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| Lage des Stadtteils
HafenCity |
Lage des Bezirks
Hamburg-Mitte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hamburg |
| Bezirk: | Hamburg-Mitte |
| Vorwahl: | 040 |
| Geographische Lage: | 53° 32′ 28″ n. Br. 10° 00′01" ö. L. |
| besteht seit: | 1. März 2008 |
| Kfz-Kennzeichen: | HH |
Die HafenCity ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte.
Der neu entstehende, 155 Hektar große Stadtteil (mit 60 Hektar Nettobauland) soll neben Büroflächen für mehr als 40.000 Arbeitsplätze, die zu einem Teil schon fertiggestellt sind, auch Wohnraum für 12.000 Einwohner in 5.500 Wohnungen bieten und ist damit das größte laufende Vorhaben zur Stadtentwicklung Hamburgs.
Inhaltsverzeichnis |
Am 1. März 2008 wurde die HafenCity formell ein eigener Hamburger Stadtteil, der sich aus abgetrennten Gebieten der angrenzenden Stadtteile Altstadt, Rothenburgsort und des aufgelösten Stadtteils Klostertor zusammensetzt.[1] Es umfasst damit neben den ehemaligen Hafenflächen des Großen Grasbrooks auch die Speicherstadt. Die genaue Grenzfestlegung der beiden Ortsteile des neuen Stadtteils erfolgte bereits am 20. Februar 2007 durch Verordnung des Senats.[2]
Das Gelände der HafenCity war im 16. Jahrhundert durch die Stadtbefestigung, in etwa im Verlauf der heutigen Straße Am Sandtorkai, geteilt. Während sich im Bereich der heutigen Speicherstadt die Wohngebiete Kehrwieder und Wandrahmviertel befanden, lagen vor der Stadtmauer sumpfige Wiesen, die als Weideland dienten. Die Westspitze des Großen Grasbrooks wurde als Hinrichtungsplatz, insbesondere für Piraten, genutzt. Im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts siedelten sich dann Schiffbauer und Hafengewerke an. Als im 19. Jahrhundert die Kapazitäten des Hafens an der Alstermündung und im Niederhafen nicht mehr ausreichten, boten sich nach Niederlegung der Stadtmauer die Flächen des Grasbrooks als Hafenerweiterungsgebiet an. 1868 wurde als erstes künstliches Hafenbecken der Sandthorhafen ausgehoben, 1881 kam der Grasbrookhafen hinzu. Die Wohnviertel Kehrwieder und Wandrahm wurden ab 1883 für die Einrichtung des Freihafens und den Bau der Speicherstadt geräumt und abgerissen, rund 20.000 Menschen wurden dabei umgesiedelt. Bereits 1888 waren die ersten Speicher an dieser Stelle fertiggestellt. Aus Teilen der früheren Altstadt Süd und St. Georgs wurden 1938 Klostertor und Klosterhafen gebildet. Diese wurden 1951 zum Stadtteil Klostertor zusammengefasst.[3]
In der Zwischenkriegszeit war hier beispielsweise die Gasanstalt Hamburgs untergebracht, noch bis 2001 war hier das Cellpap-Terminal beheimatet, das die Hamburger Druckindustrie mit Papier versorgte. Mit Ausnahme des Cellpap-Terminals und der benachbarten Kaffee-Lagerei waren diese Hafenanlagen aber seit den frühen 1990er-Jahren eine innerstädtische Industriebrache. In Folge der Containerisierung und dem damit einhergehenden Platzbedarf auch an Land und dem immer größeren Tiefgang moderner Frachter konnten die Hafenbecken aus Segelschiffszeiten nicht weiter genutzt werden. Der Hamburger Senat will dieses Areal nun der Innenstadt zuordnen. Die Erlöse aus dem Verkauf der stadteigenen Flächen refinanzieren einen Kredit zur Erschließung des Containerhafens Altenwerder in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro. Um hohe Erträge zu erzielen, werden vor allem Büro- und Ladenflächen zur gewerblichen Nutzung geschaffen.
Das prominenteste Beispiel für die Umnutzung ehemaliger Hafenflächen sind die Docklands in London. Signifikante Umbauten von Waterfronts finden sich seit einigen Jahrzehnten jedoch in den meisten großen Hafenstädten der Welt. Grund hierfür ist die stürmische Entwicklung der Containertechnologie. In Hamburg wurde durch die Entwicklung von Schiffen mit immer größerem Tiefgang der 1911 in Betrieb genommene St.-Pauli-Elbtunnel (Alter Elbtunnel) mit seinen zwei Röhren in einer Tiefe von etwa 12 Metern (unter dem Pegel des mittleren Hochwassers)[4] zu einer Barriere. So wurde der östliche Teil des Hafens abgehängt von der übrigen Entwicklung des Hamburger Hafens zum internationalen Containerhafen. Durch die besondere Lage nahe der Hamburger Innenstadt wurde dieser Nachteil jedoch zu einer Chance für die Stadtentwicklung.
