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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Chemnitz | |
| Landkreis: | Mittelsachsen | |
| Höhe: | 304 m ü. NN | |
| Fläche: | 51,57 km² | |
| Einwohner: | 9236 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 179 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09661 | |
| Vorwahl: | 037207 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FG (alt: HC, MW) | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 22 230 | |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 09661 Hainichen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dieter Greysinger (SPD) | |
| Lage der Stadt Hainichen im Landkreis Mittelsachsen | ||
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Hainichen oder Gellertstadt genannt, ist eine sächsische Kleinstadt im Zentrum des Landkreises Mittelsachsen. Sie befindet sich 26 km nordöstlich von Chemnitz und am Ufer der kleinen Striegis.
Inhaltsverzeichnis |
Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Frankenberg/Sa., Striegistal, Rossau, Frankenstein und Oberschöna.
Zu Hainichen gehören die Ortsteile
Hainichen wurde am Ende des 12. Jahrhunderts von fränkischen Siedlern als Waldhufendorf gegründet und im Jahr 1276 erstmals urkundlich als Marktflecken villa forensis Heynichen erwähnt. Im Jahr 1282 wird das Städtchen civitas genannt.
Hainichen gehörte 1322–80 der Familie von Honsberg und ab 1450 der Familie von Schönberg [2]. Die Grundherrschaft einschließlich der Patrimonialgerichtsbarkeit oblag dem Rittergut Wingendorf [3] [4]. Am 1. Februar 1851 ging die Gerichtsherrschaft auf den sächsischen Staat über [4].
Am 23. April des Jahres 1800 wurde Hainichen von einem Tornado der Klasse F5 (nach der Fujita-Skala) heimgesucht. Große Stadtbrände gab es 1644, 1680, 1831 u. 1852[2].
Eine Gellertstiftung für Arme wurde in 1815 gegründet [5]. Am 14. Juli 1870 erfolgte die amtliche Festlegung der Schreibweise Hainichen für den Stadtnamen (vorher Haynichen).
Um 1859 wird Hainichen als „Amts- u. Fabrikstadt“ bezeichnet und verfügt über Woll-, Baumwoll- und Leinenspinnereien, Putzwarenfabriken, eine Gerberei sowie Wollhandel[2]. Hainichen erlangte europaweite Berühmtheit für die Qualität seiner Flanell- und Friesstoffe [5].
Die industrielle Entwicklung von Hainichen wurde durch die Bahnstrecke Roßwein–Niederwiesa begünstigt. Das Teilstück Niederwiesa–Frankenberg–Hainichen wurde in 1869 eröffnet und 1874 bis nach Roßwein erweitert.
Um 1885 bestanden 22 Spinnereien, 2000 Webstühle, Färbereien und Bleichen sowie Leder-, Lederlack-, Chenille- und Plüschfabriken. [6]
1933 wurde die Kleinlastwagenproduktion der Framo-Werke aus der Nachbarstadt Frankenberg nach Hainichen verlegt. Seit dieser Zeit ist die Automobilindustrie ein bedeutender Wirtschaftszweig.
Von April bis Juni 1933 befand sich ein Internierungslager (frühes KZ) der SA im Volks- und Sportheim in der Öderaner Straße [7]. Ca. 200 bis 300 Männer durchliefen dieses Lager. Die Häftlinge wurden anschließend nach KZ Sachsenburg und Schloss Colditz verbracht.
Ein Frauen-Außenlager des KZ Flossenbürg wurde von September 1944 bis April 1945 wurde in der damaligen Gottlob-Keller-Straße 2 betrieben, in dem 500 weibliche KZ-Häftlinge für die Framo Werke GmbH Zwangsarbeit verrichten mussten. Dazu kamen weitere Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern als Zwangsarbeiter.
Hainichen war von 1952 bis 1990 Sitz der Verwaltungseinheit Kreis Hainichen im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR.
1957 entstanden aus den Framo-Werken die VEB Barkas-Werke. Von 1961 bis 1991 wurden in Hainichen Kleinlasttransporter und Minibusse der Marke Barkas B 1000 produziert. In Hainichen befand sich Endmontage, während die Rohkarosserie und Komponenten in Frankenberg und Chemnitz hergestellt wurden.
Im Jahr 1985 fand die 800-Jahrfeier statt.
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Am 7. Oktober 1989 fand nachmittags eine Demonstration von knapp 20 Jugendlichen statt, die von der Volkspolizei aufgelöst wurde.
Im Anschluss an eine Diskoveranstaltung kam es in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober zu einer weiteren spontanen Demonstration von zunächst etwa 150 Personen, die auf der Gellertstraße gewaltsam von der Volkspolizei aufgelöst wurde. Etwa 30 bis 40 Personen wurden verhaftet und im Speisesaal des Ziegelwerkes unter menschenunwürdigen Umständen festgehalten. Mindestens 7 Personen wurden in das Gefängnis auf dem Kaßberg in Karl-Marx-Stadt überführt. Aufgrund des anhaltenden Druckes durch die Bevölkerung kamen die Gefangenen am 12. und 13. Oktober 1989 wieder frei.
Am 2. November 1989 bildete sich in Hainichen eine Untersuchungskommission zu den Ereignissen des 7./8. Oktober 1989. Es wurden mindestens acht Anklagen gegen Angehörige der Deutschen Volkspolizei erhoben und vier Verurteilungen ausgesprochen.
