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Emmerich am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Emmerich am Rhein
Emmerich am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Emmerich am Rhein hervorgehoben
51.8356.245277777777815Koordinaten: 51° 50′ N, 6° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kleve
Höhe: 15 m ü. NN
Fläche: 80,11 km²
Einwohner: 29.716 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 371 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46446
Vorwahlen: 0 28 22 (Ortsnetz Emmerich)
0 28 28 (Ortsnetz Elten)
Kfz-Kennzeichen: KLE
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 008
Stadtgliederung: 8 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Geistmarkt 1
46446 Emmerich am Rhein
Webpräsenz:
Bürgermeister: Johannes Diks (CDU)
Lage der Stadt Emmerich am Rhein im Kreis Kleve
Kreis Kleve Nordrhein-Westfalen Kreis Viersen Krefeld Duisburg Kreis Wesel Kreis Borken Niederlande Wachtendonk Emmerich am Rhein Goch Kerken Straelen Rheurdt Geldern Kranenburg Rees Bedburg-Hau Weeze Issum Kevlaer Uedem KleveKarte
Über dieses Bild

Emmerich am Rhein ist eine Hansestadt am unteren rechten Niederrhein im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Sie gehört als Mittlere kreisangehörige Stadt zum Kreis Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Stadt Emmerich am Rhein grenzt im Norden an die Gemeinden Montferland und Oude IJsselstreek (beide Provinz Gelderland (NL)), im Osten an die Stadt Rees, im Süden an die Stadt Kleve sowie im Westen an die Gemeinde Rijnwaarden und die Stadt Zevenaar (beide in der Provinz Gelderland (NL)).

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Räumlich ist das Stadtgebiet in folgende Stadtteile gegliedert

Die Differenz der Einwohnerzahlen zur o.g. Gesamteinwohnerzahl beruht auf der differierenden Zählweise zwischen LDS und KRZN.

[Bearbeiten] Geschichte

Christophorus-Statue auf der Rheinpromenade

[Bearbeiten] Frühgeschichte

Die erste vorrömische Besiedlung der Region Emmerich geschah durch die Germanen, genauer die Chamaver, Menapier, Usipeten und Attuarier. Später siedelten dort die Römer. Im dritten Jahrhundert schlossen sich die Chamaver mit einigen Bundesgenossen zum Frankenbund gegen Rom zusammen. Im Jahre 353 drangen Franken, Sachsen und Alemannen über den Rhein vor und eroberten viele Gegenden Galliens, bis Julianus Apostata sie niederschlug. Die Chamaver spielten nach wie vor bei den Franken eine Hauptrolle. Im siebten Jahrhundert hieß ihr Land Amabia, im achten und neunten Jahrhundert Amorland, Hamarland und Hamaland.

[Bearbeiten] Mittelalter

Um 700 gründete Willibrord die Missionsstation Emmerich im Bistum Utrecht und weihte die erste Martinskirche. Die erste urkundliche Nennung unter dem Namen Villa Embrici ist aus dem Jahr 828 überliefert. Es folgten der Normannensturm im 9. Jahrhundert und die Herrschaft des Propstes des Kollegiatstiftes. 1040 erfolgte der Bau der Stiftskirche St. Martini. Am 31. Mai 1233 erhob Graf Otto von Zutphen und Geldern mit Ermächtigung des römischen Kaisers Friedrich II. und des deutschen Königs Heinrich (VII.) (Vater und Sohn) Emmerich zur königlichen und des Reiches Stadt. 1355 wurde Emmerich an Graf Johann von Kleve verpfändet und verblieb fortan bei der Grafschaft, beziehungsweise beim Herzogtum Kleve. Zwischen 1307 und 1570 stand Emmerich in enger Verbindung zur Hanse. Handel und Handwerk blühten. Neben der Bierbrauerei war es vor allem die Wollweberei, deren Gilde in der Stadt bis in das Jahr 1299 zurückreicht, die den Wohlstand begründete. Seit dem 14. Jahrhundert war Emmerich mit Mauern umgürtet und mit Toren gesichert. Die Aldegundiskirche stammt aus dem 15. Jahrhundert.