Bau von Büros, Wohnungen, einer Schule, einer Parkanlage und neuen Straßenverkehrsflächen.[13]Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs war vom 10. Juli 2007 bis 27. Juli 2007 [9]
Zusätzlich zur bestehenden Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mit mehreren Buslinie (M3, M4, M6) befindet sich seit 2007 eine neue U-Bahn-Linie (U4) im Bau, die an der Haltestelle Jungfernstieg auf die Strecke der Linie U2 einfädeln wird und zusammen mit dieser den östlichen Zweig der U3 zwischen Berliner Tor und Billstedt/Mümmelmannsberg übernehmen soll. Vom Jungfernstieg wird die U4 dann in einer großen unterirdischen Schleife um das Rathaus und die Speicherstadt vom Westen in die HafenCity geleitet, in der zunächst zwei unterirdische Stationen – mit Option auf Verlängerung nach Osten/Süden – geplant sind. Alternative Vorschläge für einen überirdischen Verlauf erwiesen sich im Rahmen der Variantenprüfung als baulich und betrieblich ungeeignet. In unmittelbarer Nähe der HafenCity liegen bereits heute die U-Bahn-Stationen Baumwall der U3 und Meßberg der U1.
Die Planungen für die HafenCity gliedern sich in vier große Abschnitte, die von Westen nach Osten verwirklicht werden sollen: Im Westen (Dalmannkai und Kaiserkai) sind Wohngebiete bereits im Bau. Daran schließt sich das gerade in der Planung befindliche Überseequartier als innerstädtischer Stadtteil an, der sich von der Speicherstadt im Norden bis hin zur Elbe mit dem Kreuzfahrtterminal im Süden erstreckt. Hier sind vor allem Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Büroflächen geplant. Erst nach 2010 soll die HafenCity dann mit weiteren Wohngebieten weiter nach Osten entwickelt werden, die in den vierten großen Abschnitt mit Bürohochhäusern an den Elbbrücken übergehen werden.
Die Planung umfasst insgesamt ein Areal entlang der Norderelbe einerseits und dem Zug Oberhafen/Zollkanal andererseits und erstreckt sich von den Elbbrücken bis zur Kehrwiederspitze. Es grenzt an die alte Speicherstadt, die unter Denkmalschutz steht, bezieht diese aber nicht mit ein. Die Speicherstadt wird außerhalb der HafenCity-Planung weiter zur Büronutzung entwickelt.
Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt wurden Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit den Bürgern und der interessierten Fachöffentlichkeit durchgeführt. Sie finden seit 2000 in dem hierfür hergerichteten Kesselhaus statt. Außerdem werden jährlich mehrere immer wieder aktualisierte Broschüren herausgegeben, die auch ins Internet gestellt werden.
Die Wohnbereiche sind erst für die westlichen Bereiche am Dalmannkai (Sandtorhafen) und Kaiserkai (Grasbrook) konkretisiert, wo der Bau in Teilen bereits abgeschlossen ist. Es gibt Befürchtungen, dass sich nur gut situierte Menschen die entstehenden Wohnungen werden leisten können. Dem stehen die Bemühungen der Hamburger Genossenschaften entgegen, die hier einigermaßen verträgliche Mieten anbieten werden. Des Weiteren wird die Architektur der Bauten kritisiert: Die einzelnen Bauten seien Solitäre (keine Blockbebauung), welche keinen Bezug zur Speicherstadt haben. Diesem Vorwurf entgegnen die Befürworter, dass die Gesamtwirkung der Speicherstadt erst mit deren Fertigstellung sichtbar werde (insbesondere die dann angelegten Grünanlagen). Je weiter östlich, desto vager sind die Planungen, auch weil hier für die mögliche Olympiabewerbung 2016 Sportstätten und das olympische Dorf entstehen sollen.
Es ist geplant, dass die Bauakademie Hamburg hier als HafenCity Universität ansässig wird. Eine neue Medienakademie, die Funk und TV Akademie Hamburg GmbH[15], hat ebenfalls ihren Betrieb in der HafenCity aufgenommen. Ferner soll auf dem heutigen Kaispeicher A, einem ehemaligen Kakaospeicher aus den 1960er-Jahren, eine neue Musikhalle, die sogenannte Elbphilharmonie entstehen (die Grundsteinlegung ist erfolgt), welche das bestehende Angebot der Hamburgischen Staatsoper und der Laeiszhalle ergänzen wird. Der Kaispeicher B wurde zum Internationalen Maritimen Museum Hamburg umgebaut, welches im Juni 2008 eröffnet wurde. Im Überseequartier an der Elbe sind des Weiteren ein neuer Kreuzfahrtterminal mit mindestens zwei Liegeplätzen und ein Science Center geplant. Als öffentliche Plätze mit Sitz- und Liegeflächen sind die Magellan-Terrassen, der Vasco-da-Gama-Platz und die Marco-Polo-Terrassen geplant. Die Fertigstellung der HafenCity ist frühestens im Jahr 2020 zu erwarten. Die ersten Ideen für das ehrgeizige Vorhaben wurden 1997 vom damaligen Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) vorgestellt, den Masterplan als eine Art Generalbebauungsplan gibt es seit 1999. Die Grundstückskäufe im ehemaligen Hafen durch die Stadt wurden anfangs nicht an die Öffentlichkeit gebracht, um Grundstücksspekulationen zu verhindern.
