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Eine Fähre oder ein Fährschiff ist ein Wasserfahrzeug zum Transport von Personen, Tieren, Fahrzeugen oder Gütern über Gewässer. Es ist ein Fahrzeug, das dem Übersetzverkehr zu Inseln oder von einem Ufer einer Wasserstraße zum anderen dient und von der zuständigen Behörde als Fähre behandelt wird. Die Fähre ist somit auch bei kurzen Strecken (und relativ geringem Verkehrsaufkommen) eine Alternative zu Brücken oder Tunneln.
Nach der Transportaufgabe unterscheidet man
In Städten, die am Meer oder an einem größeren Fluss liegen (auch in Städten mit vielen Kanälen), spielen Fährverbindungen eine wichtige Rolle im Nahverkehr. Sie verursachen vergleichsweise weniger Kosten als Tunnel oder Brücken, und ermöglichen eine direkte Verbindung zweier Ufer.
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Fährschiffe / seegehende Fähren verkehren auf Nebenmeeren (Ost- und Nordsee), auf den Großen Seen (USA, Kanada), in der Karibik, über Meerengen (Straße von Messina), über den Ärmelkanal usw. Fährschiffe verbinden vor den Küsten gelegene größere Inseln mit dem Festland oder z. B. Mitteleuropa mit Skandinavien, Italien mit Griechenland oder Europa mit Afrika. Sie werden überall dort eingesetzt, wo die Strecke über Gewässer wesentlich kürzer ist als der Landweg bzw. die einzig sinnvolle Alternative zum Flugzeug ist.
In Europa ist die Linie über den Ärmelkanal (Dover ↔ Calais) eine der wichtigsten Fährverbindungen, da sie Großbritannien mit dem europäischen Festland verbindet.
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Schiffstypen, die als Fähre genutzt werden, je nach Länge der Strecke, der benötigten Kapazität, sowie nach Geschwindigkeit und Seetüchtigkeit (Hochseetauglichkeit oder Binnenschifffahrt). Tragflächenboote wurden beispielsweise verwendet um auf beliebten Strecken die Geschwindigkeit zu erhöhen. Diese wurden jedoch großteils durch Luftkissenboote und Katamarane ersetzt. Auf der oben bereits erwähnten Verbindung (Dover/UK ↔ Calais/F), standen die Luftkissenboote in direkter Konkurrenz zu den Eurotunnel-Shuttle- und Eurostar-Zügen, die den Kanal-Tunnel benutzen. Obwohl die Luftkissenboote weiterhin hohe Gewinne einfuhren und gut ausgelastet waren, musterte die Reederei Hoverspeed im Oktober 2000 die letzten beiden Hovercrafts aus. Dies wurde mit dem Mangel an Ersatzteilen sowie der nicht mehr zeitgemäßen Konstruktion begründet. Seitdem sind Katamarane die schnellste Fährverbindung über den Ärmelkanal, benötigen jedoch, inklusive Be- und Entladen, knapp eine Stunde länger als die Hovercrafts.
Binnenfähren verkehren auf Flüssen, Kanälen, Binnenseen und in Häfen. Das Recht zum gewerblichen Fährbetrieb über einen Fluss wurde im Mittelalter als Fährgerechtsame bezeichnet.
Im Gegensatz zu den nicht freifahrenden Fähren sind freifahrende Fähren in der Lage durch einen eigenen Antrieb (Propeller o. ä.) sich wie ein Schiff "frei" fortzubewegen. Sie sind örtlich nicht gebunden und haben nicht zwangsläufig eine feste Fährstrecke. Auf großen Flüssen und vielen Seen sind nur freifahrende Fähren zugelassen.
Doppelend-Fähren sind Fährschiffe, die an Bug und Heck jeweils eine Landeklappe zum Be- und Entladen besitzen, wodurch die Fahrzeuge die Fähre wieder in Fahrtrichtung verlassen können. Das Unterwasserschiff ist meist in beide Richtungen gleich aufgebaut so dass in beide Fahrtrichtungen die gleich Manövrierfähigkeit besteht. Bei vielen Doppelend-Fähren sind die Antriebe diagonal angeordnet – einer oberstromseitig (zu Berg) und einer unterstromseitig (zu Tal) – oder sie besitzen vier Antriebe (in jedem Kopf zwei). Durch die Anordnung der Antriebe ist eine Doppelend-Fähre auch in engem Fahrwasser sehr wendig und kann auf der Stelle drehen. Weit verbreitet sind drei Antriebstypen: Ruderpropeller (die Schraube sitzt fest auf einem drehbaren Schaft), Wasserstrahlantrieb und Voith-Schneider-Antrieb (rotierende Scheibe mit bis zu fünf verstellbaren Flügeln, Plattendurchmesser 1,0 - 2,1 m).
Das Steuerhaus bei den meisten Binnenfähren ist unterstromseitig (der Fährmann steht mit dem Rücken zu Tal) in der Mitte des Fahrzeuges angeordnet. Seltener findet man Fähren mit dem Steuerhaus mittig über der Fahrbahn auf einer Art Brücke (alte Fähre Loreley) oder gar mit zwei Steuerhäusern (für jede Fahrtrichtung eines). Doppelend-Fähren werden hauptsächlich auf Flüssen und Seen eingesetzt (z. B. Weserfähre Bremerhaven-Nordenham oder Autofähre Konstanz–Meersburg), teilweise auch in Küstengewässern (z. B. zur Überfahrt von Norddeich nach Norderney).
Die Deutsche Fährstraße, die von Bremervörde nach Kiel führt, verbindet Fähren nahezu aller Art. Die Ferienstraße, die rund 250 Kilometer lang ist, wurde im Mai 2004 eröffnet.
