Elisabeth Amalie Eugenie, Prinzessin in Bayern (auch Sisi und Sissi genannt; * 24. Dezember 1837 in München; † 10. September 1898 in Genf, ermordet) war eine Prinzessin aus der herzoglichen Nebenlinie Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen des Hauses Wittelsbach und durch ihre Heirat mit Franz Joseph I. ab 1854 Kaiserin von Österreich und seit dem Ausgleich von 1867 auch Apostolische Königin von Ungarn.
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Elisabeth entstammt der Linie der Herzöge in Bayern und war die zweite Tochter des Herzogs Max Joseph in Bayern (1808–1888) und seiner Frau Prinzessin Ludovika Wilhelmine (1808–1892), Tochter des bayerischen Königs Maximilian I. und dessen zweiter Gemahlin Prinzessin Karoline Friederike Wilhelmine von Baden. Tauf- und Namenspatin war Elisabeths Tante, Königin Elisabeth Ludovika von Preußen, die wie auch Elisabeths spätere Schwiegermutter Erzherzogin Sophie eine Schwester ihrer Mutter Ludovika war.
Elisabeth wuchs mit ihren Geschwistern im Herzog-Max-Palais (1936 zerstört, ab 1937 Neue Reichsbank, heute Bundesbank-Bayern) in der Münchner Ludwigstraße auf, wo sie auch geboren wurde. In den Sommermonaten residierte die Familie in Possenhofen am Starnberger See, wo sie eine unbeschwerte Kindheit verbrachte. Ihre Eltern hatten keinerlei Verpflichtungen am königlich-bayerischen Hof.
1853 war Kaiser Franz Joseph von Österreich 23 Jahre alt und noch unverheiratet. Seine Mutter, die Erzherzogin Sophie suchte daher für ihren Sohn nach einer geeigneten Braut. Sie hatte ihn zunächst mit Prinzessin Maria Anna, der Nichte des preußischen Königs, dann mit der sächsischen Cousine, Prinzessin Maria Sidonie verheiraten wollen, war aber im ersten Fall am Widerstand Berlins, im zweiten Fall an der ablehnenden Haltung Franz Josephs gescheitert. Daraufhin fasste Sophie eine Verbindung mit dem Haus Wittelsbach ins Auge. Sie und ihre Schwester, Herzogin Ludovika in Bayern, hatten Elisabeths älteste Schwester Helene (genannt Néné) zur Braut des jungen Monarchen bestimmt. Im Sommer 1853 sollten die beiden sich in Bad Ischl verloben.
Herzogin Ludovika reiste mit ihren beiden Töchtern, Helene und Elisabeth, anlässlich des bevorstehenden Geburtstages des jungen Kaisers, am 16. August 1853 nach Bad Ischl, aber Franz Joseph zog unerwartet die 15-jährige Elisabeth ihrer Schwester Helene vor. Am 18. August hielt er um die Hand seiner Cousine an. Elisabeths Eltern stimmten zu. Der Herzog gab seiner Tochter eine Mitgift von 50.000 Gulden, dazu Kleider und Schmuck. Am 20. April 1854 verließ sie München, reiste nach Straubing und von dort an Bord des Raddampfers „Franz Joseph“ nach Wien. Am 24. April 1854 erfolgte in der Wiener Augustinerkirche vor 70 Bischöfen und Prälaten die Trauung durch Kardinal Joseph Othmar von Rauscher.
Ein knappes Jahr nach der Hochzeit, Elisabeth war nun 17 Jahre alt, gebar die junge Kaiserin ein Mädchen, das nach Franz Josephs Mutter Sophie Friederike getauft wurde. Im nächsten Jahr wurde die Tochter Gisela Louise Marie geboren. Obwohl es Mädchen waren, die nicht auf ihre Aufgaben als künftiger Regent vorbereitet werden mussten, durfte Sisi die Kinder nicht in ihrer Obhut behalten. Sie habe sie zwar geboren, aber für die Erziehung sei sie zu jung, erklärte Sophie und entzog die Kinder dem Einfluss der Mutter. Wenn sie ihre Kinder sehen wollte, hatte sie ihre Schwiegermutter um Erlaubnis zu fragen. Sophie war während der Zusammentreffen Elisabeths und ihrer Töchter immer anwesend.
