aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Johann Christoph Gatterer (* 13. Juli 1727 in Lichtenau bei Nürnberg; † 5. April 1799 in Göttingen) war ein deutscher Historiker.
Gatterer studierte seit 1747 in Altdorf bei Nürnberg Theologie, Orientalistik, Philosophie und Mathematik und wurde 1752 Lehrer der Geographie und Historie am Gymnasium in Nürnberg, 1756 zusätzlich Professor der Reichsgeschichte und Diplomatik am dortigen Auditorium Aegidianum. 1759 folgte er einem Ruf als Professor der Geschichte nach Göttingen, gründete 1764 die „Historische Akademie“, seit 1766 „Historisches Institut“, vor allem zur Edition mittelalterlicher Geschichtsquellen, und war maßgeblich an der Herausgabe wissenschaftlicher Zeitschriften beteiligt.
Gatterer etablierte die historischen Hilfswissenschaften, vor allem Genealogie und Diplomatik an den deutschen Universitäten und verfasste zahlreiche grundlegende Werke über einzelne Disziplinen sowie historische Abrisse. Er erwarb sich erhebliche Verdienste um die Universalgeschichte und die historischen Hilfswissenschaften.
Gatterer war der Vater der Dichterin Philippine Engelhard.
- Wichtigstes Werk ist die Allgemeine historische Bibliothek von Mitgliedern des Königlichen Instituts der historischen Wissenschaften zu Göttingen. Hrsg. v. J.Ch. Gatterer. Bd. 1-4, 7-8, 11-16 (v. 16) in 6. Halle, Gebauer, 1767-71. Sie ist unterteilt in: Abhandlungen, sonderlich über d. histor. Kunst; Recensionen historischer Bücher, Landcharten, Wappen und Münzen; Historische Nachrichten und Fragen. Sie enthält u.a. folgende Beiträge, meist von Gatterer selbst verfasst: Beyträge zu einer Theorie d. Medaillen; Zufällige Gedanken über die teutsche Geschichte; Vergleichung d. alten u. neuen Geschichtsschreiber in Ansehung der Freymüthigkeit; Diplomatisches Responsum, d. Streit über König Heinrichs d. Finklers Grabmal, welches man vor kurzem in Quedlinburg gefunden haben will, betreffend, nebst denen dazugehörigen Aktenstücken u. Zeichnungen.
- Historia Genealogica Dominorum Holzschuherorum Ab Aspach Et Harlach In Thalheim Cet. Patriciae Gentis Tum Apud Norimbergenses Tum In Exteris Etiam Regionibus Toga Sagoque Illustris Ex Incorruptis Rerum Gestarum Monimentis Conquisita. – Nürnberg 1755
- Commentatio de Gunzone, Italo, qui saeculo X. obscuro in Germania pariter, atque in Italia eruditionis laude floruit, ad illustrandum huius aevi statum literarium / Qua orationem de difficultate artis diplomaticae d. 29 decembris A.R.S. 1756. inaugurandi cussa habendam rite indicit Iohannes Christophorus Gatterer. - Norimbergae: Fleischmann 1756. - 51 S.
- Oratio de artis diplomaticae difficultate, quum munus publici professoris capesseret, biduo ante exitum A. 1756 in auditorio publico, quod Norimbergae ad D. Aegidii est, habita, nunc vero in usum praelectionum publicarum edita, multisque observationibus locupletata. - Norimbergae: Fleischmann 1757. - 56 S.
- Elementa artis diplomaticae universalis. Bb 1. (mehr nicht erschienen). XVI, 391 S. Gottingae: Vandenhoeck 1765
- Johann Christoph Gatterers Abriß der Chronologie. Göttingen: Dieterich 1777. - 288 S.
- Commentatio diplomatica de methodo aetatis codicum manuscriptorum definiendae / Lecta d. 18. nov. 1786. In: Commentationes Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis antiquiores. 8. 1785/86. S. 85-121
- Abriss der Universalhistorie nach ihrem gesamten Umfange von Erschaffung der Erde bis auf unsere Zeiten erste Hälfte nebst einer vorläufigen Einleitung von der Historie überhaupt und der Universalhistorie insbesonderheit wie auch von den bisher gehörigen Schriftstellern. Göttingen im Verlag der Wittwe Vandenböck 1765. 732 S.
- Johann Christoph Gatterer: Einleitung in die synchronistische Universalhistorie zur Erläuterung seiner synchronistischen Tabellen. 2 Bände. Göttingen, Im Verlag der Wittwe Vandenhoek, 1771.
- Johann Christoph Gatterers Abriß der Genealogie. - Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1788. - [4] Bl., 159 S.
- Abriss der Diplomatik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1798. - 374 S., 12 Taf.
- Johann Christoph Gatterer's Praktische Diplomatik: nebst 15, gröstentheils in Kupfer gestochenen Tafeln. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1799. - VI, 259 S.
- Nähere Nachricht von der neuen Ausgabe der gleichzeitigen Schriftsteller über die deutsche Geschichte. In: Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 1 (1819/20), S. 203-225
[Bearbeiten] Johann-Christoph-Gatterer-Medaille
1954 stiftete die Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Göttingen e.V. (GHGG) zur Erinnerung an den Göttinger Historiker und Begründer der wissenschaftlichen Genealogie diese Ehrung. Die Medaille, entworfen vom Göttinger Verleger und Heraldiker Heinz Reise, wurde seitdem für wissenschaftliche Verdienste auf dem Gebiete der Genealogie und Heraldik in Silber und für organisatorische Leistungen in Bronze an mehr als 40 Persönlichkeiten verliehen. Die Verleihung, früher von der GHGG nach Vorschlag eines Fachgremiums vorgenommen, erfolgt seit 1995 durch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e.V. (DAGV), so ist der Auszeichnung ein größeres Gewicht gegeben. Sie soll jeweils auf dem auf der Verleihungsentscheidung folgenden Genealogen-Tag verliehen werden.
[Bearbeiten] Ruhmeshalle in München
Ein Büste des Johann Christoph Gatterer fand Aufstellung in der Ruhmeshalle in München. Die Büste wurde 1944 zerstört und bislang nicht restauriert oder nachgebildet. Heute erinnert eine Gedenktafel daran.
Johann Christoph Gatterer - Artikel des Tages
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre
face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
Femme russe Johann Christoph Gatterer - In den Nachrichten
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."