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Großräschen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Großräschen
Großräschen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Großräschen hervorgehoben
51.58305555555614115Koordinaten: 51° 35′ N, 14° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Höhe: 115 m ü. NN
Fläche: 81,29 km²
Einwohner: 10 873 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01983
Vorwahl: 035753
Kfz-Kennzeichen: OSL (alt: SFB)
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 112
Stadtgliederung: 5 Stadtteile / 7 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Seestraße 16
01983 Großräschen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Thomas Zenker (SPD)

Großräschen (sorbisch: Rań) ist eine Stadt im brandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz in der Niederlausitz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Stadt liegt in der Niederlausitz, einer Landschaft die zum größten Teil im Süden von Brandenburg liegt. Großräschen ist 110 Kilometer südlich von Berlin, 64 Kilometer nördlich von Dresden, 30 Kilometer südwestlich von Cottbus sowie 123 Kilometer nordöstlich von Leipzig gelegen.

Großräschen liegt südlich der kiefernbestandenen Moränen des Niederlausitzer Landrückens, an dessen Übergang zur Elsterniederung und am Flüsschen Rainitza. Die Stadt befindet sich außerdem am Ufer des entstehenden Ilse-Sees (Flutungsbeginn: 15. März 2007) der ein Teil des Lausitzer Seenland ist.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Gliederung Name Grenze Landkreis
Gemeinde Bronkow N OSL
Gemeinde Altdöbern N OSL
Stadt Senftenberg O, S OSL
Gemeinde Schipkau S OSL
Gemeinde Sallgast W EE

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zum eigentlichen Stadtgebiet zählen die Ortsteile Großräschen und Kleinräschen. Großräschen-Süd (Bückgen) wurde wegen des Braunkohlebergbaus devastiert. Im Laufe der Zeit wurden die Umlanddörfer Freienhufen (historisch Dobristroh) mit Bulldorf, Woschkow, Wormlage, Saalhausen, Barzig, Dörrwalde, Schmogro und Allmosen eingemeindet.

[Bearbeiten] Stadt- und Ortsteile

Stadtteile:

  • Großräschen Ost
  • Großräschen Süd
  • Kunze-Siedlung
  • Temposiedlung
  • Waldrand-Siedlung

Ortsteile (mit anerkanntem Status):

In der Nähe des Ortsteils Freienhufen liegt die Wüstung Nossedil.

[Bearbeiten] Geschichte

Großräschen wurde erstmals 1370 als Redschin magnum et parvum erwähnt, d. h. Groß- und Kleinräschen. Kleinräschen ist historisch der ältere Ortsteil, ein wendisches Angerdorf. Eichler und Walther leiten den Namen von Rěčina, also in etwa „Ort am Bach“, ab.[1] In den Jahren 1662, 1725 und 1781 gab es größere Ortsbrände. Bis zur Zusammenlegung beider Dörfer 1925 war Kleinräschen immer das größere der beiden Dörfer.

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts begann der rapide Aufschwung des Braunkohlenbergbaus. Zu dieser Zeit wanderten viele Menschen aus Schlesien, Polen und Böhmen ein. Im Zuge der Industrialisierung wurde die sorbische Sprache und Kultur immer mehr verdrängt. Wegen der reichen Tonvorkommen in Verbindung mit der vorhandenen Kohle siedelte sich um 1900 ebenfalls die Ziegelindustrie an (vgl. Ilse Bergbau AG). Von 1954 bis 1990 erfolgte die Ausbildung der Ziegler für das gesamte Gebiet der DDR zentral in Großräschen[2]. Anfang der 1990 Jahre wurde die letzte Ziegelei durch einen Brand zerstört und abgerissen.

1965 erhielt das bis dahin größte Dorf der DDR die Stadtrechte. In den 1980er Jahren begann die Umsiedlung der Bevölkerung von Großräschen-Süd/Bückgen (größte bergbaubedingte Umsiedlung in der Geschichte der Lausitz). Für diese wurden im Norden der Stadt Neubauten in Großplattenbauweise errichtet.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Auch die Stadt Großräschen ist von der Abwanderung in der Region betroffen.