Erst auf einer gemeinsamen Reise, weit weg vom Einfluss Sophies, erreichte Elisabeth endlich, dass sich der Kaiser für seine Frau einsetzte und sie mehr Einfluss auf die Erziehung der Kinder erhielt. Auf einer Reise durch Ungarn erkrankten beide Töchter an Durchfall und Fieber. Die zehn Monate alte Gisela war bald wieder gesund, die zweijährige Sophie jedoch starb.
Elisabeth brachte im Jahre 1858 den Kronprinzen Rudolf Franz Karl Joseph zur Welt. Von der Geburt erholte sie sich diesmal nur schwer und langsam. Auch dieses Kind musste sie der Schwiegermutter überlassen. Allerdings zeigte sie nach dem Tod der erstgeborenen Tochter nur noch wenig Interesse an Gisela und Rudolf. Der junge Kronprinz erhielt auf Wunsch des Vaters eine harte militärische Ausbildung, unter der das sensible Kind sehr litt. Elisabeth setzte sich dafür ein, diese Art der Ausbildung zu beenden, konnte sich jedoch zunächst nicht durchsetzen. 1889 nahm sich Rudolf gemeinsam mit seiner jungen Geliebten Mary Vetsera auf Schloss Mayerling das Leben. Dieser Schicksalsschlag traf Elisabeth schwer.
Ihr viertes und letztes Kind, ein Mädchen, brachte Elisabeth 1868 in Ofen (Ungarn) zur Welt. Das „ungarische Kind“ bekam den Namen Marie Valerie Mathilde Amalie. Im Gegensatz zu ihren älteren beiden Kindern kümmerte sich Elisabeth sehr intensiv um die kleine Erzherzogin und verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihr. In der Wiener Hofburg wurde Marie Valerie daher auch „die Einzige“ genannt. Gerüchteweise hieß es, dass nicht Franz Joseph, sondern der ungarische Graf Gyula Andrássy der Vater des Kindes sei. An der Vaterschaft Franz Josephs besteht allerdings kein Zweifel, nicht zuletzt weil Marie Valerie äußerlich und charakterlich dem Kaiser sehr ähnlich war. Zeitlebens verband Elisabeth mit ihrer jüngsten Tochter eine innige Beziehung. Marie Valerie begleitete ihre Mutter auf vielen Reisen und war auch frei in ihrer Wahl des Bräutigams.
1860 litt Elisabeth unter starkem Husten. Den offiziellen Vorwand für die erneute Reise der Kaiserin, die Diagnose einer Lungenkrankenheit und die Empfehlung einer Kur auf Madeira, nutzte sie zum Ausbruch aus dem Hofleben und zur ersten ihrer Auslandsreisen, die sie allein unternahm. Kaum jedoch in Wien zurück erlitt sie einen schweren Rückfall. Die Ärzte vermuteten „Lungenschwindsucht“. Dieses Mal fuhr die Kaiserin nach Korfu im Ionischen Meer. Die Insel gefiel ihr sehr, und später, zwischen 1889 und 1891, baute sie dort ihr griechisches Traumschloss im pompejischen Stil, das Achilleion.
Die „Flucht“ vor dem Wiener Hof 1860/61 war der Anfang einer Odyssee, die sie bis zu ihrem Tod fortführen sollte. Neben Europa bereiste sie Kleinasien und Nordafrika, ab 1867 besonders häufig Ungarn, ihre Lieblingsinsel Korfu und Großbritannien. Sie reiste auch in die Türkei, um dort die von Schliemann entdeckten Überreste des antiken Troja zu sehen.
Als Elisabeth nach fast zweijähriger Abwesenheit an den Wiener Hof zurückkehrte, war eine tiefgreifende Verwandlung vor sich gegangen: Aus der schüchternen, blassen jungen Frau war eine selbstbewusste Monarchin geworden, die ihre Anmut durch Haltung in Szene setzte und Forderungen stellte. In dieser Zeit entstanden die berühmten Portraits von Franz Xaver Winterhalter. Das bekannteste ist zweifellos das Gemälde aus dem Jahr 1865, das Elisabeth in Hofgala mit Diamantsternen im Haar zeigt.
