| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Stadtkreis | |
| Höhe: | 278 m ü. NN | |
| Fläche: | 153,07 km² | |
| Einwohner: | 219.430 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1434 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 79098–79117 (alt: 7800) | |
| Vorwahl: | 0761 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FR | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 11 000 | |
| Stadtgliederung: | 41 Stadtbezirke | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 2–4 79098 Freiburg im Breisgau |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Dieter Salomon (GRÜNE) | |
Freiburg im Breisgau ist mit rund 220.000 Einwohnern nach Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg und südlichste Großstadt Deutschlands. Die kreisfreie Stadt im gleichnamigen Regierungsbezirk ist Sitz des Regionalverbands Südlicher Oberrhein und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald.
Die Zähringer bauten im Jahr 1091 auf dem Schlossberg eine Burg und verliehen Freiburg 1120 das Markt- und Stadtrecht. Nach dem Aussterben der Zähringer folgten die Grafen von Freiburg als Stadtherren, deren sich die Bürger durch Freikauf und Anschluss an das Haus Habsburg nach 150 Jahren entledigten. Erst 1806 endete die österreichische Zeit, als auf Befehl Napoleons die Stadt und der Breisgau badisch wurden.
Die Altstadt mit den Wahrzeichen Freiburger Münster und Freiburger Bächle ist Ziel von jährlich über drei Millionen Besuchern. Die Stadt gilt als Tor zum Schwarzwald und ist für ihr sonniges, warmes Klima bekannt.
Freiburg liegt im Südwesten Baden-Württembergs am südöstlichen Rand des Oberrheingrabens und am westlichen Fuße des Schwarzwaldes.
Die nächstgelegenen Großstädte sind Mülhausen (frz. Mulhouse) im Elsass, etwa 48 km Luftlinie südwestlich, Basel, etwa 54 km südlich, Zürich, etwa 87 km südöstlich, Straßburg, etwa 66 km nördlich, Karlsruhe, etwa 120 km nördlich sowie Stuttgart, etwa 132 km nordöstlich von Freiburg.
Die Ausdehnung der Stadt in nord-südlicher Richtung beträgt 18,6 km, in ost-westlicher Richtung 20 km. Von der Gemarkungsgrenze sind es bis zur Grenze nach Frankreich 3 km, bis zur Grenze mit der Schweiz 42 km.
Der Straßenname „Auf der Zinnen“ erinnert an die ehemalige Stadtmauer der Stadt. Etwa 200 Meter nördlich davon verläuft der 48. nördliche Breitengrad. Die Stelle ist auf beiden Seiten der Nord-Süd-Durchgangsstraße, die hier Habsburgerstraße heißt, durch eine Schrift in Pflastersteinen verschiedener Farben hervorgehoben, so dass die geografische Breite erkennbar ist.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Freiburg; sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt und liegen alle im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, außer Denzlingen und Vörstetten, die zum Landkreis Emmendingen gehören: Vörstetten, Denzlingen, Gundelfingen, Glottertal, Stegen, Kirchzarten, Oberried (Breisgau), Münstertal/Schwarzwald, Bollschweil, Horben, Au (Breisgau), Merzhausen, Ebringen, Schallstadt, Bad Krozingen, Breisach am Rhein, Merdingen, Gottenheim, Umkirch und March.
Freiburg liegt an der Grenze zwischen Schwarzwald und Oberrheingraben. Die Verwerfung verläuft mitten durch das Stadtgebiet. Die östlichen Stadtteile liegen in einem Verbindungstal zum Zartener Becken zwischen den Bergen Rosskopf im Norden und Brombergkopf im Süden. Die südlichen Stadtteile Kappel und Günterstal) liegen schon im Schwarzwald. Der Schlossberg, ein Ausläufer der Vorbergzone ragt wie eine Nase direkt ins Innenstadtgebiet. Mit dem südöstlich gelegenen 1.284 Meter hohen Schauinsland gehört der Gipfel eines der höchsten Berge des Schwarzwaldes zum Freiburger Stadtgebiet. Mit mehr als 1.000 Metern ist Freiburg unter den deutschen Städten jene mit dem größten Höhenunterschied innerhalb des Stadtgebiets. Die westlichen Stadtteile liegen weitgehend auf einem Schwemmkegel, der während der letzten Eiszeit entstand. Im Süden liegt der Schönberg, der zur Vorbergzone zählt, einem Teil des alten Gebirges, der beim Einbrechen des Oberrheingrabens nur teilweise abgerutscht ist. Durch Freiburg fließt die Dreisam.
Freiburg liegt in einer Zone mit warm- und feucht-gemäßigtem Klima, wobei es große Unterschiede gibt: In der Ebene ist es wärmer und trockener, in den Bergzonen eher kühl und frisch. Wegen der mittleren Durchschnittstemperatur von 10,8 °C[2] gilt die Stadt als eine der wärmsten Großstädte Deutschlands.
