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Halle (Westfalen) :

femme russe

Halle (Westfalen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Halle (Westfalen)
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Halle (Westfalen) hervorgehoben
Koordinaten: 52° 4′ N, 8° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Gütersloh
Höhe: 125 m ü. NN
Fläche: 69,28 km²
Einwohner: 21.177 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 306 Einwohner je km²
Postleitzahl: 33790
Vorwahlen: 0 52 01
Kfz-Kennzeichen: GT (bis 31. Dez. 1972 HW)
Gemeindeschlüssel: 05 7 54 012
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Ravensberger Straße 1
33790 Halle (Westfalen)
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Anne Rodenbrock-Wesselmann (SPD)
Lage der Gemeinde Halle (Westfalen) im Kreis Gütersloh
Gütersloh Schloß Holte-Stukenbrock Verl Rietberg Langenberg Rheda-Wiedenbrück Herzebrock-Clarholz Steinhagen Werther (Westf.) Halle (Westf.) Harsewinkel Borgholzhausen Versmold Kreis Paderborn Kreis Lippe Kreis Soest Bielefeld Kreis Herford Kreis Warendorf Niedersachsen Nordrhein-WestfalenKarte
Über dieses Bild

Halle (Westfalen) (amtlich: Halle (Westf.)) ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und gehört zum Kreis Gütersloh.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Halle liegt in der Emssandebene am Südhang des Teutoburger Walds, der das Stadtgebiet von Nordwesten nach Südosten durchzieht. Dieser Höhenzug begrenzt gleichzeitig das östliche Münsterland und die Westfälische Bucht und ist an dieser Stelle Teil der Weser-Ems-Wasserscheide. Höchste Erhebungen sind der Hengeberg mit 316 Metern und der Eggeberg mit 312 Metern. Mit 70 Metern liegt der südwestliche Stadtrand am tiefsten. Dort fließen die Hessel und der Rhedaer Bach aus dem Stadtgebiet heraus, während der Ruthebach an der dortigen Stadtgrenze in den Loddenbach mündet. Der am Hengeberg entspringende Künsebecker Bach und der Laibach bilden bei Kölkebeck den Rhedaer Bach. Alle Bäche entspringen im Teutoburger Wald und fließen letztendlich der Ems zu. Das Stadtgebiet ist wesentlich geprägt von landwirtschaftlicher Nutzung, hat aber auch bedeutende Anteile Waldfläche, namentlich der Teutoburger Wald und der Tatenhauser Wald, sowie 40 ha Stadtwald. Der 52. Breitengrad schneidet das Stadtgebiet im südlichen Bereich.

[Bearbeiten] Geologie

Geothermische Karte von Halle

Der nördliche Teil des Haller Stadtgebietes befindet sich im Höhenzug Teutoburger Wald, wobei die Gemeindegrenze zu weiten Teilen auf dem Kammrücken verläuft. Nach Süden hin läuft das Gemeindegebiet in die Emssandebene aus.

Halle wird zum Nordostrand des Münsterländer Beckens gerechnet, das in etwa die Gestalt einer Schüssel hat. Hier sind die Gesteine des oberflächennahen Untergrunds steil aufgerichtet. Sie bestehen aus Tonmergel-, Kalkmergel-, Kalk- und Mergelsteinen, aber auch aus Sandsteinen und Sandmergeln des Erdmittelalters (Unter- und Oberkreide). Diese Gesteine liegen über einem Sockel aus gefalteten Gesteinen des Erdaltertums (Devon, Karbon). Im Übergangsbereich zum Münsterland werden die Kreideschichten zunehmend von einer geringmächtigen, meist sandigen Lockergesteinsschicht aus dem Eiszeitalter (Quartär) überdeckt, die aus Flusssedimenten der Ems und aus eiszeitlichen Ablagerungen wie Grundmoräne oder Schmelzwassersanden besteht.

In Bezug auf Böden lässt sich das Stadtgebiet morphologisch in drei Abschnitte gliedern. Die Böden der Rinnen, Täler und Niederungen im Südwesten sind bis dicht an die Oberfläche mit Grundwasser erfüllt. Diese Gleye sind natürliche Grünlandstandorte. Aus den Niederungen erheben sich Kuppen und Rücken aus Flugsand und Schmelzwassersand, Sedimente des Quartärs. Diese Sande sind zu nährstoffarmen, sauren Heideböden (Podsolen), zum Teil mit Ortstein im Unterboden, verwittert. Am Südwesthang des Teutoburger Waldes, zum Beispiel bei Künsebeck, nehmen sie große Flächen ein. Als Folge historischer Landbautechniken und langjähriger Ackernutzung bestehen diese Böden zum Teil tiefreichend aus Humus, vereinzelt mit Plaggenauftrag (Plaggenesch). Südwestlich des Hauptkamms des Teutoburger Waldes liegen einige isolierte Kuppen, zum Beispiel die Hesseler Berge. Hier sind aus Kalk- und Mergelsteinen der Oberkreide flachgründige, tonig-lehmige Böden (Rendzinen) entstanden. Diese basenreichen Böden sind typische Edellaubholzstandorte. Der Hauptkamm, der im Stadtgebiet zum Beispiel durch die Große Egge vertreten wird, besteht aus Sandsteinen der Unterkreide. Auf ihm haben sich mächtige, saure, steinige Heideböden gebildet.

Halle eignet sich mittelmäßig bis gut, in Kammlagen sehr gut, zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen (vgl. dazu die nebenstehende Karte).

[Bearbeiten] Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets

Flächennutzung in Halle

Die Stadt umfasst eine Fläche von 69,21 km². Der überwiegende Teil besteht aus landwirtschaftlich genutzter Fläche und Waldfläche, zusammen etwa 83 %, gefolgt von bebauter Fläche und Verkehrsfläche, zusammen etwa 15 %. Die größte Ausdehnung sowohl in Nordsüdrichtung als auch in Ostwestrichtung beträgt jeweils etwa 10 km. Der nördlichste Punkt liegt nördlich von Eggeberg bei etwa 52° 05′ 32″ N, 8° 20′ 60″ O, der südlichste Punkt südlich von Kölkebeck bei 51° 59′ 38″ N, 8° 17′ 24″ O.