Franz Joseph hatte sich längst an die Abwesenheit seiner Frau gewöhnt. Um seine Einsamkeit zu lindern, arrangierte die diplomatische Kaiserin 1885 die Bekanntschaft ihres Mannes mit der Schauspielerin Katharina Schratt. Schratt wurde fortan Ansprechpartnerin und Vertrauensperson des Kaisers. Diese ungewöhnliche Freundschaft wurde durch die Kaiserin vor jedem Skandal bewahrt und ausdrücklich gefördert. Auch nach Elisabeths Tod blieb die Freundschaft des Kaisers zu Katharina Schratt aufrecht erhalten, jedoch wurde sie nie wieder so intensiv, wie sie zu Elisabeths Lebzeiten gewesen war, die wie eine Schutzpatronin über diese Beziehung gewacht hatte.
Kaiser Franz Joseph genoss jeden seltenen Besuch Elisabeths bei Hof und blieb ihr zeitlebens mit großzügiger Nachsicht ergeben. Während sie durch Europa reiste, entstand zwischen dem Kaiserpaar ein umfangreicher Briefwechsel, der teilweise erhalten ist. Seitens des Kaisers wird vor allem seine Sorge um Gesundheit und Sicherheit Elisabeths deutlich.
Zu den wenigen politischen Aktivitäten der Kaiserin gehörte der Ausgleich mit Ungarn, den sie Anfang 1867 gegen den Willen ihrer Schwiegermutter und großer Teile des Hofes energisch durchzusetzen wusste. Ungarn erhielt seine Verfassung von 1848 zurück und am 8. Juni 1867 wurden Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth in der Matthiaskirche in Budapest zu König und Königin von Ungarn gekrönt.
Das dem Königspaar anlässlich der Krönung vom ungarischen Volk geschenkte Schloss Gödöllő wurde in den folgenden Jahren ein beliebter Zufluchtsort der Kaiserin. Elisabeth lernte Ungarisch und wählte bevorzugt ungarische Hofdamen aus - so unter anderem Marie Festetics -, die am Wiener Hof wegen ihrer Herkunft abgelehnt wurden und isoliert blieben.
Der ungarische Graf Gyula Andrássy war durch die Beteiligung an der ungarischen Revolution 1848 ins Exil verbannt worden. Nach einer Amnestie lernte er die Kaiserin 1866 bei einer Audienz kennen. In der Folge nahm Andrássy in Sisis Leben eine bedeutende Rolle ein und wurde zu ihrem engsten Freund und persönlichen Berater, bis zu seinem Tod im Februar 1898. Ihm und der Kaiserin wurde bald eine Affäre unterstellt, was aber bis heute nicht bewiesen und außerdem mehr als unwahrscheinlich ist. Elisabeth war keine Freundin der körperlichen Liebe und auch nicht bereit, ihren kaiserlichen Gemahl auf diese Weise zu verletzen. So verurteilte sie z.B. eine Affäre einer ihrer Schwestern scharf. Auch Gyula Andrássy war zu sehr Politiker, als dass er seine Stellung durch eine Liebesbeziehung mit der Kaiserin gefährdet hätte.
Elisabeth kam am 9. September 1898 inkognito nach Genf, wo sie einer Einladung der Familie Rothschild nachkam. Als sie am nächsten Tag gegen 13.30 Uhr auf dem Weg vom Hotel Beau-Rivage zum Schiff war, mit dem sie nach Caux weiterreisen wollte, stürzte sich der italienische Anarchist Luigi Lucheni auf sie und stieß ihr eine von ihm selbst zugespitzte Feile ins Herz. Der Einstich war so klein, dass er zunächst nicht bemerkt und für einen Faustschlag gehalten wurde. Die Kaiserin erhob sich wieder und unterhielt sich mit ihrer Begleiterin, der ungarischen Hofdame Irma Sztáray, über den Vorfall. Sie ging noch an Bord des Schiffes und brach erst dort zusammen. Bald darauf starb sie im Hotel, in das sie zurückgebracht worden war.
