Ignatius von Antiochien (frühes 2. Jh. n. Chr., Martyrium in den letzten Regierungsjahren des Kaisers Trajan (110-117); einzelne Forscher datieren aufgrund einer abweichenden Einschätzung der Echtheit der Ignatiusbriefe seine Lebenszeit auf Mitte 2. Jh. oder später) war Bischof von Antiochia. Seine genauen Lebensdaten und -umstände sind nicht bekannt. Er führte den Beinamen Theophoros, „der Gottesträger“ [1]. Sieben seiner Briefe sind als echt anerkannt. Er ist ein Zeuge für frühe dogmatische Festlegungen in der christlichen Kirche.
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Die wesentliche Quelle über Ignatius ist die Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea, die Anfang des 4. Jahrhunderts entstand. Gemäß Buch 3, Kapitel 22 und 36, Vers 15 folgte Ignatius Euodius von Antiochien im Amt des Bischofs von Antiochien; Ignatius' Nachfolger war Heros. Er war also 3. Patriarch und Bischof von Antiochien nach dem Apostelfürsten Petrus und Euodius von Antiochien. Nach Origenes († 254) war er der zweite Bischof nach Petrus in Antiochien.
Weiter berichtet Eusebius (Kirchengeschichte Buch 3, Kapitel 36), dass Ignatius in Antiochia zur Regierungszeit des römischen Kaisers Trajan (98-117 n. Chr.) verhaftet und nach Rom gebracht wurde. Dort sei er im Zirkus von Löwen zerrissen worden. Die überwiegende Mehrzahl der wissenschaftlichen Kommentatoren nimmt inzwischen den Märtyrertod des Ignatius in den letzten Jahren Trajans an (110-117 n. Chr.)[2] Adolf von Harnack lehnt die Datierung zur Regierungszeit Trajans ab und nimmt als Todesdatum das Jahr 138, d.h. zur Regierungszeit des Traianus Hadrianus Augustus (oder auch später) an. Für einzelne Forscher[3] ist eine Entstehung der Ignatianen vor 160 n. Chr. höchst unwahrscheinlich. Sie bestreiten deren Echtheit und vertreten eine Spätdatierung.
Insgesamt wird Ignatius nicht als Missionar angesehen, doch er soll durch seine Art und seinen Glauben auch viele Römer zum christlichen Glauben animiert haben.
Eusebius berichtet weiter, dass Ignatius auf seinem Transport durch Kleinasien mit mehreren Kirchenleitern zusammengetroffen sei und sie in ihrem Glauben ermutigt habe. Weiter habe er vor Irrlehren gewarnt und diese Warnungen auch in den sieben sogenannten Ignatianischen Briefen niedergeschrieben. Es handelt sich dabei um sechs Briefe an Kirchen in Ephesus, Magnesia (Brief des Ignatius an die Magnesier), Tralles, Rom, Philadelphia und Smyrna sowie einen Brief an Bischof Polykarp von Smyrna. Die ersten vier wurden in Smyrna verfasst, die letzten drei in Troas. Es existieren weitere, dem Ignatius zugeschriebene Briefe, die jedoch nicht echt sind.
Große Bedeutung besitzt Ignatius, weil er in seinen Briefen die besondere Stellung des Bischofs in der christlichen Gemeinde betont. Er ist deshalb ein wichtiger Gewährsmann für die Römisch-Katholische Kirche, die gemeinsam mit der östlichen Orthodoxie die Einsetzung des Bischofsamtes durch Christus selbst lehrt. Es gibt freilich aus der Zeit nach Ignatius noch Texte, die sich so deuten lassen, dass die Diakone und Presbyter mit dem Bischof gleichberechtigt waren. In seinen Briefen warnt Ignatius vor Irrlehren, namentlich vor judaisierenden Tendenzen und vor dem Doketismus.
Bedeutsam ist weiter, dass Ignatius als erster in der christlichen Literatur der Kirche das Adjektiv katholisch, das heißt universal zuordnet. Wo Christus ist, dort ist die katholische Kirche. (Brief an die Smyrnäer 8,2). In Antiochien in der damaligen Zeit neben Rom und Alexandrien eine der drei großen Metropolen des Römischen Reiches mit blühenden christlichen Gemeinden, nannte man die Jünger Jesu zum ersten Mal Christen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. (Apg 11,26 ELB).
Andere Berichte über Ignatius als jene des Eusebius sind deutlich späteren Datums und bieten keine gesicherten Informationen.
Die kirchliche Tradition sieht Ignatius als Schüler der Apostel Petrus und Johannes und rechnet ihn deshalb zu den apostolischen Vätern.
Die spätere Legende hat Ignatius mit dem kleinen Kind gleichgesetzt, das Jesus Christus in die Mitte der Jünger stellte, als er sie aufforderte, wie die Kinder zu werden. Vom Alter her wäre diese Identifizierung zwar möglich, allerdings entstand diese Tradition so spät (nach dem 4. Jahrhundert), dass sie keiner historische Überlieferung entsprechen kann. Ein angeblicher Augenzeugenbericht vom Märtyrertod des Ignatius gilt als Fälschung aus dem 4. oder 5. Jahrhundert. In den gleichen Zeitraum fällt auch die Entstehung von 13 gefälschten Ignatiusbriefen.
Ignatius wird in der orthodoxen und katholischen Kirche als Heiliger geehrt. Die Gedächtnistage sind der 17. Oktober in der katholischen, evangelischen, anglikanischen und syrischen Kirche; in der armenischen Kirche ist es der 17. Dezember, in der orthodoxen Kirche der 20. Dezember und in der koptischen Kirche der 3. Januar.
Alle Patriarchen von Antiochia - vor allem die syrisch-orthodoxen - tragen zu Ehren des hl. Ignatius von Antiochien den Namen Ignatius, griech. Ignatios, frz. Ignace.
Siehe auch Patriarchat von Antiochia
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ignatius von Antiochien |
| KURZBESCHREIBUNG | Bischof von Antiochia |
| STERBEDATUM | zwischen 110 und 117 |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."