Auch mit durchschnittlich 1.740 Sonnenstunden pro Jahr nimmt Freiburg einen vorderen Platz ein.[3] Die mittlere jährlichen Niederschlagsmenge ist mit 954 mm[4] etwas höher als der bundesweite Durchschnitt von zirka 800 mm. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Mai bis August mit einem Spitzenwert von 117 mm im Juni. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 54 mm.
Eine Spezialität des sommerlichen Stadtklimas ist der nach dem östlich gelegenen Höllental genannte „Höllentäler“. Der Fallwind von den Höhen des Schwarzwalds durchlüftet mit großer Regelmäßigkeit Teile der Stadt einige Zeit nach Eintritt der Dunkelheit. Nach umstrittener Auffassung von Wetterexperten wie Jörg Kachelmann oder Hans von Rudloff ist dieser Wind nicht kühl, wie oft vermutet und gefühlt, sondern föhnartig warm. Der Fallwind soll damit der Stadt die meisten Tropennächte in Deutschland mit durchgehend über 20 °C bescheren.[5]
Freiburg hat 26 Stadtteile, die vorwiegend zu statistischen Zwecken in 41 Stadtbezirke gegliedert sind. In den bei der Kreisreform des ehemaligen Landkreises Freiburg eingegliederten Stadtteilen Ebnet, Hochdorf, Kappel, Lehen, Munzingen, Opfingen, Tiengen und Waltershofen wurde die Ortschaftsverfassung eingeführt. Damit erhielten diese Orte einen von der Bürgerschaft der Ortschaft zeitgleich mit dem Gemeinderat zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze sowie eine örtliche Verwaltung. Die Ortschaftsräte sind zu allen wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Freiburg.
→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau
Eine erste Erwähnung eines heutigen Stadtteils Freiburgs, der Wiehre, findet sich 1008 in einem Dokument, in dem Kaiser Heinrich II. dem Bischof von Basel Adalberoni den Wildbann in den Wäldern der Gegend überschreibt. Um 1091 baut der Zähringer Herzog Bertold II. das schöne Castrum de Friburch auf dem Schlossberg. Der Siedlung der Dienstleute und Handwerker am Fuße des Berges verleiht Bertolds Sohn Konrad im Jahre 1120 das Markt- und Stadtrecht. 1146 predigt Bernhard von Clairvaux in der Stadtkirche den Zweiten Kreuzzug. An Stelle dieser zu kleinen Kirche veranlasst Bertold V. 1200 den großzügigen Bau des heutigen Münsters.
Nach dem Aussterben der Zähringer übernehmen 1218 die Grafen von Urach mit Egino I. dem Neffen Bertold V. die Herrschaft und nennen sich fortan die Grafen von Freiburg. Im Jahre 1235 lehrt Albertus Magnus in Freiburg. Die Hosanna, die älteste noch erhaltene Glocke des Münsters wird 1258 gegossen. Nach den häufigen Streitereien mit den Grafen um die Finanzen kauft sich die Freiburger Bürgerschaft 1368 mit 20.000 Mark Silber von der Herrschaft des ungeliebten Egino III. los und unterstellt sich dem Schutz des Hauses Habsburg.
Freiburg muss den neuen Herrschern Kriegsleute stellen und Finanzhilfe leisten. In der Schlacht von Sempach siegen die Schweizer Eidgenossen 1386 gegen den österreichischen Herzog Leopold III. und löschen dabei einen Großteil des Freiburger Adels aus. Die Zünfte beherrschten danach den Stadtrat. Im Jahre 1417 verhilft Herzog Friedrich IV. von Habsburg dem auf dem Konzil von Konstanz abgesetzten Papst Johannes XXIII. (Gegenpapst) 1415 zur Flucht nach Freiburg. Darauf verhängt König Sigismund die Reichsacht über den Habsburger und Freiburg ist bis 1427 Reichsstadt. Als Herr der österreichischen Vorlande stiftet Erzherzog Albrecht 1457 die Freiburger Universität.
Im Jahre 1498 hält Maximilian I. Reichstag in Freiburg. Unter dem Zeichen des Bundschuhs erheben sich im gleichen Jahr die Bauern am Oberrhein, doch der Aufstand bei Freiburg unter Joß Fritz wird verraten. 1524 nehmen im Deutschen Bauernkrieg 18.000 Bauern unter Führung von Hans Müller Freiburg ein und zwingen den Stadtrat, einer evangelisch-christlichen Vereinigung beizutreten. Als 1529 in Basel die Bilderstürmer den Protestantismus durchsetzen, fliehen der Fürst der Wissenschaft Erasmus von Rotterdam und das Basler Domkapitel ins gut katholische Freiburg. Mit der Vollendung des Hochchors, der 1513 durch den Konstanzer Weihbischof geweiht wird, ist 1536 das Münster endgültig fertiggestellt.