Fläche
nach Nutzungsart
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-
und Freifläche
Verkehrs-
fläche
Betriebs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 45,5 11,68 6,73 3,86 0,85 0,30 0,23 0,13
Anteil an Gesamtfläche 65,68 % 16,86 % 9,71 % 5,57 % 1,23 % 0,43 % 0,33 % 0,19 %

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Borgholzhausen Werther
Versmold Bild:Windrose_klein.svg
Harsewinkel Steinhagen

Halle grenzt im Nordwesten an die Stadt Borgholzhausen, im Nordosten an die Stadt Werther, im Südosten und Süden an die Gemeinde Steinhagen, im Südwesten an die Stadt Harsewinkel und im Westen an die Stadt Versmold, die alle dem Kreis Gütersloh angehören. Größere Städte in der Nachbarschaft sind Bielefeld und Gütersloh, die beide ca. 15 km von Halle entfernt liegen.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Ortsteile von Halle

Halle (Westf.) gliedert sich in zehn Ortsteile, von denen neben der Kernstadt Halle nur das industriell-vorstädtisch geprägte Künsebeck, sowie die dörflich-ländlichen Stadtteile Bokel, Hesseln, Hörste und Kölkebeck geschlossene Ortsgebiete sind. Während die dörflichen-ländlichen Ortsteile als eigenständige Gliederungsbestandteile des Stadtgebietes klar erkennbar sind, ist der Übergang zwischen Halle und Künsebeck fließend. Oldendorf und Gartnisch sind im Ortsgebiet von Halle vollständig aufgegangen. Eggeberg und Ascheloh sind gering besiedelte Gemarkungen. Die vorgenannte Gliederung wird nicht von der Hauptsatzung der Stadt geregelt, diese unterscheidet keine einzelnen Ortsteile.

Einen Überblick über die Bevölkerungszahlen der Ortsteile gibt folgende Tabelle[2]:

Ortsteil Einwohner
Bokel 854
Halle 13.558
Hesseln 1.406
Hörste 1.681
Kölkebeck 503
Künsebeck 3.583
Gesamt 21.585
Niederschlagsdiagramm Steinhagen-Brockhagen

[Bearbeiten] Klima

Halle gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an. Es liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig-warm. Zum Klima in der Region Ostwestfalen-Lippe, zu der Halle gehört, siehe auch den Artikel Klima in Ostwestfalen-Lippe.

Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. Insgesamt fallen an der südlich von Halle gelegenen Messstation Brockhagen der unmittelbar benachbarten Gemeinde Steinhagen im langjährigen Mittel 775 mm Niederschlag je Jahr. Somit fällt mehr Niederschlag, als im deutschen Mittel (700 mm), allerdings deutlich weniger Niederschlag, als von der Messstation aus in nördlicher Richtung zum Stadtgebiet Halle hin. Dort fallen durch die Regenfängerwirkung des Teutoburger Walds aufgrund von Steigungsregen bis zu 1.200 mm Niederschlag je Jahr.

[Bearbeiten] Geschichte

Halle liegt im Ravensberger Land oder auch in der Grafschaft Ravensberg, abgeleitet von der im benachbarten Borgholzhausen gelegenen Burg Ravensberg. Die Wechselfälle der Geschichte wurden in Halle insbesondere von Osnabrücker Bischöfen, Napoleon und deutschen Kaisern beeinflusst.

Das Gebiet der Stadt und des ehemaligen Kreises Halle gehörte früher zur Grafschaft Ravensberg. Diese war umgeben von den Fürstentümern Osnabrück, Münster, Paderborn und Minden und war Grenznachbar zum Fürstentum Lippe. Im Gegensatz zu diesen ist Ravensberg aber immer ein weltliches Besitztum gewesen, welches zunächst den Ravensberger Grafen und dann deren Jülicher Erben gehörte. Nach dem Aussterben auch dieses Adelsgeschlechtes kam die Grafschaft mit anderen an das Haus Kleve-Mark und rund ein Jahrhundert später über das Kurfürstentum Brandenburg an das Königreich Preußen.

Replikat der Tauschurkunde

Im Jahre 1246 tauschte Bischof Engelbert von Osnabrück mit dem Kloster Iburg die am Südrand seines Bistums gelegene Kirche „tor Halle“ mit allen Rechten und Zubehör gegen die Kirche in Rheda mit allen damit verbundenen Rechten und Einkünften. In diesem Schriftstück vom 9. Mai 1246, das den Kirchentausch besiegelt - gewissermaßen der „Geburtsurkunde“ -, wird Halle erstmals erwähnt. Älter als der heutige Siedlungskern sind die beiden Dörfer Oldendorf und Gartnisch, heute Ortsteile, die die Innenstadt im Osten bzw. Westen umschließen. Sie werden bereits Ende des 11. Jahrhunderts urkundlich erwähnt.

Das Ravensberger Urbar, vollendet 1556, verzeichnet für die Jahre zwischen 1491 und 1541 für Halle 49 Namen, davon 26 freie Bürger und 23 Eigenhörige des Landesherren bzw. der adeligen Gutsherren in Steinhausen und Tatenhausen. Für das 16. Jahrhundert wird die Einwohnerschaft auf 350 Köpfe geschätzt. In diese Zeit fällt die Umwälzung durch die Reformation, die sich in Ravensberg und damit auch in Halle nach und nach durchsetzte. Nur einige Adelsgeschlechter bleiben beim katholischen Glauben, darunter die Herren des Schlosses Tatenhausen, in deren Herrschaftsbereich weiterhin die katholische Gemeinde Stockkämpen existierte und bis heute existiert.

