Outils :Vous avez un site web ? Un blog ?
Technorati reactions rencontre |
Der Jakobusbrief ist einer der katholischen Briefe des Neuen Testaments.
Ein ebenfalls als Brief des Jakobus bezeichneter apokrypher Text ist Teil der als Nag-Hammadi-Schriften bekannten Sammlung gnostischer Texte (NHC I,2).
Inhaltsverzeichnis |
Weil der Brief selbst nur sehr wenige verwertbare Angaben enthält, sind Autorschaft und Entstehungszeit innerhalb der christlichen Bibelwissenschaft umstritten. Vor allem zwei Auffassungen werden vertreten.
Der Verfasser nennt sich Jakobus, ein Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus. Da weitere Namenszusätze oder Selbstbeschreibungen fehlen, hat dieser Jakobus keinerlei weitere Einführung gebraucht. Jakobus der Ältere, ein Begleiter Jesu, hätte sich wahrscheinlich als Apostel zu erkennen gegeben; Jakobus der Gerechte, der Bruder oder Cousin Jesu und zweite bedeutende Jakobus seiner Zeit wird daher traditionell als Verfasser angenommen. Konservative Autoren sehen das durch äußere und innere Hinweise bestätigt.
Eine Autorschaft durch Jakobus den Gerechten bedingt ein Entstehungsdatum vor dessen Tod im Jahre 62, der unabhängig von Josephus und Eusebius von Caesarea überliefert ist. Damit wäre der Jakobusbrief eine der ältesten Schriften im Neuen Testament. Inhaltlich wird diese Datierung durch eine starke Verwurzelung in jüdischen Traditionen gestützt. Am ehesten müsste der Brief dann vor dem Apostelkonzil (ca. 48 n. Chr.) entstanden sein, weil das dort verhandelte Thema der Aufnahme von Christen nicht-jüdischer Tradition (Heidenchristen) im Jakobusbrief keine Rolle spielt (s.u.).
Historisch-kritische Theologen halten den Jakobusbrief überwiegend für eine späte pseudepigraphische Schrift. Der Autor nannte sich in diesem Falle entweder Jakobus, um dem Brief dessen Autorität zu geben, oder weil der Verfasser sich als in der theologischen Schule des Jakobus stehend verstand. Denkbar ist auch die völlige Unabhängigkeit von den beiden genannten Namensträgern, da Jakobus als latinisierte Form des Namens Jakov auf den alttestamentlichen Stammvater verweist und im Judentum keine Seltenheit hatte.
Als Gründe gegen die Autorschaft des „Herrenbruders“ Jakobus werden genannt:
Die Mehrheit der Autoren, die den Jakobusbrief als pseudepigraphisch ansehen, datieren ihn um 100 n. Chr. Das älteste erhaltene Zitat des Jakobusbriefes findet sich im 3. Jahrhundert bei Origenes.
In den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche wurde die Authentizität des Jakobusbriefes unter anderem von Theodor von Mopsuestia bezweifelt. Er ist auch im Muratorischen Kanon nicht enthalten. In den westlichen Kirchen wurde er lange nicht verwendet, so dass Eusebius ihn in seiner Kirchengeschichte (3,25; 2,23) unter die umstrittenen Schriften zählte. Athanasius von Alexandria nahm den Jakobusbrief allerdings in seinen Kanon der heute akzeptierten neutestamentlichen Schriften auf, und seit dem 4. Jahrhundert ist der Brief akzeptierter Teil des Kanons fast aller christlichen Kirchen (Ausnahme: syrisch-orthodoxe Kirche).
Martin Luther jedoch stellte die Kanonizität des Jakobusbriefes in Frage, weil diese Schrift nach seinem Verständnis den Werken anstelle des Glaubens die Rechtfertigung zuschreibt (s. WA DB 7, 384). Das ist auch der Grund, warum er die ursprüngliche Reihenfolge der neutestamentlichen Bücher änderte und den Jakobusbrief (mit dem Hebräerbrief) „nach hinten“ verschob.
Der Brief richtet sich an „die zwölf Stämme in der Zerstreuung“ (Jak 1,1 EU), eine traditionell jüdische Ausdrucksweise aus der Zeit des zweiten Tempels. Mehrfach wird darin die grundlegende Bedeutung des „Gesetzes“ betont (Jak 1,25 EU; 2,10 EU). Dieses Gesetz wird weitgehend als das jüdische Gesetz, die Tora, verstanden. Hier, und auch im weiteren Verlauf des Briefs wird deutlich (Synagoge anstelle von Ekklesia, Jak 2,2 EU; Abrahams Bezeichnung als „unser Vater“, Jak 2,21 EU), dass Schreiber und Adressaten in jüdischer Tradition stehen. Daneben finden sich in den ethischen Ermahnungen Parallelen zum jüdischen Tractate Avot.
Gleichzeitig ist jedoch ersichtlich, dass es sich bei den Adressaten um Christen handelt (Jak 2,1 EU; 5,7 EU).
Der Schreiber betont die Bedeutung einer einwandfreien Lebensführung. Er verurteilt eine formelle Frömmigkeit, die sich im Befolgen von Zeremonien erschöpft, und setzt dieser eine innere Reinheit entgegen (Jak 1,27 EU). Weiter spricht er sich gegen Falschheit (3,2–12 EU), Eigenlob (4,16 EU) sowie Habgier und Unterdrückung der Armen aus.
Eine der wichtigen Lehren des Briefes ist Geduld in der Versuchung (1,2 EU), in guten Taten (1,22-25 EU), wenn provoziert (3,17 EU), wenn unterdrückt (5,7 EU) oder verfolgt (5,10 EU) wird. Die Geduld werde belohnt werden, wenn Jesus bei seiner Wiederkunft ein gerechtes Urteil sprechen wird (5,8 EU).