Lucheni wollte nach eigener Aussage im Verhör ursprünglich den Prinzen Henri Philippe d’Orléans ermorden. Da dieser aber kurzfristig seine Reisepläne änderte und nicht in Genf eintraf, wählte Lucheni Elisabeth als sein Opfer, von deren Anwesenheit er zufällig in der Zeitung gelesen hatte, in der sie unter dem Titel Gräfin von Hohenems als Gast aufgeführt war.
Am 17. September fand die Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft statt. Elisabeths Sarkophag steht heute neben denen von Franz Joseph und Rudolf.
Elisabeth war von Jugend an eine ausgezeichnete und waghalsige Reiterin, die sämtliche Disziplinen vorbildlich im Damensattel beherrschte. In Wien unternahm sie regelmäßig Dressurübungen in der Hofreitschule, in Ungarn folgten ausgedehnte schnelle Geländeritte und seit 1876 bereiste sie mehrmals England mit umfangreichem Gefolge und einer Auswahl ihrer besten Jagdpferde, um in Gesellschaft des damals berühmten Parforcereiters Bay Middleton an den englischen Fuchsjagden teilzunehmen.
Elisabeth wurde zu einer der berühmtesten Jagdreiterinnen ihrer Zeit. Noch heute ist sie als solche in England, Ungarn und Irland bekannt. Als ihr Begleiter, Bay Middelton, heiratete und sie nicht mehr pilotierte gab Sisi, auch aufgrund von körperlichen Problemen, die Reitjagden auf, da es ihr an der Seite eines Anderen keinen Spaß mehr machte. Sämtliche Pferde wurden verkauft und ihre Ställe in den verschiedenen Ländern aufgegeben. Das Ende der Jagden hinterließ einen Riss in Sisis unruhigem Leben. Diese Lücke füllte sie nun mit Gewaltmärschen, die bis zu 8 Stunden ausgedehnt wurden (zum Leidwesen der Hofdamen, die nun für den Dienst nach Gehfähigkeit ausgewählt wurden). Auch Fechten wurde ein Hobby der inzwischen 44-jährigen Kaisern, zusätzlich zu der morgendlichen Gymnastik und den „Spaziergängen“.
Gedichte spielten eine sehr wichtige Rolle in Elisabeths Leben. Sie verfasste ein poetisches Tagebuch und in schlechten Zeiten drückte sie ihre Gefühle in Gedichten aus. Dies empfahlen ihr die rumänische Königin, Prinzessin Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied (1843–1916) und ihre Lieblingstochter Valerie. Zur rumänischen Königin, die selbst unter einem Pseudonym „Carmen Sylva“ dichtete, hielt die Kaiserin eine freundschaftliche Beziehung. Sie erklärte Elisabeth, Gedichte zu schreiben, sei ein guter Blitzableiter.
Elisabeth verehrte den zu dieser Zeit bereits verstorbenen Dichter Heinrich Heine (1797–1856) und orientierte sich an seiner Art, Gedichte zu schreiben. Die Verehrung ging über die übliche Liebe eines Literaturfreundes weit hinaus. Sie kannte lange Passagen von Heine auswendig und beschäftigte sich auch intensiv mit dem Leben des Dichters. Sie fühlte sich als seine Jüngerin und glaubte, der Meister diktiere ihr die Verse in die Feder. Einmal erzählte sie sogar ihrer Tochter Marie-Valerie, Heine wäre ihr im Traum erschienen. Aber sie verehrte auch die Ilias von Homer, was auch ihre Leidenschaft für das antike Griechenland und Achill erklärt. Im Park ihres Schlosses „Achilleion“ auf Korfu ließ sie 1891 ein Heine-Denkmal von Louis Hasselriis errichten. Das Dichten wurde für Elisabeth mit der Zeit zur Therapie.
Männer und Frauen ihrer Zeit schwärmten von der Schönheit Elisabeths, waren aber ebenso angezogen von ihrer Anmut, Ausstrahlung und der geheimnisvollen Aura, die die Kaiserin umgab. Elisabeth gilt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit und war sich dessen durchaus bewusst. Ihre Schönheitspflege nahm einen Großteil ihres Tagesablaufes ein. Besonders stolz war Elisabeth auf ihr dichtes Haar. Ihrer Zeit voraus verfolgte sie einen regelrechten Körperkult, trieb viel Sport und achtete sehr auf ihre Figur. Durch strenge Diäten und enge Korsetts brachte sie ihre Wespentaille (50 cm) in Form und wurde zu einer modischen Ikone.