[Bearbeiten] Neuzeit

Es folgten die Drangsale, die der Abfall der Niederlande von der spanischen Herrschaft im Gefolge hatte. Im Dreißigjährigen Krieg hatte Emmerich weniger zu leiden als im Siebenjährigen, doch bald wieder unter den kriegerischen Folgen der Französischen Revolution und der napoleonischen Unternehmungen. Seit Anfang des 16. Jahrhunderts gab es in Emmerich ein Gymnasium. Diese Schule bestand bis 1811. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte die Dampfschifffahrt ihre Höchstleistung und verlieh dem Emmericher Hafen große Bedeutung. 1856 wurde die Eisenbahnstrecke Oberhausen–Arnheim der Köln-Mindener Eisenbahn eröffnet. Im Jahre 1890 wurde der Telefonverkehr eingerichtet. Im Juli 1901 hatte Emmerich erstmals über 10.000 Einwohner. 1905 erzeugte das städtische Elektrizitätswerk den ersten elektrischen Strom für die Stadt. Im Ersten Weltkrieg war Emmerich Garnisonsstadt. Der Post- und Eisenbahnverkehr wurde eingeschränkt, die bisher in Emmerich ausgeübten Grenzkontrollen wurden nach Elten verlegt. Emmerich war Anfangs- und Endstation für die preußischen Züge. Am 20. November 1918 wurde auch in Emmerich ein Arbeiter- und Soldatenrat gegründet. Am 17. Dezember besetzten belgische Truppen Emmerich, sie verließen die Stadt im Jahre 1921. Im Ruhrkampf kam es am 13. Februar 1923 zu einer erneuten Besetzung der Stadt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Emmerich am 7. Oktober 1944 zu 97 % durch einen britischen Luftangriff zerstört. Im nahegelegen Reichswald und im Umfeld der heutigen Stadt fand im Februar 1945 die sogenannte Schlacht im Reichswald statt. Danach konnten die Alliierten bei Wesel einen Brückenkopf über den Rhein schlagen und das Ruhrgebiet einnehmen. 1949 wurde Elten an die Niederlande angegliedert; mit Vertrag vom 8. April 1960 wurde die Rückgliederung an die Bundesrepublik Deutschland beschlossen und am 1. August 1963 vollzogen. Am 7. Oktober 1960 havarierte das Schiff Tina Scarlett auf dem Rhein bei Emmerich. Am 18. Juni 1965 fand an der neu errichteten Rheinbrücke Emmerich-Kleve das Richtfest statt. Am 28. November 2004 verschmolzen die vier katholischen Stadtgemeinden St. Martini, St. Aldegundis, Heilig-Geist und Liebfrauen zur neuen Stadtpfarre St. Christophorus.

[Bearbeiten] Emmericher Pioniere

Emmerich war von 1969 bis 2008 Garnisonsstadt. In der nach dem Prinzen Moritz-von-Nassau benannten Kaserne waren das Pionierbataillon 140 und das teilaktive Pionierbataillon 810 sowie weitere kleinere Dienststellen mit insgesamt ca. 900 Soldaten stationiert. Der Standort Emmerich wurde am 30. Juni 2008 geschlossen.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Am 1. Juli 1969 wurden im Zuge des ersten kommunalen Neugliederungsprogramms die bis dahin selbstständigen Gemeinden Borghees, Hüthum und Klein-Netterden des ehemaligen Amtes Elten sowie die Gemeinden Dornick, Praest und Vrasselt des ehemaligen Amtes Vrasselt mit der Stadt Emmerich zusammengeschlossen.

