Ein Gegensatz ist ein Widerstreit, einen Widerspruch, eine Polarität oder einen Dualismus zwischen zwei Elementen, Akteuren, Aussagen oder Begriffen. In der dialektischen Philosophie wird hierfür auch der Begriff Antagonismus verwendet. In den Sozialwissenschaften kann unter einem Gegensatz auch die unüberbrückbare Feindschaft zwischen gesellschaftlichen Akteuren gemeint sein, etwa im Klassenkampf.
Inhaltsverzeichnis |
Logische Gegensätze bilden Begriffe oder Aussagen, die einander ausschließen. Dabei ist zwischen kontradiktorischem und konträrem Gegensatz zu unterscheiden. Die Begriffe stehen entsprechend den Regeln der Formalen Logik im Verhältnis der Kontradiktion, wenn der eine die einfache logische Negation des anderen darstellt.
Beispiele:
Konträre Gegensätze liegen dann vor, wenn beide Gegenstände/Erscheinungen u.a. positive Gegebenheiten widerspiegeln, die sich innerhalb eines bestimmten Bezugssystems ausschließen.
Beispiele:
Analoges gilt für Aussagen, die sich im Verhältnis der Kontradiktion (Beispiel:)
oder der Kontrarität, Beispiel:
Ein gleichzeitiges Nebeneinanderbestehen gegensätzlicher Wahrheitswerte in einer Aussage bezeichnet man als Paradoxon, etwa im Satz: „Ich lüge“ oder „Dieser Satz ist unwahr“.
Kontradiktorische und konträre Begriffe bzw. Aussagen unterliegem dem Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch (kontradiktorische Aussagen können nicht zugleich wahr sein).
Demzufolge, wenn zwei derartige Begriffe Eigenschaften widerspiegeln, die einem Objekt unmöglich zugleich und in derselben Hinsicht zukommen bzw. zwei derartige Aussagen nicht zugleich wahr sein können, liegen hier kontradiktorische Gegensätze vor.
Während jedoch von zwei kontradiktorischen Sätzen immer der eine wahr und der andere falsch sein muss, wobei der eine aus dem anderen durch logische Negation formal ableitbar ist, können zwei konträre Sätze auch zusammen falsch sein: der eine ist aus dem anderen nicht logisch ableitbar.
Reale Gegensätze sind nichts Starres, Unbewegliches, sondern unterliegen wie alle Erscheinungen der objektiven Realität dem Werden und Vergehen (dynamische Gegensätze). Sie entwickeln sich aus Unterschieden, sind der Unterschied auf der höchsten Stufe seiner Entwicklung.
Andererseits können reale Gegensätze sich auch über wesentliche Unterschiede in unwesentliche Unterschiede verwandeln und unter Umständen ganz zu existieren aufhören. Die Dynamik realer Gegensätze findet ihren Ausdruck auch darin, dass beide Gegensätze (Pole) aufeinander einwirken, miteinander in Wechselwirkung stehen. In dieser aktiven Wechselwirkung können sich die Gegensätze gegenseitig durchdringen, können ineinander übergehen und in bestimmter Hinsicht identisch werden( z.B. als extensionale Wirkung extremer Strömungen).
Das Prinzip von der Identität und der gegensätzlichen Durchdringung der Gegensätze bildet eines der wichtigsten Prinzipien in der idealistischen und materialistischen Dialektik. Der dialektische reale Gegensatz unterscheidet sich sowohl vom kontradiktorischen als auch vom konträren.
Während diese in der Realität nicht existieren, sondern nur als Widerspiegelungen der objektiven Gegenheiten erscheinen, bestehen dialektische Gegensätze objektiv real. Sätze, die einen kontradiktorischen oder konträren Gegensatz zum Ausdruck bringen, können nicht zusammen wahr sein, während zwei Sätze, die einen dialektischen realen Gegensatz widerspiegeln beide wahr sein müssen". Beispiel:
Bei Hegel ist der Gegensatz (Entgegensetzung) von der Bestimmtheit des Gegenstandes abhängig. Er wird als ein Moment der Identität Verschiedener gedacht. So setzt der Verstand das Unendliche und das Endliche als unverbunden entgegen. Dadurch wird, nach Hegel, ihre lebendige Beziehung zueinander getrennt.[1] Die Vernunft erkennt, dass die wahre Unendlichkeit die Endlichkeit mit in sich fasst und hebt sie dadurch auf. Das Endliche bleibt verschieden von der Unendlichkeit und ist trotzdem, als ein Teil, mit ihr identisch. Auf diese Weise sind die Gegensätze im Absoluten, dem wahren Unendlichen, aufgehoben. Die Gegensätze werden nicht vernichtet, sondern bleiben als verständige oder auch endliche Momente der Vernunft erhalten.
Dagegen hat Romano Guardini in seiner Gegensatzlehre (1925) polare Gegensätze grundsätzlich von Widersprüchen unterschieden und als sich ständig neu konkretisierende, also lebendig-konkrete Spannungseinheit beschrieben, ohne dass dabei die jeweiligen Pole zu existieren aufhören. Dies führt zu eine dialogischen statt dialektischen Struktur der Gegensätze.
In der relationalen Ontologie von Peter Knauer wird davon ausgegangen, dass alle Wirklichkeit in der Welt die Struktur einer unauflöslichen Einheit von Gegensätzen aufweist (Identität und Nichtidentität: Veränderung; Sein und Nichtsein: Endlichkeit; Notwendigkeit und Nichtnotwendigkeit: Kontingenz usw.). Darin besteht die grundlegende ontologische Erklärungsbedürftigkeit der Welt, weil angegeben werden muss, wie man die Gegensatzeinheit ohne logischen Widerspruch aussagen kann. Nach Knauer benötigt man dazu zwei verschiedene Hinsichten (wegen der Gegensätze), die sich aber nicht wiederum ausschließen (wegen der Einheit der Gegensätze). Solche Hinsichten sind letztlich nur im recht verstandenen Geschöpflichkeitsbegriff der christlichen Botschaft zu finden: "restloses Bezogensein auf... / in restloser Verschiedenheit von...". Die Welt geht als Einheit von Gegensätzen darin auf, nichts als Bezogensein auf eine nicht mehr unter Begriffe fallende Wirklichkeit zu sein, von der sie völlig verschieden bleibt. Diese Wirklichkeit, ohne der nichts ist und nichts sein kann, nennt man traditionell "Gott".
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux femmes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."