Landwirt oder Bauer (lat.: Agricola , engl. Farmer) ist ein Beruf der Landwirtschaft, in dem Boden zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte bewirtschaftet wird.
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Landwirt ist eine allgemeine neuzeitliche Bezeichnung für einen Beruf, gebildet aus Landbau (mit Land im Sinne „Landschaft“ oder „Boden“) und Wirt „Wirtschafter“, „Hauswirt“, „Ökonom“. Den Beruf Landwirt erlernt man an als Lehrberuf innerhalb des dualen Systems mit anschließender Meisterausbildung und/oder Fachschulbesuch oder mit einem Universitäts- oder Fachhochschulstudium. Ein Vollerwerbslandwirt betreibt Landwirtschaft als Hauptberuf und erzielt dabei mindestens 80 % seines Einkommens aus der Landwirtschaft, Nebenerwerbslandwirte dagegen haben noch einen weiteren Beruf, den sie ausüben, haben aber mehr als 50 % ihres Einkommens aus der Landwirtschaft, während der Anteil des landwirtschaftlichen Einkommens bei Zuerwerbslandwirten unter 50 % liegt.
Bauer ist ursprünglich eine soziale Bezeichnung. Es ist schon althochdeutsch pûr überliefert und steht zu gipûr, Pl. gipûrâ „Mitbewohner, Dorfgenosse“ oder pûari, Pl. pûarrâ „Landmann“, „Landvolk“[1], und steht in Nähe zu pûr, bûr „Bau, Heim, Wohnstatt“[2], neuhochdeutsch Bauer „Nest, Käfig“, aber im Dialekt auch „Lagerraum“ oder „Kammer“. In diesem Zusammenhang ist Bau, ahd. pû, allgemein die bewirtschaftende Tätigkeit – wie in Feldbau, Obstbau, Weinbau, synonym zu lateinisch cultura „Kultivierung“.[3]
Später wird Bauer zur Standesbezeichnung (Bauernstand, „Mitglied der Bauernschaft“). Regional sind noch weitere Unterscheidungen bekannt: Ackermann, Vollbauer, Halbbauer, Vollspänner, Halbspänner, Kossäte oder Köt(h)ner, Hintersiedler, Häusler oder Büdner. Diese Bezeichnungen waren Ausdruck einer Hierarchie im Sozialsystem der dörflichen Gemeinschaft und beziehen sich meist auf die Grundgröße oder den Rang der Landwirtschaft.
Das Wort Bauer drückt auch eine Lebensweise aus (Ackerbauer und Viehzüchter). Die Bevölkerung der Großstädte verwendet die Bezeichnung Bauer zumeist für alle Menschen, die irgendwie in Land- oder Viehwirtschaft arbeiten. Dies ist nicht korrekt, aber gebräuchlich. So heißt eine populäre Fernsehsendung im Jahre 2007 z. B. Bauer sucht Frau. Landwirt ist die neuere, moderne Bezeichnung, aber nicht allgemein gebräuchlich.
Sprachlich wird weder beim Landwirt noch beim Bauern zwischen Landbestellung (Landbau) und der Ausführung von Viehzucht unterschieden. In Österreich sind umgangssprachlich aber die Ausdrücke Hörndlbauern für hauptsächliche Viehzucht und Körndlbauern für Ackerbau vorhanden.
Weitere Formen sind:
Hauptaufgabe eines Landwirts ist die Erzeugung von Agrarprodukten, wie Nahrungsmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft, daneben auch Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen und Lieferant von Energie (z. B. Rapsöl, Biogas). Diese Betätigung umfasst auch Management und Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes, einschließlich kleinbäuerlicher Forstwirtschaft (Kleinwald).
Im Berufsbild sind zwei Aspekte zu nennen, die in der Stellung der Landwirtschaft in der Gesamtwirtschaft der modernen Industriestaaten zu sehen ist:
Das moderne Berufsbild legt insbesondere auch Wert auf schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft sowie die Beachtung der ökologischen Zusammenhänge und des Tierschutzes.
Früher war der Beruf körperlich sehr schwer, Arbeitszeiten von bis 14 Stunden in den Monaten der Haupternte waren und sind immer noch üblich.
Landwirt ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (Deutschland) (BBiG). Näheres zur Berufsbildung regelt eine Verordnung über die Berufsbildung zum Landwirt bzw. zur Landwirtin. Landwirt ist steuerlich jeder, der berufsmäßig Landwirtschaft betreibt, der den eigenen oder gepachteten Boden zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte bewirtschaftet.