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms die Gemeinde Elten in die Stadt Emmerich eingegliedert

Gleichzeitig wurde der Altkreis Rees aufgelöst und das frühere nördliche Kreisgebiet mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten des Kreises Moers zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt. Emmerich ist seitdem kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1815 4.422
1880 8.900
1900 10.526
1910 13.418
1939 16.156
1945 441
1950 9.845
1968 18.356
1970 24.122

Seit 1975 liegen jährliche Einwohnerzahlen vor:

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Seit der letzten Kommunalwahl am 26. September 2004 sind im Stadtrat CDU (38,4 %, 14 Sitze), SPD (27,3%, 10 Sitze), BGE (24,2 %, 9 Sitze), Grüne (6,4 %, 2 Sitze) und FDP (3,7 %, 1 Sitz) vertreten. Der Bürgermeister wird von der CDU gestellt. Seit Oktober 2008 verfügt die BGE über 10 Sitze, da sich ein ehemaliges SPD-Ratsmitglied der unabhängigen Wählergemeinschaft angeschlossen hat. Damit ist die BGE die zweitstärkste Fraktion im Rat.

[Bearbeiten] Bürgermeister nach 1900

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Emmerich unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

PAN-Kunstforum (Plakatmuseum)

[Bearbeiten] Museen

Im Rheinmuseum werden 130 Schiffsmodelle, eine Radaranlage, Fischpräparationen, Rheinlaufkarten, eine historische Christophorusfigur und eine stadtgeschichtliche Sammlung gezeigt. Zu sehen sind außerdem ein Ein-Mann-U-Boot, Typ BIBER aus dem Zweiten Weltkrieg und Ausstellungen zur Rheinschifffahrt, Stadtgeschichte und Fischerei.
Die umfangreiche Plakatsammlung Ernst Müllers wird gelegentlich in der ehemaligen Schokoladen-Fabrik Lohmann in wechselnden Ausstellungen gezeigt.
Christuskirche (evangelisch)

[Bearbeiten] Bauwerke

Durch die massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg existiert in Emmerich nur wenig alter Baubestand.

Die evangelische Kirche ist eine der wenigen Kirchen, deren Gottesdienstraum sich im ersten Stock befindet. Im Erdgeschoss befindet sich der Gemeindesaal. (siehe Bild rechts)
Die 1965 freigegebene Brücke ist mit einer Länge von 1228 m und 500 m Spannweite die längste Hängebrücke Deutschlands. Sie wird täglich von ca. 500 Schiffen passiert. Die Brücke wird in Anlehnung an die Golden Gate Bridge in San Francisco auch als „Golden Gate vom Niederrhein“ bezeichnet. Das Brückenwappen gestaltete Waldemar Kuhn.
Die 1966 erbaute katholische Kirche fällt besonders durch ihre Kreuzdarstellung aus Schrott von Waldemar Kuhn und dem abstrakten Kreuzweg aus ¨Leinen auf. Die architekturgeschichtliche Entwicklung zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils prägte die Bauweise der Kirche.
Die im 11. Jahrhundert erbaute Kirche fällt vor allem durch die romanische Choranlage, die Krypta und den reichen Kirchenschatz auf.
Sie ist die älteste der Emmericher Kirchen. Die erste Kirche des 967 gegründeten kaiserlichen Reichsstiftes wurde im 12. Jahrhundert durch eine dreischiffige romanische Basilika ersetzt. Diese wurde 1585 durch Feuer zerstört, 1670 zweischiffig wieder aufgebaut, 1945 durch Artilleriebeschuss stark beschädigt und 1950 bis 1965 restauriert und um das Seitenschiff erweitert.
Sie wurde 1474 geweiht. Der westliche Teil und der Turm kamen 1483 dazu. Die Kirche wurde 1854 und 1909 erneuert. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verzichtete man auf die Wiederherstellung des erst 1870/71 aufgesetzten spitzen Turmhelmes und beließ es beim früheren flachen Turmabschluss.
Apostolische Gemeinde
Nach der Spaltung von der Neuapostolischen Kirche 1955 bestand die Gemeinde 10 Jahre lang in provisorischen Räumen, ehe am 14. November 1965 nach nur sechsmonatiger Bauzeit die eigene Kirche eingeweiht werden konnte.


