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Fluss

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fluss (Begriffsklärung) aufgeführt.


Blick auf das Ulmer „Fischerviertel“ und die Donau vom Münster aus.
Der Inn bei Ried im Oberinntal (Tirol, Österreich).

Ein Fluss (althochdeutsch: fluz zu fliozan «fließen») ist ein oberirdisches mittleres bis großes Fließgewässer des Binnenlandes. Im Alpenraum werden Flüsse oft auch als Achen (zu althochdeutsch aha [st. f.], «Fluss») bezeichnet, wovon sich auch Flussnamen wie „Ohe“ herleiten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition und Abgrenzung

Ein Fluss ist geowissenschaftlich ein Fließgewässer des Binnenlandes mittlerer Größe bezogen auf Länge, die Größe des Einzugsgebietes, die Wasserführung, den Reifheitsgrad und des Gefälles. Flüsse werden in Haupt und Nebenflüsse unterteilt. Große Flüsse, die nicht Nebenfluss eines größeren Flusses sind, sondern im offenen Meer münden, werden als Strom bezeichnet. Sie bilden als Mündung entweder einen Ästuar oder ein Flussdelta.

[Bearbeiten] Beschreibung

Ein Fluss ist im Gegensatz zum Kanal natürlichen Ursprungs und entwickelt sich aus dem Zufluss mehrerer Bäche oder Nebenflüsse. Im Rahmen des Wasserkreislaufs werden Flüsse durch die verschiedenen Formen des Abflusses gespeist und bilden als Vorflut ihres Einzugsgebietes den oberirdischen Abfluss. In Küstennähe sind Flüsse oft in ein Netz von Entwässerungskanälen eingebunden und nennen sich dann Tief.

Jeder Fluss führt zerkleinerte Gesteine oder Sedimente, so genanntes fluviatiles Sediment oder Geschiebe auf der Gewässersohle, mit sich. In naturbelassenen Flüssen kommt es zur Erosion und Sedimentation, wodurch sich Mäander ausbilden.

An flachen Wasserscheiden können Gabelungen, so genannte Bifurkationen gebildet werden.

Manche Flüsse versickern in der Wüste oder in anderen porösen Gesteinsschichten. Flüsse, die große Trockengebiete durchqueren, werden auch Fremdlingsfluss genannt. Andere Flüsse gehen nach der Mündung unter dem Meer noch als Flussrinne (bekannteste Kongo-Rinne) weiter.

Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen. Eine Ausnahme ist der Tonle Sap in Kambodscha, der während eines Jahres zweimal seine Fließrichtung ändert.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Die Fließgeschwindigkeit hängt ab vom Gefälle, dem Untergrund und dem Wasservolumen.[1] Sie kann beispielsweise durch eine Geröllsperre verringert und durch eine Befestigung des Flussufers erhöht werden. Auch innerhalb eines Flussabschnittes hat das Flusswasser nicht die gleiche Geschwindigkeit. Sie ist an der Gewässersohle am niedrigsten und einige Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche am höchsten, wobei eine Flussbiegung die Stelle der größten Geschwindigkeit, den Stromstrich, aus der Flussmitte verschiebt.

[Bearbeiten] Unterteilungen

Der Querschnitt eines Flusses wird in den Wasserkörper, die Gewässersohle und das Ufer bis zur Böschungsoberkante unterteilt. Bei einem Längsschnitt kann man verschiedene Flussabschnitte erkennen: Oberlauf, Mittellauf und Unterlauf.

Man unterscheidet hinsichtlich des zeitlichen Bestehens wie bei allen Gewässern perennierend (beständige, ausdauernde) und intermittierend (episodisch, manchmal, in unregelmäßigen Abständen wasserführend, z. B. Wüstenflüsse und periodisch, regelmäßig zeitweise wasserführende Flüsse, etwa nach der Schneeschmelze oder Regenzeit).

In der Limnologie und Hydrologie werden Flüsse in Epi-Potamal, Metapotamal und Hypopotamal unterteilt.

Fischereirechtlich werden Flüsse und andere Fließgewässer nach fünf vorherrschenden Leitfischarten in Fischregionen unterteilt.

[Bearbeiten] Flusstypen

[Bearbeiten] Geomorphologische Flusstypen

In der Geomorphologie werden vier Flusstypen unterschieden. Ein und derselbe Fluss kann in seinem Verlauf allen Typen angehören (siehe auch: Talform).

[Bearbeiten] Hydrogeographische Flusstypen

Die Hydrogeographie unterscheidet anhand des Wasseraufkommens und des Verlaufs folgende vier Flusstypen:

[Bearbeiten] Geographische Objekte

Zu einem Fluss können bestimmte, teils natürliche, teils vom Menschen geschaffene geographische Objekte gehören.