Eine Initiative von 17 Hamburger Kirchen plant in der HafenCity unter dem Namen Ökumenisches Forum Brücke bis 2011 ein gemeinsames Zentrum, bestehend aus einer Kapelle, einem Foyer mit Informationsangeboten, Seminarräumen und einem Café. Das Zentrum soll von Mitgliedern einer ökumenischen Kommunität (Laurentiuskonvent) geführt werden. In der Zwischenzeit steht Besuchern eine circa 50m² große Kapelle aus Holz und Glas für Gebet und Stille offen. Der Verein Brücke - Ökumenisches Forum HafenCity besteht aus der evangelisch-lutherischen Landeskirche, der katholischen Kirche, der evangelisch-reformierten Kirche, evangelischen Freikirchen wie den Baptisten und Mennoniten und Gemeinden der Anglikanischen und Orthodoxen Kirche [16].
Im Sommer 2008 wurde der Sportverein Störtebeker SV (mit vollem Namen: HafenCity, Alt- und Neustadt Sport, Störtebeker Sportverein) gegründet, dessen Fußballabteilung 2008/09 in der Kreisklasse Hamburg 9 spielen wird. 2009 soll der neue Sportplatz HafenCity eröffnet werden, bis dahin spielt der Verein in Hamburg-Horn.
Das Baugelände der HafenCity hat eine Höhe von 4,40 bis 7,20 Metern über Normalnull, damit besteht die Gefahr der Überflutung bei Sturmflut. Bei der Planung ist bewusst entschieden worden, das Gelände samt Speicherstadt nicht einzudeichen, sondern den offenen Charakter der Hafenbecken zur Elbe beizubehalten. Es sind daher an den einzelnen Grundstücken und Bauten Flutschutzmaßnahmen vorgesehen: In einem Warftenkonzept werden Aufschüttungen bis 7,5 Meter über NN durchgeführt, andere Gebäude werden auf Poldern errichtet, wo das Erdgeschoss als hochwassersichere Tiefgarage genutzt wird. Zur Evakuierung des Geländes im Sturmflutfall ist bereits die Kibbelstegbrücke durch die historische Speicherstadt bis hinter die Deichlinie in die Hamburger Innenstadt errichtet worden.
Im alten Kesselhaus der Speicherstadt, Am Sandtorkai 30, wurde ein Ausstellungs- und Dokumentations-Zentrum zur HafenCity eingerichtet, das HafenCity InfoCenter (so die offizielle aber umstrittene Schreibweise mit Binnenmajuskel). Ein acht mal vier Meter großes Modell im Maßstab 1:500 informiert interaktiv über den jeweils aktuellen Planungsstand. An sogenannten Wissensstationen erhält der Besucher audio-visuelle Informationen über die HafenCity, aber auch über andere Themen, wie die Geschichte großer Hafenstädte oder Hochwasserschutz. Außerdem sind Modelle und Fotos berühmter Schiffe ausgestellt. Im angrenzenden Schornsteinsockel, dem Leuchtturm, findet eine Multimedia-Show zum Thema Leben am Wasser statt. Der Eintritt ist frei.
Das Kesselhaus war ursprünglich das Kraftwerk für die "autarke" Speicherstadt, denn die zahlreichen Winden, Kräne und Hebebühnen sowie die Treppenaufzüge wurden mit Dampf betrieben und wurden zentral versorgt. Das Kesselhaus war 1886 bis 1888 unter der Leitung des Architekten Andreas Meyer (Baumeister) erbaut worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kesselhaus bei Bombenangriffen stark beschädigt, außerdem hatte der Fortschritt der Technik eine Dampfversorgung für die Speicherstadt entbehrlich gemacht. Die Antriebe wurden durch elektrische Maschinen ersetzt. Jedoch erst als Informationszentrum für die neue HafenCity bekam es eine neue Funktion. Hierfür beauftragte die HHLA 1999 das Architekturbüro GMP (Gerkan, Marg und Partner). Das Ausstellungskonzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Studio Andreas Heller erarbeitet.[17] Am 6. Dezember 2000 fand die Eröffnung durch den Ersten Bürgermeister Ortwin Runde statt. In Erinnerung an die alte Funktion als Kesselhaus wurden im April 2001 die ursprünglich gemauerten Schornsteine durch zwei 20 Meter hohe Stahlgeflecht-„Schornsteine“ ersetzt.[18] Sie machen das Kesselhaus als Info-Center für die Besucher der Speicherstadt und der HafenCity leicht erkennbar. [19]
Billbrook | Billstedt | Borgfelde | Finkenwerder | HafenCity | Hamburg-Altstadt | Hamm-Nord | Hamm-Mitte | Hamm-Süd | Hammerbrook | Horn | Kleiner Grasbrook | Neustadt | Neuwerk | Rothenburgsort | Steinwerder | St. Georg | St. Pauli | Veddel | Waltershof | Wilhelmsburg
53.5415629.993276Koordinaten: 53° 32′ 30″ N, 9° 59′ 36″ O
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