[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Schienenverkehr

Bahnhof

Der Bahnhof Emmerich liegt ungefähr einen Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums an der zweigleisigen elektrifizierten Hollandstrecke (DB-Kursbuchstrecke 420), auf der neben dem Güterverkehr im Schienenpersonenfernverkehr täglich drei Nachtreisezüge von Amsterdam nach Kopenhagen, Mailand, München, Prag, Wien und Zürich mit einem Halt in Emmerich und im Schienenpersonennahverkehr täglich im Stundentakt der Rhein-Express (RE 5) und in der Hauptverkehrszeit die Regionalbahn „Der Weseler“ (RB 35) verkehren.

Darüber hinaus gibt es in Emmerich eine weitere Station, den Haltepunkt Praest an der Strecke nach Wesel, der vom Rhein-Express (RE 5) und von der Regionalbahn Der Weseler (RB 35) nach Bedarf bedient wird.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der DB Regio NRW.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Zwischen dem 6. November 1914 und dem 24. Februar 1945 verkehrten in der Stadt Straßenbahnen der Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich und zwischen dem 4. Juni 1903 und dem 18. September 1944 die Züge der niederländische Kleinbahn Tramweg Maatschappij Emmerik-Zutphen.

Siehe auch: Eisenbahn-Trajekt Spyck–Welle

Bis zum Jahr 2000 war Emmerich auch EC-Bahnhof. Durch den Einsatz mehrsystemfähiger ICE entfiel der bis dahin nötige Lokwechsel und auch der Halt in Emmerich. Dadurch gibt es keine schnellen Bahnverbindungen Richtung Ruhrgebiet und direkten ÖPNV-Verbindungen in die nächste (30 km entfernte) Großstadt Arnheim (NL) mehr. [3]

In Emmerich betreibt die Bahn mit dem GLW Emmerich ein dezentrales Bahnstromumformerwerk.

[Bearbeiten] Straßen

Emmerich ist durch die Bundesautobahn 3 (E 35) mit zwei Abfahrten im Stadtgebiet und die Bundesstraßen B 8 und B 220 an das Fernstraßennetz angebunden.

Über den Rhein bei Emmerich spannt sich die längste Hängebrücke Deutschlands und verbindet als Teil der Bundesstraße 220 die Städte Emmerich und Kleve.

[Bearbeiten] Wasserstraße

Rheinbrücke

Rheinstrom und Städtischer Rheinhafen Emmerich

[Bearbeiten] Medien

In Emmerich erscheinen zwei Tageszeitungen mit Lokalredaktion, die Rheinische Post und die Neue Rhein Zeitung (montags bis samstags).

Es erscheinen wöchentlich zwei Anzeigenblätter mit lokalen Informationen, der „Stadtanzeiger Emmerich-Rees“ (mittwochs und sonntags) und die „Niederrhein-Nachrichten“ (samstags)sowie der „Kurier am Sonntag" (Sonntag).

[Bearbeiten] Bildung

In Emmerich gibt es zwölf Kindergärten, vier Kindertagesstätten, sechs Grundschulen, eine Sonderschule, zwei Hauptschulen, eine Realschule und ein Gymnasium. Im Schuljahr 2004/2005 wurden 3769 Schüler an den 11 allgemeinbildenden Schulen in 145 Klassen von 215 Lehrern unterrichtet.

Erwachsenenbildung wird angeboten von der Volkshochschule und den kirchlichen Trägern Haus der Familie und Evangelische Familienbildungsstätte.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

[Bearbeiten] Ehrenbürger von Emmerich

[Bearbeiten] Ehrenbürger der Gemeinde Elten

Ehrenbürger aus den Ortsteilen Borghees, Hüthum, Klein-Netterden, Dornick, Praest und Vrasselt sind nicht bekannt.[4]

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Quellen

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Stadtarchiv Emmerich Stand: Juli 2008
  3. http://www.ihk-niederrhein.de/ihk.asp?his=6.343.4919
  4. Stadtarchivar Herbert Kleipaß (Stadtarchiv Emmerich am Rhein)

[Bearbeiten] Weblinks

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