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Eisenach

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Eisenach in Thüringen. Zur Gemeinde Eisenach im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz siehe Eisenach (Eifel).

Eisenach ist eine Stadt im Westen Thüringens. Sie ist seit 1998 kreisfreie Stadt und das Zentrum Westthüringens und angrenzender nordosthessischer Gebiete. In der Raumordnung nimmt die Stadt die Position eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ein. Eisenach liegt an der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes.

Bekanntheit erlangte Eisenach durch die über der Stadt gelegene Wartburg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und im Mittelalter Sitz der Landgrafen von Thüringen war. Hier übersetzte Martin Luther das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche und 1817 fand hier das Wartburgfest statt, eines der wichtigsten Ereignisse des Vormärz. Zudem wurde der Komponist Johann Sebastian Bach 1685 in Eisenach geboren.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Eisenach die Industrialisierung ein. So wurde 1896 das Automobilwerk Eisenach gegründet, das ab 1928 zu BMW gehörte und später den Wartburg baute. Die Tradition des Automobilbaus wurde nach der Wiedervereinigung durch die Adam Opel AG fortgeführt. Die Werke der Automobilindustrie (u. a. Opel und Bosch) haben heute etwa 3.500 Mitarbeiter, was Eisenach zu einem Industriezentrum Thüringens macht.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Eisenach liegt im Tal der Hörsel in etwa 220 Metern Höhe. Südlich der Stadt erhebt sich der Thüringer Wald bis in Höhen von etwa 500 Metern. Hier bildet der im Ortsteil Hörschel beginnende Rennsteig die Südgrenze des Stadtgebiets. Als 463 Meter hoher Pass der Bundesstraße 19 dient in diesem Bereich die Hohe Sonne. Zwischen der Hohen Sonne und der Stadt befindet sich die Drachenschlucht. Das verfluchte Jungfernloch, eine Felshöhle, liegt ebenso wie das Burschenschaftsdenkmal und die Wartburg in den Bergen des südlichen Stadtgebiets. Östlich von Eisenach liegen das Hörseltal und die es nördlich begrenzenden Hörselberge, die der Sage nach die Heimat von Frau Holle sein sollen. Westlich von Eisenach liegt das Tal der Werra, die die Ortsteile Göringen, Wartha, Neuenhof und Hörschel durchfließt. Nördlich von Eisenach liegt in etwa 300 Metern Höhe ein waldarmes Plateau, das sich bis zum zehn Kilometer nördlich der Stadt gelegenen Hainich erstreckt. Nach Nordosten verläuft das Tal der Nesse, die in der Stadt in die Hörsel mündet.

[Bearbeiten] Ausdehnung des Stadtgebiets

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Eisenach gehören die Ortsteile

Diese Ortsteile besitzen Ortschaftsverfassungen, wobei Neuenhof und Hörschel sowie Wartha und Göringen je zu einer Ortschaft zusammengefasst sind.

[Bearbeiten] Geschichte

Wartburg
Wartburg

[Bearbeiten] Mittelalter

Eisenach wurde 1180 in der Nähe eines bereits bestehenden Dorfes am Petersberg erstmals urkundlich erwähnt.[2] Die Stadt Eisenach geht in ihrer Entstehung auf drei (zoll-)rechtlich getrennte Marktsiedlungen zurück: den Sonnabendmarkt (heute Karlsplatz), den Mittwochmarkt (am Frauenplan) sowie den Montagsmarkt auf dem heutigen Marktplatz. Die Lage der Stadt an der Kreuzung mittelalterlicher Fernhandelsstraßen ermöglichte die rasche Entwicklung von Handel und Gewerbe, die durch eine seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstehende Stadtmauer geschützt wurden. An diese Befestigungsanlage erinnert noch heute, neben Mauerabschnitten und Turmresten das Nikolaitor, eines der ältesten Stadttore Thüringens.

Als Merkmale der Stadtentwicklung erhielt Eisenach das Recht auf die Anlage der Stadtbefestigung, das (eingeschränkte) Verwaltungsrecht, das Recht Märkte abzuhalten, Steuern einzuziehen und ein Stadtwappen. Später hatte die Stadt auch (zeitweise) das Münzrecht. Auf einen planmäßigen Aufbau der Stadt deuten die parallel und rechtwinklig verlaufenden Gassen, die Platzierung der Kirchen und die Anlage der Handwerkerviertel.

Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Wartburg Hauptresidenz der Landgrafen von Thüringen. So lebte auf ihr von 1211 bis 1227 die Heilige Elisabeth von Thüringen. In diese Zeit fällt auch der Sängerkrieg auf der Wartburg. Innerhalb des ludowingischen Herrschaftsgebietes nahm Eisenach eine zentrale Lage ein, es war Bindeglied der hessischen und thüringischen Gebietsteile. Nach dem Aussterben der Ludowinger kam es zum thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg zwischen dem Enkel Hermanns I., dem Meißener Markgrafen Heinrich dem Erlauchten, dem Heinrich Raspe 1243 die Eventualbelehnung im Falle seines Todes zugesichert hatte, und Sophie von Brabant, einer Tochter Ludwigs IV. Nach Kriegsende (1264) fiel Eisenach an den Wettiner Heinrich den Erlauchten. In unmittelbarer Folge dieses Krieges gingen die seither als Landgrafschaft Hessen bezeichneten Gebiete und andere Herrschaftsteile verloren.

Unter Landgraf Heinrich Raspe erhielt Eisenach eine städtische Satzung, die allerdings nur mittelbar in der Handfeste von 1283 überliefert ist.[3] Diesem Eisenacher Recht bildeten fortan alle landgräflichen Städte ihre Verfassung nach, Eisenach wurde so zum juristischen Oberhof der Thüringischen Landgrafen.

Der Hof Landgraf Hermanns von Thüringen galt im Reich als Zentrum der Minnesänger und Dichtkunst. 1206 soll dort der legendäre Sängerkrieg stattgefunden haben. Zur Unterhaltung wurden in der Stadt Eisenach Mysterienspiele oder Moralitäten mit religiösem Hintergrund aufgeführt. Landgraf Friedrich der Freidige erregte sich 1321 bei der Eisenacher Aufführung Das Spiel von den fünf klugen und fünf thörichten Jungfrauen über die Maßen und erlitt noch während der Vorstellung einen Schlaganfall. 1405 verlor Eisenach den Status als Sitz des Thüringischen Landgrafen, 1450 wurde die Münzstätte geschlossen.

[Bearbeiten] Neuzeit

Lutherhaus
Lutherhaus

1498 kam Martin Luther als Lateinschüler zum ersten Mal nach Eisenach. Am 2. Mai 1521 predigte er auf der Rückreise vom Wormser Reichstag in der Georgenkirche. Nachdem er mit der Reichsacht belegt worden war, wurde er am Folgetag auf der Wartburg als „Junker Jörg“ in Schutzhaft genommen. Er blieb dort bis zum 1. März 1522 und übersetzte das Neue Testament aus dem griechischen Urtext ins Deutsche; es wurde im September 1522 veröffentlicht ("Septembertestament").

Mit dem für 1523 notierten Eintreffen des aus Basel stammenden Predigers Johann Strauß begann der Eisenacher Zinswucherstreit – ein trotz des persönlichen Eingreifens von Luther und Melanchton rasch an Schärfe zunehmender Konflikt, in dessen Folge Eisenacher Bürger zunächst die Zahlung von Zins bei Geldgeschäften verweigerten. In der weiteren Folge fielen Einwohner tumultartig über die vorhandenen kirchlichen Institutionen her, fast alle Kirchen und Klöster wurden dabei schwer verwüstet oder niedergebrannt. Am 7. Mai 1525 traf der Werrahaufen – ein Heerhaufen aufständischer Bauern im Bauernkrieg – vor der Stadt ein, um Unterstützung durch die Stadtobrigkeit und die Bevölkerung unterhandelnd. Hierbei gelang es dem Stadtkommandanten, die Mehrzahl der arglosen Anführer in die Stadt zu locken, worauf diese sofort arretiert und nach einem Schauprozess auf dem Markt exekutiert wurden (noch heute erinnert ein Kreuz im Pflaster vor der Kirche daran). Auch 17 Sympathisanten aus der Eisenacher Bevölkerung teilten dieses Schicksal Wochen später, nachdem Kurfürst Johann der Beständige wieder Herr der Lage war.