Im Jahr 1505 erlaubte Herzog Wilhelm IV. von Jülich-Berg seinem Statthalter Graf Philipp II. von Waldeck unter anderem im Amt Ravensberg Bergwerke zu errichten. Diese Erlaubnis führte zu einem etwa vierhundertjährigen Kohle- und Erzbergbau in der Gemeinde. Die erste Grube befand sich vermutlich im heutigen Grenzgebiet zwischen Halle und Werther. Im der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde auch in Eggeberg (beim Hof Düfelsiek) nach Kohle geschürft. Man suchte auf dem Kamm des Teutoburger Waldes auch nach oberflächennahen Erzen. Holz zum Ausbau der Gruben war im Teutoburger Wald reichlich vorhanden. Mitte des 18. Jahrhunderts rentierte sich der Kohleabbau wegen der hohen Holzpreise und Schwierigkeiten, billigere Kohle zu importieren. Zur Zeit des Bergbaubooms im 19. Jahrhundert gab es in und um Halle 23 Grabungen nach Kohle und 24 nach oberflächenahem Eisenerz. Die Grabungen wurden 1883 geschlossen, da durch die steigende Bedeutung der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft Kohle preiswerter aus dem Ruhrgebiet geliefert werden konnte. 1923 wurde wegen der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen ein Stollen kurzzeitig wieder in Betrieb genommen.

Am 17. April 1719 wurden Halle vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. Stadtrechte zugesprochen und es war 150 Jahre lang selbst Kreisstadt. Infolge der preußischen Niederlage gegen Napoleon kam die Stadt von 1807 bis 1813 unter französische Herrschaft. Zeitweise war Halle sogar geteilt, durch die Stadt verlief (unter anderem entlang des Haller Laibachs) die Grenze zwischen dem Kaiserreich Frankreich und dem Königreich Westfalen. In dieser Zeit litt die Bevölkerung unter den drückenden Lasten, die die Finanzierung der napoleonischen Kriege mit sich brachten.

1813 übernahm Preußen wieder die Verwaltung. Halle kam zum Regierungsbezirk Minden der Provinz Westfalen und wurde 1816 Hauptstadt eines eigenen Kreises, der bis 1973 aus den heutigen Städten und Gemeinden Halle, Werther, Steinhagen, Borgholzhausen und Versmold bestand und seither auch heute noch im täglichen Sprachgebrauch als Altkreis bezeichnet wird.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein blieb Halle landwirtschaftlich geprägt, es wurde Getreide, Flachs oder Hanf angebaut und Viehwirtschaft betrieben. Die Verkehrslage von Halle an mehreren überregionalen Straßen war nicht ungünstig, allerdings gab es bis 1844 keine gepflasterten Straßen und die Stadt stand stets im Schatten von Bielefeld.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte die Stadt ihr Bild mit der einsetzenden Industrialisierung und gewann an Bedeutung. Dabei spielte insbesondere die Anbindung an die Bahnstrecke Haller Willem (Bielefeld–Osnabrück) seit 1886 eine große Rolle. Es entstanden eine Branntweinbrennerei (Kisker), Fleischwarenfabriken und holzverarbeitende Betriebe.

Die nächste grundlegende Veränderung brachte der Zweite Weltkrieg bzw. seine Folgen. Ab März 1933 war die NSDAP die tonangebende Macht im Haller Rathaus. Im Juni 1936 wurde in Halle der Kreisparteitag abgehalten. Am 10. November 1936 setzten Nationalsozialisten ein in jüdischem Besitz befindliches Haus im nahegelegenen Brockhagen in Brand. In Halle begannen im Dezember 1941 Deportationen von Juden in die Vernichtungslager, bis Kriegsende wurden 19 Bürger aus Halle und Werther ermordet. Einer Frau gelang am Bahnhof Bielefeld während des Transportes die Flucht und sie überlebte den Holocaust. Im Jahr 1942 wurden in Halle 639 Zwangsarbeiter eingesetzt. 1943 gab es bereits 21 Gemeinschaftslager für ausländische Arbeitskräfte. Für den den 11. April 1944 ist eine Zahl von 1.460 Kriegsgefangenen auf Haller Gebiet bekannt. Halle blieb vom Luftkrieg weitestgehend verschont.

Der Krieg endete in Halle am 2. April 1945 mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen. Infolge der Aufnahme und Integration zum Ende des Krieges einer großen Zahl von Flüchtlingen kam es zu gravierenden wirtschaftlichen und demographischen Verschiebungen.

Nach fast 160 Jahren verlor Halle seine Stellung als Kreisstadt während der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im Jahr 1973, als die Kreise Halle und Wiedenbrück zum neuen Kreis Gütersloh zusammengeschlossen wurden.

Über den Namen Halle und die Entstehung des Ortes scheinen keine Urkunden zu existieren. Die weitest verbreitete (aber nicht belegbare) Erklärung ist, dass er von „hale“ abgeleitet wird, was Salz bedeutet.

[Bearbeiten] Religionen

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung gehört den evangelischen Kirchen an, etwa 15 % der römisch-katholischen Kirche. Neben den beiden landeskirchlichen Gemeinden, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und der katholischen Kirchengemeinde Herz-Jesu gibt es die freikirchlichen Gemeinden Mennoniten-Brüdergemeinde, neuapostolische Gemeinde und freie evangelische Gemeinde. Außerdem sind die Zeugen Jehovas und die kurdischen Jesiden mit einer Gemeinde vertreten und muslimische Gläubige finden den Türkisch-Islamischen Kulturverein als Anlaufstelle.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Zum 1. Oktober 1938 wurde die Gemeinde Oldendorf b. Halle in die Stadt Halle eingemeindet. Zum 1. Oktober 1956 wurde ein Teil der Gemeinde Gartnisch nach Halle umgemeindet.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden zum 1. Juli 1969 mit dem „Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Halle“ vom 24. Juni 1969 die Gemeinden Ascheloh, Eggeberg und Gartnisch aus dem Amt Halle (Westf.) in die Stadt Halle eingegliedert. Zum 1. Januar 1973 wurde Halle im Zuge der Umsetzung des „Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Bielefeld (Bielefeld-Gesetz)“ vom 24. Oktober 1972 mit den Gemeinden Bokel, Hesseln, Hörste, Kölkebeck und Künsebeck aus dem Amt Halle sowie einigen Gebietsteilen der Gemeinden Amshausen, Borgholzhausen, Brockhagen und Theenhausen zur neuen Stadt Halle zusammengeschlossen. Das Amt Halle wurde aufgelöst; Rechtsnachfolgerin ist die Stadt Halle.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Halle von 1818 bis 2007 (untere Linie: jeweiliger Gebietsstand, obere Linie: heutiger Gebietsstand)

Die Einwohnerzahlen von Halle lassen sich (mit Einschränkungen) bis in das Jahr 1491 zurückverfolgen. In den Jahren 1491 bis 1541 wird die Einwohnerzahl mit ca. 49 angegeben. Zwischen 1500 und 1600 wuchs diese Zahl auf ca. 350.