Kurz nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1620 übernehmen die Jesuiten die Universität Freiburg. Im Jahre 1632 besetzen die Schweden unter General Horn die Stadt, die in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer wechselt. Eine kaiserlich-bayrische Armee unter den Generälen Franz von Mercy und Jan van Werth nimmt 1644 Freiburg ein. Anschließend kommt es zur Schlacht bei Freiburg zwischen den Bayern und französisch-weimarischen Truppen, angeführt von den Marschällen Turenne und Condé.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kommt es unter Ludwig XIV. immer wieder zu Übergriffen auf rechtsrheinisches Gebiet. Nach dem holländischen Krieg muss Kaiser Leopold I. 1679 im Frieden von Nimwegen die Stadt Freiburg samt Lehen sowie Betzenhausen und Kirchzarten der Krone Frankreichs überlassen. Nachdem Ludwig XIV. Sébastien le Prestre de Vauban angewiesen hatte, die Stadt zu einer modernen Festung auszubauen, besucht der König 1681 Freiburg, um den Fortschritt der Arbeiten persönlich zu begutachten. Im Frieden von Rijswijk 1697 darf Ludwig XIV. die im Elsass besetzten Gebiete einschließlich der freien Reichsstadt Straßburg behalten, muss aber Freiburg an die Habsburger zurückgeben. Gegen Ende des Spanischen Erbfolgekriegs besetzt Marschall Claude-Louis-Hector de Villars 1713 Freiburg erneut. Im zweiten österreichischen Erbfolgekrieg leitet Ludwig XV. 1744 vom Lorettoberg aus die Kanonade der Stadt und nimmt sie ein. Als die französischen Truppen Freiburg räumen müssen, zerstören sie die Festungsanlagen gründlich. Lediglich das Breisacher Tor blieb als Teil der Vaubanschen Bauten erhalten. Auf dem Wege nach Frankreich zur Vermählung mit Ludwig XVI. wird Marie-Antoinette 1770 in Freiburg begeistert empfangen. Kaiser Joseph II. besucht Freiburg im Jahre 1777.
Französische Revolutionstruppen nehmen Freiburg 1796 ein. Nach drei Monaten befreit Erzherzog Karl die Stadt. Als der Herzog von Modena Herkules III. im Frieden von Campo Formio 1797 seine italienischen Besitzungen verliert, erhält er als Kompensation den Breisgau. Nach Herkules' Tod 1803 fällt der Breisgau an seine ins Haus Habsburg eingeheiratete Tochter Maria Beatrice. Doch dieses modenisch-habsburgische Zwischenspiel dauert nur kurz, denn 1805 verfügt Napoleon den Anfall des Breisgaus und der Ortenau an das Großherzogtum Baden. Die Schlussakte des Wiener Kongresses bestätigt 1815 den Verbleib Freiburgs bei Baden.
Im Jahr 1827 wird Freiburg Sitz des neu gegründeten Erzbistums Freiburg. 1845 wird die Bahnlinie in Richtung Offenburg eröffnet. Die Revolution von 1848 entlädt sich im Südwesten Deutschlands besonders heftig, obgleich Baden 1818 während der Restauration eine recht liberale Verfassung erhalten hatte. In Freiburg kommt es zu blutigen Barrikadenkämpfen, an denen neben badischen Regierungstruppen hessische Verbände beteiligt sind.
Mit der Reichsgründung von 1871 nimmt die Stadt am allgemeinen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland teil. Unter Oberbürgermeister Otto Winterer erhält Freiburg mit der Bebauung neuer Stadtteile im Stile des Historismus sein Gesicht. Schon 1901 fährt eine elektrische Straßenbahn. Im Ersten Weltkrieg werfen feindliche Flugzeuge und Luftschiffe Bomben über der Stadt ab. Die Rückkehr des Elsass zu Frankreich nach dem verlorenen Krieg trifft Freiburg wirtschaftlich besonders hart.
Zwei Reichskanzler in den Anfangsjahren der Weimarer Republik kommen aus Freiburg: Konstantin Fehrenbach und Joseph Wirth. Wie überall im damaligen Deutschen Reich übernehmen 1933 die Nationalsozialisten in Freiburg die Macht. Unter dem Rektorat Martin Heideggers wird die Universität gleichgeschaltet. 1938 wird St. Georgen eingemeindet, im gleichen Jahr geht in der Reichspogromnacht die Freiburger Synagoge in Flammen auf. 1940 werden die in Freiburg noch verbliebenen Juden mit einem Sammeltransport ins südfranzösische Konzentrationslager Gurs geschickt. Am 10. Mai 1940 bombardieren Flugzeuge der Deutschen Luftwaffe irrtümlich die Stadt. 57 Menschen fanden damals den Tod.
Am Abend des 27. November 1944 bombardiert die britische Royal Air Force Freiburg, wobei etwa 3000 Bürger den Tod finden. Aus den Trümmern der vollkommen zerstörten Altstadt erhebt sich das relativ unbeschädigte Freiburger Münster. Durch die starken Detonationswellen wurde das Münster jedoch nahezu abgedeckt. Mit Ziegelspenden aus Basel konnte das Münster bis Januar 1946 wieder fast vollständig gedeckt werden.[6]
Im April 1945 besetzen die Franzosen die Stadt, in der im Oktober General de Gaulle eine Siegesparade abhält. In Folge der Aufteilung Deutschlands in verschiedene Besatzungszonen wird Freiburg 1946 die Hauptstadt des Landes Baden. Nach einer Volksabstimmung geht 1951 Südbaden im Bundesland Baden-Württemberg auf.
