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Elsass

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Dieser Artikel behandelt das Elsass in Frankreich. Siehe auch Elsässer (Begriffsklärung)
Alsace

Flagge der Region Alsace

Wappen der Region Alsace

Lage der Region Alsace in Frankreich
Basisdaten
Verwaltungssitz Straßburg
Präsident des Regionalrats Adrien Zeller U.M.P.
Bevölkerung

 – gesamt 2006
 – Dichte

1.816.841 Einwohner
209 Einwohner/km2

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

8.280 km²
1,3 %

Départements Bas-Rhin (67);

Haut-Rhin (68)

Arrondissements 13
Kantone 75
Gemeinden 904
ISO 3166-2-Code FR-A
Topographische Karte des Elsass

Das Elsass (auch Elsaß, frz. Alsace [alˈzas]) ist eine Region in Frankreich. Sie umfasst die Départements Bas-Rhin (Unterelsass/Unterrhein) und Haut-Rhin (Oberelsass, wörtlich Hochrhein/Oberrhein). Sitz des Regionalrates und bevölkerungsreichste Gemeinde ist Straßburg. Die Bezeichnung Elsass ist bereits seit dem Frühmittelalter für die Gegend westlich des südlichen Oberrheins belegt, die über die Jahrhunderte durch unterschiedliche territoriale Ausdehnung, einen unterschiedlichen Grad an Selbstbestimmung und unterschiedliche staatliche Zugehörigkeiten gekennzeichnet war.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Die Region Elsass grenzt an die französischen Regionen Franche-Comté im Südwesten und Lothringen im Westen, an Deutschland (im Norden Rheinland-Pfalz, im Osten Baden-Württemberg) und an die Schweiz (Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn).

Mit einer Größe von 8.280 km² ist das Elsass die flächenmäßig kleinste Region auf dem französischen Festland. Das heutige Elsass hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 190 Kilometern, während die West-Ost-Ausdehnung nur 50 Kilometer beträgt. Im Osten wird das Elsass durch den Rhein begrenzt, im Westen auf weiten Strecken durch den Hauptkamm der Vogesen. Im Norden markieren Bienwald und Pfälzerwald wichtige Grenzgegenden, im Süden der Nordrand des Jura und im Südwesten, in der offenen Torlandschaft der Burgundischen Pforte, nähert sich die erst auf 1871 zurückgehende, heutige Regionengrenze an die Wasserscheide zwischen Rhône und Rhein an.

Im Elsass finden sich folgende naturräumliche Haupteinheiten:

[Bearbeiten] Wirtschaft

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 20.750 Euro pro Einwohner steht das Elsass an zweiter Stelle aller Regionen in Frankreich. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht die Region einen Index von 107,2 (EU-25: 100) (2003). [1]

Das Elsass ist eine Region, in der viele Wirtschaftszweige ansässig sind:

Weinanbau bei Sigolsheim nördlich von Colmar

Das Elsass ist wirtschaftlich stark international ausgerichtet: an etwa 35 % der Unternehmen im Elsass sind Firmen aus Deutschland, der Schweiz, den USA, Japan und Skandinavien beteiligt.

Im Jahr 2002 kamen rund 38,5 % der elsässischen Importe aus Deutschland. Bisher von hohen Arbeitslosenzahlen verschont geblieben, hat sich dies mittlerweile geändert und durch die Krise auf dem Arbeitsmarkt stiegen die Zahlen stark an (+20 % zwischen März 2002 und März 2003 auf 6,8 %). Verursacht wurde dies vor allem durch die wirtschaftlichen Probleme der Industriebetriebe, die 26 % der Elsässer beschäftigen. Die elsässische Wirtschaft versucht sich daher umzuorientieren und neue Arbeitsfelder auf dem Dienstleistungssektor und in der Forschung zu erschließen.

Im Bergbau, der ein Jahrhundert lang rund 560 Millionen Tonnen Kalisalz gefördert hat, arbeiteten noch im Jahr 1950 etwa 13.000 Beschäftigte. Heute ist der Bergbau nur noch Thema eines Museums bei Wittelsheim.

