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Die Entstehung der Arten

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Titelseite der 1. Auflage von 1859

Die Entstehung der Arten (englisch: The Origin of Species, vollständiger Titel On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life, kürzer deutsch: Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder Die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe ums Dasein), erstmals veröffentlicht am 24. November 1859 vom englischen Naturforscher Charles Darwin (1809–1882), ist ein zentrales Werk in der Wissenschaftsgeschichte und gilt als grundlegende Arbeit im Bereich der Evolutionstheorien. Der Begriff Evolution fehlt in der ersten Auflage von 1859 sogar. [1] Allerdings verwendet Darwin das Verb evoluieren. [2]

Darwin argumentiert hier für die These, dass Gruppen von Organismen (heutzutage als Populationen bezeichnet) sich allmählich durch den Vorgang der natürlichen Selektion entwickeln. Das Konzept natürlicher Selektion wurde durch das Buch erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt (vgl. Darwinismus). Darwin legte detaillierte wissenschaftliche Belege vor, die er durch eigene Experimente sowie während seiner Reise nach Südamerika, zu den Galapagos-Inseln und nach Australien an Bord der HMS Beagle von 1831 bis 1836 und seit seiner Rückkehr gesammelt hatte, stellte seine Theorie vor und widerlegte die Doktrin der „created kinds“ (geschaffene Arten), die den damals weitläufig akzeptierten Theorien der Schöpfungsbiologie zugrunde lagen.

Die erste deutsche Übersetzung erschien 1860 unter dem Titel Über die Entstehung der Arten im Thier- und Pflanzen-Reich durch natürliche Züchtung, oder Erhaltung der vollkommensten Rassen im Kampfe um's Daseyn des Paläontologen und Zoologen Heinrich Georg Bronn. Diese Übersetzung nahm sich jedoch Veränderungen und „Reinigungen“ heraus.[3] 1876 folgte die Übersetzung von Julius Victor Carus, die meist als Standardübersetzung verwendet wird (Stuttgart, E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, 1876).

Darwin ergänzte seine Argumentation später insbesondere durch seine beiden Bücher über Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl (1871) und zum Thema Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren (1872).

Auch für Nicht-Wissenschaftler ist das Buch verständlich und so erweckte es schon bei seiner Veröffentlichung breites Interesse; die erste Auflage von 1250 Exemplaren war bereits am ersten Tag vergriffen. Die in dem Buch vorgestellten Ideen bilden die Basis der heutigen wissenschaftlichen Evolutionstheorien. Diese werden bis heute vor allem von Seiten der Anhänger des Kreationismus bzw. des „Intelligent Design“ bezweifelt.

Im Schlusssatz seines Werkes ordnete Darwin die wissenschaftstheoretische und gesellschaftspolitische Bedeutung seines Werkes durch eine Anspielung auf die „Kopernikanische Wende“ in der Kosmologie ein:[4]

„Es ist wahrlich etwas Erhabenes um die Auffassung, daß der Schöpfer den Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder gar nur einer einzigen Form eingehaucht hat und daß, während sich unsere Erde nach den Gesetzen der Schwerkraft im Kreise bewegt, aus einem so schlichten Anfang eine unendliche Zahl der schönsten und wunderbarsten Formen entstand und noch weiter entsteht.“

[Bearbeiten] Auflagen

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: The Origin of Species – Bilder, Videos und Audiodateien
Deutsch
Englisch
Wikisource Wikisource: mehrere Volltextausgaben in englischer Sprache – Quellen und Volltexte (englisch)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ernst Mayr: Evolution und die Vielfalt des Lebens, Springer Verlag, Berlin - Heidelberg - New York, 1979, S. 81
  2. "There is grandeur in this view of life, with its several powers, having been originally breathed into a few forms or into one; and that, whilst this planet has gone cycling on according to the fixed law of gravity, from so simple a beginning endless forms most beautiful and most wonderful have been, and are being, evolved." Aus Charles Darwin: The Origin of Species, 1. Aufl., 1859, S. 490
  3. Storch, Welsch, Wink: Evolutionsbiologie. Berlin–Heidelberg 2001.
  4. zitiert nach der Übersetzung aus dem Jahr 1963 von Carl W. Neumann für die Ausgabe im Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart
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