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| Franzensfeste | |||
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| (ital.: Fortezza) | |||
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| Bezirksgemeinschaft | Wipptal | ||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | ||
| Region: | Trentino-Südtirol | ||
| Staat: | Italien | ||
| Einwohner (VZ 2001 / 01.01.2009): | 892 / 965 | ||
| Sprachgruppen laut Volkszählung 2001: |
57,8 % deutsch 40,7 % italienisch 1,5 % ladinisch |
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| Koordinaten | 46° 47′ N, 11° 37′ O46.78333333333311.616666666667723 - 2.708 m, Zentrum 749 mKoordinaten: 46° 47′ N, 11° 37′ O | ||
| Meereshöhe: | 723 - 2.708 m, Zentrum 749 m | ||
| Fläche / Dauer- siedlungsraum: |
61,7 / 2,4 km² | ||
| Fraktionen: | Grasstein, Mittewald | ||
| Nachbargemeinden: | Freienfeld, Mühlbach, Natz-Schabs, Sarntal, Vahrn | ||
| Partnerschaft mit: | Zeitlarn (D) | ||
| Postleitzahl: | 39045 | ||
| Vorwahl: | 0472 | ||
| ISTAT-Nummer: | 021032 | ||
| Steuernummer: | 00246310213 | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister (2005): | Dr. Johann Wild | ||
Franzensfeste (ital.: Fortezza) ist sowohl eine Festung mit Eisenbahnviadukt, eine Gemeinde als auch ein danach benannter Stausee mit Kraftwerk in Südtirol in der Nähe von Brixen. Franzensfeste ist die südlichste Gemeinde des Wipptales.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung: Eine eingebogene weißgerandete grüne Spitze teilt den Wappenschild in Rot und Blau.
Die Franzensfeste wurde von 1833 bis 1838 unter Kaiser Ferdinand I. erbaut und nach Kaiser Franz I. von Österreich, dem Monarch der Planungsphase, benannt. Sie sollte die wichtige Verkehrsverbindung durch das Eisacktal über den Brenner nach Norden sichern.
1832 wurde Ingenieurgeneralmajor Franz Scholl mit dem Entwurf beauftragt. Die Bauleitung erhielten Oberstleutnant Karl von Martony und die Hauptleute Magdlich von Magddenau und Lazarus Manula. Je nach Jahreszeit waren zwischen 3.500 und 4.600 Mann am Bau tätig. Der Höhenbereich mit in den Felsen gebauten Kavernen diente der Lagerung der Munition und dem Bestreichen der Verkehrswege mit Geschützen. Im Talbereich wurden die Kasernen untergebracht. Eine in den Felsen gebaute gedeckte „ewige Stiege“ führte mit 433 Stufen von den Talwerken zu den Höhenwerken.
Das Bauwerk mit seinem eingeschlossenen Militär-Haltepunkt (Bahnhof) blieb jedoch unvollendet und wurde nie in kriegerische Ereignisse verwickelt. Es sollte ursprünglich mit 90 Geschützen bestückt werden und konnte im Kriegsfall eine Garnison von 1.000 Mann aufnehmen. Im Frieden reichten 70 Soldaten für den Betrieb.
Nach 1930 wurden von der italienischen Armee rund um die Festung neue moderne kleine Bunkeranlagen gebaut, um die Sperre zu verstärken. Ab 1940 wurde am nahe gelegenen Ochsenbühel eine neue unterirdische Großfestung erbaut, die die Franzensfeste ablösen sollte. Jedoch wurde ab 1942 der Festungsbau aufgrund der politischen Entwicklung hier ganz aufgegeben. Die deutsche SS soll die Festungen noch als Depot für Raubgüter genutzt haben. Um die Festung ranken sich Gerüchte betreffend tatsächlich stattgefundener Goldtransporte der italienischen Nationalbank im Zweiten Weltkrieg.