1528 wurde Eisenach im Zuge der Reformation evangelisch, erster Superintendent war Justus Menius. In den 1550er Jahren wurde Hanns Leonhardt als Stadtbaumeister und Architekt tätig, er errichtete in der Stadt zahlreiche prächtige Bürgerhäuser im Baustil der Renaissance, der einstige Weinkeller – heute Rathaus, der St. Georgsbrunnen auf dem Markt und das Lutherhaus blieben erhalten. Ein derart repräsentatives Stadtzentrum erleichterte es 1596 Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Eisenach seine Residenz von Marksuhl nach Eisenach zu verlegen. Verheerende Stadtbrände in den Jahren 1617 und 1636, die Drangsale des Dreißigjährigen Krieges und die 1626 eingeschleppte Pest brachten der Stadt schwerste Schäden bei und bremsten deren wirtschaftlichen Aufschwung erneut.

Bachhaus
Bachhaus

Am 21. März 1685 wurde Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren und in der dortigen Georgenkirche getauft. Sein Vater Johann Ambrosius Bach war Leiter der Ratstrompeterei. In Eisenach wirkten die Barockkomponisten Johann Pachelbel und Johann Christoph Bach als Organisten sowie Georg Philipp Telemann als Hofkapellmeister.

Als Residenzstadt, bis 1757 mit fürstlicher Hofhaltung, wurde Eisenach im 18. Jahrhundert mehr und mehr eine Kulturstadt. Als architektonisches Symbol dieser neuen Blütezeit gilt das von 1742 bis 1751 am Markt erbaute Stadtschloss. Bereits 1741 fiel das Herzogtum Sachsen-Eisenach vertragsgemäß mit dem Tode des Herzogs Wilhelm Heinrich an Ernst August I. von Sachsen-Weimar. 1777 weilte Johann Wolfgang von Goethe auf Einladung des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach erstmals auf der Wartburg. 1807 rastete Napoleon I. in der Stadt. Im Zuge von Nachschubtransporten während der napoleonischen Kriege kam es am 1. September 1810 zu einem tragischen Unfall: Bei einer Pulverexplosion gab es 60 Todesopfer und schwere Schäden in der Stadt. Daran erinnert noch heute der schwarze Brunnen in der Georgenstraße. Ungezählte Opfer forderte schließlich der Rückzug der geschlagenen französischen Armee, in deren Folge eine Typhus-Epidemie in der Stadt ausbrach. Während dieses Feldzuges weilte 1814 der russische Zar Alexander I. kurz in Eisenach.

Das Wartburgfest der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft fand 1817 mit etwa 500 Teilnehmern statt. Ein weiteres Wartburgfest folgte 1848. Seit 1850 feierte der Wingolfsbund alle zwei Jahre sein Wartburgfest in Eisenach. 1840 wurde der Physiker Ernst Abbe in Eisenach geboren.

Wirtschaftlich, baulich und kulturell entwickelte sich die Stadt nach 1800 bedeutend schneller als zuvor. Unter den Kaufleuten Eichel, Pfennig und Streiber kam es zu ersten industriellen Gründungen; es entstanden Spinnmühlen, Bleiweiß- und Farbenfabriken, darunter mit der Kammgarnspinnerei ein erster Großbetrieb. Bedeutung besaß auch noch das Gerberhandwerk. Die von Eisenach ausgehenden Verkehrswege wurden zu bequemen Fahrstraßen ausgebaut und schufen so die Verbindung in das „Eisenacher Oberland“ – einem nach dem Wiener Kongress zugesprochenen Gebietsteil der säkularisierten Fürstabtei Fulda.

