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Heiducken :

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Heiducken

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Als Heiducken, Haiduken, Hajduci oder Heyducken, Singular Hajduk (von serbisch und kroatisch hajduk kyrillisch: хајдук, bulgarisch хайдут, rumänisch: haiduc von albanisch:Hajduk), wurden in Südosteuropa ursprünglich die Treiber riesiger Viehherden bezeichnet, zu deren Aufgaben es zählte, die Herden vor Dieben oder bewaffneten Räubern zu schützen. Auf dem Balkan werden die Hajduken traditionell als Heldengestalten gesehen, die mit ihren Kriegern gegen die osmanischen Unterdrücker vorgingen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie

Die Herkunft des Namens ist unklar. Eine Theorie besagt, dass das Wort Hajduk vom türkischen Wort haydut abstammt, was soviel bedeutet wie Räuber, Bandit oder Raufbold (italienisch aiducco, französisch haïdouk). Die andere Theorie besagt, es könnte vom ungarischen Wort hajtó abstammen, was „Viehhändler“ oder „Hirte“ bedeutet, oder auch von den ungarischen Begriffen haidú („Söldner“) oder hajdú („Hirte“) oder hajdús („slawischer Fußsoldat“).

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Entstehung

Als die Hajduci während der Türkenkriege Ende des 15. Jahrhunderts ihre Arbeit als Viehtreiber verloren, verdienten sich viele unter anderem auch als Söldner gegen die Osmanen und als Wegelagerer ihren Lebensunterhalt. Dabei folgten die Hajduci allerdings einem moralischen Schwur, die Armen niemals zu bestehlen und keine grundlosen Morde zu begehen.

Hier ein Ausschnitt aus dem Magyar Néprajzi Lexikon, einem ungarischen Lexikon der Volkskunde:

„Ungarische Bevölkerungsgruppe vom Östlichen Gebiet der Theiß. Bis ins 16. Jahrhundert war hajdú der Begriff für Rinderhirte. Hajdúk ist die Mehrzahl, die vermutlich von den angrenzenden Völkern als Bezeichnung übernommen wurde, da diese häufiger im Alltag verwendet wurde. Bewaffnete Haiducken, die aus vertriebenen ethnischen Magyaren aus dem südlichen Ungarn sowie aus dazugesellenden Südslawen entstanden, schützten die Rindertrecks Richtung Norditalien, Österreich und Bayern.
Mit dem Vordringen der Türken spielten die Haiducken militärisch eine immer größere Rolle. Aus Rinderhirten wurden mit der Zeit Söldner, die Anstellung am Hofe, bei Fürsten und bei Gutsherren in Privatarmeen fanden. In Kriegszeiten führten sie Brandschatzungen und Vernichtungen beim Volke durch.“
„An Nachschub mangelte es nicht, den Armeen traten ständig neue Rekruten bei, die sich aus Tagedieben, Leibeigenen sowie aus dem Kleinadel zusammensetzten […]“ [1]

Im Zedler, der umfangreichsten und wichtigsten deutschsprachigen Enzyklopädie des 18. Jahrhunderts, die zwischen 1732-1754 herausgegeben wurde, heißt es:

„Heiduck oder Heyduck, Hayduck, Haydo, Haido heißt in Ungarn ein Kriegs-Knecht zu Fusse, der nach gemeiner Landes-Art gekleidet, mit einem kurzen Rohr, einem Sebel und Hand-Beil bewehrt und eine Filtz-Mantel um die Schulter hangen hat. (…) In Polen ist es ein Bedienter eines grossen Herrn, der gemeiniglich von ansehnlicher starcker Leibes-Gestallt ausgesuchet wird, mit einem schweren Kleide, das bis an die Erde herab hanget, und wieder zurück geschlagen an dem Gürtel angemacht wird, einen starcken Sebel an einer, eine grosse Tasche an der andern Seite, und einen Streit-Hammer in der Hand haltend. Sein Amt ist, zu Hause im Vorgemache aufzuwarten, wenn etwas zu holen oder auszutragen ist, auf der Reise hinter derselben zu stehen, und das Reise-Geräthe auf- und ab zuladen.“ [2]

[Bearbeiten] Kroatische und serbische Heiducken

Die bekanntesten Hajduk-Bewegungen waren der erste und zweite serbische Aufstand gegen die Osmanen. Dabei war der zweite der ausschlaggebende für den Sieg und die Befreiung von der türkischen Besatzung.

Als Uskoken griffen sie auch die venezianische und die k.u.k.-österreichische Herrschaft in Bosnien und Dalmatien an. Die sesshaft gewordenen Hajduci entwickelten in ihren Dörfern und Städten eine eigenständige Kultur, zu der unter Anderem ihre spektakulären Säbel- und Springtänze zählen.

[Bearbeiten] Ungarische Haiducken

Im heutigen Ungarn siedelte der Siebenbürger Fürst István Bocskai eine separate Gruppe von mehreren Tausend Hajduci auf seinen Ländereien um Debrecen, im „Hajdúság“-Land der Hajduci (siehe Hajdú-Bihar) unter der Bedingung an, dass sie ihm militärische Gefolgschaft schworen. So gibt es ein Reihe ungarischer Orte, die mit den Hajduci verknüpft sind, wie Hajdúdorog, Hajdúhadház, Hajdúnánás, Hajdúböszörmény, Hajdúszoboszló.

[Bearbeiten] Heiducken an den Höfen des 18. und 19. Jahrhunderts

An zahlreichen Höfen des 18. und 19. Jahrhunderts gab es die Position des Heiducken, eines Hofangestellten, der dem repräsentativen Bereich zuzuordnen ist. Als Heiducken wurden jedoch einheimische Männer angestellt und keine Männer aus den Herkunftsregionen der Hajduk-Bewegungen. Sie umgaben bei feierlichen Anlässen den königlichen Thron und erhöhten damit die visuelle Wirkung. Daneben gab es ein Trabanten-Korps (Trabant (Militär)), dem eine ähnliche Aufgabe zufiel, das jedoch anders gekleidet war. Mit der Reduzierung der repräsentativen Elemente in den Hofhaltungen wurde dann die Funktion der Heiducken im frühen 19. Jahrhundert abgeschafft.

[Bearbeiten] Gegenwart

Das Wort haiduci wurde auch von der rumänischen Bewegung Haiducii Muscelului, die in den Jahren 1947 und 1959 den Aufstand gegen die Sowjets probte, benutzt.

Die serbischen Fußballclubs Hajduk Kula, Hajduk sa Liona oder der kroatische Fußballclub Hajduk Split, die rumänischen Musikgruppen Taraful Haiducilor oder Haiducii oder der Familienname der Schauspielerin Stacy Haiduk wurden entweder direkt übernommen oder nach dem Wort Hajduk, Haiduk oder Hajduci benannt.

[Bearbeiten] Bekannte Heiducken

[Bearbeiten] Nord-West-Herzegowina

[Bearbeiten] Kroatische Hajduci

[Bearbeiten] Serbische Hajduci

[Bearbeiten] Rumänische Haiduci

[Bearbeiten] Ungarische Hajdúk

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.mek.ro/02100/02115/html/2-909.html
  2. Heiduck-Eintrag im Zedler

Heiducken - Artikel des Tages

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