Ab 19. Juli 2008 war die Festung einer von mehreren Schauplätzen der europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst Manifesta7.[1]
Vom 9. Mai bis 30. Oktober 2009 fand in der Festung die Landesausstellung 2009 mit dem Titel Labyrinth :: Freiheit statt, die von den Ländern Südtirol, Tirol und Trentino ausgerichtet wurde und eine großzügige Kombination aus Dokumentationen, Kunstwerken und Ruhezonen darstellte.[2]
Für ein Kraftwerk der Italienischen Staatsbahnen wurde ab 1939 ein 65 m hoher Staudamm in Unterau errichtet. Dazu wurden das Dorf Unterau und Teile der Festung überflutet. Die Generatoren befinden sich in einem Kavernenkraftwerk der ENEL in der Nähe von Brixen. Sie werden von hier und einem Kraftwerk der Rienz bei Mühlbach angetrieben.
Bereits 2.500 v. Chr. befand sich eine kleine Siedlung beim heutigen Franzensfeste (durch Funde von Hausgeschirr belegt). Sie lag an der Route der Bernsteinstraße. Um 15 v. Chr. besiegten die Römer unter Tiberius und Drusus die Räter in einer Schlacht bei Bozen. Der Ort wurde dadurch Teil des römischen Reichs. In mehreren archäologischen Grabungen wurde ein 140m langer Nebenzweig der Via Claudia Augusta freigelegt.[3]
Während der Koalitionskriege rückte während des Tiroler Freiheitskampfes am 4. und 5. August 1809 General Lefebvre mit 2.500 Franzosen, Sachsen und Bayern in Richtung Süden durch das Eisacktal vor. In der Nähe von Franzensfeste wurde der Verband von 500 Tiroler Schützen unter Andreas Hofer in einem Hinterhalt aufgerieben, der später nach dem Ereignis benannten Sachsenklemme.
Im Jahr 1889 wurde auf Franzensfeste ein kleiner Obelisk aufgestellt, der einen geodätischen Fixpunkt markiert. An dieser Stelle treffen ein Breitengrad und ein Meridian aufeinander. Die Urmarke liegt auf 736,4520 m über NN.
Die Ortschaft Franzensfeste stellt seit Jahrhunderten einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Brennerverkehr dar. Früher und zum Teil immer noch aufgrund der Brennerbahn und der Pustertalbahn, heute besonders durch die Autobahn-Ausfahrt für Brixen und das Pustertal. Zunächst war die Ortschaft Teil der Gemeinde Mittewald. 1940 wurde Franzensfeste zum Hauptort erklärt und Mittewald wurde zur Fraktion von Franzensfeste.
In Franzensfeste ist der südliche Austrittspunkt des Brennerbasistunnels geplant. Derzeit wird bei Aicha in der Gemeinde Natz-Schabs am Erkundungsstollen gearbeitet. Zur Unterbringung der Arbeiter wurde in der Ortschaft Franzensfeste in der Nähe des im Jahre 2008 renovierten, historischen Bahnhofs aus der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie eine große Containersiedlung errichtet.
Am 15. August 1998 löste sich eine Schlamm- und Gerölllawine und verschüttete die Brennerautobahn. Fünf Menschen kamen ums Leben.
Zwischen Franzensfeste und der Ortschaft Aicha wurde ein Viadukt des Abzweigs der Eisenbahnlinie ins Pustertal über den Eisack hinweg errichtet. Die Länge des Viaduktes betrug ursprünglich 203,90 Meter. Die Brücke lief über sieben bis zu 32 Meter hohe Bogenöffnungen in einer Geraden. Zwei hohe Pfeiler sind heute noch erhalten. Der mittlere Stahlträger war und ist ein Gitterwerksbau, die seitlichen waren Vollblechträger. Auf der Seite der Franzensfeste konnte der dortige Seitenträger zur Sperrung der Linie eingezogen werden.
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