Die Biedermeier-Zeit ermöglichte die Anlage von Landschaftsparks, so pflanzte Kaufmann Christian Friedrich Roese auf dem noch kahlen Metilstein einen Waldpark an. Zur selben Zeit entstanden die Gärten am Pflugensberg, an der Spicke, der Kartausgarten, der Clemdagarten und Pfennigs Garten. Die Gründung der Forstlehranstalt durch Forstrat Gottlob König im Jahre 1830 setzte diese Bestrebungen fort. Rings um die Stadt entstanden erste Restaurants und Vergnügungsplätze, in der Stadt die ersten Caffeehäuser und Ballsäle. In den zeittypischen Gesellschaftssalons, in Eisenach – die Clemdagesellschaft für die „gebildeten Stände“ – trafen sich höhere Beamte, Unternehmer, Offiziere, aber auch der Landadel zu kulturvollen Gesprächen, Musik und Unterhaltung.

[Bearbeiten] Von der Industrialisierung bis heute

Eisenach um 1900
Eisenach um 1900

1847 folgte der Anschluss an die Thüringer Bahn nach Gotha, Erfurt, Weimar, Halle und Leipzig im Osten. Diese Strecke wurde 1849 nach Bebra in Hessen verlängert, wodurch nun auch Bahnverbindungen nach Frankfurt und Kassel bestanden. Als letzte Bahnstrecke wurde 1858 die Werrabahn eröffnet, die über Meiningen und Coburg an den Main führte. Im Ortsteil Wartha westlich von Eisenach begann die 1907 eröffnete Bahnstrecke Schwebda–Wartha nach Eschwege, die 1969 stillgelegt wurde.

1859 wurde der Deutsche Nationalverein im Gasthof Phantasie gegründet. August Bebel und Wilhelm Liebknecht gründeten im Gasthaus Goldener Löwe 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, aus der 1875 die SPD hervorging, und gaben ihr ein Programm, das Eisenacher Programm. 1896 wurde die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, womit die Eisenacher Automobilindustrie ihren Anfang nahm. 1899 wurde das Denkmal des Wingolfsbundes vollendet. 1902 wurde das Burschenschaftsdenkmal eingeweiht. 1904 wurde der heutige Hauptbahnhof und 1907 das Bachhaus eröffnet. 1922 wurde Eisenach kreisfreie Stadt.

1938 wurde die Synagoge bei der Reichspogromnacht in Brand gesteckt und dadurch zerstört. 1940 kamen die ersten Kriegsgefangenen und nachfolgend Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in die Stadt zur Zwangsarbeit: vor allem im BMW-Stadtwerk und im BMW-Flugmotorenwerk. Die größte Gruppe bildeten 2154 Ukrainer, 1314 Russen, 390 Weißrussen. Diese Zwangsarbeiter arbeiteten auch in umliegenden Orten. Ein Ehrenmal in den Erlengräben (Gemarkung Mosbach, Gemeinde Wutha-Farnroda) erinnert an 455 Opfer. Auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof am Wartenberg wird an 1040 umgekommene sowjetische Kriegs- und an 102 Zivilgefangene erinnert.[4]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die an der „Werralinie“ gelegene Stadt wiederholt Ziel alliierter Luftangriffe, wobei der Zerstörungsgrad verhältnismäßig gering blieb. Nachdem die innerdeutsche Grenze 1952 geschlossen wurde, lagen die westlichen Ortsteile im Fünf-Kilometer-Sperrgürtel, der nur mit staatlicher Erlaubnis betreten werden durfte. Insgesamt wirkte sich die grenznahe Lage nachteilig auf die Stadtentwicklung aus, so brachen die vorher engen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bindungen nach Nordosthessen ab, und die Einwohnerzahl sank von 53.000 im Jahr 1939 auf 48.000 im Jahr 1988. 1950 verlor Eisenach den Status als kreisfreie Stadt und wurde Teil des Landkreises Eisenach, der 1952 geteilt wurde. Dabei kam die Stadt zum verkleinerten Kreis Eisenach im Bezirk Erfurt. 1956 rollte in Eisenach der erste Wartburg vom Band. 1975 wurde die 1897 eröffnete Straßenbahn Eisenach eingestellt.

