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Eis-Albedo-Rückkopplung ist die Wechselwirkung zwischen Kryosphäre (schnee- und eisbedeckter Erdoberfläche) und globalem Klima.
Schnee und Eis haben eine hohe Albedo (Rückstrahlvermögen des Sonnenlichts) von bis zu 90%. Dem entsprechend gering ist die Absorption der einfallenden Sonnenenergie.
Die Albedo von Wasser beträgt ca. 0,06, d.h. 94% der einfallenden Sonnenenergie wird absorbiert, nur 6% wird reflektiert. Die Albedo von Eisflächen beträgt ca. 0,5. Nur 50% der einfallenden Sonnenenergie wird absorbiert. Schneebedecktes Eis hat mit einem Albedo von 0,9 das höchste Rückstrahlvermögen.[1]
Wasser und Boden absorbieren 80-90% und heizen sich auf – was die unteren Luftschichten erwärmt, die globale Erdmitteltemperatur langsam ansteigen lässt und so zum weltweiten Abschmelzen weiterer Schnee- und Eisflächen führt. Umgekehrt könnte eine einmal begonnene Abkühlung zu einer Ausdehnung von Schnee- und Eisflächen, damit zu einer erhöhten Rückstrahlung und zu weiterer Abkühlung führen. Derzeit ist als Folge der globalen Erwärmung in der Arktis vielerorts eine zunehmende Gletscherschmelze und ein Verschwinden arktischen Polareises erkennbar.
Nach den Begriffen der Regelungstechnik handelt es sich also um eine „Positive Rückkopplung“, die die wirkende Ursache weiter verstärkt. Systeme mit positiver Rückkopplung können instabil werden und verhalten sich oft nichtlinear, was Berechnungen kompliziert macht. Die genaue Vorhersage der Eis-Albedo-Rückkopplung ist ein Problem bei der Simulation der globalen Erwärmung. Erste Modellrechnungen gehen auf den russischen Klimatologen Michail Budyko in den 1960er Jahren zurück.
Die Stärke der Eis-Albedo-Rückkopplung erkennt man beispielsweise daran, dass in polaren Breiten auch im Sommer niedrige Temperaturen vorherrschen, obwohl die in dieser Zeit über 24 Stunden eingestrahlte Energiemenge größer ist, als beispielsweise am Äquator.[2][3] Neben der Schmelzenthalpie des Eises ist dies in erster Linie auf die starke Albedo der Schnee- und Eisflächen zurückzuführen.