Das Elsass ist eines der größten europäischen Anbaugebiete für Weißkohl, der zu Sauerkraut weiter verarbeitet wird.

Seit dem Mittelalter spielte auch der Flachsanbau und die Leinenweberei insbesondere in der Gegend um Colmar eine große Rolle. Ein typisch elsässisches Leinengewebe ist der karierte Kelsch.

[Bearbeiten] Geschichte

Siehe auch: Hauptartikel Geschichte des Elsass

Das Elsass war einst von keltischen Kulturgruppen besiedelt und gehörte in der Epoche von etwa 58 v.Chr. bis 406 n.Chr. zum Römischen Imperium. Der Rhein bildete hier lange Zeit die Grenze. Das südliche Elsass und anschließende Gebiete am Oberrhein gehörten zur Provinz Obergermanien, die Nordhälfte war zusammen mit heute lothringischen Gebieten Teil der Provinz Belgica, später ebenfalls Obergermanien, schließlich Maxima Sequanorum. Die das Elsass in eine Süd- und Nordhälfte teilenden Provinzgrenzen entsprechen weitestgehend den späteren zwischen Sundgau, Oberelsass und Haut-Rhin auf der einen und Nordgau, Unterelsass und Bas-Rhin auf der anderen Seite.

Nach dem Abzug der römischen Truppen kam das Elsass zum alemannischen Herrschaftgebiet. Seit dem Sieg der Franken über die Alemannen 496 gehörte das linke Rheinufer zwischen Basel und der Pfalz zum Reich der Franken, zeitweise als eigenes elsässisches Herzogtum. In dieser Zeit entstand der Name Elsass, von althochdeutsch ali-saz (Fremdsitz). Straßburg, seit 614 Bischofssitz, war neben Basel und Speyer die wichtigste Stadt für die Region. Zwischen Hagenauer Forst und Bienwald bildeten sich alemannisch-fränkische Kulturgrenzen aus.

Durch den Vertrag von Mersen kam 870 das Elsass zum ostfränkischen Reich, dem späteren sogenannten Heiligen Römischen Reich und wurde Teil des Herzogtums Schwaben. Ursprünglich war das Elsass in zwei Landgrafschaften, den Nordgau und den Sundgau, geteilt, zerfiel jedoch bald in eine Vielzahl von kleinen Herrschaften. Zu deren wichtigsten zählten die deutschen Fürstenhäuser Habsburg, Hanau-Lichtenberg, Württemberg und Rappoltstein, die Reichsstadt Straßburg und die Reichsstädte des Zehnstädtebunds, die weltlichen Herrschaften der Bistümer Straßburg und Basel, das Kloster Murbach und die Besitzungen der Unterelsässischen Ritterschaft.

Die französische Expansion in Richtung Rhein setzte vor allem im 16. Jahrhundert ein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg trat Kaiser Ferdinand III. im Westfälischen Frieden 1648 die habsburgischen Besitzungen im Elsass an Frankreich ab. Im Rahmen der französischen sogenannten Reunionspolitik besetzte Frankreich weite Teile des Elsass, darunter 1681 Straßburg. In späteren Friedensschlüssen wurden die Besetzungen legalisiert. Die gewonnenen elsässischen Gebiete kamen jedoch nicht zum französischen Zollgebiet, die Zollgrenze verlief weiterhin über die Vogesen. Viele Herrschaften standen nun unter französischer Oberhoheit, manche von ihnen konnten jedoch weiterhin mehr oder weniger autonom agieren. Mülhausen gehörte bis 1798 als zugewandter Ort zur älteren Schweizer Eidgenossenschaft.

