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Hans Leinberger

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Hans Leinberger: Christus im Elend, um 1525 (Bode-Museum, Berlin)
Hl. Anna Selbdritt, um 1510, Lindenholz mit Resten älterer Fassung, Bayerisches Nationalmuseum
Maria mit Kind, um 1515, Lindenholz mit Resten der urspr. Farbfassung, Bayerisches Nationalmuseum
Hl. Jakobus oder Jodokus, um 1525, Lindenholz, Bayerisches Nationalmuseum

Hans Leinberger (auch Lemberger; * um 1480; † 1531 oder wenig später) war der bedeutendste Bildhauer der Spätgotik in Altbayern und einer der größten seiner Zeit; arbeitete in Holz, Metall und Stein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Herkunft und Lebensweg

Über Geburtsort und künstlerische Herkunft ist – entgegen jüngerer Forschungsmeinung – nichts bekannt, und auch nach seiner Ansiedlung in Landshut um 1510 (Erstnennung) liegen nur wenige Dokumente über Leinbergers künstlerisches Wirken vor. Selbst der genaue Werkstattstandort ist in den letzten Jahren des Schaffens unbekannt.

Seit 1516 entstanden Arbeiten für Herzog Ludwig X., der seit jener Zeit in Landshut als Mitregent Herzog Wilhelms IV. in Niederbayern residierte. Soldzahlungen 1529/30 deuten auf eine Stellung vergleichbar einem Hofkünstler hin.

Eventuell ist Hans Leinberger oder „Lemberger“ ein Bruder des Malers und Grafikers Georg Lemberger.

Zu dem am Oberrhein (Breisach) tätigen Bildschnitzer H.L. (Meister H.L.), der sich auch als Grafiker betätigt hat, bestehen – wie bereits Theodor Demmler 1914 erkannte – keine künstlerischen Beziehungen.

[Bearbeiten] Schaffen

Leinbergers Ruhm ist heute vor allem mit dem Hochaltar des Kastulus-Münsters in Moosburg an der Isar verknüpft (vollendet 1514), dem größten erhaltenen Altarretabel Altbayerns, das freilich im späten 18. Jahrhundert eine durchgreifende Umgestaltung des Landshuter Bildhauers Christian Jorhan (der Ältere) erfahren hat. Erstmals setzt Leinberger hier das Bildkonzept der Lukasmadonna (Lukasbild) – ein gemaltes Halbfigurenbild der Gottesmutter mit Kind, welches der Evangelist Lukas geschaffen haben soll – ins Dreidimensionale und Ganzfigurige um und bildet zugleich im Rückgriff auf die Kunst des Schönen Stils (Weicher Stil) eine Bildsprache von unvergleichlicher Wirkungsmacht aus.

Zufolge des inschriftlich 1513 datierten Anna-Selbdritt-Reliefs in der Kirche St. Johann im Gnadenthal des Gnadenthalklosters in Ingolstadt, muss der Bildhauer zu jener Zeit ein umfangreiches Auftragsvolumen bewältigt haben. Die Betrauung mit der Bronzestatue des Grafen Albrecht IV. von Habsburg am Grabmal Kaiser Maximilians in der Innsbrucker Hofkirche im Jahr 1514 – die Zeichnung lieferte Albrecht Dürer – lässt das hohe Ansehen des Künstlers ermessen. Mit der ehemaligen Rosenkranzmadonna von St. Martin in Landshut (um 1516/18?) und der Sitzfigur eines hl. Jodok für die zweite Pfarrkirche der Stadt (um 1525?; heute: München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv.-Nr. 15/114) erreicht Leinberger um die Wende des dritten Jahrezehnts den Höhepunkt seines Schaffens. Die Altarfiguren des ehemaligen Hochaltars der Liebfrauenkirche in Polling, nur die thronende Muttergottes (Kloster Polling) und der Schmerzensmann (Weilheim, Stadtmuseum, Inv.-Nr. B 165) blieben erhalten, sind die letzten archivalisch bezeugten Arbeiten des Bildhauers.

Leinbergers Werk übte einen bis heute erst ansatzweise aufgearbeiteten Einfluss auf die Zeitgenossen aus. Im östlichen Bayern entfaltete der sog. Meister der Altöttinger Türen in seiner Nachfolge eine rege Werkstatttägigkeit. Über Jahrzehnte hinweg schöpfte der Bildhauer Peter Dell d. Ä., ein Lehrling Tilman Riemenschneiders, aus den in Landshut gewonnenen Eindrücken.

[Bearbeiten] Weitere Werke

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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