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Kasem Schariatmadari

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Kasem Schariatmadari

Großajatollah Mohammad Kasem Schariatmadari (* 1905; † 1986), persisch: کاظم شريعتمداري , war vor der islamischen Revolution der einflussreichste iranische Großajatollah. Schariatmaderi vertrat die Meinung, dass Geistliche keine politischen Ämter übernehmen und sich auch nicht unmittelbar politisch betätigen sollten. Er vertrat damit die Linie, die heute von Ali al Sistani dem höchsten schiitischen Geistlichen im Irak vertreten wird. Damit stand er in eindeutiger Opposition zu Chomeini.

Schariatmadari unterstützte die Politik von Mohammad Reza Schah. Dennoch setzte sich Schariatmadari 1963 für den wegen Volksverhetzung verhafteten Chomeini ein, ernannte ihn zum Marja (Großajatollah) und bewahrte ihn dadurch vor einem möglichen Todesurteil. Chomeini wurde aufgrund der Vermittlungsbemühungen Schriatmadaris vom damaligen Premierminister Hassan Ali Mansur freigelassen und später ins Exil in den Irak abgeschoben.

Auch nach der iranischen Revolution gab Schariatmadari seine Opposition gegenüber Ruhollah Chomeini nicht auf und gründete eine eigene Partei, die Hesb-e Chalq-e Mosalman (Muslimische Volkspartei Irans), die sich auf Druck Chomeinis 1979 auflösen musste. In zahlreichen Interviews erklärte Schariatmadari, dass das von Chomeini vertretene politische Modell einer "Regierung der Geistlichkeit" (velayat-e fagih) keine Basis in der schiitischen Theologie hätte. Schariatmadari lehnte daher am 30. Juli 1979 den Verfassungsentwurf rundweg ab. Seiner Ansicht nach hätte man besser die Verfassung von 1906 aus der Zeit der Konstitutionellen Revolution reaktiviert.

Schariatmadari, der später Chomeini der Irrlehren und Verbrechen bezichtigte, wurde nach seinem und Sadegh Ghotbzadehs "Fernseh-Geständnis" im April 1982 bis zu seinem Tode unter Hausarrest gestellt. Obwohl an Prostatakrebs erkrankt, verweigerte man ihm die notwendige medizinische Versorgung.

Nach seinem Tod wurde weder offizielle noch eine private Bestattungszeremonie zugelassen. Auch sein Wunsch, im Garten seines Hauses oder in der Nähe der Moschee, in der er so viele Jahre gepredigt hatte, beerdigt zu werden, wurde verweigert. Stattdessen verscharrte man seine Leiche bei Nacht hinter den Toiletten des Krankenhauses, in dem er verstarb. Es gibt keine Grabstein, der an den einst mächtigsten Geistlichen des Iran erinnert.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

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