Die Verbindung von einheitlicher Oberherrschaft und dem Verbleib beim überkommenen Zoll- und Wirtschaftsraum brachte dem Elsass eine wirtschaftliche Blütezeit. Die kulturellen Verbindungen zum übrigen deutschen Sprachraum rissen ebenfalls nicht ab. An der Universität Straßburg wurde nach wie vor auf Deutsch gelehrt. Das Französische hingegen verbreitete sich als Verwaltungs-, Handels- und Diplomatensprache zunehmend innerhalb der städtischen und ländlichen Eliten. Nach der Französischen Revolution wurden im Zuge der Zentralisierung Frankreichs die überkommenen Rechte der elsässischen Herrschaften aufgelöst und die beiden Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin gegründet. Wie in anderen nichtfranzösischsprachigen Regionen Frankreichs wurde die angestammte Muttersprache vor allem in den Schulen zunehmend durch das Französische ergänzt oder von ihm verdrängt.

1871 wurde das Elsass im Frieden von Frankfurt an das neu gegründete und von Preußen angeführte Deutsche Kaiserreich abgetreten. Die Belforter Gegend verblieb aus militärstrategischen Erwägungen heraus bei Frankreich (Territoire de Belfort). Einige Bewohner des Elsass nahmen die Möglichkeit wahr, sich für die Beibehaltung der französischen Staatsbürgerschaft zu entscheiden. Nach 1871 verließen rund 100.000 Elsässer, die sich gegen die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft entschieden hatten, das Land in Richtung Frankreich. Unter diesen Emigranten befanden sich sowohl die meisten der französischen Beamten als auch viele Angehörige des Bürgertums, die sich politisch und kulturell eher zu Frankreich gehörig fühlten. Hinzu kamen junge Männer, die der deutschen Wehrpflicht entgehen wollten.[2] Französische Gemeinden und Familien sahen sich Germanisierungs- und Assimilationsversuchen ausgesetzt, teilweise blieb das Französische allerdings Schul- und Amtssprache. Als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen wurde das Elsass bis 1911 von Behörden des Reichs und Preußens verwaltet. Danach wurde das Reichsland den übrigen deutschen Bundesstaaten gleichgestellt.

Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 wurde das Elsass erneut an Frankreich angegliedert. Das Territoire de Belfort, das bis 1871 Teil des nun wieder errichteten Départements Haut-Rhin gewesen war, wurde nicht wieder mit diesem vereinigt. Die französische Sprache wurde im deutschsprachigen Elsass als verbindliche Amts- und Schulsprache eingeführt. Elsässische Politiker, die sich für eine Beibehaltung des Autonomiestatus einsetzten, wurden verfolgt, einige von ihnen zum Tode verurteilt (z. B. Karl Roos). Die reichsdeutschen Beamten und die erst nach 1871 aus dem übrigen Reichsgebiet zugezogenen 300.000 Deutschen bzw. deren Nachkommen mussten das Elsass wieder verlassen. Im Gegenzug kehrten viele ältere Menschen zurück, die 1871 für Frankreich optiert hatten.

Während der Zwischenkriegszeit entwickelten sich die Beziehungen zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich ambivalent. Anfang der 1920er Jahre vergifteten die Kriegsschuldfrage, französische Reparationsforderungen und die Ruhrbesetzung das Klima. Erst die Diplomatie der Außenminister Gustav Stresemann und Aristide Briand führten zu einer vorsichtigen Annäherung zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich. Im Vertrag von Locarno akzeptierte das Deutsche Reich 1926 die neue Westgrenze, auch um die internationale Isolation zu durchbrechen und weitergehende französische Ansprüche auf das Saarland und das Rheinland abzuwehren.

Gleich zu Beginn des Frankreich-Feldzuges 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht das Elsass, unterstellte es reichsdeutscher Zivilverwaltung und schloss es als Reichsgebiet dem (Partei-)Gau Baden an. Formal fand allerdings weder eine Annexion noch eine Abtretung des Gebietes durch Frankreich statt. Die wehrfähigen deutschen Elsässer wurden als „Volksdeutsche“ in die Wehrmacht und die Waffen-SS eingezogen, ein Teil auch als Freiwillige[3]. Umgekehrt waren zuvor bereits viele deutsche Elsässer von der französischen Armee eingezogen worden, hatten sich dieser freiwillig angeschlossen oder gehörten später dem französischen Widerstand (Résistance) an. Nunmehr kämpften Elsässer in zwei verfeindeten Armeen gegeneinander. 1945 zog sich die Wehrmacht vor den herannahenden westalliierten Militärverbänden auch aus dem Elsass zurück, und Frankreich unterstellte es wieder seiner Verwaltung.