Für das Jahr 1818 kann erstmals eine genaue Zahl angegeben werden, Halle verfügte damals 1.070 Einwohner. Dabei sind die Einwohner der Gemeinden nicht mitgezählt, die heute zum Stadtgebiet gehören. Im Jahr 1871 hatte Halle 1.480 Einwohner (damaliger Gebietsstand, also ohne spätere Eingemeindungen) bzw. 5.545 Einwohner (heutiger Gebietsstand). Diese Zahlen stiegen auf 3.393 (damaliger Gebietsstand) bzw. 8.169 (heutiger Gebietsstand) Einwohner.

Aufgrund eines großen Zustroms an Flüchtlingen in der Folge des Zweiten Weltkriegs stieg die Einwohnerzahl zum 31. Dezember 1961 auf 15.258 an (heutiger Gebietsstand), dazwischen erreichte sie im Herbst 1945 mit ca. 44.000 Einwohnern als direkte Kriegsfolge einen Höchststand. Die erste Volkszählung nach der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im Jahr 1987 ergab für die Stadt Halle eine Einwohnerzahl von 18.161. Diese Zahl wuchs bis Ende 2006 stetig auf 21.329 Einwohner an. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht den Bevölkerungszuwachs über den gesamten angegebenen Zeitraum (ohne 1945).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Halle nach dem jeweiligen Gebietsstand, bei einigen Zahlen zusätzlich nach heutigem Gebietsstand. Änderungen des Gebietsstandes ergaben sich durch die Eingemeindung der Gemeinde Oldenburg b. Halle zum 1. Oktober 1938 (1933: 701 Einwohner), die Teileingemeindung der Gemeinde Gartnisch zum 1. Oktober 1956 (1950: 104 Einwohner), die Eingemeindungen der Gemeinden Ascheloh, Eggeberg und Gartnisch zum 1. Juli 1969 (1961: zusammen 1799 Einwohner) sowie den Zusammenschluss mit den Gemeinden Bokel, Hesseln, Hörste, Kölkebeck, Künsebeck und kleinerer Teile weiterer Gemeinden zum 1. Januar 1973.

Bei den Zahlen handelt es sich vor 1818 um ungefähre Angaben, von 1818 bis 1970 und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[3][4][5][6] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik[7]. Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1871 sowie für 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurden die Einwohnerzahlen nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1491 49
1541 49
1600 350
1818 1.070
1831 1.280
1837 1.343
1843 1.452
1849 1.423
1852 1.447
Jahr Einwohner
1858 1.415
1861 (3. Dez.) 1.445
1867 (3. Dez.) 1.503
1871 (1. Dez.) 1.480
5.545 1
1885 (1. Dez.) 1.711
1895 (1. Dez.) 1.758
1905 (1. Dez.) 1.841
1925 (16. Juni) 2.094
Jahr Einwohner
1933 (16. Juni) 2.309
1939 (17. Mai) 3.393
8.351 1
1946 (29. Okt.) 5.234
1950 (13. Sep.) 5.805
13.853 1
1961 (6. Juni) 7.542
15.573 1
1970 (27. Mai) 10.123
17.458 1
Jahr Einwohner
1975 (31. Dez.) 17.868
1980 (31. Dez.) 18.556
1985 (31. Dez.) 18.323
1987 (25. Mai) 18.161
1990 (31. Dez.) 18.841
1995 (31. Dez.) 19.502
2000 (31. Dez.) 20.478
2005 (31. Dez.) 21.283
2007 (31. Dez.) 21.177

1 heutiger Gebietsstand

Das Kommunalprofil[8] des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik für Halle weist Halle als Typ „Kleine Mittelstadt“ aus und vergleicht die Stadt mit anderen Städten dieses Typs. Während die Bevölkerungsentwicklung in Bezug auf andere Städte gleichen Typs bis ca. 2001 vergleichbar ist, ist seitdem der Bevölkerungszuwachs deutlich höher. Der Durchschnitt des Typs „Kleine Mittelstadt“ erreichte bis 2007 auf einem Index (1976 = 100) einen Wert von etwa 115, während dieser Index im Fall von Halle bei 119 liegt, also etwa 3,5 % höher. Bei einem Vergleich des Bevölkerungszuwachses mit dem des Landes Nordrhein-Westfalen steigt dieser Wert sogar auf ca. 12,3 %. Allerdings rekrutiert sich der Zuwachs seit Jahren im wesentlichen aus Migration, da das Verhältnis zwischen Geburten- und Sterberate in etwa ausgeglichen ist.

Im Vergleich sowohl zu anderen Städten gleichen Typs als auch zum Land Nordrhein-Westfalen ergeben sich keine statistisch signifikanten Abweichungen in Bezug auf die Bevölkerungsstruktur nach Altersklassen, hingegen hat Halle im Vergleich eine signifikant geringere Anzahl an Schwerbehinderten.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2004
Zum Vergleich: Sitzverteilung im Stadtrat von 1999 bis 2004

Der Haller Stadtrat hat gegenwärtig 28 Mitglieder. Es sind derzeit als Ergebnis der Kommunalwahl am 26. September 2004 die CDU, die SPD, Grüne, die FDP, sowie die UWG und die STU (Südtrassenunion) vertreten.