Die Studentenunruhen der späten 1960er Jahre finden auch in Freiburg ihren Niederschlag. Das gewachsene politische Bewusstsein führt in den 1970er Jahren zur Beteiligung vieler Freiburger am erfolgreichen Widerstand der Kaiserstühler Bauern gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl. Im Gefolge dieser Ereignisse entwickelt sich in der Stadt eine starke autonome Szene und ein breites ökologisch orientiertes Spektrum. Freiburg wird zu einer Hochburg der neu gegründeten Grünen, und wird daher als Ökohauptstadt Deutschlands bezeichnet. Aber auch wissenschaftlich und wirtschaftlich entwickelt sich in Freiburg ein Klima, das der Stadt eine führende Rolle als Umweltstadt verschafft.
1986 ist die Stadt Gastgeber der siebten Landesgartenschau Baden-Württemberg, was für die Entwicklung der westlichen Stadtteile von großer Bedeutung ist. Die Attraktivität Freiburgs führt zu einem starken Bevölkerungszuwachs, der den Ausbau alter und die Errichtung neuer Wohngebiete erfordert. Auf einem von der französischen Garnison 1992 verlassenen Kasernengelände entsteht der Stadtteil Vauban. 1993 erfolgt der Spatenstich zum neuen Stadtteil Rieselfeld.
1996 überschreitet die Stadt die Bevölkerungszahl von 200.000 Einwohnern. Darunter sind etwa 30.000 Studenten, die an der Universität und vier weiteren Hochschulen studieren.
Vor der ersten Eingemeindung umfasste das Stadtgebiet 3.005 Hektar. Folgende ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen wurden in die Stadt Freiburg eingegliedert:
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|---|---|
| 1457 | Herdern | unbekannt |
| 1826 | Wiehre | 723 |
| 1890 | Günterstal | 520 |
| 1890 | Haslach | 912 |
| 1906 | Zähringen | 1.169 |
| 1908 | Betzenhausen | 865 |
| 1914 | Littenweiler | 1.561 |
| 1938 | St. Georgen | 761 |
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|---|---|
| 1.9.1971 | Lehen | 358 |
| 1.12.1971 | Opfingen | 1.461 |
| 1.7.1972 | Waltershofen | 758 |
| 1.1.1973 | Tiengen | 838 |
| 1.7.1973 | Munzingen | 677 |
| 1.9.1973 | Hochdorf | 1.010 |
| 1.7.1974 | Ebnet | 687 |
| 1.7.1974 | Kappel | 1.381 |
| 1.1.1978 | Mundenhof | 323 |
Freiburg wuchs nicht nur durch Eingemeindungen, sondern auch durch neue Stadtteile. In den 1960er Jahren waren dies die Stadtteile Weingarten und Landwasser, in den 1990er Jahren die Stadtteile Rieselfeld und Vauban.
→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Freiburg im Breisgau
Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit lebten in Freiburg zwischen 5.000 und 10.000 Menschen. Freiburg war die größte Stadt zwischen Basel und Straßburg. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Hatte die Stadt 1800 9.050 Einwohner, so waren es 1900 bereits 62.000.
Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt das Ziel alliierter Luftangriffe. Die Bevölkerungszahl sank von 110.110 im Jahre 1939 um 18,9 Prozent auf 89.275 im Dezember 1945. Schon 1947 überschritt die Einwohnerzahl durch die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten wieder die Grenze von 100.000. Bis 1996 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000.
Mit einem Bevölkerungswachstum von 24 Prozent im Zeitraum von 1980 bis 2006 wächst die Stadt unter den Städten Baden-Württembergs am schnellsten. Mit einem Durchschnittsalter seiner Bewohner von 40,3 Jahren ist Freiburg die Stadt mit der jüngsten Bevölkerung im Bundesland. Der Ausländeranteil liegt bei 14,1 Prozent.[7]
Die Bertelsmann-Stiftung sieht Freiburg als „prosperierendes Wirtschaftszentrum“. In ihrem Wegweiser Demographischer Wandel wird ein Anstieg der Bevölkerung bis 2020 auf 227.879 Einwohner vorausgesagt (2010: 224.751 Einwohner, 2015: 227.974 Einwohner).[8]
Freiburg gehörte bis 1805 zu Österreich und so blieb die Stadt katholisch, während umliegende Dörfer wie Haslach, Opfingen und Tiengen und ganze Landstriche, die dem Markgrafen von Baden unterstanden, im Zuge der Reformation evangelisch wurden. Die Stadt gehörte kirchlich bis 1821 zum Bistum Konstanz, auch als das Fürstbistum 1805 als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben wurde. Im gleichen Jahr wurde Freiburg Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs, der jedoch wegen Differenzen zwischen der badischen Regierung und dem Heiligem Stuhl erst 1827 sein Amt antreten konnte. Die Grenzen des Erzbistums Freiburg decken sich mit den Grenzen des ehemaligen Landes Baden und des früheren preußischen Fürstentums Hohenzollern. Bischofskirche ist das Freiburger Münster. Zur Kirchenprovinz Freiburg gehören die beiden Suffraganbistümer Mainz und Rottenburg-Stuttgart sowie bis 1929 auch die Bistümer Limburg und Fulda. Der Erzbischof von Freiburg trägt den Titel eines Metropoliten. Der Deutsche Caritasverband hat seinen Sitz in Freiburg. Als Schutzpatrone Freiburgs werden der Heilige Georg (die Freiburger Fahne zeigt das Georgskreuz) und Bischof Lambert von Lüttich verehrt.
