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Hamburger Hafen

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Der nördliche Teil des Hamburger Hafens

Der Hamburger Hafen ist der größte Hafen Deutschlands, der drittgrößte in Europa (nach den Häfen Rotterdams und Antwerpens) und gehört als zweitgrößter Containerhafen Europas zu den neun größten Containerhäfen der Erde. 2007 wurden 9,9 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Als Umschlagplatz für Rohkaffee ist seine Position an der Spitze weltweit unbestritten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Umschlag

11.700 Schiffe mit 121 Mio. NRT liefen 2002 den Hafen an. Er bietet Liegeplätze für 320 Seeschiffe, davon 38 für große Container- und Massengutfrachter, weitere 9 Liegeplätze für große Containerschiffe sind in Planung.

Hamburger Hafen
Die Rickmer Rickmers
Jahr Containerumschlag in TEU Gesamtumschlag [t]
2000 4,240 Mio. 85,1 Mio.
2001 4,690 Mio. 92,4 Mio.
2002 5,370 Mio. 97,6 Mio.
2003 6,100 Mio. 106,3 Mio.
2004 7,000 Mio. 114,5 Mio.
2005 8,087 Mio. 125,7 Mio.
2006 8,860 Mio. 135,0 Mio.
2007 9,890 Mio. 140,4 Mio.

[Bearbeiten] Lage

Kartenausschnitt mit dem Lauf der Unterelbe (von Geesthacht bis Cuxhaven)
Luftbild des Hamburger Hafens

Trotz der Entfernung von etwa 100 km von der Mündung der Elbe in die Nordsee gilt der Hamburger Hafen dennoch als Seehafen.

Um auch großen Schiffen die Passage in den Hafen zu ermöglichen, sind Baggerschiffe regelmäßig zur Elbvertiefung im Einsatz, um eine dauerhafte Wassertiefe von 13 Metern zu gewährleisten. Trotzdem können die größten Containerschiffe den Hafen nicht ganz vollbeladen oder nur bei Flut anlaufen, weswegen immer wieder diskutiert wird, Teile der Niederelbe, die nicht tief genug sind, noch weiter auszubaggern. Kritiker sehen hier den Hochwasserschutz gefährdet. Der Hamburger Hafen ist ein Tidehafen, in dem Ebbe und Flut herrschen, und eine vertiefte Elbe würde einen größeren Wasserstrom zulassen. Bei hoch auflaufenden Sturmfluten wären dann nicht nur der Hafen, sondern auch die Innenstadt und die Elbmarschen gefährdet.

Ein großer Vorteil für die Lage des Hafens ist, dass sich die im Hamburger Hafen angelandeten Güter schon relativ weit im Landesinneren im Zentrum einer gut ausgebauten Infrastruktur befinden. Die niedrigen Transportkosten im Schiffsverkehr werden so gut ausgenutzt und die Güter können schnell weitertransportiert werden.

Ein Teil des Hafens ist der Freihafen. Dieses Areal wird zollrechtlich als Freizone und damit als nicht zur EU gehörig behandelt. Per Schiff angelieferte Waren müssen dort zunächst nicht verzollt werden, sondern können den Hafen – ggf. veredelt – auch unverzollt wieder verlassen. Erst bei der tatsächlichen Einfuhr sind die Zollformalitäten abzuwickeln. Aus diesem Grund ist das Gebiet des Freihafens umzäunt und hat an allen Ein- und Ausfahrten Zollkontrollstellen, die insbesondere für den Lkw-Verkehr zuständig sind. Zollrechtlich gleichgestellt sind aber auch die Seezollhäfen wie Hamburgs modernster Container-Terminal, Altenwerder, der außerhalb des Freihafens liegt.

Seitens der Container-Terminal-Betreiber und des Zolls selbst wird auf eine Aufhebung des Freihafens gedrängt, weil dessen Kontrollstellen u. a. den Verkehr erheblich behindern. Dagegen stellen sich eine Reihe von Stückgutgewerbe-Betriebe, die zumindest ein Teilgebiet des bisherigen Freihafens in diesem Status erhalten wollen.

Panoramaansicht der Elbe und des Hamburger Hafens von der Kirche St. Michaelis aus, Blick auf Steinwerder, links die Einmündung des Reiherstiegs, rechts die Mündung des Fährkanals.
Panoramaansicht der Elbe und des Hamburger Hafens von der Kirche St. Michaelis aus, Blick auf Steinwerder, links die Einmündung des Reiherstiegs, rechts die Mündung des Fährkanals.
Panoramaansicht des Hamburger Hafens vom Altonaer Balkon mit Blick über den Köhlbrandhöft mit dem Hauptklärwerk, auf den Köhlbrand.
Panoramaansicht des Hamburger Hafens vom Altonaer Balkon mit Blick über den Köhlbrandhöft mit dem Hauptklärwerk, auf den Köhlbrand.