1973 wurde aus den beiden elsässischen Départements die Region Elsass (Région Alsace) geschaffen. Sie erhielt 1976 zwar eine kulturelle, aber keine sprachliche Autonomie. Nach wie vor gilt auch für die deutschsprachigen Elsässer das Französische als alleinige Amts- und Schulsprache. Die Zahl derjenigen, die heute noch einen der autochthonen alemannischen oder fränkischen Dialekte (zusammengefasst im Kunstbegriff Elsässisch oder Elsässerdeutsch) beherrschen, ist daher stark rückläufig.

Das Elsass mit seiner Landeshauptstadt Straßburg ist mittlerweile Sitz des EU-Parlamentes und zu einer bedeutenden Region in der EU und in Europa geworden. Durch das Schengener Abkommen wurden die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich abgeschafft, so dass sich die „gefühlte“ Distanz zwischen den Grenzregionen Elsass und Baden verkleinerte. Enge wirtschaftliche Verflechtungen finden sich vor allem innerhalb der Regio Basiliensis.

[Bearbeiten] Städte

Die größten Städte der Region (mehr als 15.000 Einwohner im Jahr 1999) sind:

[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung

Die Region Alsace untergliedert sich in zwei Départements.

Département Präfektur Einwohner (1999) Fläche (km²) Bev.dichte Arrondissements Kantone Gemeinden
Bas-Rhin Straßburg 1.026.120 4.755 216 7 44 526
Haut-Rhin Colmar 708.025 3.525 201 6 31 377
Gesamt Straßburg 1.734.145 8.280 209 13 75 904

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straßennetz

Die wichtigste Straßenverbindung im Elsass ist die mautfreie Autobahn A 35, sie ist die Nord-Süd-Verbindung von Lauterbourg (dt. Lauterburg) bis St. Louis bei Basel. Südlich von Straßburg verläuft die A 35 auf einer kurzen Strecke als Nationalstraße, wobei geplant ist, diese Lücke zu schließen.

Die vielbefahrene A 4 führt von Straßburg nach Zabern (frz. Saverne) und weiter bis Paris. Sie ist ab der Mautstelle bei Hochfelden (20 km nordwestlich von Straßburg) mautpflichtig. Die A 36 führt von der deutschen A 5 vom Autobahndreieck Neuenburg aus nach Westen in Richtung Paris/Lyon und wird ab der Mautstelle bei Burnhaupt mautpflichtig.

In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Autobahnen in Transitstrecken und in Ausfallstraßen für die großen Ballungsgebiete umgewandelt. Seitdem fließt der Durchgangsverkehr in 2 bis 3 Fahrspuren in 1 km Entfernung um Straßburg und in 1,5 km Entfernung um Mülhausen herum. Die hohe Verkehrsdichte verursacht starke Umweltbelastungen, das gilt vor allem auf der A 35 bei Straßburg mit 170.000 Fahrzeugen pro Tag (Stand: 2002). Auch der starke Stadtverkehr auf der A 36 bei Mülhausen hat regelmäßig Verkehrsbehinderungen zur Folge. Dies konnte nur vorübergehend durch den Ausbau auf drei Fahrspuren pro Richtung vermindert werden.

Um den Nord-Süd-Durchgangsverkehr aufzunehmen und Straßburg zu entlasten, plant man eine neue Autobahntrasse westlich der Stadt. Diese Trasse soll das Autobahndreieck bei Hördt im Norden mit Innenheim im Süden verbinden. Die Eröffnung ist auf Ende 2011 angesetzt. Man erwartet dann ein Verkehrsaufkommen von 41.000 Fahrzeugen pro Tag. Der Nutzen ist jedoch umstritten, nach einigen Schätzungen wird die neue Trasse nur 10 % des Verkehrsaufkommens der A 35 bei Straßburg aufnehmen.