Die Berufsbezeichnung Landwirt ist ein Titel, zu dessen Führung die entsprechende Qualifikation nachzuweisen ist. Staatlich geprüfte Landwirte erwerben ihre Qualifikation an einer unteren und höheren Landwirtschaftsschule, die mindestens zwei Jahre umfasst. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung. Voraussetzung für den Besuch der Schule ist die absolvierte Ausbildung zum Landwirt, die in Deutschland in der Regel drei Jahre dauert. Ein Jahr Vollzeitunterricht an der Berufsschule. Es folgen zwei Jahre Ausbildung im Dualen System. Um die Bezeichnung Landwirtschaftsmeister führen zu dürfen, ist die Fachschule zum Wirtschafter für Landbau zwei Wintersemester zu besuchen und anschließend ein Wintersemester Fachschule zur Meisterausbildung. Den Titel Landwirtschaftsmeister erhält man mit der staatlichen Meisterprüfung.
Die Ausbildung erfolgt in Ausbildungsbetrieben. Man erwirbt außerdem den Führerschein der Klasse T. Es stehen Ausbildungsbetriebe mit verschiedenen Betriebszweigen, wie z. B. Ackerbau, Grünlandnutzung, Rinder- oder Schweinehaltung zur Verfügung.
Ausbildungsbetriebe zum Landwirt in Baden-Württemberg Berufsschule Der Berufsschulunterricht wird im 1. Jahr in Form des Vollzeitunterrichts, im 2. und 3. Jahr im Wechsel mit der betrieblichen Ausbildung (dual) an der landwirtschaftlichen Berufsschule erteilt. Überbetriebliche Ausbildung: Um der Spezialisierung des Berufs Rechnung zu tragen, werden in Baden-Württemberg folgende überbetriebliche und ergänzende Ausbildungsmaßnahmen angeboten: Lehrgänge (Rinderhaltung, Schweinehaltung, Landtechnik, Grünlandwirtschaft, Ackerfutterbau) Auszubildendentreffen (eintägige Schulungen)
Weitere Informationen (Berufsinformationen vom Arbeitsamt mit Rechtsgrundlagen)
Im Ausbildungsvertrag muss enthalten sein:
u. a.
Der Ausbildungsvertrag muss dann zusammen mit dem Ausbildungsplan bzw. den Zeugnissen wie Schulzeugnisse, ärztliches Untersuchungszeugnis und sonstige Zeugnisse bei der zuständigen Stelle eingereicht werden.
Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?
Auskünfte hierzu erteilen Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.
Der Beruf gehört im Bildungssystem (Bereich Berufsbildung) zum Berufsbereich Land- und Forstwirtschaft/Tiere/Pflanzen/Hauswirtschaft.[6] In Österreich stehen als Landwirtschaftsschule zum Angebot:
Bei Absolvieren einer Lehre (Lehrberuf) ist die Berufsbezeichnung:
Daneben gehören in dem Berufsbereich auch die beruflichen Spezialformen der Sonderkultur und der Viehwirtschaft:
Für die akademische Ausbildung stehen zur Verfügung:
Ein Großteil der ausgebildeten Landwirte und Landwirtinnen übernimmt im Mitteleuropa den elterlichen Betrieb und führt ihn als Familienunternehmen weiter.
Der weitergehende Strukturwandel in der Landwirtschaft wird auch in Zukunft einen großen Bedarf an landwirtschaftlichen Fachkräften für immer mehr große Spezialbetriebe erfordern. Auch im Dienstleistungsbereich der vor- und nachgelagerten Bereiche (vom Saat- und Futtermittelhandel bis zum Landmaschinenbau und zur Energiegewinnung) werden Landwirtinnen und Landwirte durch ständige Fort- und Weiterbildungen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
| Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern. |
Im „Situationsbericht des deutschen Bauernverbandes“ wird folgende Entwicklung der Einkommen der Landwirte (je Arbeitskraft) ausgewiesen:
| Einkommensituation in der Landwirtschaft | ||
|---|---|---|
| Wirtschaftsjahr | Gewinn je Arbeitskraft | |
| 1999/2000 | 19.900 Euro | |
| 2000/2001 | 23.200 Euro | |
| 2001/2002 | 21.800 Euro | |
| 2002/2003 | 18.400 Euro | |
| 2003/2004 | 18.700 Euro | |
| 2004/2005 | 22.800 Euro | |
| 2005/2006 | 22.500 Euro | |
| 2006/2007 | 25.300 Euro | |
| nach: Situationsbericht des deutschen Bauernverbandes | ||
Jedoch fließen 80 % des Einkommens wieder in die Landwirtschaft (z. B. zum Kaufen neuer Maschinen, Reparieren vieler Maschinen, Behandlung der Tiere, Futterkosten, Treibstoff, …)
Seit einigen Jahren erleben die Haupterwerbsbetriebe erhebliche Einkommenseinbußen z. B. durch den sinkenden Milchpreis.
