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Informationsträger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Informationsträger im engeren Sinne ist alles, was von Lebewesen zur Übertragung oder Speicherung von Information genutzt werden kann. In der Kommunikation spricht man von Speichermedien. So kann man beispielsweise mehrere kleine Steine zum Abzählen benutzen.

Informationsträger im weiteren Sinn sind Dinge, die nur über sich selbst Auskunft geben. Dazu zählen beispielsweise Steine am Strand.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Von Menschen genutzte Informationsträger

Von Menschen nutzbare Information steckt in der Sprache, in der Schrift, in Büchern, auf Magnetbändern, auf Disketten, auf CDs und DVDs, in Zeitungen, im Rundfunk, im Fernsehen, in gemalten Bildern, in Fotos, in Verkehrszeichen, in der Farbe, in der Form, in der Temperatur, im Gesichtsausdruck, in der Telefonleitung, im Funkverkehr, im Erbgut, in den Nervenströmen, im Geschmack, im Geruch und in vielem anderen.

[Bearbeiten] Was kann als Informationsträger dienen?

Viele physikalische Systeme (Schallwellen, Elektromagnetische Wellen, Materiestruktur, Stoffkonzentrationen) können Information tragen.

Man kann Informationsträger unterscheiden in "flüchtige" (beispielsweise Funkwellen) oder dauerhafte (siehe Permanentspeichermedium).

Information gibt es nur in Systemen, die mehrere mögliche Zustände einnehmen können.

[Bearbeiten] Steckt in einem Stein Information?

Auch ein Stein kann Information tragen: in seiner Herkunft, in seiner chemischen Zusammensetzung, in Größe, Gewicht, Temperatur, in Form, Oberfläche, Farbe etc. Auch seine Lage beispielsweise in einem Bachbett kann Information sein, über geologische Vorgänge der Vergangenheit.

[Bearbeiten] Wo findet man offensichtlich keine Information?

Völlige Abwesenheit von Information kann eigentlich nur im Zustand totaler Unordnung oder Ordnung (maximale oder minimale Entropie) entstehen. Wenn alles gleichförmig ist, können auch keine Unterschiede wahrgenommen werden.

Im Vakuum, das heißt im luftleeren Raum, ist keine Information zu finden, die auf Luft als Träger basiert (beispielsweise Schall, Temperatur). Aber schon in der äußeren Form, die das Vakuum begrenzt, findet sich Information. Auch können physikalische Felder ein Vakuum durchkreuzen. In diesen Feldern steckt dann potenzielle Information. In der allgemeinen Relativitätstheorie kann der leere Raum (also das Vakuum) gekrümmt sein, und daher auch ohne materiellen Inhalt Information enthalten (beispielsweise in Form von Gravitationswellen).

Von der Seite des Informationsempfängers gesehen, findet man dort keine Information, wo man den Informationsträger nicht wahrnehmen kann.

Allerdings kann die Abwesenheit von Information selbst eine Information darstellen. Zum Beispiel kann die Tatsache, dass ein Hohlraum evakuiert ist, die Information beinhalten, dass die Vakuumpumpe funktioniert, ansonsten wäre der Hohlraum noch immer mit Luft gefüllt.

[Bearbeiten] Information und Informationsträger

Ein zentrales Dogma der Informationstheorie lautet: Information ohne Informationsträger gibt es nicht. Dieses Dogma wird von den meisten Wissenschaftlern als gültig angesehen, ist aber bisher weder bewiesen noch widerlegt.

Der Soziologe Niklas Luhmann hat die Unterscheidung Medium/Form als Ersatz für die Unterscheidung Informationsträger/Information vorgeschlagen. Dann kann man die Informationsträger ihrerseits in formalisierte (d. h. selbst zur Form gemachte) und nicht-formalisierte Medien unterscheiden.

Ein nicht-formalisiertes Medium wäre Erde, aus der man etwas formt. Ein formalisiertes Medium wäre dagegen ein Computer-Betriebssystem. Der Computer, auf dem es läuft, ist als Medium nur insoweit formalisiert, als er den Erwartungen entspricht. Jede Fehlfunktion würde enthüllen, dass er ein in Wirklichkeit ein nicht-formalisiertes Medium ist (vgl. Störfall).

Der äußerste Informationsträger ist also immer ein nicht-formalisiertes Medium mit ungewisser Funktion, das formalisierte Medien enthalten kann, die wiederum Formen enthalten: Ein Informationsträger für ein Bit muss die technische Anforderung erfüllen, einen klar erkennbaren Unterschied erhalten zu können. Dann wird er als Dimension mit zwei möglichen Werten brauchbar.

Eine Dimension als Informationsträger ist also ein formalisiertes Medium, und ihr Wert ist seine Form. Um eine Dimension zu verkörpern, braucht es allerdings konkrete Dinge oder Vorgänge, die nicht-formalisierte Medien sind, solange ihr Verhalten nicht vollumfänglich berechenbar ist. Die Konstanz oder Stabilität formalisierter Medien (wie Energie und Materie als Verallgemeinerungen konkreter Erscheinungen) muss stets vorausgesetzt werden. Dadurch werden die nicht-formalisierten Medien scheinbar zu formalisierten (vgl. Nominalismus, Induktionsproblem).

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