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Hagen am Teutoburger Wald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald
Hagen am Teutoburger Wald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald hervorgehoben
52.1961111111117.9811111111111110Koordinaten: 52° 12′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 110 m ü. NN
Fläche: 34,49 km²
Einwohner: 14 175 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 411 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49170
Vorwahlen: 05401 und 05405
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 020
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Schulstr. 7
49170 Hagen a. T. W.
Webpräsenz:
Bürgermeister: Dieter Eickholt (parteilos)
Lage der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald im Landkreis Osnabrück
Niederlande Hamburg Nordsee Bremen Landkreis Osnabrück Niedersachsen Landkreis Vechta Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Nordrhein-Westfalen Osnabrück Bad Laer Georgsmarienhütte Hilter am Teutoburger Wald Glandorf Bad Iburg Dissen am Teutoburger Wald Bad Rothenfelde Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Melle Bissendorf Bad Essen Bohmte Ostercappeln Belm Wallenhorst Rieste Bramsche Alfhausen Gehrde Ankum Bersenbrück Neuenkirchen Merzen Voltlage Fürstenau Bippen Eggermühlen Kettenkamp Nortrup Badbergen Berge Menslage QuakenbrückKarte
Über dieses Bild

Hagen am Teutoburger Wald ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Hagen liegt im westlichen Teutoburger Wald in einem Talkessel, der von allen Seiten durch Wälder geschützt ist. Die Natur prägt noch immer große Teile Hagens.

Mitten durch den Hagener Talkessel fließt der Goldbach mit zahlreichen kleinen Nebenbächen, die zur Entwässerung des Talkessels beitragen.

Am Silberberg, an dem im 18. Jahrhundert silberhaltiges Erz abgebaut wurde, wächst das Galmei-Hellerkraut. Es steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Der Silberberg ist seit 1937 Naturschutzgebiet; 36,6 Hektar davon sind nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Hasbergen und im Osten an Georgsmarienhütte sowie Bad Iburg. Die anderen Nachbargemeinden gehören zum nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt: im Süden Lienen und Lengerich sowie im Westen Tecklenburg.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Gemeindeteile sind:

[Bearbeiten] Geschichte

Alte Kirche St. Martinus, als Konzert- und Ausstellungsraum genutzt
Fachwerkhaus in der Dorfstraße mit den Jahreszahlangaben 1723 und 1887 im Giebel
Marktauftrommler, Plastik des Bildhauers Werner Klenk aus Oelde, 1999 von Hagener Bürgern gestiftet
Kirschblüte im Forellental

Hagen wurde 1097 das erste Mal in einer Urkunde des Adeligen Ruothward an den Bischof Wido von Osnabrück erwähnt. In dieser Urkunde wird von der „parrochia Hagen“ (Pfarrei Hagen) gesprochen. Dies deutet darauf hin, dass bereits schon deutlich vor der urkundlichen Erwähnung 1097 eine Gemeinde Hagen mit kirchlichen Strukturen existiert hat, welche mit den heutigen Grenzen Hagens deckungsgleich ist. In der Urkunde überträgt der Osnabrücker Grundbesitzer und Adeliger Ruothward dem Osnabrücker Bischof Wido zwei Bauernhöfe in der Pfarrei Hagen und einen in der Pfarrei Bramsche, welche im nördlichen Teil des Osnabrücker Landes liegt.

Bereits am 8. Dezember 852 wurde ein Bauernhof aus dem Hagener Ortsteil Mentrup in einer Übertragung von König Ludwig der Deutsche an das neugegründete Stift Herford namentlich erwähnt. Auch die Bauernschaft Beckerode, welche später einen Ortsteil Hagens bildet, wurde bereits zwischen 1082 und 1096 im Zuge des Einnahmeregisters des Benediktinerinnenklosters Herzebrock erwähnt. Unklar bleibt hierbei die genaue Datierung des Einnahmeregisters und um welchen Hof aus der Bauernschaft Beckerode es sich genau handelt.

Am 12. April 1723 brannte fast der gesamte Ortskern Hagens nieder. Durch eine Unachtsamkeit des Küstersohnes geriet dessen Kotten in Brand. Durch die fachwerkliche Bauweise der Gebäude, der strohbedeckten Dächer und die dichte Bebauung in der Hagener Dorfstraße konnte sich das Feuer sehr schnell von Haus zu Haus ausbreiten und zerstörte neben elf Wohnungen, zwei Backhäusern und zwei Ställen auch das Pastorat, die Schule und das hölzerne Kirchturmdach inklusive der zwei Glocken. Das Kirchenschiff blieb dank des Ziegeldaches weitestgehend unbeschädigt, jedoch deuten noch heute rote Spuren im kirchlichen Mauerwerk auf den Brand hin. Auf Grund fehlender finanzieller Mittel waren erst 1736 alle sichtbaren Brandschäden behoben.