Nach der Wiedervereinigung sank die Einwohnerzahl weiter ab, jedoch gestalten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Eisenachs besser als die in großen Teilen der neuen Bundesländer. Der Autohersteller Opel nahm 1992 in einem neuen Automobilwerk in Eisenach die Produktion auf, nachdem das Automobilwerk Eisenach 1991 geschlossen worden war. 1994 fusionierten die Kreise Eisenach und Bad Salzungen zum Wartburgkreis mit formalem Sitz in Bad Salzungen und Eisenach. Der Hauptsitz des Landrates befand sich seit Juli 1994 in Bad Salzungen, wo auch ein neues Landratsamt gebaut wurde. 1998 wurde Eisenach aus diesem Kreis herausgetrennt und kreisfreie Stadt. Der Sitz des Wartburgkreises ging daraufhin auf Bad Salzungen über.

Im Februar 1990 besuchte Willy Brandt Eisenach. Am 14. Mai 1998 besuchte US-Präsident Bill Clinton im Rahmen eines Deutschlandbesuchs zusammen mit Bundeskanzler Helmut Kohl die Stadt.

Eisenach ist noch bis Ende 2008 Sitz des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen (seit 1921). Der neue Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Mitteldeutschlands (Fusion von Thüringischer Landeskirche und Kirchenprovinz Sachsen) wird ab 2009 seinen Sitz in Magdeburg haben.

[Bearbeiten] Wappen

„In Blau die silberne Ganzfigur des heiligen Georg in Kettenrüstung und Mantel; in der Rechten einen gefähnelten Speer, dessen silberner dreizipfliger Wimpel ein rotes Hochkreuz zeigt, die Linke, die einen goldenen Palmenzweig hält, gestützt auf einem Silberschild mit rotem Tatzenkreuz. Die Schildfigur ist rechts begleitet von einem silbernen Tatzenkreuzchen.“

Das Stadtwappen mit dem Sankt Georg geht auf das älteste Stadtsiegel vom Ende des dreizehnten Jahrhunderts zurück. Landgraf Ludwig der Springer, der Sohn des Gründers von Eisenach, verehrte den Heiligen, ließ auf dem Markt die Georgenkirche bauen und wählte ihn als Schutzpatron für sich und seine Stadt.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Am 1. Juli 1994 wurden die Gemeinde Hötzelsroda, die Gemeinde Lerchenberg bei Eisenach – mit den Ortsteilen Stregda, Madelungen, Neukirchen und Berteroda, die Gemeinde Neuenhof/Hörschel, die Gemeinde Stedtfeld, die Gemeinde Stockhausen und die Gemeinde Wartha-Göringen eingemeindet.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1830 bis 1939

  • 1830 – 8.698
  • 1880 – 18.624
  • 1885 – 19.743
  • 1890 – 21.399
  • 1905 – 35.153
  • 1910 – 38.362
  • 1925 – 43.385
  • 1933 – 44.695
  • 1939 – 52.826

1946 bis 1994

  • 1946 – 51.834 1
  • 1950 – 51.777 2
  • 1960 – 48.109
  • 1970 – 50.918
  • 1981 – 50.674
  • 1984 – 51.044
  • 1985 – 50.559
  • 1994 – 46.008

1995 bis 2002

  • 1995 – 45.337
  • 1996 – 45.007
  • 1997 – 44.733
  • 1998 – 44.368
  • 1999 – 44.499
  • 2000 – 44.442
  • 2001 – 44.242
  • 2002 – 44.306

seit 2003

  • 2003 – 44.081
  • 2004 – 43.915
  • 2005 – 43.727
  • 2006 – 43.761 3

1 29. Oktober
2 31. August
3 30. September

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Oberbürgermeister

Matthias Doth (SPD); seit 1. Juli 2006

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus dem Oberbürgermeister und 36 Mitgliedern folgender Parteien

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Nur Liste
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[Bearbeiten] Musik, Theater und Kino

Thüringer Landestheater Eisenach
Thüringer Landestheater Eisenach
Das 1930 eröffnete Kino Capitol
Das 1930 eröffnete Kino Capitol
Eisenachs kleinste Theaterspielstätte im Storchenturm
Eisenachs kleinste Theaterspielstätte im Storchenturm

