Instinktverhalten bezeichnet innerhalb der "physiologischen Theorie der Instinktbewegung" eine angeborene komplexe Verhaltensweise, die aus gegeneinander abgrenzbaren Grundbausteinen des Verhaltens aufgebaut ist: den Instinktbewegungen; ein anderes Wort für Instinktbewegung ist Erbkoordination oder Fixed Action Pattern (FAP). Der englische Begriff wird aufgrund der historischen Belastung dem deutschen Begriff mittlerweile vorgezogen. Instinktbewegungen werden gemäß der erstmals 1937 von Konrad Lorenz formulierten Theorie durch einen Schlüsselreiz ausgelöst und können so lange ablaufen, wie eine innere Handlungsbereitschaft vorhanden ist.
Synonyme für Handlungsbereitschaft: Motivation, Trieb, Antrieb, Stimmung, Drang, Tendenz.
Instinktverhalten (genauer: eine Instinktbewegung) besteht nach Lorenz aus voneinander unabhängigen Teilelementen, und zwar aus dem angeborenen Erkennen einer auslösenden Situation (vergl. Schlüsselreiz), einem Aktivierungsmechanismus (dem Angeborenen Auslösemechanismus), einer Bewegungskomponente und einem spezifischen inneren Antrieb für die Bewegungskomponente (von Lorenz eingeführt unter der Bezeichnung aktionsspezifische Erregung).
Das Verhalten muss vier Kriterien erfüllen, um als angeboren und damit als Instinktverhalten zu gelten:
Es muss
Häufig finden sich bei einem vollständig ablaufenden Instinktverhalten drei Phasen:
Die "Kontrolle" durch die Handlungsbereitschaft ermöglicht einen Abbruch des ursprünglichen Verhaltens und den Übergang zu einem anderen Verhalten, wenn sich die inneren oder äußeren Bedingungen ändern. Beispiel: Ein Vogel auf Nahrungssuche wird diese unterbrechen, wenn er von einer Katze bedroht wird.
Instinktbewegungen können der Theorie zufolge mit sehr unterschiedlicher Stärke auftreten: von ihrer vollen Ausprägung bis hin zu bloß angedeuteten Bewegungen, die als Intentionsbewegungen aufgefasst werden. Auch werden von den Vertretern der Instinkttheorie Bewegungsmuster höchst unterschiedlicher Komplexität als Instinktbewegungen bezeichnet: bei Vögeln zum Beispiel sowohl Kratz- und Pickbewegungen als auch so komplizierte Bewegungsabfolgen wie das Schlingen eines Knotens beim Nestbau mancher Vögel.
Das fortschrittliche und grundlegend neue an diesem Konzept war in den 1930er-Jahren, dass tierisches Verhalten weder als rein reaktiv angesehen wurde (wie von den klassischen Behavioristen) noch als Kette starrer Reflexe, sondern dass auch innere Zustandsänderungen - also die Spontaneität des Verhaltens - in Rechnung gestellt wurde. Ferner wurde der Blick besonders auf angeborenes, ererbtes Verhalten gerichtet und auf dessen Plastizität.
Heute spielt die Instinkttheorie in der Forschung kaum noch eine Rolle, da die Hirnforschung bislang keinerlei physiologische Entsprechung zur postulierten aktionsspezifischen Erregung auffinden konnte. Ob dies eher als Mangel der "physiologischen Theorie der Instinktbewegung" anzusehen oder auf noch bestehende experimentelle Unzulänglichkeiten der Hirnforschung zurückzuführen ist, kann derzeit nicht entschieden werden.
siehe auch: Reaktionskette, Instinkt, Ethologie, Verhaltensbiologie, Leerlaufhandlung, Übersprungbewegung
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."