Mit dem Anfall des Breisgaus 1805 an den überwiegend evangelischen Norden des Großherzogtums Baden zogen Protestanten in die Stadt. Bei den damaligen Verhandlungen zwischen der badischen Regierung und dem Freiburger Stadtrat bot dieser, um die Karlsruher für die Erhaltung der Universität positiv zu stimmen, die Errichtung einer evangelischen Kirche an. Die Freiburger Protestanten gehören heute, sofern sie nicht Glieder einer Freikirche sind, zum im Januar 2007 neu gebildeten Stadtdekanat Freiburg innerhalb des Kirchenkreises Südbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden. In Freiburg befindet sich der Sitz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden, einer lutherischen Freikirche. Außerdem gibt es eine breite Landschaft protestantischer Freikirchen: Die Christengemeinde in Lehen, die Calvary-Chapel in der City, die Heilsarmee, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die Freie Evangelische Gemeinde, die Liebenzeller Gemeinde, die Chrischonagemeinde, die Methodistische Gemeinde und die christliche Missionsgemeinde.
Seit dem späten 19. Jahrhundert besteht in Freiburg eine altkatholische Gemeinde, deren Kirche die ehemalige Klosterkirche der Ursulinen im Schwarzen Kloster am Rande der Altstadt ist. Den griechisch-, serbisch-, russisch- und rumänisch-orthodoxen Gemeinden wurde eine katholische Kirche für ihre Gottesdienste zur Verfügung gestellt. Außerdem gibt es in Freiburg eine Anglikanische Gemeinde und die Neuapostolische Kirche mit zwei Gemeinden in der Wiehre und in Weingarten, eine Gemeinde der Kirche Jesu Christi, sowie die Zeugen Jehovas.
Am 12. Oktober 1338 hatte der Stadtrat den ansässigen Juden einen umfassenden Sicherungs- und Freiheitsbrief ausgestellt. Doch am 30. Januar 1349 war dieser nichts mehr wert. In Freiburg wurden Juden verdächtigt, die Pest verbreitet zu haben, wurden festgenommen und nach grausamer Folterung anschließend verbrannt. Nach diesem Pogrom ließen sich Juden nur zögerlich wieder in Freiburg nieder. Da beschloss im Jahre 1401 der Stadtrat, daz dekein Jude ze Friburg niemmerme sin sol, ein Dekret, welches König Sigismund mit der Ewigen Vertreibung 1424 offiziell bestätigte. Erst 1809 wurde den Juden wieder ein ständiger Aufenthalt in der Stadt erlaubt, die dann 1836 eine jüdische Gemeinde gründeten. In der Pogromnacht 1938 ging die 1870 errichtete Synagoge in Flammen auf. Am 22. Oktober 1940 wurden die im Lande verbliebenen badischen Juden zusammen mit ihren pfälzischen Glaubensbrüdern in das Lager Camp de Gurs in Südfrankreich deportiert. Einer der Sammelplätze in Freiburg war der Annaplatz. Im Pflaster der Stadt erinnern „Stolpersteine“ an die Opfer der Judenverfolgung während der Naziherrschaft.
Nach 1945 konstituierte sich eine orthodox geführte jüdische Einheitsgemeinde, die Israelitische Gemeinde Freiburg, die mittlerweile durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion auf rund 750 Mitglieder angewachsen ist. Sie errichtete von 1985 bis 1987 zwischen Münsterplatz und Stadtgarten eine neue Synagoge. Seit Juli 2004 ist durch die kleine Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher eine weitere Gemeinde hinzugekommen, die sich der Union progressiver Juden angeschlossen hat.
Für die verstorbenen Einwohner jüdischen Glaubens gibt es eigene Begräbnisstätten: den jüdischen Friedhof in der Elsässer Straße und ein neues Gräberfeld auf dem Friedhof St. Georgen.
Mehrere islamische Organisationen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Ausrichtung unterhalten in Freiburg Gebetsstätten und Moscheen. Anhänger des Buddhismus finden im Tibet-Kailash-Haus, das 2007 vom Dalai Lama besucht wurde, oder im buddhistischen Zentrum der Karma-Kagyü-Schule Anlaufstellen. Weiterhin gibt es seit 2004 den Heidenhain (auch: Hain der Heiden) in Freiburg, der sich als Treffpunkt und Anlaufstelle für Neopaganismus versteht.
