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Informationsmanagement

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Informationsmanagement wird in der Fachliteratur unterschiedlich definiert. Das dynamische Umfeld der informationstechnischen Entwicklung und die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (insbesondere die Wirtschaftsinformatik), die sich mit Informationsmanagement (genauer: Informations- und Kommunikationsmanagement), beschäftigen, sind der Grund dafür.

Strategisches Informationsmanagement im militärischen Kontext wird von Carsten Bockstette als Planen, Gestalten, Führen, Koordinieren, Einsetzen sowie Kontrollieren von Informationen als Mittel zur erfolgreichen Auftragserfüllung definiert. [1]

Strategisches Informationsmanagement im betriebswirtschaftlichen Kontext wird von verschiedenen Autoren als Planen, Gestalten, Überwachen und Steuern von Informationen und Kommunikation im Unternehmen zur Erreichung der strategischen Unternehmensziele bezeichnet.

Mit Informationsmanagement wird die Schnittmenge aus Führungsaufgaben und der als Informationsfunktion bezeichneten betrieblichen Funktion bezeichnet. Das Sachziel (Aufgabe) ist die Schaffung einer aufgabenorientierten Informationsverarbeitung und Kommunikation, sowie die Gewährleistung der Informations- und Kommunikationsfähigkeit der Unternehmung durch Entwicklung, Aufrechterhaltung und Betrieb der Informationsinfrastruktur. Der eigentlichen (Kern-)Informationsfunktion obliegt hierbei die Beantwortung der Frage "Wer" etwas zur Erreichung des Sachziels tun soll (Organisation, Outsourcing etc.). Im Rahmen der Informationsinfrastruktur wird die auf der Managementebene die Frage des "Was" beantwortet auf den Ebenen der Informationsresourcen, Informationssysteme und Informationstechnik.

Die Führungskraft des Informationsmanagements auf strategischer Ebene (Top Management) wird als Chief Information Officer (CIO) bezeichnet. Systematische Vorgehensweisen, genauer: Methoden, Techniken und Werkzeuge zur Bearbeitung der Aufgaben des Informationsmanagement werden unter der Bezeichnung Information Engineering subsumiert.

Die Grenzen zwischen Informationsmanagement, Kommunikationsmanagement, Wissensmanagement und Dokumentation sind nicht immer eindeutig zu ziehen. Im Unterschied zu Wissensmanagement befasst sich Informationsmanagement nicht mit individuellem und organisationalem Lernen. Ähnlich verhält es sich mit der Abgrenzung zwischen Informationsmanagement und Controlling und Kommunikationsmanagement. Die Aufgaben der genannten Bereiche weisen häufig Überschneidungen auf.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Modelle

Die einzelnen Modelle die in der Literatur vertreten werden, lassen sich in fünf Gruppen kategorisieren. Sie alle beschreiben die Tätigkeit des Managements von Informationssystemen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus.

[Bearbeiten] Informationsmanagement nach Stahlknecht, Hasenkamp

Unter dem Begriff Informationsmanagement verstehen Stahlknecht und Hasenkamp

Quelle: Peter Stahlknecht, Ulrich Hasenkamp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik. 11. Auflage Springer, Berlin - Heidelberg - New York 2005, S.437, ISBN 3-540-01183-8

[Bearbeiten] Informationsmanagement nach Krcmar

Informationsmanagement beinhaltet alle "(...) Managementaufgaben, die einerseits auf drei Ebenen (entsprechend den behandelten Objekten)

andererseits über die Ebenen hinweg als

realisiert werden müssen."

Dieses Konzept ist auch als Rahmenmodell von Helmut Krcmar bekannt.

[Bearbeiten] Informationsmanagement nach Mertens

[Bearbeiten] Informationsmanagement nach Heinrich

Informationsmanagement wird als "das Leitungshandeln (das Management) im Unternehmen in Bezug auf Information und Kommunikation" verstanden und umfasst "alle Führungsaufgaben, die sich mit Information und Kommunikation ... befassen". Die Gesamtheit der Aufgaben, die sich mit Information und Kommunikation befassen (Informations- und Kommunikationsaufgaben), wird als Informationsfunktion bezeichnet. Das Modell von Lutz J. Heinrich wird als leitungszentrierter Ansatz des Informationsmanagements bezeichnet.