Datum Einwohner
30. Juni 2005 11.435
31. Dezember 2006 11.148

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Großräschen besteht aus 22 Mitgliedern.

Die Wahlbeteiligung lag bei 48,0 Prozent.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[3]

[Bearbeiten] Wappen

Übernahme des Wappens des aufgelösten Amtes Großräschen anstelle des tradierten Stadtwappens. Das Wappen wurde am 12. April 2002 genehmigt.

Blasonierung: „Schräg gevierteilt von Rot und Silber; oben eine wachsende silberne Harke mit sieben Zinken; links ein aufrechter schwarzer Buchenzweig mit acht Blättern, rechts gekreuzte schwarze Schlägel und Eisen, unten drei zu einem Dreischenkel zusammengestellte silberne Hufeisen.“[4]

[Bearbeiten] Städtepartnerschaft

Großräschen unterhält seit 2006 eine Städtepartnerschaft mit dem polnischen Trzebiatów (Treptow).

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten der Stadt

In der Lokalpresse (Lausitzer Rundschau) wird Großräschen häufig auch als „IBA-Stadt“ bezeichnet. Dies deutet auf die Tatsache hin, dass die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land(IBA) seit 2000 ihren Sitz in der Stadt hat. Auf den 2004 errichteten IBA-Terrassen, dem Besucherzentrum der IBA, am Rand des entstehenden Ilsesees können Ausstellungen besucht werden, die den einmaligen und derzeitigen Wandel in der Region veranschaulichen. Außerdem sind geführte Touren durch die Bergbaufolgelandschaft buchbar, die den zukünftigen Grund des Ilsesees beinhalten. Die IBA-Terrassen (Architekt: Ferdinand Heide aus Frankfurt/Main) haben 2005 den Brandenburgischen Architekturpreis erhalten.

[Bearbeiten] Bauwerke

In der Liste der Baudenkmäler in Großräschen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.

  • Seehotel Großräschen
  • Evangelische Stadtkirche
  • Katholische Kirche St. Antonius mit Innenraumgestaltung von Friedrich Preß
  • Gemeindehaus Neu-Bückgen mit Einrichtungsgegenständen aus der abgetragenen Kirche in Bückgen
  • Kurmärker mit Wettigs Hof am Marktplatz
  • Denkmal mit den vier Berufen des Stadtwappens
  • historische Dorfanlage Kleinräschen mit Senftenberger Vierseitenhöfen
  • Dörrwalde: Holländerwindmühle
  • Freienhufen: mittelalterliche Dorfkirche
  • Freienhufen: Anti-Kriegs-Denkmal von 1956 am Ortsausgang Richtung Großräschen mit Goethe-Zitat
  • Denkmal von 1968 für die Opfer des Faschismus an der "Allee der Steine"
  • Grabmale für 14 polnische und sowjetische Zwangsarbeiter auf dem Nordfriedhof, die vom Südfriedhof umgebettet wurden, weil dieser dem Tagebau weichen musste

[Bearbeiten] Landschaft und Bauarchitektur

In den letzten Jahren wurden zwischen einzelnen Wohnkomplexen des Neubaugebietes parkähnliche Grünanlagen ("Grüne Mitte I u. II") angelegt.

Im Ortsteil Wormlage gibt es weiterhin eine ältere Parkanlage, einst zum Gut gehörend. In diesem Park befinden sich auch zwei versteckte Gräber.

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

Von den künstlich aufgeschütteten Terrassen kann man momentan Einblick in den ehemaligen Tagebau Meuro nehmen. Am 15. März 2007 wurde der Startschuss zur Flutung des zukünftigen Ilse-Sees gegeben. Die Flutung ist voraussichtlich 2018 beendet.

Dort beginnt auch die "Allee der Steine", ein mit Findlingen aus dem Bergbau gestaltetes Parkgelände der Internationalen Bauausstellung (kurz: IBA) "Fürst-Pückler-Land".