Im früher katholisch-konservativen Freiburg wurde 1962 mit Dr. Eugen Keidel zum ersten Mal ein Sozialdemokrat zum Oberbürgermeister gewählt. Ihm folgte 1982 sein Parteikollege Dr. Rolf Böhme im Amt, der im Jahr 2002 ausschied. Mittlerweile gilt die Stadt als eine Hochburg der Grünen. Dies äußert sich nicht nur in der Wahl des ersten grünen Oberbürgermeisters einer deutschen Großstadt, sondern in durchgehend überdurchschnittlich hohen Wahlergebnissen. Bei den Bundestagswahlen 2002 und 2005 wurde der Wahlkreis Freiburg mit 25,0 beziehungsweise 22,8 Prozent der Zweitstimmen bundesweit bester Wahlkreis dieser Partei. Nachdem die Grünen bei der Europawahl 2004 im Stadtkreis 36,8 Prozent erzielten, setzte sich bei der Landtagswahl im März 2006 allerdings die CDU mit 30,3 Prozent wieder als stärkste politische Kraft durch.
Das Direktmandat im Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Freiburg hat seit 1998 der Sozialdemokrat Gernot Erler inne, heute Staatsminister im Auswärtigen Amt. Über die Landesliste vertritt zusätzlich Kerstin Andreae (Grüne) seit 2002 die Stadt im Bundestag. Im Landtag von Baden-Württemberg ist Freiburg mit sechs Abgeordneten vertreten: Für den Wahlkreis Freiburg-Ost Gustaf-Adolf Haas (SPD), Reinhold Pix (Grüne) und Dr. Klaus Schüle (CDU) sowie für den Wahlkreis Freiburg-West Margot Queitsch (SPD), Bernhard Schätzle (CDU) und Edith Sitzmann (Grüne).
An der Spitze der Stadtverwaltung stand früher der Schultheiß als Vorsitzender des Gerichts. Nach dem Übergang an Baden wurde die badische Städteverfassung eingeführt mit einem direkt gewählten Bürgermeister, später Oberbürgermeister an der Spitze der Verwaltung, der gleichzeitig stimmberechtigter Vorsitzender des Gemeinderates ist.
Die Oberbürgermeister seit 1806:
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Der Gemeinderat besteht aus 48 gewählten Mitgliedern. Den Vorsitz mit Stimmrecht hat der Oberbürgermeister. Die Wahl zum Gemeinderat vom 13. Juni 2004 ergab folgendes Ergebnis:
| Partei | Prozent | Diff. | Sitze | Diff. |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 26,1 | −5,0 | 13 | −3 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 25,8 | +6,1 | 13(*) | +3 |
| SPD | 17,1 | −3,7 | 8 | −3 |
| FWV | 8,2 | −0,4 | 4 | = |
| Linke Liste/Solidarische Stadt | 6,3 | +2,1 | 3 | +1 |
| FDP | 5,0 | −0,1 | 2 | = |
| Kulturliste | 4,4 | +4,4 | 2 | +2 |
| Grüne Alternative Freiburg (neu)* | -.- | -.- | 2 | +2(neu) |
| Junges Freiburg | 4,1 | +0,3 | 1 | = |
| Unabhängige Frauen | 3,0 | +0,2 | 1 | = |
| Andere | 0,0 | −3,9 | 0 | = |
* nach dem Austritt von Monika Stein und Coinneach McCabe aus der Fraktion der Grünen; ihre Gruppierung heißt Grüne Alternative Freiburg
Grüne und Junges Freiburg bilden eine Fraktionsgemeinschaft, ebenso die Linke Liste mit der Kulturliste und den Unabhängigen Frauen.
Das Wappen der Stadt Freiburg zeigt ein rotes durchgehendes Kreuz auf weißem Grund. Es ist das Wappenzeichen des heiligen Georg, des ältesten Stadtpatrons. Das Stadtsiegel Freiburgs zeigt eine stilisierte Burg in rot auf weißem Grund mit zwei Turmbläsern auf den äußeren Türmen. Dieses Siegel sieht man nur vereinzelt im Stadtgebiet in Farbe, auf den Kanaldeckeln gegossen in Eisen dagegen ist der Wappenschild omnipräsent. Die stilisierte Darstellung der Burg diente als Vorbild für das 1896 im Sternwald erbaute Wasserschlössle.
Häufig sieht man noch ein Wappen mit einem schwarzen Adlerkopf oder Rabenkopf auf goldenem Grund. Dieses Wappen ist nach 1327 aus der Freiburger Münzmarke entstanden. Anfangs zeigten die in Freiburg geprägten Münzen den ausgebreiteten Adler, also das Wappenbild der Grafen von Freiburg. Nachdem die Freiburger 1327 den Grafen das Münzrecht abgekauft hatten, prägte die Stadt zur Unterscheidung Münzen, die nur noch den Kopf eines Adlers zeigten. Dieser wurde bald als Kopf eines Raben (alemannisch „Rappen“) angesehen, weshalb die kleine Münze auch als „Rappenpfennig“ bezeichnet wurde. Im Jahre 1399 bildeten Freiburg und andere oberrheinische Städte wie z. B. Basel zur Handelserleicherung untereinander den Rappenmünzbund. So wurde der Rappenpfennig Namensgeber für den Schweizer Rappen. Oft wird an historischen Gebäuden oder auf Gemälden das Stadtwappen zusammen mit dem Wappen von Österreich gezeigt, ein Hinweis auf die lange Zugehörigkeit der Stadt zu Vorderösterreich.
