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Jan Philipp Reemtsma

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Jan Philipp Fürchtegott Reemtsma (* 26. November 1952 in Bonn) ist ein deutscher Philologe, Literaturwissenschaftler, Essayist, politischer Publizist, Mäzen und lehrte bis 2007 als Professor Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Außerdem ist der Multimillionär, Inaugurator und Vorstand der Arno Schmidt Stiftung, Stifter und Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung (HIS) sowie der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Jan Philipp Reemtsma ist der Sohn des Unternehmers Philipp Fürchtegott Reemtsma. Er studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg. Nach Erreichen des 26. Lebensjahres durfte er laut Testament über sein Erbe verfügen. Seine Anteile an der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH verkaufte er sogleich. Seit 1980 hat Reemtsma demnach keine Verbindungen mehr zur Firma. Er widmet sich der Literatur und Wissenschaft und ist ein bedeutender Mäzen für kulturelle, wissenschaftliche und politische Initiativen.

Um dem herzkranken Dichter Arno Schmidt Unabhängigkeit zu gewährleisten, bot Reemtsma ihm 1977 den damaligen Wert eines Nobelpreises in Höhe von 350.000 DM als Unterstützung an. Zwei Jahre nach dessen Tod ermöglichte er 1981 die Gründung der „Arno Schmidt Stiftung“, deren alleiniger Vorstand er seit 1983 ist. Er ist zudem Mitherausgeber der „Bargfelder Ausgabe“ des Gesamtwerks von Arno Schmidt und zahlreicher Werkausgaben Christoph Martin Wielands. In zahlreichen öffentlichen Lesungen trägt er seither aus deren Werken vor.

1984 gründete er das „Hamburger Institut für Sozialforschung“ (HIS), das er seit 1990 als Vorstand leitet. Dieses Institut hat etwa 60 Mitarbeiter, gibt die Zeitschrift Mittelweg 36 heraus und finanziert sich aus dem Stiftungsvermögen. In der breiten Öffentlichkeit wurde es vor allem durch zwei kontrovers diskutierte Wehrmachtsausstellungen bekannt, die den Verbrechen der Wehrmacht gegen die Sowjetunion und auf dem Balkan gewidmet waren. Der polnische Historiker Bogdan Musial und der ungarische Historiker Krisztián Ungváry wiesen Fehler bei der Zuordnung mehrerer ausgestellter Fotos nach. Das Institut kam durch gegen Musial und Andere angestrengte Prozesse in den Verdacht, Kritiker mundtot machen zu wollen.[1] Die Ausstellung wurde nach dem Nachweis, dass etwa 20 der mehr als 1400 Fotos nicht Verbrechen der Wehrmacht, sondern Opfer Anderer zeigten, im November 1999 zurückgezogen und neu konzipiert.[2]

Desgleichen gründete er 1984 die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und förderte als ihr Vorstand zahlreiche Editionen, unter anderem von Theodor W. Adorno, Jean Améry und Walter Benjamin.

Vom 25. März bis zum 26. April 1996 war er Opfer der so genannten Reemtsma-Entführung. Seine Verschleppung, Gefangenschaft und Befreiung hat er im Buch Im Keller geschildert und reflektiert. Es gelang ihm danach, den Entführer in Südamerika durch von ihm beauftragte Ermittler ausfindig zu machen und so der Strafjustiz zu übergeben.

Von 1996 bis 2007 lehrte er als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Im Jahr 1999 hatte er die Mercator-Professur an der Universität Duisburg-Essen inne.

Für Jürgen Habermas hielt er 2001 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels die Laudatio, desgleichen am 25. Oktober 2003 die Laudatio für Alexander Kluge anlässlich der Darmstädter Verleihung des Georg-Büchner-Preises an diesen.

Jan Philipp Reemtsma war maßgeblich an der Wiederherstellung von Wielands bei Weimar gelegenem und lange vernachlässigtem Gut Oßmannstedt beteiligt, das am 25. Juni 2005 als Museum und Forschungsdomizil neu eröffnet wurde.

Am 14. Mai 2008 wurde Jan Philipp Reemtsma mit der zum ersten Mal vergebenen Ferdinand-Tönnies-Medaille der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ausgezeichnet. Die Laudatio wurde von dem Soziologen Lars Clausen gehalten.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Nach hanseatischer Tradition lehnte Reemtsma die Annahme des ihm verliehenen Bundesverdienstkreuzes ab (→Hanseaten und Auszeichnungen).

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Filme

[Bearbeiten] Quellen

  1. J. Ph. Reemtsma: Zwei Ausstellungen – Eine Bilanz
  2. Vgl. dazu den Bericht der untersuchenden Historikerkomission.
  3. über den Dokumentarfilm Der unbekannte Soldat von Michael Verhoeven

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Allgemein

[Bearbeiten] Interviews und Aufsätze

[Bearbeiten] Siehe auch

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