Die Kommunalpolitik in Halle ist stark von lokalen Themen geprägt. Eines der größten Themen der Wähler ist dabei der zukünftige Umgang mit der Autobahn 33 (siehe unten). So stellte sich bei der Kommunalwahl 2004 erstmals die Südtrassenunion (STU) zur Wahl, die sich den Weiterbau der A 33 auf einer bestimmten Trassierung zum Programm gemacht hat. Die STU erreichte auf Anhieb sechs Sitze, sie nahm insbesondere der CDU, aber auch der SPD Stimmenanteile ab.

2004 1999 1994 1989 1984 1979
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 14 36,08 19 49,06 17 40,94 n/v 37,62 18 43,23 18 46,40
SPD 11 27,76 12 31,54 14 36,01 n/v 34,10 15 35,73 14 35,23
Grüne 3 8,06 3 8,03 4 11,17 n/v 9,29 4 9,88 - -
FDP 2 5,23 2 4,50 2 5,43 n/v 10,07 0 4,89 3 8,30
UWG 2 6,09 2 6,88 2 6,44 n/v 8,91 4 6,27 2 10,07
STU 6 16,78 - - - - - - - - - -

[Bearbeiten] Bürgermeister

Amtierende Bürgermeisterin ist seit 9. Juli 2002 Anne Rodenbrock-Wesselmann (SPD). Sie ist die zweite Frau in Nordrhein-Westfalen, die in direkter Wahl zur hauptamtlichen Bürgermeisterin gewählt wurde.

Ihre Vorgänger bis in die 1960er-Jahre waren Jürgen Wolff (CDU, 1997–2002, hauptamtlich), der bei Erreichen der Altersgrenze von 68 Jahren aus dem Amt schied, davor Wilhelm Bentlage (CDU, 1969–1997, ehrenamtlich), der für seine Verdienste zum Haller Ehrenbürgermeister ernannt wurde, und davor Amtsbürgermeister Heinrich Thomas (CDU, bis 1969), der einen Tag vor den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Kreises Halle unerwartet verstarb.

Name Amtszeit Bemerkung
Anne Rodenbrock-Wesselmann seit 2002 zweite direkt gewählte Bürgermeisterin in Nordrhein-Westfalen
Jürgen Wolff 1997–2002 ausgeschieden aus Altersgründen
Wilhelm Bentlage 1969−1997 Ehrenbürgermeister
Heinrich Thomas bis 1969 im Amt verstorben

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen von Halle zeigt auf rot drei silberne gestielte Lilien. Darauf als Herzschild das Wappen der Grafschaft Ravensberg (drei rote Sparren auf silber).

1908 erstmals verliehen durch Erlass des Königs von Preußen, nach der kommunalen Neuordnung unverändert übernommen. Die drei Sparren weisen auf die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Ravensberg hin, die drei Lilien gehen vermutlich auf ein Gemeindesiegel aus dem 18. Jahrhundert zurück.

Der ursprüngliche Entwurf des Wappens sah unter dem heutigen Herzschild und Lilien ein größeres Schild vor, auf dem sich das Herzschild befand. Das große Schild hatte oben eine Burgmauer nebst Burgtor sowie drei Zinnentürmen. Darüber hinaus war im Ursprungsentwurf das Herzschild eckig. Der preußische König genehmigte das Wappen zwar, machte aber folgenden Zusatz: „Seine Majestät finden jedoch, daß die Form des Herzschildes im Wappen zu einförmig gehalten ist und empfehlen, dafür die gebräuchliche Form zu wählen, wie seine Majestät sie neben dem Entwurf Allerhöchsteigenständig anzudeuten geruht haben“. Dem Vorschlag des Königs wurde Folge geleistet.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Die Städtepartnerschaft zwischen Halle (Westfalen) und Frankreich Ronchin (Frankreich) besteht seit dem 22. September 1984. Der Partnerschaft zu Ehren wurde ein zentraler Platz im Ortskern Ronchin-Platz benannt. Es bestehen regelmäßiger Kulturaustausch und sportliche Begegnungen. Zum Stadtfest Haller Willem ist Ronchin jeweils mit einem Stand vertreten, der lokale Spezialitäten anbietet.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Haller Herz mit evangelischer Pfarrkirche (davor der Ronchin-Platz)
Im Haller Herz, Blick Richtung Osten
Bahnhofstraße 10 mit Utlucht
Kiskerhaus
Schinkenhaus (im Vordergrund) und Destille
Remise
Herz-Jesu-Kirche
Amtsgericht mit Kriegerdenkmal

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Innerorts

Die evangelische St. Johanniskirche liegt inmitten des baumbestandenen, von Fachwerkbauten gesäumten Kirchplatzes. Der ursprünglich einschiffige Gewölbebau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit quadratischem Chor und Westturm wurde im 15. Jahrhundert um das südliche Seitenschiff ergänzt. Der nördliche Anbau stammt von 1886. Im Inneren blieben Reste der Barockausstattung erhalten, darunter die Kanzel aus Sandstein von 1716, sowie auch der frühgotischen Ausmalung, wie Dekorationen mit Lilienmotiven. Im nördlichen Seitenschiff findet sich eine Emporenbrüstung von 1661. Im Jahr 1992 erhielt die Kirche eine neue Orgel. Bis 1828 war der Kirchplatz der wichtigste Haller Friedhof.

Bis heute blieb im Ortskern eine größere Zahl von Fachwerkbauten erhalten. Die Kirchringbebauung, „Haller Herz“ genannt, ist von einer eindrucksvollen Geschlossenheit, für die es in der weiteren Umgebung nur noch wenige Vergleichsbeispiele gibt (vgl. Delbrück, Gütersloh). Der älteste Bau ist Kirchplatz Nr. 3, der dendrochronologisch auf das Jahr 1512 datiert wurde. Kirchplatz Nr. 11 verfügt über eine mit Fächerrosetten beschnitzte Fassade, die nach dem Abbruch des ursprünglichen Gebäudes einem Neubau vorgeblendet wurde. In der nahegelegenen Bahnhofstraße befinden sich weitere ansehnliche Fachwerkbauten. Besonders stattlich ist das Haus Nr. 10 aus dem 17. Jahrhundert mit straßenseitiger Utlucht.

