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Der Elbe-Seitenkanal (ESK) ist ein 115,2 Kilometer langer Schifffahrtskanal zwischen dem Mittellandkanal bei Edesbüttel, westlich von Wolfsburg, und der Elbe bei Artlenburg. Er wurde nach achtjähriger Bauzeit 1976 eröffnet.
Sein Hauptzweck besteht darin, die Elbe zwischen Hamburg und Magdeburg mit ihren Niedrigwasserperioden zu umgehen. Zu Zeiten der Deutschen Teilung diente er auch dazu, das Territorium der Deutschen Demokratischen Republik, von Schnackenburg bis zum Mittellandkanal, zu umfahren. Ferner entstand so ein natürliches Hindernis für Panzertruppen in Ost-Westrichtung. Die Kanalböschungen wurden als Sperre für Panzer aus Richtung Osten angelegt, aus Westen konnten die Böschungen in Richtung Osten in bestimmten Bereichen befahren werden. Die Brücken waren oder sind teilweise heute noch mit Sprengschächten ausgestattet, in den Unterführungen gab oder gibt es Panzersperren. Wirtschaftlich profitieren konnten von dem Kanal besonders die damals bundeseigene Salzgitter AG und weitere Industrieunternehmen im Raum Hannover-Braunschweig.
Eröffnet wurde der Kanal am 15. Juni 1976 durch den damaligen Bundesminister für Verkehr Kurt Gscheidle, den Bürgermeister der Hansestadt Hamburg Hans-Ulrich Klose und den Ministerpräsidenten von Niedersachsen Ernst Albrecht.
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Die Länge des Kanals beträgt 115,2 km. Der Höhenunterschied von 61 m vom Staubereich der Elbe oberhalb von Geesthacht bis in die Scheitelhaltung wird mit 2 Abstiegsbauwerken überwunden. Der Kanal wurde vorwiegend im Trapezquerschnitt errichtet. Über weite Strecken u. a. bei Isenbüttel verläuft der Kanal als Dammstrecke, d. h., der Kanal steht in aufgeschütteten Dämmen. In diesen Bereichen wird der Kanal mittels Trogbrücken über Straßen, Bahnstrecken und Flüsse geführt. In der obersten Haltung sind bei den Orten Osloß, Weißes Moor und Bad Bodenteich Liegestellen für die Schifffahrt, und in Wittingen ein Hafen errichtet worden. In der Kanalhaltung zwischen der Schleuse Uelzen und dem Hebewerk Scharnebeck wurden in Bad Bevensen und Wulfstorf (bei Bienenbüttel) Liegestellen und in Uelzen und Lüneburg Häfen gebaut. In der unteren Kanalhaltung gibt es keine Anlegestellen oder Häfen.
In der Nähe seines südlichen Endes unterquert die Bahnstrecke Lehrte–Berlin (als Teil der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin) den Elbe-Seitenkanal im 1974 fertiggestellten, 970 m langen Elbe-Seitenkanal-Tunnel.
Das Schiffshebewerk Scharnebeck (km 106) ist mit einer Hubhöhe von 38 m das zweitgrößte Senkrecht–Hebewerk Europas. Es handelt sich um ein Doppel-Schiffshebewerk mit zwei von einander unabhängigen Trögen. Jeder Trog hat eine Länge von 105 m und eine Breite von 12 m, aufgrund von Schutzvorrichtungen an den Trogtoren ist die nutzbare Länge auf 100 m beschränkt. Zur Zeit des Baus war das Standardschiff das so genannte Europaschiff mit 85 m Länge und 9,50 m Breite. Für diese Schiffe war die Troglänge ausreichend, die heutigen GMS (Großmotorschiffe) von 110 Meter Länge und die ÜGMS (Übergroßmotorschiffe) von 135 Meter Länge können das Hebewerk nicht passieren. Schubverbände müssen auseinandergekoppelt werden und einzeln gehoben oder gesenkt werden. Dies funktioniert natürlich nur, wenn beide Teile des Schubverbandes jeweils kürzer als 100 m sind.
Die Schleuse Uelzen (km 60,5) überwindet als Sparschachtschleuse einen Höhenunterschied von 23 Metern. Sie hat die Abmessungen von 190 Meter Länge und 12 Meter Breite, und kann somit von den GMS, ÜGMS und Schubverbänden bis 185 Meter Länge passiert werden. Die Schleuse Uelzen ist eine sog. Sparschleuse, bei Talschleusungen wird ein Großteil des Wassers in drei seitliche Becken geleitet. Dieses Wasser wird bei Bergschleusungen wieder zurück in die Schleusenkammer gelassen. Durch die Sparbecken wird so ca. 60 % des Wassers für die nächste Schleusung wiederverwendet. Nur ca. 40 % des Schleusenwassers fließt in die untere Kanalhaltung ab. Neben der Schleuse befindet sich ein Pumpwerk, mit dem nachts das verbrauchte Wasser in die obere Kanalhaltung zurückgepumpt wird. Da die alte Schleuse trotz ihres relativ geringen Alters stark baufällig ist wurde östlich davon eine neue Schleuse gebaut und im Dezember 2006 für die Schifffahrt freigegeben. Die Abmessungen entsprechen denen der alten Schleuse, nur die Kammerbreite ist einen halben Meter größer. Dies hat den Vorteil, dass Schiffe mit einer Breite von 11,45 m leichter in die Schleuse ein und ausfahren können.
Die Mündungsstrecke unterhalb des Schiffshebewerks wird durch ein Sperrtor in Artlenburg gegen Elbehochwasser bei Wasserständen über NN + 8,0 m abgesperrt.
Der Elbeseitenkanal entspricht der Wasserstraßenklasse Vb, diese erlaubt die folgenden Schiffsgrößen.
Am 18. Juli 1976 kam es wenige Wochen nach Eröffnung des Kanals zu einem Dammbruch bei Lüneburg. Der Kanal brach an einer Unterführung in der Gemeinde Adendorf im Ortsteil Erbstorf. Über fünf Millionen Kubikmeter Wasser überfluteten das Umland. Auf Luftaufnahmen ist noch heute das Ausflussgebiet gut zu erkennen. Das Unglück geschah, obwohl etwa 80% der Kanalstrecke mit 22 cm dickem Asphaltbeton gegen Wasseraustritt gesichert ist.
Um ein Auslaufen des gesamten Kanalabschnittes zwischen der Schleuse Uelzen und dem Schiffshebewerk Scharnebeck zu verhindern, wurden neben dem im ESK eingebauten Sicherheitstor Erbstorf auch während des Kanalbaus verwendete Absperrungen mit Spundwänden auch in Jastorf bei Bad Bevensen eingesetzt.
Alljährlich findet ein Marathonlauf statt, der fast komplett (40 von 42,2 km) auf dem westlichen Betriebsweg des Elbe-Seitenkanals gelaufen wird. Der Wettkampf wird im Landkreis Gifhorn zwischen Stüde (Start und Ziel) und einem Wendepunkt nahe Wittingen ausgetragen. Organisator ist der Marathonverein Stüde.
De Kanal verfügt an den Seiten Schotterwege, die sich über die gesamte Länge erstrecken. Auf ihnen kann man vom Mittellandkanal bis zur Elbe mit dem Fahrrad fahren.
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