[Bearbeiten] Sport

Der SV Großräschen mit 12 Abteilungen und 607 Mitgliedern (Stand 2007) ist der drittgrößte Sportverein im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Die Laufgruppe Ilse-See veranstaltet jährlich 2 Laufveranstaltungen in Großräschen. Die Fußballabteilung der Stadt spielt ab der Saison 2006/07 wieder in der Landesklasse-Süd. Die Handballerinnen haben sich in der Verbandsliga etabliert.

[Bearbeiten] Großräschener Orgelkonzerte

Seit 1991 gibt es in Großräschen eine internationale Orgelkonzertreihe. Das Hauptkonzertinstrument ist heute die Jehmlich-Orgel in der Kath. Pfarrkirche St. Antonius. Sie wurde 1978 erbaut und ist in die Altarwand von Friedrich Press (1904-1990) integriert. Der Orgelzyklus wird vom Großräschener Orgelkonzerte e. V. organisiert.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Die historischen Wirtschaftszweige waren Landwirtschaft, Glasherstellung, Ziegelherstellung und Bergbau (in der DDR außerdem die Gleichrichterherstellung). Seit der Wende sind alle industriellen Zweige im Niedergang begriffen. Seitdem gab es kaum nennenswerte Neuansiedlungen. Heute sind auch Stahlverarbeitung und Abfallverwertung in der Stadt oder dem Umland angesiedelt.

[Bearbeiten] Verkehr

Die B 96 ZittauSassnitz auf Rügen führt durch die Stadt Großräschen. Die nächstgelegene Anschlussstelle zur A 13 BerlinDresden befindet sich zwischen den Ortsteilen Saalhausen und Freienhufen.

Die Stadt verfügt über einen Personenbahnhof an der Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz mit Verbindungen nach Nauen über Calau, Lübbenau, Königs Wusterhausen, Berlin-Schönefeld Flughafen und Berlin Hauptbahnhof sowie in Gegenrichtung nach Senftenberg (RB 14) und abends stets eine Verbindung nach Hoyerswerda über Senftenberg, Hosena und Lauta. Die Stadt verfügte bis Dezember 2006 im Zuge der Bahnstrecke Lindthal–Altdöbern Süd über eine Verbindung nach Schwedt beziehungsweise Stralsund über Finsterwalde, Berlin und Eberswalde (RE 3). Die Schließung der Bahnstrecke erschwert heute vielen Pendlern und vor allem Schülern die Fahrt, da die Busverbindung zwischen Großräschen und Finsterwalde nur mangelhaft ist.

[Bearbeiten] Bildung

In Großräschen gibt es momentan zwei Grundschulen (Pestalozzi und GutsMuths) und eine Oberschule. Das Friedrich-Hoffmann-Gymnasium wurde 2007 geschlossen (Rückgang der Schülerzahlen). Es erfolgte ein Umbau zur Oberschule (ab August 2007). Im Juli 2008 wurde der Umbau des Schulhauptgebäudes abgeschlossen. Am 17. August 2008 erfolgte die feierliche Eröffnung der Friedrich-Hoffmann-Oberschule.

Die Handwerkskammer Cottbus betreibt seit 1995 den Lehrbauhof in Großräschen. Dort erfolgt für eine Vielzahl von Baugewerken die Aus- und Fortbildung (Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Straßenbauer, Fliesen-/Platten- und Mosaikleger, Maler und Lackierer, Fahrzeuglackierer, Stuckateure, Dachdecker, Trockenbauer, Bürokauffrauen/-männer).

Außerdem gibt es eine Ergotherapieschule (Betreiber: DIE SCHULE).

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. E. Eichler, H. Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz, Akademie-Verlag Berlin, 1975
  2. Beschreibung von Klinker- und Ziegelwerk Großräschen und Berufsschule der Ziegler
  3. Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 30. September 2008
  4. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

[Bearbeiten] Weblinks


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