Das Kiskerhaus, heute Volkshochschule, ist das Stammhaus der Kisker-Brennereien und besteht aus einem älteren Kernbau von 1692, der 1712 erweitert wurde. Es diente als Wohnhaus und Kontor. Zum Gebäudekomplex auf dem gleichen Gelände gehören weiterhin das Schinkenhaus, ein verputztes Massivhaus mit Mansarddach, bei dem der Nordwestgiebel in Fachwerk ausgeführt ist, die Destille, die zu Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und in der heute noch die alte Destillieranlage im Keller zu sehen ist, sowie die Remise, die um 1880 erbaut wurde und als Lager und Werkstattschuppen diente.

Die katholische Herz-Jesu Kirche wurde am 14. November 1909 eingeweiht. Ihr Bau war von Gräfin Julia Korff-Schmising-Kerßenbrock gestiftet worden.

Vor dem Altbau des Amtsgerichtes Halle (Westf.) findet sich ein Kriegerdenkmal, das 1898 errichtet wurde. Seine Inschrift lautet: Ihren in den siegreichen Feldzügen 1866 und 1870/71 gefallenen Soehnen in Darkbarkeit; Die Kirchengemeinde Halle i./W. 1898.

Auf dem Ronchin-Platz befindet sich das Denkmal Haller Willem. Es erinnert an Wilhelm Stukemeyer, den letzten Pferdefuhrmann, der zwischen Halle und Bielefeld mit seinen Pferden Menschen und Güter transportierte, bevor 1886 die Bahnstrecke eröffnet wurde. Diese Bahnstrecke trägt Stukemeyer zur Ehren ebenfalls den Namen Haller Willem.

[Bearbeiten] Außerorts

Kaffeemühle und Hagedorn-Denkmal

Das Wasserschloss Tatenhausen liegt im Tatenhauser Wald. Die heutige Anlage wurde 1540 im Stil der Weserrenaissance erbaut.

Die Kaffeemühle (52° 04′ 09″ N, 8° 22′ 03″ O) ist ein Bauwerk im Teutoburger Wald in Hanglage des Berges Knüll. Sie wurde als Teil einer größeren Gartenanlage (Bergkamps-Besitzung), die 1791 begonnen wurde, erbaut von Hermann Hagedorn, einem Bremer Kaufmann, dessen Vater in Halle wohnte. Sie befindet sich seit 1904 im Wege einer Schenkung der Familien Julius und Florenz Kisker im Besitz der Stadt Halle. Von hier aus bieten sich Ausblicke auf die Stadt sowie in das weitere Umland in Richtung Süden. Der Name des Bauwerks leitet sich aus der großen Ähnlichkeit zu einer Kaffeemühle her.

Etwas unterhalb der Kaffeemühle befindet sich das Hagedorn-Denkmal, errichtet zu Ehren von Hermann Hagedorn anlässlich seines 68. Geburtstags.

An mehreren Stellen im Hanggebiet des Teutoburger Waldes finden sich umfasste Waldgräber, so zum Beispiel bei 52° 04′ 11″ N, 8° 22′ 00″ O das Grab von Frederike Delius, einer Schwiegertochter von Hermann Hagedorn. Bei 52° 04′ 01″ N, 8° 22′ 13″ O liegt das Waldgrab der Familie Kisker.

Ebenfalls in Hanglage des Teutoburger Waldes befindet sich ein Walther-von-der-Vogelweide-Denkmal (52° 04′ 06″ N, 8° 22′ 13″ O). Der Bau wurde Ende der 1920er-Jahre vom Männergesangsverein Ravensberg angeregt, obwohl schon damals davon ausgegangen werden musste, dass er sich nie in der Region aufgehalten hatte. Der Männergesangsverein wollte durch den Bau seine große Verbundenheit zu Walther von der Vogelweide ausdrücken. Das Denkmal wurde 1930 zu seinem 700. Todesjahr enthüllt. Seitdem veranstaltet der Männergesangsverein am Denkmal sein traditionelles Pfingstsingen. Die Inschrift des Denkmals lautet: Grüß Gott mit hellem Klang / Heil deutschem Wort und Sang; Zur Erinnerung an das 700. Todesjahr Walther's von der Vogelweide / Halle (Westf.) den 29. Juni 1930 / Männer-Gesang-Verein Ravensberg / „Walther von der Vogelweide, wer sein vergäße, tät mir leid!“. Das Denkmal ist eine Station auf dem Kulturpfad Teutoburger Wald Laibachweg.

Auf einem markierten Rundweg, der bei 52° 04′ 27″ N, 8° 22′ 02″ O mit einer Informationstafel über die Bergbaugeschichte Halles beginnt, wird der Wanderer an alten Stollen sowie dem Zechenhaus vorbeigeführt.

[Bearbeiten] Parks

Auf dem Gebiet der Stadt Halle gibt es zwei Parks, einen am Wasserschloss Tatenhausen[9] (nicht öffentlich zugänglich), einen weiteren in Stockkämpen[10], beide im Bereich des Ortsteils Hörste.

Der Friedhof I in der Nähe des Bahnhofs Halle (Westf.) ist mit großen Freiflächen parkähnlich angelegt. Zahlreiche Spielplätze, darunter auch solche mit verhältnismäßig großer Fläche, wie zum Beispiel der Spielplatz am Laibach, werden von der Bevölkerung mitunter als Park genutzt.

Das Stadtgebiet ist Teil des Naturparks TERRA.vita, ehemals Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge.

[Bearbeiten] Museen

In Halle findet sich das weltweit einmalige „Museum für Kindheits- und Jugendwerke bedeutender Künstler“. Hier stehen insbesondere die Jugendmalereien von Künstlern wie Paul und Felix Klee, August Macke, Ernst Ludwig Kirchner und Pablo Picasso im Mittelpunkt der Museumsarbeit.

Im Kiskerhaus finden in der Galerie der Remise regelmäßig Einzel- oder Gruppenausstellungen mit Regionalbezug und mit Schwerpunkt bildende Kunst statt. Es werden zeitgenössische Grafiken, Bildhauerarbeiten, Acryl-, Öl- und Aquarellmalereien und Fotoarbeiten gezeigt.