Im Laufe der Jahre wuchs ihre Selbstsicherheit und sie wurde zunehmend als Schönheit wahrgenommen. Elisabeth pflegte eine Selbststilisierung, die in der Literatur als Schönheitskult beschrieben wird.
Die Meisterin, die das kaiserliche Haar betreute, hieß Fanny (Franziska) Angerer (verh. Feifalik, später Hofrätin) und war Friseurin am Wiener Burgtheater. Dort waren der Kaiserin die phantasievollen Frisuren der Schauspielerinnen aufgefallen, und sie hatte die Friseurin kurzerhand abgeworben. Fanny Angerer war auch die Schöpferin der „Steckbrieffrisur“, die in der Familie der Kaiserin unter ihren Schwestern und an anderen europäischen Höfen kopiert wurde.
Das Waschen der Haare dauerte meist einen ganzen Tag und geschah etwa alle drei Wochen mit immer neuen Essenzen (bevorzugt Cognac und Ei). Elisabeth konnte jähzornig werden, wenn ihre Friseuse ihr einen Kamm mit ausgefallenen Haaren zeigte. Diese Haare wurden dann mit List an der Innenseite des Rockes der Friseuse mit Hilfe von Klebemittel versteckt. Sisi benutzte die Haarkünstlerin auch als Doppelgängerin, was allerdings nur im Ausland möglich war, wo man sie weniger gut kannte.
Elisabeth erhielt anlässlich ihrer Hochzeit ein Sternen-Diadem und hat es für ihre Zwecke umfunktioniert. Die Sterne waren etwa 3,5 cm groß, gewölbt und üppig mit großen Diamanten besetzt, es gab sie mit 10 sowie 12 Strahlen je Stern. Die Kaiserin verschenkte einige Sterne an Hofdamen, die bis heute im Besitz von deren Nachkommen sind.
Für das Essen verschwendete Kaiserin Elisabeth dagegen weniger Zeit. Orangendiät, Eidiät, Milchdiät, gesalzenes rohes Eiweiß, statt eines Mittagessens, und hin und wieder ein kandiertes Veilchen – nichts blieb unversucht, um kein Gramm zu viel auf die Waage zu bringen. Ihr Gewicht wurde dreimal täglich kontrolliert und in einer Liste eingetragen. Bei einer Körpergröße von 172 cm durften 50 Kilogramm nicht überschritten werden. Auch der Umfang von Taille, Schenkeln und Waden wurde genau gemessen. Mit fortschreitendem Alter sprach es sich herum, dass auch eine kaiserliche Haut solchen Schönheitskult übelnahm. Die berühmte Schönheit der Kaiserin schwand und infolge der übertriebenen Fastenkuren traten Hungerödeme auf. Elisabeth aß selten Konfekt, das sie beim k. und k.-Hoflieferanten Demel oder beim berühmten Café Sacher bestellte. Die Kalorien wurden danach sofort an den Turnringen abtrainiert. Um die Jugend ihres Gesichtes zu erhalten, legte sie sich gepresstes Rindfleisch über Nacht ins Gesicht. Das war zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches; viele Frauen griffen damals zu diesen Maßnahmen.
Auch Elisabeths Schwestern waren groß und eher schlank. Sie musste also nicht hungern, um ihre gute Figur zu behalten. In diesem Fall weisen aber die Art der Diäten und der übertriebene Einsatz von Sport auf eine Anorexia nervosa hin.
Um ihre Figur zu erhalten und wegen ihrer inneren Unruhe unternahm sie täglich kilometerlange Gewaltmärsche im Eiltempo, bei denen ihre Hofdamen regelmäßig kaum mithalten konnten. Außerdem gab es in jedem ihrer Domizile Turnzimmer mit verschiedenen Geräten, mit Ringen, Reck und Hantel. In den Räumlichkeiten der Wiener Hofburg sind die Turngeräte auch heute noch zu besichtigen.
In den frühen Filmen der 1920er und 1930er Jahre war Elisabeth meist eine Nebenfigur, als Frau von Kaiser Franz Joseph oder als Mutter von Kronprinz Rudolf.