Ziel des Informationsmanagements ist es, eine Informationsinfrastruktur aufzubauen und so zu gestalten und zu nutzen, dass eine optimale Unterstützung der Informationsfunktion ermöglicht und ein optimaler Beitrag zum Unternehmenserfolg geleistet wird.

Für die Umsetzung der Ziele werden Aufgaben des Informationsmanagements auf strategischer, administrativer und operativer Ebene definiert. Auf strategischer Ebene wird die Informationsinfrastruktur geplant, überwacht und gesteuert; auf administrativer Ebene erfolgen Planung, Überwachung und Steuerung für die Komponenten der Informationsinfrastruktur z. B. für Anwendungssysteme und Mitarbeiter. Die operative Ebene umfasst Aufgaben der Nutzung der Informationsinfrastruktur (Netzdienste, Wartung etc.).

Auf jeder Aufgabenebene werden zur Unterstützung der Aufgabenerfüllung Methoden, Techniken und Werkzeuge eingesetzt. Die Gesamtheit dieser Methoden, Techniken und Werkzeuge und ihre Anwendung zur unternehmensweiten Planung, Analyse, Entwurf und Umsetzung von Informationssystemen ist Information Engineering.

Quelle: Heinrich, Lutz J.: Informationsmanagement. Seit 1985 im Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München / Wien, 8. Aufl. 2005 (1. bis 3. und ab 8. Aufl. mit Ko-Autor). ISBN 3-486-57772-7

[Bearbeiten] Ansätze

[Bearbeiten] Ubiquitous Information Management

Ziel des Ubiquitous Information Management ist es, eine geeignete Informationsinfrastruktur aufzubauen und so zu managen und zu nutzen, dass eine optimale Unterstützung jeglicher Informationsfunktion der unterschiedlichen technischen und betriebswirtschaftlichen IT-Lösungen, an jedem Ort zu jeder Zeit, mit unterschiedlichen Zugangsmedien zu ermöglichen und ein optimalen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Diese Definition erweitert damit die Definition nach Heinrich um eine flächendeckende und allgegenwärtige Facette.

[Bearbeiten] Informationsressourcenmanagement

Informationsressourcenmanagement befasst sich mit der Nutzung, Planung und Steuerung von externen und internen Informationsressourcen innerhalb eines Unternehmens oder einer sonstigen Organisation. Information wird als Produktionsfaktor verstanden. Das Management hat hier die Aufgabe, die Verfügbarkeit der Produktionsfaktoren sicherzustellen und geeignete Betriebsmittel zur Deckung der Nachfrage nach Information bereit zu stellen. Dazu gehört auch die Schaffung und Pflege der inner- und außerbetrieblichen Einrichtungen zur Informationsversorgung.

[Bearbeiten] Persönliches Informationsmanagement

Der Betrachtungspunkt liegt hier auf dem Umgang mit Information am (persönlichen) Arbeitsplatz (engl.: Information Handling). Das Management unterstützt die individuelle Informationsverarbeitung durch Wahrnehmen operativer und administrativer Aufgaben.

[Bearbeiten] Prozessorientiertes Informationsmanagement

Bei diesem Ansatz wird die Unternehmensorganisation strategisch an den Geschäftsprozessen ausgerichtet, folglich wird auch die Informationsinfrastruktur auf die Unterstützung der Geschäftsprozesse hin angelegt. Das Management umfasst die Integration der Funktionsbereiche in die Informationsverarbeitung.

[Bearbeiten] Leitungszentriertes Informationsmanagement

Das Management handelt leitungsorientiert in Bezug auf Information und Kommunikation im Unternehmen. Umfasst werden dabei alle Führungsaufgaben, die sich mit Information und Kommunikation im Unternehmen und im Unternehmensumfeld befassen.

Dieser Ansatz wird vertreten von Heinrich, Lutz J.: Informationsmanagement. Seit 1985 im Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München / Wien, 8. Aufl. 2005, 9. Aufl. 2009 in Vorbereitung (1. bis 3. und ab 8. Aufl. mit Ko-Autor). ISBN der 8. Aufl. 3-486-57772-7

[Bearbeiten] Management von Information(en)

Aufgabe des Managements ist es, das informationswirtschaftliche Gleichgewicht im Unternehmen oder der Organisation sicherzustellen. Information wird als Produktionsfaktor verstanden, kann also hergestellt werden. Der Aufgabenbereich umfasst:

Die oben genannten Aufgaben sind eine grobe Beschreibung der Analyseaufgaben, strategischen Aufgaben, Realisierungsaufgaben und operativen Aufgaben des Informationsmanagements.