[Bearbeiten] Flächenaufteilung des Hafennutzungsgebietes

Das Hafengebiet umfasst ca. 7.399 ha (nutzbar 6.480 ha), von denen 4.331 ha (nutzbar 3.412 ha) Landflächen sind. Dazu kommen 919 ha Hafenerweiterungsgebiet. 200 Betriebe sind hier angesiedelt, die rund 50.000 Mitarbeiter beschäftigen. Rund 20% des Hafengebietes ist Freihafenfläche [1]. Der Moldauhafen, ein 30.000 Quadratmeter großer Teil des Hamburger Hafens, wurde aufgrund des Versailler Vertrags für 99 Jahre an Tschechien verpachtet.

Hamburger Hafen im Winter
Containerhafen bei Nacht

Landflächen insgesamt: ca. 3.412 ha (100 %)

[Bearbeiten] Entwicklung

Hamburger Hafen um 1900
Deutsche Emigranten gehen an Bord eines in die USA fahrenden Dampfers (um 1850)

Der erste Hamburger Hafen entstand am Reichenstraßenfleet, einer Verbindung zwischen Alster und Bille. Der Ursprung des Hamburger Elbhafens lag im Bereich des Baumwalls und den Vorsetzen weitgehend ohne Kaianlagen. Zur Unterstützung wurde am Binnenhafen ein öffentlicher Kran Kajen/An den Mühren errichtet. Die Schiffe lagen im offenen Elbstrom an Duckdalben. Dies war aus Sicherheitsgründen erforderlich, um einen Angriff auf Hamburg von See aus zu verhindern.

Bereits im 14. Jahrhundert zu Zeiten der Hanse hatte sich Hamburg zum wichtigsten deutschen Umschlag- und Stapelplatz zwischen Nord- und Ostsee entwickelt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts stieg Hamburg zur bedeutendsten Seehandelsstadt des europäischen Festlands auf.

Die Ladung wurde mit schiffseigenem Ladegeschirr zunächst umgeschlagen auf kleinere Schiffe und Schuten und so zu den Empfängern transportiert, innerhalb der Stadt standen die Fleete als Transportweg zur Verfügung. 1842 waren im Hamburger Hafen ca. 200 Seeschiffe beheimatet, 1893 waren es schon 631. Im Jahre 1847 wurde das Schifffahrtsunternehmen Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag), die Hamburg-Amerika-Linie, gegründet.

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 führte zur Einigung Deutschlands und damit zum Druck des 1833 gegründeten Deutschen Zollvereins auf Hamburg, diesem beizutreten. Man einigte sich darauf, einen Freihafen einzurichten, der mit einer kontrollierbaren Grenze umgeben wurde.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden die Elbinseln zwischen Norder- und Süderelbe als Hafengebiet erschlossen, und es entstanden zahlreiche Hafenbecken. Von 1866 bis 1876 wurden unter Leitung des damaligen Wasserbaudirektors Johannes Dalmann umfangreiche Kaianlagen mit Lagermöglichkeiten errichtet, um den durch die Dampfschiffe stark zugenommenen Warenumschlag abwickeln zu können. Die Baukosten beliefen sich auf mehrere Millionen Mark.[2]

Mit der Einrichtung des Freihafens 1888 entstanden die Lagerhäuser der Speicherstadt, die teilweise heute noch genutzt werden, um wertvolle Güter wie Tee, Gewürze und Kaffee zu lagern und zu veredeln. Das Hafengebiet war zollrechtlich Freizone, dabei werden die Güter so behandelt, als wären sie noch in ihrem Ursprungsland. Dies ermöglicht eine Weiterverarbeitung, ohne dass Abgaben entrichtet werden müssen. Zeitgleich bildete sich hier eine eigene Sondersprache, die Kedelkloppersprook.

Hamburger Hafen vom Grasbrook aus gesehen - von Smith's neuer Wasserkunst über den alten Holzhafen vor dem Stadtteil St. Georg mit dem Holzlager von J. C. Jauch & Söhne bis zum Theermagazin auf der Insel Baakenwärder (um 1850)
Hamburger Hafen vom Grasbrook aus gesehen - von Smith's neuer Wasserkunst über den alten Holzhafen vor dem Stadtteil St. Georg mit dem Holzlager von J. C. Jauch & Söhne bis zum Theermagazin auf der Insel Baakenwärder (um 1850)
Zerstörungen der Hafenanlage durch den Zweiten Weltkrieg, 1948

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Hamburger Hafen wichtig für die Passagierschifffahrt deutscher Emigranten. Auch viele Polen und polnische sowie russische Juden übersiedelten von Hamburg in die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Choleraepidemie von 1892 in Hamburg führte 1900 zum Bau der Auswandererhallen.

Für die Errichtung der geplanten HafenCity wurde das Gebiet nördlich der Elbe, einschließlich der Speicherstadt, weitgehend aus dem Freihafen herausgenommen.

