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Heinrich III. von Kärnten (* um 1050; † 4. Dezember 1122) aus dem Hause der Eppensteiner war Markgraf von Verona (1090-1122) sowie Istrien-Friaul und Krain (1077-1093), Vogt von Aquileia (1076-1102) und Moosburg (1076-1120) und 1090 bis 1122 Herzog von Kärnten.
Inhaltsverzeichnis |
Heinrich war der dritte Sohn Markwarts IV. von Eppenstein und der Liutbirg von Plain, Tochter von Graf Liutold II.
Als 1090 sein Bruder Liutold kinderlos gestorben war, wurde er von Kaiser Heinrich IV. mit dem Herzogtum Kärnten betraut. Wegen der schleichenden Entfremdung Liutolds gegenüber dem Kaiser in den letzten Jahren musste Heinrich III. aber etliche Dämpfer und Abstriche hinnehmen: Der Kaiser verhinderte es nicht, dass die eher papsttreuen Spanheimer 1091 die Gründung ihres Familienstifts St. Paul im Lavanttal abschließen konnten, wogegen für das Eppensteiner Familienstift St. Lambrecht, das für die Festigung der eppensteinschen Herrschaft als geistiges Zentrum äußerst wichtig war, noch etliche politische Hürden zu nehmen waren - die St. Lambrechter Gründung sollte erst 1103 (Installation des Reform-Abtes Hartmann) bzw. 1109 (päpstliche Bestätigung durch Paschalis II.) und 1114 (kaiserliche Bestätigung durch Heinrich V.) unter Dach und Fach sein. Außerdem kam die Mark Krain an Aquileia (1093), die Vogtei Aquileia musste Heinrich abtreten (1093, aber eher erst 1101/02) und Istrien bekam einen neuen Markgrafen (1093). 1097 halfen Herzog Heinrich III. und sein Bruder Ulrich, Patriarch von Aquileia, Herzog Welf bei der Sicherstellung seines lombardischen Erbes.
1105 stellte er sich auf die Seite Heinrichs V. und zog mit ihm 1108 gegen die Ungarn und 1110/11 zur Kaiserkrönung nach Italien.
1122, ein Jahr nach dem Tod seines Bruders Ulrich, starb dann Heinrich III. und mit ihm erlosch das Geschlecht der Eppensteiner, die Besitzungen vom Semmering bis zum Tagliamento ihr Eigen nannten. Er ist in seinem Familienstift St. Lambrecht bestattet. Nachfolger im Herzogsamt wurde sein Spanheimer Taufpatenkind Heinrich IV., die reichen Besitzungen erbten die Traungauer Markgrafen der Kärntner Mark.
Heinrich III. war dreimal verheiratet. Ehefrauen:
Herzog Heinrich erhält Lehen vom durch den kaiserlichen Gegenerzbischof Bertolt von Salzburg eingesetzten Bischof Bertholt von Gurk: Das sind die Allodien, deren Plünderung unter dem Titel "Lehen" die Gurker Kirche beklagt (und zwar Plünderung durch Bertholt von Zeltschach, den Gurker Gegenbischof): Die Kirche an dem Ort, der Wutrich (Feistritz westlich Friesach) genannt wird, mit 150 Huben wurde dem Herzog ausgeliefert, dazu ein Hof in Friesach, ein anderer in Dürnstein. Poppo besitzt mit seinem Bruder Wilhelm 80 Huben derselben Gurker Kirche und einen der Höfe und eine erbaute Kirche in demselben Gut. In der Mark konzedierte der Bischof dem Herzog und der Gräfin 80 Landgüter und zwei Höfe.... Also auch die Spanheimer wurden beteilt. Für Heinrich bedeuteten die Güter um Friesach ein Bindeglied zwischen den Murtaler und Kärntner Besitzungen.
Kaiser Heinrich IV. gibt „nun auf das Ansuchen unseres Blutsverwandten, des hochgeschätzten Patriarchen Ulrich hin, weiters auf Intervention unserer Getreuen, des Bischofs Meginward von Freising, des Markgrafen Diebold, des Markgrafen Wernher...ein gewisses Landgut namens Daugendorf und dazu soviel, dass 30 Huben dort voll gehalten werden können, von jenem Gute, das uns Herzog Heinrich von Kärnten, der Sohn des Herren Markwart, gegeben hat, der Kirche St. Gallen zu Eigen, mit allem Zugehör und aller Nutzung, und zwar mit der Maßgabe, dass derselbe Ulrich, Patriarch und Abt des Klosters St. Gallen, und seine Nachfolger freies Verfügungsrecht über das Gut haben sollen.“ Offenbar war die Übergabe an den Bruder mit ein Preis für die Erlangung der Herzogswürde, die hier erstmals bestätigt ist.
| Vorgänger |
Herzog von Kärnten 1090-1122 |
Nachfolger |
| Vorgänger |
Markgraf von Verona 1090-1122 |
Nachfolger |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heinrich III. von Kärnten |
| KURZBESCHREIBUNG | Herzog von Kärnten |
| GEBURTSDATUM | um 1050 |
| STERBEDATUM | 4. Dezember 1122 |