Ein weiterer, vom Ausmaß vergleichbarer Brand ereignete sich am 17. August 1892, als ein junger Bursche in der Scheune des Gibbenhofes ein Streichholz ins Stroh fallen ließ. Der Gibbenhof wurde bereits 1402 erstmals erwähnt. Die Hagener Feuerspritze, welche schnell herbeigeholte wurde, versagte ihren Dienst, weshalb eine Eimerkette vom Dorfbrunnen bis zum Gibbenhof hergestellt wurde. Als im bereits völlig in Brand stehenden Gibbenhof der „Schnapskeller“ explodierte, sprangen Funken auf nahe gelegene Gebäude über und setzten auch diese in Brand. Ein weiteres Ausbreiten der Flammen konnte auch durch die Absendung von Hagener Arbeitern aus der nahe gelegenen Eisenhütte Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein in Georgsmarienhütte und der Unterstützung von umliegenden Feuerwehren nicht verhindert werden, so dass 18 Häuser einschließlich ihrer Nebengebäude niederbrannten. Doch im Gegensatz zum Brand von 1723 hatte dieser Brand weitaus geringere Folgen, da öffentliche Gebäude wie Kirche und Schule verschont blieben und die betroffenen Hausbesitzer allesamt in einer Brandschutzversicherung waren. Auswirkungen hatte der Brand auf das Erscheinungsbild des Ortskernes, der nun mit modernen Gebäuden bebaut wurde. Außerdem wurde Hagen eine neue, moderne Feuerspritze zugesichert, welche noch heute existiert. An den Gibbenhof erinnert die Straßenbezeichnung Gibbenhoff mit einem Hinweisschild auf den ehemaligen Hof Gibben.

Die heutige Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald wurde durch die Gebietsreform 1972 aus den Gemeinden Hagen und Niedermark gebildet, die wenige Jahre zuvor aus den Gemeinden Altenhagen, Mentrup und Hagen-Beckerode bzw. Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup entstanden waren.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Sitzverteilung im Gemeinderat:

(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006)

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen Hagens besteht zum einen aus dem sechslappigen Eichenblatt, das an die sechs Ursprungsgemeinden erinnern soll, und dem halben Rad, das die Zugehörigkeit zum Osnabrücker Land ausdrücken soll.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Im Gemeindeteil Natrup-Hagen nahe der westlichen Gemeindegrenze befindet sich ein Haltepunkt an der Regionalbahnlinie Münster-Osnabrück.

Hagen liegt etwa 30 Kilometer vom Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) in Greven entfernt.

Mit dem Auto ist Hagen über die Autobahn 1, Anschlussstelle Lengerich, oder über die Autobahn 30, Anschlussstelle Sutthausen, zu erreichen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Wahrzeichen Hagens ist die ehemalige St.-Martinus-Kirche. Sie wurde als Nachfolgerin einer vermutlich romanischen Kirche 1492 bis 1523 errichtet. In den 1970er Jahren wurde in der Nähe die neue römisch-katholische St.-Martinus-Kirche errichtet. Seither wird die alte Kirche für Konzerte und Ausstellungen genutzt. [1]

[Bearbeiten] Veranstaltungen

Die Hagener Kirmes mit dem traditionellen Viehmarkt („Ferkelmarkt“) findet am Montag nach Michaelis (29. September) statt.

Zudem gibt es alle zwei Jahre im Frühjahr ein internationales Musikfest. Veranstaltet wird das Musikfest vom Musikzug im Musikverein Wiesental.

Ebenfalls alle zwei Jahre findet im Zentrum der Gemeinde ein Open-Air-Festival statt. Das Festival hatte im Sommer 2007 etwa 6000 Besucher. Veranstalter ist der Touristikverein Hagen a. T. W. Im Jahr 2009 steht die Veranstaltung unter dem Motto „Neue Deutsche Welle-Revival“.

[Bearbeiten] Sport

In Hagen gibt es zwei größere Sportvereine, den Hagener Sportverein (HSV) und die Spielvereinigung Niedermark.

In der Fußballabteilung des Hagener SV spielte in ihrer Jugend die ehemalige Fußballnationalspielerin Nicole Brandebusemeyer, die insgesamt acht Länderspiele bestritt und u.a. dem Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM 1999 in den USA und für die Olympischen Spiele von Sydney (2000) angehörte.

Die Basketball-Damenmannschaft der Hagen Huskies spielt in der zweiten Basketball-Bundesliga. In der Saison 2006/2007 ging es in den Playoffs um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Erst im Halbfinale musste man sich dem Herner TC geschlagen geben.

In den 1980er Jahren feierte die Tischtennis-Herrenmannschaft der Spvg. Niedermark in der Zweiten Bundesliga Erfolge.[2] Internationale Titel erreichte der im Verein spielende Bad Iburger Dieter Lippelt, der u.a. Tischtennisseniorenweltmeister im Einzelwettbewerb (2008; Altersklasse Ü70) und im Herren-Doppel (2006; Altersklasse Ü65) wurde.

Hagen hat sechs Schützenvereine sowie einen Bogenclub. Bekanntestes Mitglied ist der Recurve-Bogenschütze Michael Frankenberg, der an den Olympischen Spielen 2004 teilnahm.

Die erfolgreichste Sportlerin des Ortes ist Nicole Hehemann. Die gelernte Judoka errang bereits eine Goldmedaille (2004) mit der Mannschaft sowie je eine Silber- (2007) und eine Bronzemedaille (2008) bei den Weltmeisterschaften im Sumoringen der Frauen und 2007 den zweiten Platz bei der Europameisterschaft.

Der Hagener Reitverein „St. Martinus Hagen“ richtet alle zwei Jahre ein Reitturnier aus.

Internationale Reittuniere (u. a. „Horses & Dreams“) und Pferdesportwettkämpfe gibt es regelmäßig auf dem Gelände des „Hofs Kasselmann“, dessen Besitzer Ulrich Kasselmann gemeinsam mit der deutschen Springreiterlegende Paul Schockemöhle in der Gemeinde Ankum einmal jährlich die größte internationale Pferdeauktion („P.S.I.-Auktion“) veranstaltet. Im August 2005 wurde die Europameisterschaft der Dressurreiter auf dem „Hof Kasselmann“ ausgetragen, bei der die Deutsche Mannschaft die Goldmedaille gewann.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Hagen am Teutoburger Wald – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ursprüngliche und neue St.-Martinus-Kirche
  2. Zeitschrift DTS, 1988/8 S.30-31
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