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Johannes Hesse

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Carl Otto Johannes Hesse (* 2. Juni 1847 in Weißenstein/Paide, Estland; † 8. März 1916 in Korntal, Baden-Württemberg) war ev. Missionar und Leiter des Calwer Verlagsvereins. Er war der Vater des Schriftstellers Hermann Hesse.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Johannes Hesse wurde als fünftes Kind des deutschbaltischen Arztes Carl Hermann Hesse (* 16. Februar 1802 Dorpat; † 8. November 1896 Weißenstein) geboren.

Nach Absolvierung der Ritter- und Domschule zu Reval (Tallinn) wurde er in Basel zum Missionar ausgebildet (Basler Mission) und ging 1869 nach Indien. Da er sich als dem tropischen Klima nicht gewachsen erwies, musste er bereits 1873 wieder nach Deutschland zurückkehren. Seine Heimat Estland besuchte er zur Kräftigung und Erholung.

Am 22. November 1874 heiratete er in Calw Marie Gundert (Tochter des Missionars Hermann Gundert), die nach gut 25 Jahren Ehe im selben Jahr wie sein eigener Vater starb. Das zweite von sechs gemeinsamen Kindern war der spätere Schriftsteller Hermann Hesse.

Nachdem er von seinem Schwiegervater im Calwer Missionsverlages eingearbeitet worden war, wurde er Leiter des Calwer Verlags und Herausgeber des Missionsmagazins in Basel. Er verfasste mehrere Bücher zur evangelischen Missionsarbeit.

1875 wurde er Onkel von Carl Immanuel Philipp Hesse.

Johannes Hesse blieb aufgrund seines stark verinnerlichten (Deutsch-)Baltentums sowohl in Calw wie auch in Basel immer ein Fremder. Er lebte ausgesprochen gerne in den Erinnerungen an die großen Zeiten seines Lebens in Estland und Indien. Vor allem von seiner Kindheit in Estland konnte er seinen Kindern nie genug erzählen: Das kraftstrotzende Leben in Weißenstein (estn. Paide) und auf den Landgütern ritterlich-großzügiger Balten, mit herrlichen Festen, Reisen per Planwagen und eindrückliche Erlebnisse an der Ostsee sowie auf den Inseln. Eine überaus heitere, paradiesische, bunte, lebensfrohe und lustige Welt kam da zum Vorschein.

Das eine oder andere damals typisch Baltische gab es auch in den Calwer und Basler Zeiten im Hause Hesse: einige Worte wie "Marulla" (so rief er seine kleine Tochter) und "Goggelmoggel" (mit Zucker schaumig geschlagenes Ei), einen Samowar, ein Bild vom Zaren Alexander und einige aus Estland stammende Spiele, wie insbesondere das österliche Eierrollen (es werden Süßigkeiten auf dem Boden der Wohnstube verteilt und jeder Spieler lässt sein hart gekochtes Osterei mittels eines schrägen Holzes, in dem sich eine leichte Führungsrinne befindet, über den Boden rollen: jede Süßigkeit, die das Ei eines Spieler berührt, gehört nun ihm).

[Bearbeiten] Einflüsse auf Hermann Hesse

Wenn Hermann Hesse sagte, dass er „das Beste von allem diesen beiden (den Eltern) zu danken habe“, dann wird oft nur auf das geschaut, was Hermann Hesse gerade nicht annehmen konnte: das „pietistische Elternhaus“.

Die tiefer liegenden menschlichen Qualitäten seines Vaters Johannes Hesse, die für Hermann „das Beste von allem“ darstellten, und die mit dazu beitrugen wie heute sein Werk in aller Welt wirkt, haben ihre kulturellen Wurzeln womöglich eher im estnischen Deutschbaltentum des 19. Jahrhunderts mit seiner speziellen Natur-, Menschen- und Heimatliebe, als vom Pietismus.

Der Onkel Hermann aus dem Buch Mein Onkel Hermann (Monika Hunnius) war ein ungewöhnlich lebensfroher Arzt (und Vater von Johannes Hesse). Im Geleitwort des Buches äußert Hermann Hesse u.a.: „...die schönsten Geschichten, die ich als Kind gehört habe, waren die, die mein Vater uns von ihm (dem Großvater) und von seiner Heimat Weißenstein erzählte. Ich habe den Großvater, sein Städtchen und sein Haus, seinen Garten mit dem Ahorn (...) nie mit eigenen Augen gesehen, aber ich kenne sie genauer als viele Städte und Länder, die ich wirklich gesehen habe. (...so) ist dieser prachtvolle Großvater mir stets ein nah vertrauter Mensch gewesen. (...) ein seltener, strahlender und guter Mensch, wie es auch damals wenige gab.“

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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