Hinzu kommt wegen der Einführung der Lkw-Maut in Deutschland 2005 eine erhebliche Zunahme des zuvor über die deutsche A 5 gefahrenen Lastverkehrs auf die parallel verlaufende und mautfreie elsässische Autobahn. Daher forderte Anfang 2005 Adrien Zeller, der Präsident der Région Alsace, die Ausweitung des deutschen Mautsystems Toll Collect auf die elsässische Strecke.

[Bearbeiten] Eisenbahnnetz

Da die Vogesen nur über die Zaberner Steige, die Burgundische Pforte und einige weniger zugängliche Pässe überwindbar sind, gibt es verschiedene Projekte, das Elsass besser an den Rest Frankreichs anzuschließen:

Im Elsass (und im lothringischen Département Moselle) benutzen die Züge bei zweigleisigen Einsenbahnstrecken entgegen der sonst in Frankreich gültigen Regel das rechte Richtungsgleis.

Der Vogesentunnel von Sainte-Marie-aux-Mines (Markirch) nach Saint-Dié war bis 1973 ein Eisenbahntunnel. Seit 1976 ist er als Mautstrecke dem Straßenverkehr vorbehalten. Der Tunnel war von 2004 bis 2008 zur Erweiterung der Sicherheitsvorrichtungen gesperrt und wurde am 1. Oktober 2008 wiedereröffnet.

Seit 2007 ist Straßburg Endpunkt des Nachfolgers des legendären Orient-Express. Heute ist der Orient-Express eine normale Nachtzugverbindung der ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) zwischen Straßburg und Wien über Stuttgart, München und Salzburg.

[Bearbeiten] Wasserstraßen

In den elsässischen Häfen werden über 15 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Drei Viertel davon entfallen auf Straßburg, das den zweitgrößten Binnenhafen Frankreichs hat. Die Erweiterung des Rhein-Rhône-Kanals, der die Rhône und damit das Mittelmeer mit dem mitteleuropäischen Flussnetz (Rhein) und damit der Nordsee und der Ostsee verbindet, wurde 1998 wegen der Kosten und der Zerstörung der Landschaft, vor allem im Tal des Doubs, eingestellt.

[Bearbeiten] Flugverkehr

Es gibt im Elsass zwei internationale Flughäfen:

Beide Flughäfen hatten 1998 zusammen ein Aufkommen von 5.155.380 Passagieren.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Sprachpolitik

Seit dem Frühmittelalter sind im Elsass germanische Dialekte beheimatet. Unter diesen herrschen alemannische Dialekte vor, überwiegend Oberrheinalemannisch, ganz im Süden auch Hochalemannisch. Fränkische Dialekte werden ganz im Norden um Weißenburg und Lauterburg und im nordwestlichen Zipfel des Krummen Elsass um Saar-Union gesprochen (Rheinfränkisch). Die Anwendung einer germanischen Standardsprache hing von politischen Gegebenheiten ab.

Im Frühmittelalter wurde jedoch nicht das ganze heutige Elsass sprachlich germanisiert: romanische Dialekte (Patois) bzw. die französische Sprache sind daher bereits traditionell in manchen Gebieten der Vogesen (oberes Breuschtal, Teile des Weilertals, um Ste.-Marie-aux-Mines und um Lapoutroie) und im westlichen Sundgau (um Montreux) verankert (siehe Grenzorte des alemannischen Dialektraums). Auch das heutige Territoire de Belfort, das bis 1648 bzw. 1789 Teil des habsburgischen bzw. königlich-französischen Sundgau war und erst 1871 vom Département Haut-Rhin abgetrennt wurde, ist traditionell romanisch- bzw. französischsprachig.

Das Französische gewann vor allem zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert sukzessive an Gewicht. Das hängt vor allem mit der politischen Geschichte zusammen, aber auch partiell mit dem Ansehen, den das Französische vor allem in der Frühen Neuzeit europaweit in Adel und gehobenem Bürgertum genoss.

Nach der Eroberung durch französische Truppen 1639–1681 kam das Französische beispielsweise mit den königlichen Verwaltungsbeamten sowie Einwanderern und Händlern aus Zentralfrankreich ins Elsass. Die überwiegenden Bevölkerungskreise verwendeten weiterhin Deutsch bzw. ihren jeweiligen germanischen oder romanischen Dialekt.