In der alten Lederfabrik Güttgemanns (errichtet 1912) haben mehr als 15 lokale Künstler und Kunsthandwerker ihr Domizil. Gemeinsame Ausstellungen und Präsentationen werden regelmäßig organisiert.

[Bearbeiten] Musik

In Halle finden im Februar die überregional bekannten „Haller Bachtage“ statt. Innerhalb einer Woche werden Chor- und Orchesterkonzerte, Kammer- und Orgelkonzerte veranstaltet. Neben dem Haller Bach-Chor werden häufig auch internationale Klassikstars wie zum Beispiel Peter Schreier, Thomas Quasthoff oder Petr Eben verpflichtet.

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

Der Tatenhauser Wald ist auf 177 ha durch die FFH-Richtlinie geschützt. In ihm leben seltene Fledermausarten wie die Bechsteinfledermaus, das Große Mausohr und die Teichfledermaus. Der Laibach ist außerdem Lebensraum für den Eisvogel. Das Schutzgebiet ist das einzige nachgewiesene Vorkommen des Heldbocks. Typische Biotoparten sind Buchen- und Eichenmischwälder mit hohen Altholzanteilen und Erlen-Eschen-Auenwälder.

[Bearbeiten] Sport

Halle ist jedes Jahr im Juni Austragungsort der Gerry Weber Open, des einzigen ATP-Rasentennisturniers in Deutschland. Tennisprofis nutzen das Turnier zur Vorbereitung auf Wimbledon. 2007 war das Gerry-Weber-Stadion, das zweitgrößte Stadion des Kreises Gütersloh, Spielort der Handball-Weltmeisterschaft der Herren.

Die Herren des TC Blau-Weiß Halle wurden 1995 und 2006 Deutscher Mannschaftsmeister im Tennis.

Interessierten bieten sich vielfältige Möglichkeiten, sich innerhalb von Vereinen sportlich zu betätigen[11]:

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Vor der Party im gelben See

Neben den in vorangegangenen Abschnitten beschriebenen Gerry-Weber-Open und Bachtagen gibt weitere jährliche stattfindende Veranstaltungen. Dies sind jeweils an Himmelfahrt das Stadtfest Haller Willem, eine Kirmes rund um die Kirche im Ortsteil Hörste, der sogenannte Hörster Bummel, der Handsärmelball (Volksfest) im August, der Weihnachtsmarkt, der an einem Adventssonntag im Haller Herz veranstaltet wird und die Party im gelben See. Dabei handelt es sich um ein Volksfest, das auf einem Acker mit blühenden Sonnenblumen stattfindet, die eigens zu diesem Anlass gesät werden. Weiterhin gibt es, ebenfalls im jährlichen Turnus die Gewerbeschau Gartnisch, eine Endverbraucherschau des lokalen Gewerbes.

Ein Markt findet wöchentlich dienstags (nachmittags) und freitags (vormittags) in der Fußgängerzone von Halle statt.

[Bearbeiten] Infrastruktur und Wirtschaft

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Halle ist über die Bundesstraße 68 an das Fernstraßennetz angebunden. Durch Halle verläuft die Planungstrasse der Bundesautobahn 33. Seit einigen Jahrzehnten sind die Planungen ein Politikum. Zum einen soll sie die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 68 entlasten, zum anderen führt die geplante Trasse durch das FFH-Gebiet Tatenhauser Wald.

[Bearbeiten] Schienen- und Busverkehr

Bahnhof Halle (Westf) mit Sonderzug während des Stadtfestes Haller Willem im Mai 2003

Der Bahnhof „Halle (Westf.)“ und die Haltepunkte „Künsebeck“, „Halle Gerry-Weber-Stadion“ und „Hesseln“ liegen an der Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld (KBS 402), auf der im Stundentakt (nach Bielefeld teilweise halbstündlich) die Regionalbahn „Haller Willem“ RB 75 verkehrt. Der Personennahverkehr wird von der NordWestBahn mit Talent-Dieseltriebwagen für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h durchgeführt. Die Strecke wurde 1886 eröffnet.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren Regiobusse nach Bielefeld, Gütersloh, Werther (Westfalen), Steinhagen, Brockhagen und Versmold. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der regionale Sechser-Tarif des Verkehrsverbundes OstWestfalenLippe und der NRW-Tarif. In Richtung Osnabrück gibt es einen Übergangstarif zur Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS-Plus).

Innerörtliche verkehrende Linien werden in Tagesrandzeiten und am Wochenende durch 4 Taxibuslinien ergänzt.

[Bearbeiten] Fuß- und Radverkehr

Halle liegt auf der Strecke von vier überregionalen Radfernwegen. Die BahnRadRoute Teuto-Senne führt von Osnabrück über Halle (Westfalen) und Bielefeld nach Paderborn. Die Radfernwege R 3 von Haaksbergen nach Bad Pyrmont und R 45 von Schledenhausen nach Hainchen führen durch Hörste und Bokel. Die ca. 500 km lange Wellness-Radroute Teutoburger Wald, die als Radrundweg ausgeführt ist, führt ebenfalls durch Halle. Durch das Stadtgebiet führen außerdem in Kleeblattform vom Haller Bahnhof ausgehend vier Radrundwege à gut 20 km.

Halle hat eine kurze Fußgängerzone, die dem Fußverkehr vorbehalten ist und in der jeweils Freitags ein Wochenmarkt stattfindet. Wanderern bieten sich zwölf beschilderte Rundwanderwege.

Auf dem Kamm des Teutoburger Waldes, also an der nördlichen Gemeindegrenze, verläuft der Hermannsweg, der als Wanderweg Rheine mit dem lippischen Velmerstot verbindet.

