Herodot von Halikarnass(os) (griech. Ἡρόδοτος, Hēródotos, * 490/480 v. Chr.; † um 425 v. Chr.) war ein antiker griechischer Historiograph, Geograph und Völkerkundler. Er wurde von Cicero (De leg. 1,5) zugleich als „Vater der Geschichtsschreibung“ (lat. pater historiae) und als Erzähler „zahlloser Geschichten“ (lat. innumerabiles fabulae) bezeichnet. Sein einziges erhaltenes Werk sind die neun Bücher umfassenden Historien, die in Form einer Universalgeschichte die Kriege der Griechen mit den Persern im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus schildern.
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Herodot wurde in Halikarnassos in Kleinasien, heute Bodrum/Türkei, geboren. Er betätigte sich dort politisch und versuchte den örtlichen Tyrannen Lygdamis zu stürzen. Der Versuch schlug fehl, und Herodot ging ins Exil nach Samos. Aufgrund einer Übereinkunft konnte er einige Zeit später heimkehren, worauf er sich erneut um Lygdamis Sturz bemühte; diesmal erfolgreich. Dennoch verließ Herodot kurze Zeit später Halikarnassos für immer und wanderte in die griechische Kolonie Thurioi in Süditalien aus, an deren Gründung er angeblich sogar beteiligt war. Ca. 447 v.Chr. kam er für eine Weile nach Athen, wo er wohl engen Kontakt zu großen Persönlichkeiten jener Zeit pflegte. Zu ihnen gehörten Sophokles und Perikles. In Athen hielt er auch Vorträge aus seinem Werk, für die er von der Stadt bezahlt wurde; später kehrte er nach Thurioi zurück. Herodot unternahm nach eigener Aussage ausgedehnte Reisen mit unsicherer Chronologie: nach Ägypten, ins Schwarzmeergebiet, nach Thrakien und Makedonien bis ins Skythenland, in den Vorderen Orient bis nach Babylon; aber wohl nicht ins eigentliche Persien. Einige Forscher (die so genannte Liar school) bezweifeln diese Angaben und betrachten Herodot als "Stubengelehrten". Seine oben genannten Lebensdaten sind weitgehend aus seinem Werk konstruiert; seine Historien erschienen spätestens 424 v.Chr., da zu dieser Zeit bereits in anderen Werken darauf Bezug genommen wird; bald darauf starb Herodot wohl. Er ist in Thurii begraben worden.
Herodot schrieb eine Geschichte der Auseinandersetzung zwischen Griechen und Persern in der 1. Hälfte des 5. Jahrhundert v. Chr. (Perserkriege), die unter dem Titel Historien (gleichbedeutend mit: Erkundungen, Forschungen) bekannt ist. Ausgehend von der Schilderung der Auseinandersetzung komponiert Herodot eine Universalgeschichte, die zahlreiche Themen behandelt. Ursprünglich trug Herodot einzelne inhaltlich in sich geschlossene Abschnitte (so genannte lógoi) einem Publikum vor. Seine Schriften wurden schon bald nach ihrer Veröffentlichung als eine neue Form der Literatur anerkannt. Herodots Prosawerk ist zudem auf einem hohen literarischen Niveau verfasst, sodass sein Stil noch nachhaltigen Einfluss auf die gesamte antike Geschichtsschreibung bis zu Prokop ausüben sollte. Für viele Ereignisse stellt Herodot zudem die einzige Quelle dar, was der seit langem geführten Diskussion über die Zuverlässigkeit seiner Angaben besonderes Gewicht verleiht. Der Artikel Historien des Herodot bietet eine umfassende Charakterisierung und Inhaltsübersicht.
Einen großen Teil seines Lebens widmete er unter Anderem dem Ziel, die orientalischen Hochkulturen, insbesondere Ägypten, genauer unter die Lupe zu nehmen. Seine Quellen waren die ägyptischen Priester. Herodot sprach selber kein Ägyptisch, deshalb hatte er einen Dolmetscher dabei, der ihm übersetzte. Hierbei traten allerdings einige Missverständnisse auf, da Ägyptisch und Griechisch sich teilweise ähnlich waren, und deshalb einige Übersetzungsfehler auftraten.
Besonders verurteilte Herodot in Ägypten die Sklaverei, die jedoch auch ihre guten Seiten hatte, welche er wiederum als negativ auffasste. Als ihm seine Gewährsleute, die Priester, erzählten, wie Ägypten unter der Herrschaft von Cheops gelitten hatte, erzeugte dies in ihm eine brodelnde Wut. So verstand er auch, weshalb die Ägypter nicht gut auf Cheops zu sprechen waren.
Besonders bekannt von ihm sind die Erklärungen zum Pyramidenbau und zur Mumifizierung. Sie sind weltweit populär, trotz der Missverständnisse, die nicht unbemerkt geblieben sind und in den Historien kritisch betrachtet werden können. Allgerdings wäre einiges der orientalischen Hochkulturen im 5. Jh. v. Chr. ohne die Historien Herodots uns heute verborgen geblieben.
In den Historien findet sich eine berühmte Verfassungsdebatte, in der die einzelnen Staatsformen gegeneinander abgewogen werden. Sie haben bis heute einen wichtigen Platz in der Demokratieforschung (Herodot 3,80-84 [1]).
In den Historien will Herodot persönlich historische Fakten ordnen, deuten, kausal verbinden und im Zusammenhang darstellen. Dies ist ein Aspekt des Kontrastes zwischen der rationalen Weltsicht Herodots und beispielsweise Homers archaischer Anschauung.
Homer tritt als Erzähler göttlichen Wesen gegenüber zurück und lässt sie berichten. Beispielhafter Vergleich der Einleitungen:
Proömium von Herodots Historien
Dies ist die Darlegung der Forschung von Herodot aus Harlikanass, damit die Taten der Menschen nicht durch die Zeitläufe vergehen, damit die großen und bewundernswerten Taten nicht ruhmlos vorübergehen, die auf der einen Seite von den Griechen und auf der anderen Seite von den Barbaren an den Tag gelegt wurden, in anderer Beziehung und vor allem aus welchem Grund sie miteinander Krieg geführt haben.
Proömium von Homers Ilias
Den Zorn singe, Göttin, des Peleus-Sohns Achilleus, Den verderblichen, der zehntausend Schmerzen über die Achaier brachte Und viele kraftvolle Seelen dem Hades vorwarf Von Helden, sie selbst aber zur Beute schuf den Hunden Und den Vögeln zum Mahl, und es erfüllte sich des Zeus' Ratschluss...
Proömium von Homers Odyssee
Den Mann nenne mir, Muse, den vielgewandten, der sehr viel verschlagen wurde, nachdem die heilige Burg Trojas zerstört.Vieler Völker Stätten sah er und lernte ihre Gesinnung kennen. Im Original: (Andra moi ennepe musa polytropon hos mala polla...)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Herodot von Halikarnassos |
| ALTERNATIVNAMEN | Ἡρόδοτος (griechisch); Hēródotos; Herodotus (latinisiert) |
| KURZBESCHREIBUNG | griechischer Historiker, Geograph und Völkerkundler |
| GEBURTSDATUM | um 485 v. Chr. |
| STERBEDATUM | um 425 v. Chr. |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."