Nach der Französischen Revolution änderte sich die Sprachpolitik des französischen Staates, der nun für Frankreich sprachliche Einheit propagierte. Darüber hinaus fand Französisch vor allem in diejenigen Bevölkerungskreise Eingang, die mit den Ideen der Revolution sympathisierten. Deutsch bzw. die deutschen Dialekte waren nun Teil einer Entwicklung zu partieller Zweisprachigkeit. In den Gegenden des Patois setzte sich aufgrund des Schulunterrichts das Französische durch.

Während der Zugehörigkeit zum Deutschen Kaiserreich (Reichsland Elsass-Lothringen, 1871–1918) wurde die „Sprachenfrage“ in einem Gesetz vom März 1872 zunächst so geregelt, dass als Amtssprache grundsätzlich Deutsch bestimmt wurde. In den Landesteilen mit überwiegend französischsprachiger Bevölkerung sollte den öffentlichen Bekanntmachungen und Erlassen jedoch eine französische Übersetzung beigefügt werden. In einem weiteren Gesetz von 1873 wurde für diejenigen Verwaltungseinheiten, in denen Französisch ganz oder teilweise vorherrschte, der Gebrauch des Französischen als Geschäftssprache zugelassen. In einem Gesetz über das Unterrichtswesen von 1873 wurde geregelt, dass in den deutschsprachigen Gebieten Deutsch ausschließliche Schulsprache war, während in den französischsprachigen Gebieten der Unterricht ausschließlich auf Französisch gehalten werden sollte.

Die französische Sprachpolitik zwischen 1918 und 1940 war demgegenüber restriktiver. In Schule und Verwaltung wurde ausschließlich Französisch zugelassen, zeitweise wurde bei Strafe verboten, Deutsch bzw. Dialekt zu sprechen.

Mit der Hitler-Diktatur (1940–1945) erlebte das Elsass erneut eine Steigerung an restriktiver Sprachpolitik. Diese war rücksichtslos an die nationalsozialistische Ideologie angepasst. Die Umwandlung von französischen Vornamen in deutsche gehört sicherlich zu den harmloseren, aber typischen Beispielen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die französische Sprachpolitik der Vorkriegszeit im Prinzip fort. Seitdem ist Französisch alleinige Amts- und Verkehrssprache. Ausnahmen hiervon macht die Mehrheit der mittleren und älteren Generationen, die in ihrer Muttersprache auf Deutsch oder im deutschen Dialekt kommunizieren. Die jüngeren Generationen, insbesondere in den größeren Städten, benutzen vorwiegend die französische Sprache. In den Schulen wird Deutsch überwiegend als Fremdsprache unterrichtet. Bilinguale Schulen, in denen der Unterricht teilweise auf Deutsch gehalten wird, wurden im September 2003 von 13.000 Schülern besucht. Nach Angaben des in Straßburg ansässigen „Amts für Sprache und Kultur im Elsass“ (Office pour la Langue et Culture d’Alsace – OLCA) sprechen noch 600.000 Menschen „Elsässisch“ (ca. 34,6 % der Bevölkerung), vor allem im ländlichen Raum, in Dörfern und kleineren Städten.

Unter dem Motto E Friehjohr fer unseri Sproch finden sich seit 2001 Theater- und Musikgruppen, Mundartdichter, Heimatvereine und Sprachpfleger zusammen, um Werbung für den Erhalt des Elsässischen zu machen. Zudem subventioniert der Regionalrat elsässische Sprachkurse. France 3 Alsace sendet von Montag bis Freitag die Nachrichtensendung „Rund Um“, in der ausschließlich Elsässisch gesprochen wird. Eine Gefahr besteht in der Folklorisierung der Dialekte, eine Tendenz, die aber auch in deutschsprachigen Ländern beobachtet werden kann. Das Verschwinden des Deutschen bzw. der deutschen Dialekte ist Thema mancher bekannter Schriftsteller geworden (René Schickele, André Weckmann, Hans Arp u. a.).