[Bearbeiten] Containerumschlag

Erweiterung des Hamburger Hafens:
Das Container Terminal Altenwerder

1966 wurde erstmalig ein Container im Hamburger Hafen gelöscht, und zwar am Burchardkai in Waltershof. Der Anteil der mit Containern transportierten Waren wuchs in den folgenden Jahren rasant, der Stückgutumschlag in Säcken, Fässern und Kisten ging kontinuierlich zurück. Es entstanden hochspezialisierte neue Formen des Güterumschlags, die Container Terminals, deren Containerbrücken das schiffseigene Ladegeschirr überflüssig machten. Die ersten dieser Containerbrücken wurden 1968 am Container Terminal Burchardkai (CTB) der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) installiert. Sie fertigten im Mai 1968 mit der American Lancer der United States Lines das erste Vollcontainerschiff im Hafengebiet ab. Eine weitere Anlage der HHLA entstand elbabwärts des Kernhafens in Steinwerder (Schuppen 90/91) mit dem Container Terminal Tollerort (CTT). 2002 kam in Altenwerder das HHLA-Container Terminal Altenwerder (CTA) hinzu, das mit seiner weitgehenden Automatisation als das modernste der Welt gilt. Zusätzlich entstand der von der Bremer Firma Eurogate GmbH & Co. KGaA betriebene Container Terminal Hamburg (CTH) am Eurokai in Waltershof. Ein fünfter Terminal in Moorburg mit der Bezeichnung (CTM) ist in der Hafenwirtschaft seit Jahren in der Diskussion, die Planungen aber sind von der Schwarz-Grünen Regierung laut Koalitionsvertrag in der aktuellen Legislaturperiode bis 2012 zurückgestellt.

Mittlerweile macht der Hamburger Hafen den größten Teil seines Umsatzes mit dem Containerumschlag (9,89 Mio. Standardcontainer in 2007). Ungefähr zwei Drittel davon bewältigen die drei HHLA-Terminals, einen weiteren großen Teil die Anlage der Eurogate.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Außer den Betrieben des Güterumschlags beherbergt der Hafen

Für einen Teil des Weitertransports sorgt die Hamburger Hafenbahn, sodass das Straßennetz entlastet wird. Vom Warenumschlag des Hafens werden 30% insgesamt und 70% des Containerverkehrs über die Bahn abgewickelt.

[Bearbeiten] Arbeitsplätze − Hafen als Arbeitgeber

Laut der Behörde für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg waren 2005 in der Metropolregion Hamburg rund 154.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt vom Hafen Hamburg abhängig.

So sind etwa 68.000 Plätze direkt der Hafenwirtschaft in Seehafenbetrieben, Logistikunternehmen oder Finanzdienstleistungsunternehmen bzw. der öffentlichen Verwaltung mit Hafenbelangen zuzuordnen. 18.000 Angestellte sind der Hafenindustrie angehörig. Weitere 68.000 Beschäftigte sind diesen Angaben zufolge indirekt vom Hafen abhängig. Sie arbeiten in Unternehmen, die geschäftliche Beziehungen zu Unternehmen aus Hafenwirtschaft und -industrie unterhalten. Hinzugerechnet werden dabei auch die Beschäftigten, die durch die Konsumausgaben der im Hafen angestellten Menschen ihren Arbeitsplatz gesichert haben. Je ein Drittel dieser Beschäftigten kommen aus den anliegenden Bundesländern des Hafens.[3]

Die Hafenbehörde nennt sich Hamburg Port Authority.

[Bearbeiten] Unfälle

[Bearbeiten] Museales

Zur Geschichte des Hamburger Hafens gibt es eine große Abteilung im Museum für Hamburgische Geschichte. Ferner sind über das Gebiet entlang der Elbe einige Erinnerungsstücke zu besichtigen:

[Bearbeiten] Luftverschmutzung

Ein erkanntes Problem ist die Luftverschmutzung durch im Hafen liegende Schiffe. Ein großes Kreuzfahrtschiff verbraucht dabei so viel Strom wie eine Stadt mit 200.000 Einwohnern. Dieser Strom wird normalerweise über den sehr schwefelhaltigen Schiffsdiesel produziert. Um die Emissionen während der Hafenliegezeiten zu senken, gibt es erste Versuche, Kreuzfahrtschiffe im Hafen verpflichtend an die Stromversorgung des Hafens anzuschließen [5]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. www.zoll.de:Freihafen Hamburg, 11/2005
  2. Die Gartenlaube, 1877, S. 61 Hamburgs neue Hafenanlagen, Gustav Kopal
  3. http://www.zukunftelbe.de/wirtschaftsraum/arbeitgeber_elbe/hamburger_hafen/index.php "Der Hafen als Arbeitgeber"; Abruf: 25.1.08
  4. Flussschifferkirche
  5. "Die Queen kommt an die Steckdose" die tageszeitung 25.11.2008

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Hamburger Hafen – Bilder, Videos und Audiodateien
Wikisource
 Wikisource: Artikel aus der Zeitschrift Die Gartenlaube von 1877
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