkeiten, die in Kürten viele Jahre ihres Lebens verbracht haben:

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Kürten – Bilder, Videos und Audiodateien

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