[Bearbeiten] Management von Informationssystemen

Das Management von Informationssystemen befasst sich mit dem Einsatz von Informationstechnik und -technologie zur Erfüllung und Unterstützung der betrieblichen Informationsaufgaben (siehe Abschnitt ´Management von Information´). Die Definition des Informationssystems ist wissenschaftlich noch umstritten, im Allgemeinen fasst man hier jedoch das (Anwendungssystem)+(Mensch)=(Informationssystem) zusammen. Als Anwendungsystem wird (Hardwaresystem)+(Softwaresystem)=(Anwendungsystem) verstanden. Der Aufgabenbereich umfasst

  1. (wirtschaftlich) Nach attraktiven Anwendungsbereichen der Informationstechnik und -technologie wird gesucht und weiterhin werden die für den Unternehmenserfolg kritischen Geschäftsbereiche identifiziert. Als Ergebnis werden Verbesserungsvorschläge und organisatorische Innovationen generiert, die mit geeigneter Informationstechnik und -technologie verknüpft werden.
  2. (wissenschaftlich) Nach attraktiven Anwendungsbereichen der Informationstechnik und -technologie wird gesucht und neue Nutzungsmöglichkeiten der Informationstechnik und -technologie werden identifiziert. Nach Bewertung der Nutzbarkeit der unterschiedlichen Techniken und Technologien können Einsatzbereiche erarbeitet werden.
  3. (anwendungsorientiert) Nach Einsatzmöglichkeiten der Informationstechnik und -technologie, die ein Verbesserung und/ oder Erweiterung der bestehenden Anwendungssysteme zur Folge haben, wird gesucht. Dabei werden Lücken und Schwächen bestehender Systeme aufgedeckt und geeignete Techniken und Technologien identifiziert, die bei dem jeweiligen Anwendungssystem eine Verbesserung bzw. Erweiterung bewirken.

[Bearbeiten] Strategische Aufgaben

Die strategischen Aufgaben des Informationsmanagements umfassen nach Lutz J. Heinrich: [2]

Die strategische Ebene der Aufgaben des Informationsmanagements sind in der Sichtweise von Information als strategischer Erfolgsfaktor begründet. Die strategische Ebene schafft die Voraussetzungen für die Gestaltung und Nutzung der Informationsinfrastruktur auf administrativer Ebene. Es wird folglich die Architektur der Informationsinfrastruktur festgelegt.

[Bearbeiten] Strategische Situationsanalyse

Die Situationsanalyse geht der Zielplanung voraus und umfasst die Bestimmung der Rollen der Informationsfunktion sowie die Ermittlung der inner- und außerbetrieblichen Bedingungen für die Umsetzung des Leistungspotenzials der Informationsfunktion. Man kann vier strategische Rollen für Informationsfunktionen unterscheiden:

  1. Unterstützung, das zukünftige und gegenwärtige Leistungspotential wird gering eingeschätzt. Der Stellenwert des Informationsmanagements im Unternehmen ist gering, es fallen in erster Linie operative Aufgaben an (Betrieb gegenwärtiger Informationssysteme).
  2. Durchbruch, das zukünftige Leistungspotential ist hoch einzuschätzen, bei gegenwärtig geringem Leistungspotential. Der Stellenwert des Informationsmanagements wird forciert, dadurch entstehen strategische und administrative Aufgaben (Aufbau einer leistungsfähigen Informationsinfrastruktur)
  3. Fabrik, der hohe Stellenwert des Informationsmanagements wird in Zukunft abgesenkt. Es fallen administrative Aufgaben zur Pflege und Weiterentwicklung vorhandener Informationssysteme an, operative Aufgaben bleiben bestehen
  4. Waffe, bei gegenwärtig hohem Stellenwert des Informationsmanagements, wird dieses weiter forciert. Es fallen Aufgaben aus allen Teilbereichen des Informationsmanagements an (strategisch, administrativ, operativ)

Die Strategische Situationsanalyse lässt sich in weitere Teilbereiche unterteilen, zum Beispiel in

Die einzelnen Prozesse der Analysen verlaufen analog. Zuerst werden die Faktoren bestimmt, die die Materie charakterisieren, dann wird der Ist-Zustand erhoben und dem Soll-Zustand gegenüber gestellt, nachdem dieser definiert wurde.