[Bearbeiten] Volksfeste

[Bearbeiten] Burgen und Schlösser

Stadtschloss
Stadtschloss
Georgenkirche Eisenach
Georgenkirche Eisenach
Innenansicht Georgenkirche Eisenach
Innenansicht Georgenkirche Eisenach
Katholische Kirche „St. Elisabeth“
Katholische Kirche „St. Elisabeth“
Nikolaikirche Eisenach
Nikolaikirche Eisenach
Nikolaikirche Innenansicht
Nikolaikirche Innenansicht
Nikolaiturm und Nikolaitor
Nikolaiturm und Nikolaitor
Nikolaitor nachts
Nikolaitor nachts
Lutherdenkmal nachts
Lutherdenkmal nachts

[Bearbeiten] Kirchen, Klöster und Kapellen

siehe auch: Abgebrochene Kirchengebäude in Eisenach

[Bearbeiten] Weitere Bauwerke

[Bearbeiten] Gedenksteine

[Bearbeiten] Denkmalensembles

[Bearbeiten] Industriedenkmale und Verkehr

[Bearbeiten] Einzeldenkmale

[Bearbeiten] Parks

[Bearbeiten] Museen, Galerien und Archive

[Bearbeiten] Brunnen

[Bearbeiten] Sport

[Bearbeiten] Sportstätten

[Bearbeiten] Wirtschaft

2003 gab es 102 Industriebetriebe mit rund 8000 Mitarbeitern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Betrieben des Fahrzeugbaus und der Metallbranche. Mit 133 Industriearbeitsplätzen pro 1000 Einwohner liegt Eisenach weit über dem Bundesdurchschnitt. 75 Prozent aller in Thüringen gebauten Fahrzeuge und Fahrzeugteile werden hier produziert. Der Monatsdurchschnitt der Produktivität lag bei knapp 27.000 € je Mitarbeiter, die Exportquote der Eisenacher Wirtschaft liegt bei 14 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit (März 2008) bei 11,3 Prozent.

Zu Zeiten der DDR war die Stadt Standort des Automobilwerkes Eisenach (AWE), das den PKW Wartburg herstellte. Bereits seit 1898 wurden in Eisenach Automobile konstruiert und gebaut. In dem als Fahrzeugfabrik Eisenach gegründeten Werk umfasste die Produktion unter anderem ab 1904 den Dixi, ehe das Werk 1928 von BMW übernommen wurde, was deren Einstieg in den Fahrzeugbau bedeutete. Während des Zweiten Weltkrieges, für den Einsatz in der Armee, und bis Mitte der 1950er-Jahre wurden Motorräder gefertigt. BMW stellte außerdem zwischen 1937 und 1945 Flugmotoren bzw. auch Teile für die „VergeltungswaffenV1 und V2 in einem neuen Werk am Dürrerhof her, das nach der Demontage 1946 gesprengt wurde. Seit 1992 befindet sich am Stadtrand von Eisenach eine Fertigungsstätte der Adam Opel AG. Maschinenbau prägt die Wirtschaft der Stadt bis heute.

Der Tourismus besitzt einen hohen Stellenwert für die Stadt und das Umland. Neben den klassischen Reisezielen Wartburg, Bachhaus, Lutherhaus und Rennsteig ermöglichte die Gründung des Nationalpark Hainich eine weitere Steigerung bei den Besucherzahlen in der Stadt. Der Bergwanderweg Eisenach–Budapest beginnt auf der Wartburg.

Eisenach ist eine Stadt im Grünen, Wald bedeckt große Teile des südlichen Stadtgebietes und wird forstwirtschaftlich genutzt. In den Stadtrandgebieten haben auch Reiterhöfe und Erlebnisbauernhöfe, beispielsweise in den Ortsteilen Gefilde, Trenkelhof und Madelungen, eine gewisse Bedeutung erlangt. Die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit konzentriert sich in den Ortsteilen Neukirchen, Madelungen, Hötzelsroda, Neuenhof und Göringen.

Als eine der ersten Thüringer Städte unterstützt die Stadt einen Bürger-Solar-Park – seit 2008 in Betrieb – zur Erzeugung von Elektroenergie aus regenerativen Quellen. Am Nordrand der Stadt nahe Neukirchen und Stockhausen werden bereits seit etwa 1998 Windenergieanlagen genutzt.