Die Produktion des Barkas B1000 wurde 1991 eingestellt. Der Maschinenpark wurde demontiert, aber die angestrebte Produktionsverlagerung nach China, Russland oder Litauen fand nicht statt.
Im Jahr 1994 wurde der Kreis Hainichen aufgelöst und Hainichen verlor den Status einer Kreisstadt. 1995 erregte der Fall des Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Hainichen Kurt Fischer für Aufsehen, der einer geplanten Entführung des Landrates Andreas Schramm für schuldig befunden wurde. Im Jahr 2005 wurde das Gellertgymnasium geschlossen.
(ab 1960 Stichtag: 31. Dezember):
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1551 | ca. 680 |
| 1748 [3] | ca. 1.265 |
| 1806 [9] | ca. 2.427 |
| 1834 [3] | 4.623 |
| 1847, ca. [10] | 5.580 |
| 1859, ca. [2] | 6.140 |
| 1871, [3] | 8.331 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1885 [6] | 8.053 |
| 1890 [3] | 8.260 |
| 1900 [11] | 7.932 |
| 1910 [3] | 7.862 |
| 1925 [3] | 7.809 |
| 1933 | 8.047 |
| 1939 [3] | 8.004 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1946 [3] | 8.875 |
| 1950 [3] | 11.984 |
| 1960 | 11.188 |
| 1964 [3] | 11.467 |
| 1990 [12] | 10.827 |
| 1998 [12] | 10.405 |
| 1999 [12] | 10.266 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2000 [12] | 10.061 |
| 2001 [12] | 9.888 |
| 2002 [12] | 9.744 |
| 2003 [12] | 9.628 |
| 2004 [12] | 9.554 |
| 2005 [12] | 9.502 |
| 2006 [12] | 9.314 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2007 [12] | 9.236 |
| 2008 [12] | 9.131 |
Hainichen ist eine schrumpfende Stadt. Von 1990 bis 2008 hat Hainichen 16% seiner Einwohner verloren. Unter Berücksichtigung der später eingemeindeten Ortsteile (1.842 Einwohner in 1990 [13]) betrug der Verlust 28%. Gemäß dem Demographiebericht der Bertelsmann-Stiftung wird die Stadt in 2025 nur noch ca. 7.500 Einwohner zählen [8]. Dies entspricht einer Verringerung um 34% (41% unter Berücksichtigung der Eingemeindungen) im Vergleich zu 1990.
| Jahr | Prognose Bertelsmann Stiftung [8] | Prognose Stat. Landesamt [14] |
|---|---|---|
| 2010 | 8.902 | 9.000 bis 9.100 |
| 2015 | 8.438 | |
| 2020 | 7.999 | 8.200 bis 8.500 |
| 2025 | 7.554 |
1950 wurden Berthelsdorf, Crumbach und Ottendorf eingemeindet. 1994 folgten Bockendorf, Cunnersdorf, Eulendorf, Gersdorf (einschließlich Falkenau) und Riechberg (einschließlich Siegfried) sowie 1999 Schlegel [3].
(Stand 2009)
Dieter Greysinger (SPD), seit dem 1. Dezember 2004
Hainichen weist ein Literatur- und Heimatmuseum zu Ehren von Gellert sowie eine von ungefähr 30 weltweit begehbaren Camera Obscuras auf.
Hainichen liegt an einer alten Salzstraße von Halle, Leipzig über Wurzen, Waldheim, Oederan und Sayda bis nach Prag.
Hainichen ist über die Anschlussstelle 73 der Bundesautobahn 4 und die Bundesstraße 169 zu erreichen. Die Stadt befindet sich im Tarifgebiet des Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), welcher von Hainichen aus einige Strecken bedient, unter anderem nach Chemnitz. Im Jahr 2004 wurde die Eisenbahnstrecke Niederwiesa–Hainichen–Roßwein (Kursbuchstrecke 516) nach umfangreicher Rekonstruktion auf dem Abschnitt bis Hainichen wieder eröffnet und von der City-Bahn Chemnitz bedient. Der Streckenabschnitt von Hainichen nach Roßwein durch das malerische Striegistal blieb von dieser Rekonstruktion ausgeklammert und wurde demontiert. Auf der Strecke ist ein Radwanderweg geplant.
In Hainichen haben folgende Einrichtungen und Institutionen ihren Sitz:
Altmittweida | Augustusburg | Bobritzsch | Bockelwitz | Brand-Erbisdorf | Burgstädt | Claußnitz | Döbeln | Dorfchemnitz | Ebersbach | Eppendorf | Erlau | Falkenau | Flöha | Frankenberg/Sa. | Frankenstein | Frauenstein | Freiberg | Geringswalde | Großhartmannsdorf | Großschirma | Großweitzschen | Hainichen | Halsbrücke | Hartha | Hartmannsdorf | Hilbersdorf | Königsfeld | Königshain-Wiederau | Kriebstein | Leisnig | Leubsdorf | Lichtenau | Lichtenberg/Erzgeb. | Lunzenau | Mittweida | Mochau | Mühlau | Mulda/Sa. | Neuhausen/Erzgeb. | Niederstriegis | Niederwiesa | Oberschöna | Oederan | Ostrau | Penig | Rechenberg-Bienenmühle | Reinsberg | Rochlitz | Rossau | Roßwein | Sayda | Seelitz | Striegistal | Taura | Waldheim | Wechselburg | Weißenborn/Erzgeb. | Zettlitz | Ziegra-Knobelsdorf | Zschaitz-Ottewig