[Bearbeiten] Strategische Zielplanung

Die Strategische Zielplanung ist Voraussetzung für die Strategie-Entwicklung und die strategische Maßnahmenplanung. Ihr geht die Situationsanalyse voraus. Ziel der strategischen Zielplanung ist die Festlegung der Sach- und Formalziele im Unternehmen (strategische Ziele). Dies kann reagierend, agierend oder interagierend erfolgen. Folgende Punkte sind zu definieren:

Sind die obigen Punkte definiert, geht man in die Strategie-Entwicklung über.

[Bearbeiten] Strategieentwicklung

Die Strategieentwicklung legt die Art und Weise (Strategie) fest, nach der die strategischen Maßnahmen ergriffen werden sollen. Sie ist daher die Voraussetzung für die strategische Maßnahmenplanung. In die Entwicklung einbezogen werden die Komponenten und Eigenschaften der Informationsinfrastruktur sowie die Formalziele des Unternehmens. Ergebnis der Entwicklung sollte eine konsistente Strategie sein, die die Kultur und die Eigenschaften des Unternehmens einbezieht. Man klassifiziert Strategien

je nach Ihrer Ausprägung.

[Bearbeiten] Strategische Maßnahmenplanung

Aufgabe der strategischen IT-Planung ist es, den strategischen IT-Plan für die unternehmensweite, langfristige und die Wettbewerbsposition positiv beeinflussende Gestaltung der Informationsinfrastruktur zu erarbeiten. Dabei wird vom Ergebnis der strategischen Situationsanalyse und dem der strategischen Zielplanung unter Berücksichtigung der IT-Strategie ausgegangen. Die Maßnahmen zur Erreichung der strategischen IT-Ziele im Rahmen der IT-Strategie, also die strategischen Maßnahmen zur Gestaltung der Informationsinfrastruktur, werden entwickelt und die dafür erforderlichen Budgets geplant. Mit der strategischen Maßnahmenplanung wird der Aktionsspielraum (das Erfolgspotenzial) für die planbaren Erfolgsrealisierungen auf der administrativen und der operativen Ebene des Informationsmanagements geschaffen.

[Bearbeiten] Administrative Aufgaben

Administrative Aufgaben sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich mit einzelnen, aber wesentlichen Komponenten der Informationsinfrastruktur (z. B. Projekte, Personal, Datensystem) oder mit einzelnen, aber wesentlichen Eigenschaften der Informationsinfrastruktur (z. B. Schutz und Sicherheit) beschäftigen.

Zu den administrativen Aufgaben zählen:

[Bearbeiten] Operative Aufgaben

Neben den strategischen Aufgaben und administrative Aufgaben umfasst das Informationsmanagement weitere Aufgaben, die häufig als operative Aufgaben sowie teilweise als Analyseaufgaben oder Realisierungsaufgaben klassifiziert werden.

Zu den operativen Aufgaben zählen:

[Bearbeiten] Teilbereiche

[Bearbeiten] Ausbildung und Studium

Informationsmanagement wird mittlerweile an vielen Hochschulen als Wahlfach angeboten, häufig als Teilgebiet der Wirtschaftsinformatik. Demgegenüber ist das Angebot an vollwertigen Studiengängen bislang noch überschaubar.

Universitäre Bachelorstudiengänge (Abschluss jeweils Bachelor of Science):

Universitäre Masterstudiengänge (Abschluss jeweils Master of Science bzw. of Arts):

Universitäre, nicht-konsekutive Masterstudiengänge (berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium, Abschluss Master mit variierender Bezeichnung):

Universitäre Magisterstudiengänge (Abschluss jeweils M.A. - Magister Artium):


Darüber hinaus gibt es auch an Fachhochschulen entsprechende Studienangebote:

[Bearbeiten] Quellen

  1. Carsten Bockstette, Siegfried Quandt, Walter Jertz (Hg.) (2006) Strategisches Informations- und Kommunikationsmanagement. Handbuch der sicherheitspolitischen Kommunikation und Medienarbeit; Bernard & Graefe Verlag
  2. Lutz. J. Heinrich, Lutz J. HeinrichInformationsmanagement - Planung, Überwachung und Steuerung der Informationsinfrastruktur; Oldenbourg Wissenschaftsverlag

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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