[Bearbeiten] Natürliche geographische Objekte

Stürzt ein Fluss über eine Felskante hinab, so bildet sich dabei ein Wasserfall oder eine Kaskade.

An der Zuflussstelle eines Flusses in ein anderes Gewässer kann die Mündung die Gestalt eines Flussdeltas mit mehreren Mündungsarmen annehmen.

[Bearbeiten] Künstliche geographische Objekte

[Bearbeiten] Flora, Fauna und menschliche Nutzung

Die meisten Flüsse führen Süßwasser und sind Lebensraum einer davon bestimmten Süßwasserflora und -fauna. Wirtschaftlich werden Flüsse vor allem für den Transport (siehe auch: Transportweg), zur Trinkwassergewinnung, zur Elektrizitätserzeugung in Laufkraftwerken und zur Kühlung von konventionellen und nuklearen Elektrizitätswerken genutzt. Oft werden sie als Abwasserkanal missbraucht. Flüsse sind in einem Gebiet die natürlichen Hauptverbreitungsachsen von neuen Arten. So sind etwa nach der Eiszeit viele Arten über die Flüsse und Täler wieder in Mitteleuropa eingewandert.

[Bearbeiten] Staatlicher Rahmen

[Bearbeiten] Schifffahrt

Es gibt verschiedene Schiffstypen, die einem Fluss angepasst wurden. So z. B. das Große Rheinschiff, welches den Schleusen von Zuflüssen zu Rhein oder Donau angepasst ist. Auch ist die Wassertiefe ein entscheidendes Maß für die Schiffe, da dies den maximalen Tiefgang festlegt. Weitere Schiffstypen für die Binnenschifffahrt sind: Rhein-See-Schiff, Raddampfer, Schubverband, Baggerschiff.

[Bearbeiten] Die 10 längsten Flüsse der Erde

Fluss Kutscherla im Altai (Gletschermilch)
  1. 6.670 km - Nil: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Kagera-Weißer Nil-Nil - (Afrika)
  2. 6.387 km - Amazonas: Apurimac-Ene-Tambo-Ucayali-Amazonas - (Südamerika) (siehe: Diskussion:Amazonas)
  3. 6.380 km - Jangtse (Cháng Jiāng) - (Asien)
  4. 6.210 km - Obbusen-Ob-Irtysch - (Asien)
  5. 6.051 km - Mississippi-Missouri - (Nordamerika)
  6. 5.940 km - Jenissei-Angara-Selenga-Ider - (Asien)
  7. 5.052 km - Amur-Schilka-Argun-Kerulen - (Asien) - (entsteht nur in niederschlagsreichen Jahren)
  8. 4.845 km - Huáng Hé (Gelber Fluss) - (Asien)
  9. 4.500 km - Mekong - (Asien)
  10. 4.374 km - Kongo - (Afrika)

Für weitere „längste Flüsse“ siehe: Liste der längsten Flüsse der Erde

[Bearbeiten] Die 10 längsten Flüsse, die durch Deutschland fließen

  1. 2.852 km - Donau (davon 647 km in Deutschland)
  2. 1.320 km - Rhein (davon 865 km in Deutschland)
  3. 1.165 km - Elbe (davon 727 km in Deutschland)
  4. 866 km - Oder (davon 187 km in Deutschland)
  5. 545 km - Mosel (davon 242 km in Deutschland)
  6. 524 km - Main
  7. 510 km - Inn (davon 218 km in Deutschland)
  8. 433 km - Weser
  9. 413 km - Saale
  10. 382 km - Spree

Für weitere deutsche Flüsse siehe: Liste der Flüsse in Deutschland

[Bearbeiten] Die 5 längsten Flüsse, die durch die Schweiz fließen

  1. 1.320 km - Rhein (davon 375 km in der Schweiz) - mündet in die Nordsee
  2. 812 km - Rhône (davon 264 km in der Schweiz) - mündet ins Mittelmeer
  3. 510 km - Inn (davon 104 km in der Schweiz) - mündet in die Donau
  4. 291 km - Aare - mündet in den Rhein
  5. 248 km - Ticino - mündet in den Po

Für weitere Schweizer Flüsse siehe: Liste der Flüsse in der Schweiz, Kategorie:Fluss in der Schweiz

[Bearbeiten] Siehe auch

Commons Commons: Fluss – Bilder, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Fluss – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

[Bearbeiten] Quellen

  1. 3sat.de: Ermittlung der Fließgeschwindigkeit

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

Uwe A. Oster (Hrsg.), Flüsse in Deutschland. Eine Kulturgeschichte, Darmstadt 2007.

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