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Eisente

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Eisente
männliche Eisente (Clangula hyemalis)

männliche Eisente (Clangula hyemalis)

Systematik
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Anatinae
Tribus: Meerenten (Mergini)
Gattung: Clangula
Art: Eisente
Wissenschaftlicher Name
Clangula hyemalis
Linnaeus, 1758
Eisente auf dem Nest
Weibchen

Die Eisente (Clangula hyemalis) ist eine monotypische Art, die zur Familie der Entenvögel (Anatidae) gehört. Sie ist die kleinste der Tauchenten und wird der ökologischen Gruppe der Meerenten zugerechnet. Sie nimmt aber innerhalb dieser Gruppe eine Sonderstellung ein, weil sie sich sowohl morphologisch als auch anatomisch von den anderen Arten unterscheidet. Zu den ungewöhnlichen Eigenschaften dieser im hohen Norden verbreiteten Art zählt, dass sie dreimal im Jahr ihr Gefieder wechselt.

Die Eisente zählt zu den zahlreichsten Enten der arktischen Fauna. Etwa fünf Millionen Eisenten leben in Westrussland und drei mal so viele in ihrem übrigen Verbreitungsgebiet.[1] Unter allen Anatinae hat sie das nördlichste Brutgebiet.[2] In Mitteleuropa ist sie während des Winterhalbjahrs ein zahlreicher Gast an der Ostseeküste. An der Nordsee komt sie zahlenmäßig deutlich weniger häufig vor. Nur einzelne Eisenten tauchen unregelmäßig im Binnenland auf.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Merkmale

Eisenten sind kleine Meerenten. Der Erpel wird ca. 55 cm, das Weibchen ca. 40 cm. Der Vogel wird 650–850 g schwer. Unabhängig vom Gefieder weisen sie einen kleinen runden Kopf und einen kurzen Schnabel auf. Mit einem komplizierten Mauserschema wechselt sie dreimal im Jahr ihr Kleid: Man unterscheidet ein Winterkleid sowie ein Sommer- und Herbstkleid. Diese Trennung in drei Federkleider ist jedoch nicht immer gegeben. Viele Eisenten mausern beständig ihr Gefieder mit der Folge, dass nicht zwei ausgewachsene gleichgeschlechtliche Vögel sich gleichen. Diese kontinuierliche Wechsel des Körpergefieder kann eine Anpassung an das Leben in sehr kalten Gewässern sein, bei dem ein stets gut isolierendes Federkleid Vorrang hat.[3] Der Schwanz und die Schwingen werden jedoch nur einmal jährlich nach der Fortpflanzungszeit gemausert.

Kennzeichnend für die Männchen ist der sehr lang ausgezogene, spitz zulaufende Schwanz. Im Winterkleid ist der Kopf des Männchens weiß. Die Partie um die Augen ist grau gefärbt. Ein schwarzes Band verläuft über die Brust. Im Prachtkleid, das der Vogel im Früh- und Hochsommer trägt, ist dagegen der Kopf des Männchens schwarz. Der graue Augenfleck ist nach wie vor gegeben. Im Spätsommer dagegen sind Kopf und Hals gräulich bis weiß. Der Schnabel ist bei vielen Eisenten außerhalb der Brutzeit schwarz.

Die Weibchen sind ganzjährig braunschwarz, die Brust ist dabei etwas heller und spielt mehr ins Graue. Im Winterkleid haben sie einen hellen Kopf mit einer dunklen Platte, die von der Schnabelbasis bis zum Nacken reicht. Sie haben einen unterschiedlichen großen, graubraunen Ohrenfleck, einen dunklen Rücken, ein braunes Brustband und weiße Unterseiten. Im Sommer sind der Hals und der Kopf schwärzlichbraun. Die Gesichts- und Halszeichnung ist grauweiß. Noch nicht ausgewachsene Eisenten ähneln den Weibchen, doch ist ihr Kopf dunkler und die dunkelbraunen Flügel weisen keinen Spiegel auf.