Schon früh wurde von christlichen Kommentatoren erkannt, dass der Jakobusbrief stellenweise in Wortlaut und Theologie Briefen des Paulus entgegensteht (Römerbrief, Galaterbrief). Martin Luther empfand diesen Gegensatz so schwerwiegend, dass er die Aufnahme des Jakobusbriefs, in seinen Worten eine stroherne Epistel, in den neutestamentlichen Kanon hinterfragte und den Jakobusbrief vor dem Judasbrief und der Offenbarung fast ans Ende des Neuen Testaments platzierte. Dort findet er sich im Gegensatz zu beinahe allen anderen Bibelübersetzungen auch noch in der revidierten Luther-Bibel von 1984.
Die relevanten Verse sind Jak 2,14–20 EU sowie 2,24 EU, wo Jakobus die Bedeutung guter Taten zur Heilsgewinnung betont und einen Glauben ohne entsprechende Handlungen ablehnt. Dagegen betont Paulus im Römerbrief (3,27–28 EU), dass der Glauben unabhängig von der Befolgung der Gesetze und unabhängig von guten Handlungen wesentlicher sei. Die Bedeutung des Glaubens an Jesus Christus wird ebenfalls im Galaterbrief (2,16 EU) ausdrücklich hervorgehoben. Paulus stellt an anderer Stelle allerdings auch die aus dem Glaubens sich ergebenden ethischen Folgen dar. Es ist weiter interessant, dass beide Briefe sich auf das Beispiel des jüdischen Stammvaters Abraham berufen (Gen 15,6 EU), um ihre Sichtweise zu begründen (Jak 2,21–23 EU; Röm 4,2–3 EU).
Der Gegensatz dieser beiden Positionen lässt sich auf die Extrempositionen „Ein Glaube ohne Taten ist wertlos“ (Jakobus) und „Der Glaube alleine bringt das Heil“ (Paulus) zuspitzen.
Eine Reihe christlicher Kommentatoren lösen diesen Widerspruch, indem sie beide Darstellungen als zwei Seiten der Rechtfertigung des Sünders vor Gott darstellen. Paulus betont in dieser Sichtweise die auch durch Taten nicht verdienbare Gnade Gottes, die als Glaube geschenkt wird, während Jakobus den gottgemäßen Lebensstil (Heiligung) betont, der eine natürliche Folge des Glaubens ist.
Eine alternative Lösung besteht darin, dass Jakobus die Rechtfertigung des Christen vor anderen Menschen im Auge hat, während Paulus den Menschen vor Gott gerechtfertigt sehen will. Man verweist auch (so z. B. der Kommentar der Einheitsübersetzung) darauf, daß Paulus von Werken des (jüdischen) Gesetzes, Jakobus aber von Taten der Nächstenliebe gesprochen habe, die auch Paulus für notwendigen Ausdruck des Glaubens halte (Gal 5,6: es kommt darauf an, „den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“)
Skeptiker sehen den Brief dagegen als Zeugnis einer Spannung in der frühen Kirche zwischen ursprünglich jüdischen und ursprünglich nicht-jüdischen (heidnischen) Christen. Während Jakobus der Einhaltung des jüdischen Gesetzes Vorrang gebe, entwickele Paulus eine Theologie der Rechtfertigung vor Gott, die den Glauben voranstelle. Ein vergleichbarer Konflikt findet sich auch in der Apostelgeschichte, wo die Einhaltung der jüdischen Gesetze durch heidnische Christen zur Diskussion stand. Auch hier findet sich eine Auseinandersetzung zwischen Jakobus (stellvertretend für die Jerusalemer Kirche) und Paulus (stellvertretend für die Heidenchristen), die auf dem Apostelkonzil zu Gunsten der paulinischen Position entschieden wurde.
Wieder andere Kommentatoren verweisen darauf, dass Jakobus und die von ihm angesprochenen Gemeinden die entsprechenden Passagen von Paulus wohl gekannt haben müssen, da diese sehr genau aufgenommen werden. Jakobus reagiert nach diesem Verständnis auf den Missbrauch der Rechtfertigungslehre durch Gemeinden, die den sozialen Anspruch des Evangeliums unter verkürzter Berufung auf Paulus ignorieren.
| 1,1 | Gruß EU |
| 1,2-18 | Bewährung in der Versuchung EU |
| 1,19-27 | Täter des Wortes, nicht nur Hörer EU |
| 2,1-13 | Die Sünde der Voreingenommenheit EU |
| 2,14-26 | Glaube und Werke EU |
| 3,1-12 | Die Sünden der Zunge EU |
| 3,13-18 | Die Weisheit von oben und von unten EU |
| 4,1-10 | Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft mit Gott EU |
| 4,11-17 | Demut; die Sünde des Selbstruhms EU |
| 5,1-6 | Das Gericht über die Reichen EU |
| 5,7-11 | Geduldiges Ausharren EU |
| 5,12 | Nicht schwören EU |
| 5,13-18 | Gebet für die Kranken; Macht der Fürbitte EU |
| 5,19-20 | Die Abkehr des Sünders von seinem Irrweg EU |
Die überlieferte Wendung sub conditione jacobi (unter der Bedingung des Jakobus, in Briefen abgekürzt s.c.j.) bezieht sich auf Jak. 4,15: „So Gott will und wir leben“ (Jak 4,15 LUT). Mehrere der aktuellen Bibelübersetzungen formulieren „So Gott will, werden wir leben und ...“ (Beispielsweise: Jak 4,15 SLT)
Allgemein
Kommentare
Wirkungsgeschichte
Einzelstudien