In der politischen Debatte um den Erhalt des Deutschen ist eine eindeutige Präferenz zugunsten der heimischen Dialekte („Elsässisch“) und zu ungunsten des Standarddeutschen gesetzt worden. Man orientiert sich also weniger an der Schweiz, wo Mundart und zugehörige Standardsprache nebeneinander existieren (Diglossie), sondern mehr an Sprachmodellen wie Luxemburg, wo der Dialekt gegenüber der zugehörigen Standardsprache höher bewertet wird und sogar zur Schriftsprache ausgebaut wird. So hat man sich beispielsweise in Straßburg im Zusammenhang mit der Dokumentation von deutschen Straßennamen auf Straßenschildern nach langer Diskussion nicht für Standarddeutsch, sondern für die Straßburger Mundart entschieden. Das Problem bei der Höherbewertung der Dialekte gegenüber der zugehörigen Standardsprache ist, dass auch im Elsass Mundarten regional und sozial starke Unterschiede aufweisen. Ein Überleben der Dialekte hängt dann möglicherweise auch davon ab, inwiefern ein „Standardelsässisch“ (analog beispielsweise zum „Standardschweizerdeutsch“) etabliert ist oder etabliert werden kann.

Seit Beginn der 1990er Jahre steigt allerdings kontinuierlich die Anzahl der Schüler, die bilinguale Schulen bzw. Kindergärten besuchen.[4]

[Bearbeiten] Fremdenfeindlichkeit

Sowohl in einigen Dörfern und Kleinstädten wie den oberelsässischen Illzach und Wittenheim als auch in manchen suburban geprägten Vorstädten bspw. Straßburgs mit einem hohen Anteil an Zuwanderern protestiert ein Teil der einheimischen Bevölkerung gegen die Einwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen mithilfe des Stimmzettels. Der fremdenfeindliche Front National (FN), in dessen Programmatik das Thema Einwanderung breiten Raum einnimmt, erhält daher regelmäßig überproportionale Wählerzustimmung.

Der Zulauf zu den rechtsextremen Parteien FN und Alsace d’abord („Elsass zuerst“) wird von Beobachtern auch mit dem faktischen Verlust des Dialektes und der zugehörigen Standardsprache sowie mit der eigenständigen historischen Entwicklung der Region zwischen Frankreich und Deutschland in Zusammenhang gebracht. Diese Verlusterfahrung führe neben vielen anderen Gründen zu Identitätsverlust und Minderwertigkeitsgefühlen sowie, daraus erwachsend, zu Angst und Fremdenfeindlichkeit.[5]

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

[Bearbeiten] Filmographie

[Bearbeiten] Zeitungen, Zeitschriften, Periodika

[Bearbeiten] Bekannte Elsässer

[Bearbeiten] Partnerregionen

Der «Regionalrat von Elsass» (Conseil Régional d’Alsace) schloss ein „Abkommen zur internationalen Zusammenarbeit“ (accord de coopération internationale) mit folgenden Regionen ab: [7]

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25, Eurostat, PDF-Datei
  2. Dieter Gosewinkel: Einbürgern und ausschließen: Die Nationalisierung der Staatsangehörigkeit vom deutschen Bund bis zur Bundesrepublik Deutschland. Göttingen: Vandenhoek & Rupprecht, 2001, ISBN 9783525351659, S. 198.
  3. vgl.: Malgré-nous, frz. Wikipedia
  4. ABCM Zweisprachigkeit. Association pour le Bilinguisme en Classe dès la Maternelle
  5. „Biedermänner und Brandstifter. Der Einfluss der extremen Rechten im Elsass.“ Reportage, Deutschlandfunk, 5. Januar 2008
  6. Bäckaoffa-Rezept in Slowfood
  7. „Les Accords de coopération entre l’Alsace et ...“, region-alsace.eu, 23. März 2007

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Elsass – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Tourismus
Sehenswürdigkeiten
Allgemeines
Literatur

Koordinaten: 48° 14' 56.6" N, 7° 31' 41.0" O

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