Eine der wohl kleinsten Fähren Deutschlands verkehrt in Schleswig-Holstein auf der Bundeswasserstraße Krückau − die Fähre Kronsnest. Die Fähre für maximal acht Personen ist eigentlich ein kleines Holzboot, das durch das Wriggen per Hand vorwärts bewegt wird. War sie bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts beinahe 400 Jahre lang die einzige Möglichkeit, in angemessener Zeit auf die andere Uferseite zu gelangen, wurde sie 1993 als Touristenattraktion wiedereröffnet.
Eine weitere Ruderboot-Fähre verkehrt auf der Müggelspree zwischen Berlin-Rahnsdorf und Berlin-Müggelheim. Sie wird von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) als Linie F 24 betrieben und ist die kürzeste Fährlinie von Berlin.
Obwohl in Europa schon seit dem Mittelalter die Fährgerechtsame ein vom Adel oder der Kirche weitergegebenes Recht zur Einhebung von Gebühren für den Fährdienst war, gibt es auch Fähren, deren Benutzung kostenlos ist. Zu diesen kostenlose Fähren zählen die Woolwich-Fähre in Woolwich (London, England über die Themse) und in Amsterdam (über den IJ). In Deutschland sind die Fähren über den Nord-Ostsee-Kanal deshalb für Benutzer kostenlos, weil der Kanal ein künstlich angelegtes Gewässer ist. Auch in Witten an der Ruhr gibt es eine Personenfähre, die gratis benutzt werden kann. Die von einer städtischen Beschäftigungsgesellschaft betriebene Fähre Hardenstein schließt im Sommer für Fußgänger und Radfahrer eine Lücke im Ruhrtalradweg.
Die Fahrt mit einer Fähre ist in Mythen und Erzählungen oft als Metapher für Übergang oder entscheidende Phasen einer Reise zu finden. Der Fährmann erscheint dabei meist als ein Führer oder Helfer für jene die er zum anderen Ufer, sei es das Reich der Toten oder der nächste Abschnitt der Reise, bringt.
Bereits im Gilgamesch-Epos, einer der ältesten bekannten Dichtungen der Menschheit, die von der Suche des sumerischen Königs Gilgamesch (regierte etwa 2652−2602 v. Chr.) nach Unsterblichkeit erzählt, erscheint der Fährmann Urschanabi, der den König über die Wasser des Todes bringt. Gemäß dem Ägyptischen Totenbuch bringt Mahaf die Seelen der Toten auf einem Boot aus Papyrus in die Unterwelt. Ein bemerkenswertes Detail: Das Totenschiff steht unter der Obhut des Gottes Aken, der die meiste Zeit damit verbringt am Ruder zu schlafen. Sollen Seelen zu dessen Gemahlin Amet, die die Seelen am Tor der Unterwelt begrüßt, gebracht werden, muss Mahaf ihn erst aufwecken - was allerdings, glaubt man den alten Texten, mitunter nicht einfach ist.
Aus der griechischen Mythologie ist der Fährmann Charon bekannt, der ebenfalls die Seelen der Toten über den Fluss Acheron (auch Lethe oder Styx) zum Eingang der Unterwelt begleitet.
In der nordischen Mythologie erscheint Odin als Fährmann namens Hárbarðr („Graubart“), der seinem Sohn Thor eine Lektion erteilt.
In der Iranistik wird der Name Zarathustra auch mit der Beschreibung einer religiösen Funktion und in diesem Zusammenhang mit „(Jenseits-)Führer“, „Fährmann“ (indogermanisch „geront“) und so mit einer bis zu 4000 Jahre alten religiösen Überlieferung in Verbindung gebracht.
Die mythologische Figur des Fährmanns fand auch immer wieder Eingang in die Kunst. So erscheint in Dante Alighieris „Göttlicher Komödie (Divina Comedia), entstanden im frühen 14. Jahrhundert, im achten Gesang des ersten Buches (Inferno, „Hölle“), der Fährmann Phlegias um Dante und Vergil über den Fluss Styx zu bringen. Das Motiv wird in den 1950er Jahren zum Vorbild für Salvador Dalís Der Nachen mit dem Engel als Fährmann, in seiner, aus 101 Aquarellen bestehenden, Serie zur Divina Comedia.
In der 25. Aventiure des Nibelungenlieds erschlägt Hagen den unwilligen Fährmann, setzt das Burgunderheer selber über die Donau und zerstört anschließend die Fähre, um niemandem die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen.
August Kopisch lässt in seiner Ballade Des winzigen Volkes Überfahrt den Fährmann ein unsichtbares Zwergenvolk übersetzen, das vor der modernen Zivilisation fliehen will.
Hermann Hesse greift das Motiv des Fährmanns in seinem Buch Siddhartha - eine indische Dichtung (1922) auf, indem er Siddhartha, den Suchenden, an einem Wendepunkt seines Lebens zum Gehilfen des Fährmanns Vasudeva und später selbst zum Fährmann werden lässt.
Chris de Burghs Lied Don't pay the ferryman von 1982 handelt von einem Fährmann mit finsteren Absichten.
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Hovercraft in Calais (eingestellt) |
Kleinste Fähre Deutschlands: Fähre Kronsnest in Neuendorf - Seester |
Rollfähre in Ottensheim (Oberösterreich) |
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Highspeed-Hochseefähre zwischen Thessaloniki und den Sporaden |
Seinefähre in Jumièges-Normandie (Frankreich) |
Hafenfähre im Hamburger Hafen |
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