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Gedächtnis der Schmerzen Mariens

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Die Mutter Gottes von Warfhuizen

Gedächtnis der Schmerzen Mariens ist ein Gedenktag im katholischen liturgischen Kalender, der am 15. September begangen wird.

Der Gedenktag folgt auf das Fest Kreuzerhöhung am 14. September und steht zu ihm in innerer Beziehung. Wird an Kreuzerhöhung verehrend auf auf das Kreuz Jesu Christi als Siegeszeichen und Baum des Lebens geblickt, so wird am Tag darauf das Mitleiden Marias als Mutter und Verkörperung der Kirche und Vorbild für alle Glaubenden gepriesen.

Die vorkonziliare Bezeichnung dieses Gedenktags war Sieben Schmerzen Mariens, wobei die Zahl Sieben eine Totalität bezeichnete, in der Volksfrömmigkeit aber auch mit einzelnen Lebensstationen Marias verbunden wurde.

Der 15. September mit dem Fest Dolores, dem „Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens“, wurde 1814 von Papst Pius VII. für die Gesamtkirche eingeführt, nachdem es schon seit 1667 vom Servitenorden gefeiert worden war. Bis zur Liturgiereform wurde auch am Freitag nach dem Passionssonntag ein „Fest der Sieben Schmerzen Mariä“ begangen; bis auf das Kirchengebet war das Meßformular identisch. Die Feier in der Passionswoche wurde von Papst Benedikt XIII. 1727 vorgeschrieben.

Die sieben Schmerzen Mariens sind:

Biblische Grundlage (und Tagesevangelium) ist vor allem das Seherwort Simeons an Maria bei der Darstellung Jesu im Tempel: Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen (Lk 2,35). Hierauf bezieht sich die christliche Kunst mit dem Bild der Mater Dolorosa, der ein oder sieben Schwerter die Brust durchbohren. Auch das Herz Mariens, das bildhaft oft im Zusammenhang mit der Herz-Jesu-Verehrung dargestellt wird, ist von einem Schwert durchbohrt.

Die Flucht vor dem Kindermörder Herodes nach Ägypten (Matthäusevangelium 2,13-15) ist die zweite schmerzhafte Lebensstation Mariens bzw. der heiligen Familie.

Pietà von Michelangelo im Petersdom

Die Schmerzen Mariens bestehen zum einen im Mitleiden bei der Passion des Sohnes. Nach dem Bericht des Johannesevangeliums steht sie unter dem Kreuz. Eine der Stationen der Kreuzwegandacht ist die Begegnung Jesu mit seiner Mutter auf dem Weg nach Golgota. Eines der häufigsten christlichen Bildmotive überhaupt ist das Vesperbild, die Pietà: Nach der Kreuzabnahme hält Maria den Leichnam ihres Sohnes in den Armen. Hier besonders ist Maria Identifikationsfigur für Leidende und Trauernde.

Die Schmerzen Mariens umfassen aber auch die Entfremdung von ihrem unbegreiflichen Sohn. Schon der Zwölfjährige trennt sich nach dem Bericht des Lukasevangeliums in Jerusalem von seinen Eltern, um im Tempel, dem „Haus seines Vaters“ zu bleiben (Lk 2,41ff). Bei der Hochzeit zu Kana stößt Jesus Maria brüsk zurück, als sie ihn auf den Weinmangel aufmerksam macht (Joh 2). Und als sie mit mehreren Familienangehörigen nach ihm fragt, während er öffentlich lehrt und heilt, lässt er keine andere Familienzugehörigkeit gelten als die durch den Gehorsam gegen Gottes Willen vermittelte (Lk 8, 19-21). Bemerkenswert ist, dass Maria sich von all dem nicht abschrecken lässt, sondern bei ihren Urworten bleibt: Mir geschehe nach deinem Wort (Lk 1,38) und: Was er euch sagt, das tut (Joh 2,5).

Der Gedenktag hat eine eigene Sequenz, das berühmte, vielfach vertonte Stabat Mater: Christi Mutter stand mit Schmerzen (Gotteslob Nr. 584).

Die „Sieben Schmerzen Mariens“ sind der Gegenpol zu den „Sieben Freuden“, derer am Tag Maria Lätitia gedacht wird.

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