[Bearbeiten] Flugverkehr

Bielefeld als nächstgrößere Stadt verfügt nicht über einen Verkehrsflughafen. Daher sind etwas weitere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen, die allerdings vom zeitlichen Aufwand her den Wegen in einer Großstadt vergleichbar sind. In einer bis eineinhalb Stunden Fahrentfernung bietet sich eine Auswahl von vier Regionalflughäfen, wodurch die Anzahl von Destinationen, die mit Direktflügen erreichbar ist, recht hoch ist. Der Flughafen Münster/Osnabrück liegt ca. 55 km, der Flughafen Paderborn/Lippstadt ca. 70 km, der Flughafen Dortmund etwa 100 km und der Hannover rund 130 km entfernt.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Die namhaftesten Arbeitgeber in Halle sind die Gerry Weber International AG, ein börsennotiertes Mode- und Lifestyleunternehmen, und die August Storck KG, ein Süßwarenhersteller, dessen Hauptsitz sich zwar seit 1988 in Berlin befindet, seinen Ursprung jedoch in Halle hat und hier auch das Hauptwerk unterhält.

Weiterhin sind die Kisker-Brennereien, ein Spirituosenhersteller, hier ansässig, und die Firma Baxter International, die im Pharma- und medizintechnischen Bereich tätig ist, unterhält hier eine Zweigniederlassung.

[Bearbeiten] Medien

Hauptgeschäftsstelle des Haller Kreisblatts

[Bearbeiten] Druckmedien

Als Tageszeitungen erscheinen von Montags bis Samstags das Haller Kreisblatt, ein Kooperationspartner der Neuen Westfälischen, sowie eine Lokalausgabe des Westfalen-Blatts. Beide Zeitungen beziehen ihren Mantel von ihren jeweiligen Mantelredaktionen aus Bielefeld. Beide Zeitungen berichten im Lokalteil aus allen Gemeinden des Altkreises Halle. Darüber hinaus erscheint sonntäglich und kostenfrei die Zeitung OWL am Sonntag, ein Ableger des Westfalen-Blatts. Monatlich erscheint ebenfalls kostenfrei das Stadtmagazin Haller Willem (Auflage 10.500) sowie das Stadtmagazin Halle erleben von der Panorama Verlags- und Werbegesellschaft mbH, ebenfalls ein Ableger des Westfalen-Blatts.

[Bearbeiten] Radio und Fernsehen

Halle gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR. Weiterhin gehört Halle zum Sendegebiet von Radio Gütersloh, das es in der Berichterstattung als Lokalradio mit abdeckt.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Die Stadt bietet in ihren Einrichtungen verschiedene Dienstleistungen für die Haller Bürger an. Die Stadtbücherei hält etwa 30.000 Titel vor. Sie ist im denkmalgeschützten Brennereigebäude, das ehemals von der Fa. Kisker genutzt wurde. In diesem Gebäude ist auch das Stadtarchiv integriert.

Das Lindenbad ist ein Spaßbad, das Hallen- und Freibad kombiniert. Es wird betrieben von der Technische Werke Osning GmbH, den Stadtwerken in vollständigem Besitz der Stadt Halle.

Das örtliche Krankenhaus wird betrieben von der Klinikum Ravensberg gGmbH, die ein weiteres Krankenhaus in Versmold betreibt. Das Haus in Halle hat 163 Betten.

Das Amtsgericht Halle (Westf.) ist neben der eigenen Stadt zusätzlich zuständig für den Altkreis Halle, also die Städte bzw. Gemeinden Borgholzhausen, Steinhagen, Versmold und Werther.

Die freiwillige Feuerwehr Halle (Westfalen) ist für den Brandschutz im Stadtgebiet zuständig. Einsätze werden von den Löschzügen in Halle, Hörste und Kölkebeck aus gefahren.

[Bearbeiten] Bildung

Die Stadt bietet mit Ausnahme einer Gesamtschule alle gängigen Schulformen. Es gibt im Stadtgebiet verteilt vier Grundschulen, die Grundschule Gartnisch, die Lindenschule, die Grundschule Hörste und die Grundschule Künsebeck. Weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I sind die Hauptschule Halle und die Realschule Halle. Diese beiden Schulen sind im gleichen Gebäudekomplex untergebracht. Zusätzlich in der Sekundarstufe II gibt es das Kreisgymnasium Halle und das Berufskolleg Halle.

Darüber hinaus gibt es als Förderschule die Gerhard-Hauptmann-Schule und für die Erwachsenenbildung die Volkshochschule Ravensberg.

Einige Haller Schulen, insbesondere das Berufskolleg und das Kreisgymnasium haben über das Stadtgebiet hinaus Bedeutung, weil diese Schulformen in den Nachbargemeinden zum Teil nicht angeboten werden.

Im Jahr 2007 wurden an Haller Schulen (ohne Berufskolleg und Volkshochschule) mit 192 Lehrkräften insgesamt 2.898 Schüler unterrichtet, davon 32,7 % an den Grundschulen, 7,4 % an der Haupt- und 24,8 % an der Realschule, 30,9 % am Gymnasium, sowie 4,1 % an der Förderschule[8].

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Denkmal Haller Willem auf dem Ronchin-Platz

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Halle hat bisher keine Ehrenbürgerwürden verliehen. Zum Ehrenbürgermeister wurde Wilhelm Bentlage ernannt.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Jörg Ludewig (2006)

Folgende bekannte Persönlichkeiten wurden in Halle geboren:

[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten

Nicht in Halle geboren, aber hier gelebt und/oder gewirkt haben:

[Bearbeiten] Sonstiges

Halle ist auch bekannt als Lindenstadt, aufgrund der zahlreichen Linden im Stadtgebiet, zum Beispiel auf dem Kirchplatz. Die Linden, die früher die durch Halle verlaufende Alleestraße säumten, existieren jedoch nicht mehr.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Website der Stadt Halle (Westfalen): Einwohnerzahlen mit Stand 10. April 2007
  3. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966, S. 188
  4. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1964, S. 370–371.
  5. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970: Ergebnisse der Volkszählung am 27. Mai 1970. Düsseldorf 1972, S. 40.
  6. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110.
  7. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  8. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Halle (Westf.)
  9. Landesverband Westfalen-Lippe: Wasserschloss Tatenhausen
  10. Landesverband Westfalen-Lippe: Stockkämpen
  11. Website der Stadt Halle (Westfalen): Liste der Sportvereine

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Halle (Westf.) – Bilder, Videos und Audiodateien