Erst mit Hubert und Ernst Marischkas Singspiel Sissi (Musik von Fritz Kreisler) von 1932 wurde das Leben der Kaiserin in den Mittelpunkt der Erzählung gestellt. Die erste Sissy dieser Art war Paula Wessely.
Die erste filmische Bearbeitung des Singspiels übernahm Josef von Sternberg, der Regie bei dem Streifen The King Steps Out von 1936 führte. Die populäre Opernsängerin Grace Moore spielte die Hauptrolle der Cissy. Der Film war leidlich erfolgreich, blieb jedoch bis zur Trilogie aus den 1950ern eher die Ausnahme, da er die Kaiserin als jung und lebenslustig darstellte.
Jean Cocteau nahm sich der dunklen Seiten ihres Charakters in seinem Stück L'Aigle aux deux Têtes (dt. Der Doppeladler) an. Als Ende der 1940er Jahre Pläne zur Verfilmung anstanden, war Greta Garbo für die Hauptrolle vorgesehen. Die Produktion war schon relativ weit fortgeschritten, als am Ende das Geld ausging.
Im deutschsprachigen Raum ist das Bild der Kaiserin Elisabeth geprägt durch die Filme der Sissi-Trilogie mit Romy Schneider in der Hauptrolle, 1955, 1956 und 1957. Ein Zusammenschnitt aller drei Filme wurde unter dem Titel Forever My Love 1962 in den englischsprachigen Verleih gebracht, die Resonanz war insgesamt verhalten.
Als einzige kongeniale Freundin des Märchenkönigs Ludwig II. wurde Elisabeth 1955 durch die Schauspielerin Ruth Leuwerik in Helmut Käutners Monumentalfilm Ludwig II. – Glanz und Elend eines Königs dargestellt. Ebenfalls im Jahr 1955 war in einer Nebenrolle des Films Königswalzer in Gestalt von Linda Geiser eine noch unverheiratete Sisi zu sehen.
Erst 1972 trat Romy Schneider noch einmal als Kaiserin Elisabeth in Ludwig II. von Luchino Visconti auf. Dort entwirft sie das realistischere Bild einer kapriziösen, distanzierten Elisabeth, die mit der „Sissi“ aus den 1950er Jahren nichts mehr gemein hatte.
Etwas am Rande trat Elisabeth in mehreren Filmen auf, die das Schicksal ihres Sohnes Kronprinz Rudolf in den Mittelpunkt stellten. In dem Film Mayerling von 1936 wurde sie von Gabrielle Dorziat verkörpert, in dem gleichnamigen Film von 1968 von Ava Gardner. In Kronprinz Rudolfs letzte Liebe von 1956 spielte Lil Dagover die vergrämte Kaiserin, in der gleichnamigen Fernsehproduktion (auch Kronprinz Rudolf) von 2006 Sandra Ceccarelli.
Eine etwas ungewohnte Sisi zeigte 1991 die Filmsatire Sisi und der Kaiserkuß, wo Vanessa Wagner ihre Rolle übernahm.
2007 kam Lissi und der wilde Kaiser von Michael „Bully“ Herbig in die Kinos, der laut seinem Schöpfer eine Hommage an die Sissi Filme sein soll.
Seit 1992 wurde das Musical Elisabeth in Wien (1992-1998, 2003-2005) und anderen europäischen Städten aufgeführt, unter anderem Scheveningen (Fortis Circus Theater 1999–2001), Essen (Colosseum Theater 2001–2003), Stuttgart (Apollo Theater 2005–2006), Berlin (Theater des Westens April - September 08) und weiteren Bühnen in Japan, Ungarn, Schweden, Finnland, der Schweiz und Dänemark. Derzeit (Okt08 - Jan09) wird das Musical in der Schweiz in Zürich am Theater 11 aufgeführt.[1]
In der Wiener Hofburg wurde direkt neben den Kaiser-Appartements ein eigenes Sisi-Museum eingerichtet, das sich vor allem dem privaten Leben der Elisabeth widmet. Den Mittelpunkt der Ausstellung soll die private Frau zeigen - Kaiserin Elisabeth als Mutter, als Dichterin und als Reisende.