Die Flagge der Stadt Freiburg im Breisgau hat wie im Wappen ein rotes durchgehendes Kreuz auf weißem Grund. Sie ist identisch mit der Flagge Englands, dessen Schutzpatron wie in Freiburg der heilige Georg ist. Sie wird vor allem als Hochkantflagge gehisst, ist aber auch waagerecht zu sehen. Diese Flagge wird seit etwa 1368 benutzt, als Freiburg zu den Habsburgern kam.
→ Hauptartikel: Liste von Bürgerentscheiden der Stadt Freiburg im Breisgau
In Freiburg fanden bisher vier Bürgerentscheide statt: Zum Bau des heutigen Konzerthauses (1988), über den Erhalt des Flugplatzes (1995) und zur Linienführung der Stadtbahn Haslach (1999). Die Abstimmungen hatten eine Beteiligung zwischen 22 Prozent (Linienführung Straßenbahn 1999) und 50 Prozent (Kultur und Tagungsstätte 1988). Eine Verbesserung der Erfolgschancen von Bürgerentscheiden ist auf die Verringerung des Quorums von 30 Prozent auf 25 Prozent durch Beschluss des Landtages von Baden-Württemberg im Juli 2005 zurückzuführen.
Im vierten und ersten erfolgreichen Bürgerentscheid entschieden die Bürger im November 2006, mit großer Mehrheit, dass die Stadt Freiburg Eigentümer der städtischen Wohnungen bleiben soll.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Städtepartnerschaften in Europa ein Weg, um die Verständigung unter Menschen verschiedener Nationen im direkten Kontakt zu ermöglichen und damit den Frieden zu stabilisieren. In diesem Geist wurde 1959 die Partnerschaft mit Besançon geschlossen, der mit Innsbruck, Padua und Guildford weitere folgten. Die kontinentalen Städte dieser Phase sind von etwa gleicher Größe und Struktur, sind touristisch attraktive Universitätsstädte und alte Habsburgerstädte mit reicher Vergangenheit. Das gilt ebenfalls für die später hinzugekommene Stadt Granada und das erheblich größere Lemberg.
Als moderne Verkehrsmittel und die verbesserte Telekommunikation die Welt kleiner werden ließen, kamen mit Madison in den USA und Matsuyama in Japan Städte in Übersee hinzu. Die Partnerschaft mit der Stadt Isfahan im Iran ist die erste und bisher einzige Partnerschaft einer deutschen mit einer iranischen Stadt. Sie ist eine der lebendigsten Partnerschaften mit vielfältigem Austausch auf kulturellem Gebiet. Auf Grund der Leugnung des Holocausts durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und dem Atomstreit kämpft die Partnerschaft mit Schwierigkeiten.
Die Partnerstädte Freiburgs im Überblick:
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Traditionell freundschaftliche Beziehungen, die nicht schriftlich fixiert sind, gibt es zu den anderen vom Geschlecht der Zähringer gegründeten Städten in der Schweiz und in Süddeutschland: zu Bern, Thun, Burgdorf, Freiburg im Üechtland, Murten, Rheinfelden, Neuenburg, Villingen, Bräunlingen und Weilheim an der Teck sowie zum Klosterort St. Peter auf dem Schwarzwald, der Grablege der meisten Zähringer.
Die Stadt liegt im „Verdichtungsraum Freiburg“, der neben der Stadt Freiburg die Gemeinden Au (Breisgau), Bötzingen, Gundelfingen, Kirchzarten, March, Merzhausen und Umkirch des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald sowie die Städte und Gemeinden Emmendingen, Denzlingen und Waldkirch des Landkreises Emmendingen umfasst.
Für die Region Südlicher Oberrhein bildet Freiburg neben Offenburg ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Freiburg übernimmt für die Gemeinden Au, Bötzingen, Buchenbach, Ebringen, Eichstetten am Kaiserstuhl, Glottertal, Gottenheim, Gundelfingen, Heuweiler, Horben, Kirchzarten, March, Merzhausen, Oberried, St. Märgen, St. Peter (Hochschwarzwald), Schallstadt, Sölden, Stegen, Umkirch und Wittnau die Funktion eines Mittelbereichs.
Freiburg ist ein regionales Wirtschaftszentrum. Es dominiert der Dienstleistungssektor sowie der öffentliche Dienst. Größter Arbeitgeber der Stadt ist die Universität mit dem Universitätsklinikum, gefolgt von zahlreichen Landes- und untergeordneten Behörden. Durch die Nähe zur Universität haben sich kleinere Unternehmen aus den Bereichen Solartechnik, Informations- und Medientechnologie sowie Medizintechnik und Biotechnologie angesiedelt.
