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Himmelsrichtung

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Himmelsrichtungen
Nordwest Norden Nordost
Westen Kompass Osten
Südwest Süden Südost

Die Himmelsrichtungen (auch Haupthimmelsrichtungen) sind die vier Grundrichtungen Norden, Osten, Süden, Westen auf einem Standort der Erdoberfläche. Sie beziehen sich auf den jeweiligen Horizont und die Lage der Erdachse und definieren die Richtung der geografischen Koordinaten:

In bestimmten Kulturen, z. B. indianischen oder buddhistischen, wird dieses Konzept erweitert auf sechs Himmelsrichtungen durch die Aufnahme von Zenit (oben/himmelwärts) und Nadir (unten/erdwärts).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die vier Haupthimmelsrichtungen

T-O-Karte, aus Isidor von Sevillas Etymologiae, Erstdruck Günther Zainer, 1472 – oben ist hier noch Osten

Die vier Himmelsrichtungen werden mit «N» (Nord), «O» oder «E» (Ost, East), «S» (Süd) und «W» (West) abgekürzt. Sie dienen der Orientierung mit der Sonne (siehe Sonnenlauf), dem Kompass oder der astronomischen Azimutmessung sowie der Angabe von Richtungen auf der Erdoberfläche, von Kursen oder von Windrichtungen. Als Grundrichtungen bilden sie auch den Raster in Landkarten.

Die Astronomie spricht statt Nord und Süd auch vom Meridian, da der tägliche Höchstand von Sternen auch nördlich des Zenits erfolgen kann (siehe Obere Kulmination). Die vertikale Ost-West-Linie über den Zenit wird hingegen als Erster Vertikal bezeichnet.

[Bearbeiten] Nebenhimmelsrichtungen und Unterteilung

[Bearbeiten] Die vier Nebenhimmelsrichtungen

Für genauere Richtungsangaben dienen die Zwischenrichtungen Nordost, Südost, Südwest und Nordwest. Sie stehen wie die vier Haupthimmelsrichtungen rechtwinklig zueinander und sind deren Winkelhalbierende. Zusammen mit ihnen teilen sie die Kompass- bzw. Windrose in Achtel zu je 45 Grad und werden in dieser Form in der Traditon des Winkelmaßes seit der Antike verwendet.

In der estnischen und der finnischen Sprache haben die Nebenhimmelsrichtungen eigenständige Namen.

[Bearbeiten] Die Windrose

Windrose, Jorge de Aguiar 1492
Windrose mit 32 Strich-Teilung

Zur genaueren Orientierung sind in See- und Luftfahrt die Himmelsrichtungen noch feiner unterteilt. Der volle Umfang der Windrose wird in 360° im Uhrzeigersinn unterteilt und beginnt mit Norden:

0° = N
90° = O oder E
180° = S
270° = W

Die Windrose, auch Kompassrose (engl. compass rose), ist meist in 32 gleich große Winkel zu je 11,25 Grad unterteilt, die auch als nautischer Strich bezeichnet werden. Osten wird in der Navigation immer mit E (englisch east) abgekürzt, um eine Verwechslung mit der Null («O» ↔ «0») zu vermeiden. Feiner unterteilte Kompassrosen haben noch benannte Markierungen bei halben Strichen.

Im Vermessungswesen erfolgt die Teilung eines Vollkreises in 400 Gon, auch Neugrad genannt. Im Artilleriewesen erfolgt die Unterteilung in 64 ArtillerieStrich oder in der Schweiz in Artilleriepromille A‰. Diese Angaben werden immer noch zur Orientierung benutzt.

[Bearbeiten] Systematik der Benennung

Die Himmelsrichtungen (32er-Teilung, mit Gradskala genordet)

Seit längerer Zeit zieht man aber die Angabe von Gradzahlen vor, die beim Steuern von Kursen meistens auf 5° oder 10° gerundet werden. 5° entspricht etwa der Genauigkeit, mit der ein kleines Schiff gesteuert werden kann.

[Bearbeiten] Feinere Unterteilung

In vielen Fachgebieten -- u.a. Astronomie, Geodäsie, Kartografie und Navigation -- ist eine feinere Unterteilung der Himmelsrichtungen notwendig. Meist wird dafür das Gradmaß (0° bis 360°) verwendet, wobei die Nordrichtung dem Azimut (Bzw. Kurs) 0° entspricht. Demgemäß ist Osten = 90°, Süden 180° und Westen 270°.

Beim Militär und speziellen Vermessungen sind auch sogenannte Strichteilungen in Verwendung (360° = 64 Strich, im engl. Sprachraum auch 6400 mil). Letztere hat u.a. den Vorteil, dass der Tangens von 1 mil annähernd 1/1000 ist, sich solche Winkelangaben also leicht in Zielgrößen umrechnen lassen.

[Bearbeiten] Merksätze

Im Osten geht die Sonne auf - im Süden nimmt sie ihren Lauf - im Westen will sie untergeh'n - im Norden ist sie nie zu seh'n (gilt für die Breiten des deutschen Sprachgebiets).

Für die griechisch/römischen Horen gab es das Merkwort ADAM: Anatole, Dysis, Arktus, Mesembria (O–W–N–S), die vier ‚Weltgegenden‘ – dieses Akronym spielt mit Bezug auf Adam auch noch in der frühchristlichen Kreuzsymbolik eine Rolle (Missionsgedanke), und findet sich so als Beschriftung der vier Balken.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Himmelsrichtung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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