Gezeigt wird hier auch die dreieckige Feile, mit der Elisabeth 1898 von dem Anarchisten Luigi Lucheni ermordet wurde. Auch eine Nachbildung ihres kaiserlichen Salonwagens ist neben vielen persönlichen Dingen wie ihrer Waage, einigen der berühmten Haarsterne, Bilder aus ihrem Schönheitsalbum und ihrem Diätjournal zu besichtigen.
In Bad Ischl residierte das Kaiserpaar im Sommer. Kaiser Franz Joseph regierte von dort Österreich-Ungarn und ging seiner liebsten Beschäftigung, der Jagd, nach. Die Kaiserin besuchte nach anfänglicher Kinderlosigkeit die Solebäder der Stadt und schenkte später vier Kindern das Leben. Die Kaiservilla[2] ist immer noch im Besitz der Familie Salvator von Habsburg-Lothringen und heute öffentlich zugänglich. Die Führung durch die Arbeits- und Wohnräume geben eindrucksvoll Einblick in die Arbeits- und Wohnwelt des Kaiserpaares.
Nicht nur Kaiserin Elisabeth nutzte die Solebäder in Bad Ischl, sondern auch ihre Schwiegermutter, die Erzherzogin Sophie. Daher hießen deren Söhne Franz Joseph, Karl Ludwig, Maximilian und Ludwig Viktor auch „die Salzprinzen“ oder die „Prinzen aus dem Salz“.
In Possenhofen am Starnberger See, Bayern gibt es ein kleines Sisi-Museum, das in den Sommermonaten geöffnet ist. Schloss Possenhofen, in dem Sisi aufgewachsen ist, befindet sich in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.
In Österreich gibt es heute kaum eine Stadt, die nicht eine Straße oder einen Platz nach ihr benannt hat. Die Stadt Salzburg benannte 1901 sogar den Stadtteil Froschheim zu Ehren Kaiserin Elisabeths in Elisabeth-Vorstadt um. Auch im Münchner Stadtteil Schwabing nahe ihrer Geburtsstätte befinden sich die nach ihr benannten Elisabethstraße, Elisabethplatz und Elisabethmarkt. Im Volksmund wird das größte Wiener Polizeigefängnis, das Polizeianhaltezentrum Rossauerlände, „Liesl“ genannt, da es sich am ehemaligen Elisabethkai befindet, der heute Rossauerlände heißt.
Sogar eine ganze Eisenbahnstrecke wurde nach ihr benannt: Ein Teil der österreichischen Westbahn (Wien - Linz - Salzburg - Zell am See - Wörgl - Innsbruck - Bregenz - Lindau), nämlich die Strecke Wien Westbahnhof - Linz - Wels - Salzburg - Bischofshofen - Zell am See - Saalfelden - Wörgl Hauptbahnhof (zusammen mit dem Streckenteil Wels - Passau), bildet die von den Österreichischen Bundesbahnen betriebene Kaiserin-Elisabeth-Bahn. Wiederum ein Teilstück der Kaiserin-Elisabeth-Bahn, nämlich der Streckenteil Salzburg Hbf - Wörgl Hbf, wird nach ihrer zweiten Tochter Giselabahn oder auch Salzburg-Tiroler-Bahn genannt.
In der ungarischen Hauptstadt Budapest sind nach ihr u.a. eine Donau-Brücke (Erzsébet híd), ein Platz (Erzsébet tér), ein Stadtteil (Erzsébet város), ein Aussichtsturm (Erzsébet-kilátó) und ein Abschnitt der Ringstraße (Erzsébet körút) auf der Pester Seite benannt.
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Denkmal auf Madeira |
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Denkmal in Triest |
Denkmal in Gödöllő |
| Vorgängerin |
Kaiserin von Österreich 1854–1898 |
Nachfolgerin |
| Personendaten | |
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| NAME | Elisabeth in Bayern |
| ALTERNATIVNAMEN | Elisabeth Amalie Eugenie Prinzessin in Bayern; Sisi; Sissi; Lisi |
| KURZBESCHREIBUNG | Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn |
| GEBURTSDATUM | 24. Dezember 1837 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 10. September 1898 |
| STERBEORT | Genf |
Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva
Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.
"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."