Freiburg ist für sein sonniges, warmes Klima, für die Forschung und Produktion im Bereich Solarenergie bekannt. Die Bedeutung der Solarenergie für Stadt und Region spiegelt sich in der Fachmesse Intersolar wider, die für die recht kleine Messe Freiburg eine hohe internationale Bedeutung hat. Diese Messe wird seit 2007 in München abgehalten, aber weiter von Freiburg aus mitveranstaltet. Eine weitere internationale Fachmesse ist die INTERbrossa-BRUSHexpo, die alle vier Jahre für ihre Branchen Weltleitmesse ist. Zahlreiche weitere Fach- und Publikumsmessen machen Freiburg zu einem wichtigen regionalen Messestandort. Dem wurde im Jahr 2000 Rechnung getragen, indem die Messe Freiburg auf ein neues Gelände mit moderner Hallen-Infrastruktur umzog.
Darüber hinaus spielt der Fremdenverkehr eine herausragende Rolle. Die Stadt gilt als Tor zum Schwarzwald und gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Südwestdeutschland. Die Stadt liegt an der Badischen Weinstraße und an der „Grünen Straße – Route verte“, einer touristischen Straßenverbindung von den Vogesen im Elsass in den Schwarzwald. Im Jahr 2007 wurden erstmals mehr als eine Million Übernachtungen in der Stadt gezählt. Mit einem Verhältnis von 5000 Übernachtungen auf 1000 Einwohner gehört Freiburg damit zur Spitzengruppe der touristischen Ziele.
Etwa 43 Prozent der Freiburger Gemarkung sind mit Wald unterschiedlicher Ausprägung (Mooswald, Mittelwald und Bergwald) bedeckt, rund ein Drittel davon ist Eigentum der Stadt, die damit zu den größten kommunalen Waldbesitzern in Deutschland gehört. Die wichtigsten Baumarten, die auch wirtschaftlich genutzt werden, sind Buche, Stieleiche, Fichte, Tanne und Douglasie. Über die wirtschaftliche Nutzung hinaus hat der Wald aber auch ökologische Bedeutung und ist ein wichtiger Bestandteil des Erholungs- und Freizeitangebots. Eine der beiden Forstdirektionen des Landes Baden-Württemberg sowie die hier ansässige Forstliche Versuchsanstalt des Landes zeugen von der Bedeutung des Waldes für die Stadt.
Auch der Weinbau spielt in Freiburg eine nicht unbedeutende wirtschaftliche Rolle. Die Stadt grenzt an drei badische Weinbaubereiche: Markgräfler Land, Tuniberg und Kaiserstuhl mit unterschiedlichen typischen Rebsorten. Mit rund 650 Hektar Rebfläche ist Freiburg die größte Weinbaustadt und eine der größten Weinbaugemeinden in Deutschland – dies vor allem durch die Eingemeindung mehrerer Weinbaugemeinden im Westen der Stadt in den 1970er Jahren. Aber auch auf kleinen Flächen der Innenstadt wird noch heute Wein angebaut. Die Bedeutung des Weinbaus für die Stadt wird unterstrichen durch das hier ansässige Staatliche Weinbauinstitut und den Sitz des Badischen Weinbauverbandes. Auch die Universität baut seit 1985 wieder eigenen Wein an, nachdem diese Tradition seit 1806 unterbrochen war. Davor hing das Gehalt der Professoren direkt vom Ertrag des Weinbaus ab.
Nach der Kommunalabfrage 2007 des Bundes der Steuerzahler Baden-Württemberg stehen städtische Steuereinnahmen von 224 Mio. Euro in 2006 und geschätzte Steuereinnahmen für 2007 von 234 Mio. Euro Schulden in Höhe von 475 Mio. Euro gegenüber. Die Schulden setzen sich aus 335 Mio. Euro Schulden des Kämmereihaushaltes und 140 Mio. Euro Schulden der städtischen Eigenbetriebe und Sondervermögen zusammen.
Freiburg liegt verkehrsgeographisch günstig an den großen europäischen Verkehrsmagistralen Rhein–Saône–Rhône–Mittelmeer und Rhein–Gotthard–Italien. Die Autobahn A 5 verbindet Freiburg in Richtung Norden mit Straßburg (–Paris), Karlsruhe (–Stuttgart–München), Mannheim, Frankfurt am Main (–Köln) und in Richtung Süden mit Mülhausen (Mulhouse) (–Dijon–Lyon–Marseille), Basel (–Bern–Genf/–Zürich–Mailand). Freiburg verfügt über drei Autobahnausfahrten: Nord, Mitte und Süd. Außerdem liegt Freiburg an den Bundesstraßen B 3 (Buxtehude–Weil am Rhein), B 31 (Breisach–Lindau) und B 294 (von Freiburg über Freudenstadt und Pforzheim nach Bretten).
Freiburg war in den 1970er Jahren eine der ersten Städte, die durch die Sperrung der Innenstadt für den KFZ-Verkehr eine Fußgängerzone schufen. Heute verfügt die Stadt über ein dynamisches Parkleitsystem, das auf die Anzahl der verfügbaren freien Parkplätze in den zahlreichen Parkhäusern am Rande der autofreien Innenstadt hinweist. Das Quartier Vauban ist als weitgehend autofreie Neubausiedlung konzipiert.