Sie sind in der Lage auch ohne Anlauf vom Boden abzuheben und erreichen in der Luft eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h bei sehr schnellem Flügelschlagen. Eisenten fliegen meistens niedrig und können an ihrem hastigen Flug erkannt werden. Die Flügel weisen keine auffälligen Flügelabzeichen auf.

Die Stimme der Eisente ist sehr klangvoll und häufig zu hören. Zur Balzzeit rufen die Männchen mit weit auf den Rücken geworfenem Kopf gauloik, dem häufig ein gau-gau vorangeht. [4]

[Bearbeiten] Verbreitung

Eisenten leben hoch im Norden von der Tundra bis zum Packeisgürtel und sind dort die häufigsten Entenvögel. Sie ist zirkumpolar vertreten: Sie büret von Alaska über das kanadische Archipel an den arktischen Küsten Nordamerikas. Sie ist außerdem an den meisten eisfreien Küsten Grönlands und Islands vertreten. Sie brütet außerdem von Skandinavien quer durch Nordsibirien bis zur Beringstraße. In südlicher gelegenen Gebieten legen sie ihre Nester im Gebirge an, solange die Temperatur nicht 2°C übersteigt. Sie ist sehr kälteresistent und während des Winterhalbjahrs lassen sich Schwärme beobachten, die zwischen dem Packeis schwimmen. Etwa 4 Millionen Eisenten überwintern in der Ostsee, etwa eine weitere Million hält sich im Winterhalbjahr rund um die Aleutenkette vor Alaska auf.[5] Weitere wichtige Überwinterungsgebiete finden sich im Südwesten von Grönland.

Die asiatische Brutpopulation überwintert weiter nördlich. Nur in Ausnahmefällen kommen sie bis zur Küste Nordkoreas vor. Die meisten Eisenten halten sich auch im Winter nördlich von Hokkaido auf. Als Irrgast wurden Eisenten jedoch schon in der Türkei, in Israel, Jordan, Nepal und Indien beobachtet.[6]

[Bearbeiten] Fortpflanzung

Die Brutzeit der Eisente fällt in den Juni und Juli. Sie brütet an den Süßgewässern der arktischen Tundra. Ihr Nest findet sich in der Regel in Wassernähe. Es ist meist in der Vegetation verborgen. Das Gelege besteht aus fünf bis neun länglichovalen Eiern. Die Eier sind von gelblich bis grünlichgrauer Farbe. Die Inkubationszeit beträgt etwa 25 Tage.

[Bearbeiten] Nahrung

Die Eisente ist ein sehr guter Taucher, die ihre Nahrung gewöhnlich in einer Gewässertiefe von drei bis 10 Metern sucht. Sie ist aber in der Lage, fünfzig bis 60 Meter zu erreichen.[7] Sie ist auch in der Lage, direkt aus dem Flug heraus zu tauchen. Sie frisst überwiegend Schalentiere sowie Weichtiere und Fische. Sie frisst grundsätzlich kleinere Nahrung als die anderen nördlichen Meerenten. Eine gewisse Nahrungskonkurrenz kann jedoch zur Kragenente bestehen.[8]

Noch nicht flügge Jungvögel suchen ihr Futter, indem sie mit halb untergetauchten Kopf auf dem Meer schwimmen. Die Augen befinden sich dabei unter Wasser. Ihre Nahrung sind überwiegend kleine Insektenlarven und Krustentiere.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Gooders und Boyer, S. 125
  2. Kear, S. 724
  3. Kear, S. 723
  4. Hans-Heiner Bergmann; Hans-Wolfgang Helb; Sabine Baumann; Die Stimmen der Vögel Europas – 474 Vogelporträt mit 914 Rufen und Gesängen auf 2.200 Sonogrammen, Aula-Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-89104-710-1, S. 68
  5. Kear, S. 724
  6. Kear, S. 724
  7. Kear, S. 725
  8. Kear, S. 725

[Bearbeiten] Literatur


[Bearbeiten] Weblinks

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