Seit Oktober 2005 laufen die Arbeiten zum städtebaulichen Entwicklungskomplex „Tor zur Stadt“. Schwerpunkt ist die Umgestaltung der Bahnhofsvorstadt. Dies schließt städtebauliche Maßnahmen, Altlastensanierung und Aspekte der Verkehrsführung mit ein, insbesondere wird die Bundesstraße 19 verlegt.

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Straße

[Bearbeiten] Schiene

Eisenach liegt am Knotenpunkt der Thüringer Bahn (Erfurt–Bebra) mit der Werrabahn (Eisenach–Meiningen). Der Bahnhof Eisenach ist ICE-Halt der Relation Frankfurt am Main–Dresden und gehört zur zweithöchsten Bahnhofskategorie. Weitere Bahnhöfe im Stadtgebiet sind die Haltepunkte Eisenach West, Eisenach-Opelwerk und Hörschel und die Betriebsbahnhöfe Eisenach-Stedtfeld (Gemeinschaftsbahnhof mit der HTB) und Wartha(Werra). Früher bestand in der Stadt das Bahnbetriebswerk Eisenach und das Bahnbetriebswagenwerk Eisenach.

[Bearbeiten] Flugverkehr

[Bearbeiten] ÖPNV

Eisenach hatte bis 1975 ein Straßenbahnnetz. Heute gibt es 18 Stadtbuslinien und mehrere Dutzend Regionalbuslinien, die von der KVG Eisenach und der Verkehrsgemeinschaft Wartburgkreis betrieben werden. Eisenach besitzt zwei Busbahnhöfe, einen für die Stadtbuslinien und einen für den Regionalverkehr. Beide befinden sich in der Nähe des Hauptbahnhofes.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Die in Eisenach ansässigen Industriebetriebe haben ihren Schwerpunkt im Automobilbau und der Zulieferindustrie, der Metallverarbeitung und der Logistik. Bereits im März 1990 wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Eisenacher Automobilwerk (AWE) und der Adam Opel AG vereinbart, und der Aufbau eines Eisenacher Opel-Werkes im Grieß, im Westen der Wartburgstadt beschlossen, dieses Werk startete am 23. September 1992 mit der Automobilproduktion der Marken ASTRA und CORSA. Die 1900 Mitarbeiter schufen in kürzester Zeit eines der erfolgreichsten und produktivsten Automobilwerke in Europa. [6] Als Automobilzulieferer haben sich in unmittelbarer Nachbarschaft die Benteler AG mit 465 Mitarbeitern, MITEC Automotive AG mit 900 Mitarbeitern, die Lear Corporation mit 200 Mitarbeitern und die REGE Motorenteile GmbH angesiedelt. Des Weiteren gründete die Robert Bosch GmbH ein Tochterunternehmen auf dem Wartenberg und beschäftigt 1650 Mitarbeiter. Die heute zur Penske Group gehörende Truck-Lite-Europe GmbH ist Besitzer der traditionsreichen FER Fahrzeugelektrik GmbH, welche im Gewerbegebiet Stockhausen ansässig wurde (343 Mitarbeiter). Im Transport-, Logistik- und Dienstleistungssektor sind Panopa Logistik GmbH (270 Mitarbeiter), Piepenbrock Dienstleistungen GmbH (465 Mitarbeiter) und die Hörseltalbahn AG zu nennen. [7]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Hans Patze: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands – Thüringen. Neunter Band. Stuttgart 1989. S. 88–90
  3. Friedrich von Strenge und Ernst Devrient: Die Stadtrechte von Eisenach, Gotha und Waltershausen. Jena 1909
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 48ff., ISBN 3-88864-343-0
  5. Wingolf-Denkmal nach Sanierung fertiggestellt, Meldung auf www.eisenachonline.de vom 17. November 2003
  6. Johannes Schlecht OPEL in Eisenach in StadtZeit - Eisenach aktuell Eisenach, Oktoberheft 1992 S. 4 - 9
  7. Firmendatenbank der LEG Thüringen

[Bearbeiten] Weblinks

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