In der Alterssicherung der Landwirte erhalten Landwirte und Ehegatten mit niedrigem Einkommen (Summe der positiven Einkünfte) nach Einkommensklassen gestaffelte Zuschüsse zum Beitrag. Dabei wird bei Ehegatten das Einkommen beider Ehegatten addiert und jedem hälftig zugeordnet. Von den insgesamt 327.504 Ende 2003 anspruchsberechtigten Versicherten hatten 128.017 Personen bis zu einem Grenzeinkommen (alle Einkünfte) von 15.500 Euro im Jahr einen Anspruch auf Beitragszuschuss. Etwa 40.000 Personen wiesen ein Einkommen von weniger als 8.220 Euro/Jahr aus. Die Daten belegen die äußerst schlechte Einkommenssituation in der Landwirtschaft.
Zu der Verbesserung der Ertragslage im Jahr 2005 haben insbesondere die deutlichen Erlössteigerungen im Ackerbau durch höhere Preise für Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben beigetragen. Einkommensmindernd wirkten sich hauptsächlich der weitere Rückgang der Milchpreise, die trockenheitsbedingten geringeren Hektarerträge sowie die gestiegenen Aufwendungen aus.
Bei den einzelnen Produktionszweigen ergaben sich bei den landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben für die verschiedenen Betriebsformen abweichende, teilweise entgegengesetzte Einkommensentwicklungen.
Erstmals seit Jahrzehnten glauben die Landwirte (statt an Subventionen) an ein Wachstum. Am zufriedensten können sich die Ackerbauern zeigen (die meisten gibt es in Norddeutschland). Neben dem Bioboom spielen „Neureiche“ in Asien und Russland mit, die europäisch essen wollen. Weil der Milchpulverweltmarkt fast ausverkauft ist, verdienen auch die überwiegend in Süddeutschland ansässigen Milcherzeuger wesentlich besser. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbands zeigt: die Landwirte schätzen ihre Zukunft noch besser ein.
Nach den Verbesserungen des Jahres 2007 gab es im Winter/Frühjahr 2008 massive Einbrüche beim Milchpreis, welche zu Protestens und einem Milchstreik der Landwirte führten (weitere Situation offen). Auch die Warenterminbörsen für Getreide notieren bei erheblich gestiegenen Produktionskosten immer niedriger. Die Situation der Schweinehalter ist mehr als angespannt.
Landwirte sind aus soziologischer Sicht deswegen interessant, weil sie oft als ein Beispiel für Resilienz bzw. für Anpassungsfähigkeit gesehen werden.[7] Obwohl Landwirte oft in Armut leben, treten etwa die typischen Auswirkungen der Armut bei ihren Kindern nicht auf.
In Deutschland gibt es nur wenige Landwirtsfamilien. Diese gehören mit einem monatlichen Pro-Kopf-Haushaltnettoeinkommen unterhalb dessen von Familien von Ungelernten zu den Ärmsten des Landes.[8] Allerdings haben Landwirte meist ein relativ großes Vermögen in Form von Grundbesitz.[9] Auch geht Einkommensarmut bei Landwirten in Deutschland nicht mit einer Unterversorgung im Bereich der Ernährung, Wohnung oder der Bildung der Kinder einher.[10] Auch existieren im landwirtschaftlichen Milieu andere, weniger materiell ausgerichtete Werteorientierungen[11], was dazu führt, dass Armut bei Landwirtskindern teilweise andere Konsequenzen hat. Angesichts eines nicht nur am Geld festgemachten, sondern auch die gesamte Lebenslage der betreffenden Bevölkerungsgruppe betrachtenden Armutsbegriffs, ist es fraglich, ob man hier von „echter Armut“ sprechen kann.[12] Andererseits ist die Arbeitszeit von Landwirten vor allem in den Monaten der Haupternte sehr hoch und bei einer Bewertung der Lebenslage zu berücksichtigen.[10]
Mit Wertorientierungen unter amerikanischen Landwirten beschäftigte sich auch Glen Elder. Beim Iowa Youth and Families Project stellte er fest, dass Armut auf Landwirtskinder erstaunlich wenig Konsequenzen hat[13][7].
Deutschland:
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."