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Die Einkommensverteilung beschreibt die Verteilung der Einkommen auf die Wirtschaftssubjekte. Untersucht werden zum Beispiel:
Inhaltsverzeichnis |
Hier wird dargestellt, wie das Einkommen einer Volkswirtschaft auf einzelne Personen oder Gruppen (z. B. Haushalte) verteilt wird. Dabei können zwei Arten der Einkommensverteilung voneinander unterschieden werden:
Ordnet man die Haushalte aufsteigend nach der Höhe ihres Einkommens, lässt sich mit Hilfe der Lorenz-Kurve, ablesen, wie viel Prozent der Haushalte wie viel Prozent der Einkommen beziehen.
Als Indikatoren für Ungleichverteilungen dienen Ungleichverteilungsmaße, unter denen der von 0 bis 1 (gleich bis ungleich) gestaffelte Gini-Koeffizient der bekannteste ist. Für die Verteilung der verfügbaren Einkommen der Haushalte liegt dieser Koeffizient in Deutschland bei 0,274 (2003), in Frankreich bei 0,327 (1995), in Großbritannien bei 0,360 (1999), in Japan bei 0,249 (1993) und in den USA bei 0,408 (2000).[1] Andere Statistiken kommen zu anderen Werten. Das liegt an der Art der Berechnung. Die Angaben in der Grafik sind deswegen nicht falsch, sondern können gut für Vergleiche eingesetzt werden, wenn für alle in dieser Tabelle dargestellten Länder die gleichen Berechnungsmethoden (bzw. die gleiche Quantilisierung usw.) angewandt wurden. Beim Vergleich von Einkommensverteilungen muss auch auf die Art der Einkommen geachtet werden. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland im unteren Bereich der Skala der Ungleichverteilungen (grüne Farbe in der nebenstehenden Karte), weist aber eine Zunahme der Ungleichverteilung der Einkommen auf.[2]
Einen Vergleich der Ungleichverteilungen der Nettoeinkommen in 26 OECD-Ländern veröffentlichte für die Jahre 1985, 1995 und 2000 ein in Deutschland umgangssprachlich als die „fünf Wirtschaftsweisen“ bezeichnetes Gremium in einem Bericht[3] über die Einkommensverteilung in Deutschland. Unter diesen Ländern hatte Dänemark im Jahr 2000 die geringste Ungleichverteilung: Der Gini-Koeffizient betrug dort 0,22. Schweden folgte mit 0,24. Deutschland lag etwas unterhalb der Mitte mit 0,27. Die USA lagen oberhalb der Mitte mit 0,35. Die Spitzenplätze nahmen die Türkei mit 0,44 und Mexiko mit 0,48 ein.
Bei der Analyse der Einkommensverteilung müssen verschiedene Einkommensarten sauber voneinander unterschieden werden. Vergleicht man die Gini-Koeffizienten für Markteinkommen und verfügbare Einkommen,[4] so ergeben sich in Deutschland Ungleichverteilungen unterhalb von 0,5 für Markteinkommen und unterhalb von 0,3 für verfügbare Einkommen. Wie oben beschrieben, wird der Unterschied zwischen Markteinkommen und verfügbarem Einkommen nur zu einem Teil von der Einkommenssteuer bestimmt. Hinsichtlich der Nivellierungswirkung ist das der kleinere Teil: Bei der Reduzierung der Ungleichheit um etwa 20% auf dem Weg vom Markteinkommen zum verfügbaren Einkommen bewirkt die Progression der Einkommensbesteuerung nur eine Minderung des Gini-Koeffizienten um etwa 5%.[5]
Korrekterweise müsste zusammen mit dem Gini-Koeffizienten immer angegeben werden, welche Messauflösung ihm zugrunde liegt, denn die Ungleichheit innerhalb der Quantile wird nicht erfasst. Die für den Human Development Report berechneten Gini-Koeffizienten basieren auf einer groben Aufteilung in vier Quartile für verfügbare Einkommen. Für Markteinkommen und bei einer feineren Aufteilung in zehn Dezile[6] ergibt sich in Deutschland für 1998 ein Gini-Koeffizient von 0,389[7] und für 2003 ein Gini-Koeffizient von 0,417.[8] Die Ungleichverteilung der Markteinkommen ist also innerhalb von 5 Jahren um zwei Prozentpunkte angestiegen.
Eine noch höhere Messauflösung kann in Deutschland für Berechnung von Ungleichheitskoeffizienten genutzt werden, wenn man die Steuerstatistik[9] nach Einkommenshöhengruppen der Jahrbücher des Bundesamtes für Statistik auswertet.[10]
Die Einkommensverteilung ist für die Wahrung des sozialen Friedens gesellschaftlicher Systeme von Bedeutung. Eine stark ungleiche Verteilung kann zu sozialen Unruhen führen. Nach den Einschätzungen der Vereinten Nationen kommt es bei einem Gini-Koeffizienten für verfügbare Einkommen oberhalb von 0,4 zu sozialen Unruhen.
Ein Beispiel für den Versuch, kritische Ungleichverteilungsschwellen bei Markteinkommen zu ermitteln, gibt He Qinglian[11] anhand des Gini-Koeffizienten: Ein Koeffizient von 0,3 oder weniger zeige eine deutliche Gleichverteilung an, 0,3 bis 0,4 sei der Bereich akzeptabler Normalität, 0,4 oder mehr werde für zu hoch gehalten. Über 0,6 gäbe es soziale Unruhen.
Diesen normativen Einschätzungen und Feststellungen liegen Vergleiche von realen Ungleichverteilungen der Einkommen mit den Lebensverhältnissen in Regionen zugrunde, in denen diese Ungleichverteilungen ermittelt wurden. Erschwert werden solche Wertungen durch unterschiedliche Weisen und unterschiedliche Qualität der Erhebung der für die Berechnung von Ungleichverteilungen benötigten Daten. Darum entstanden Organisationen, die hier eine Vereinheitlichung vorantreiben, beispielsweise das Sozio-oekonomische Panel (SOEP). Die Akzeptanz von Ungleichverteilung wird auch von kulturellen Faktoren und von der Wahrnehmung bestimmt. Ungleichverteilungsmaße, die die Wahrnehmung von Ungleichverteilung mit einbeziehen, lassen sich in der Regel von Informationsmaßen ableiten. Auch gibt es Untersuchungen (Y. Amiel und F.A. Cowell[12]), die die Wertung von Ressourcen-Ungleichverteilungen durch Einzelpersonen erforschen.
Hier wird dargestellt, wie sich das Einkommen auf die unterschiedlichen Produktionsfaktoren der Wirtschaft verteilt, z. B.: Arbeit, Human- und diverse Arten Sachkapital. Die Berechnung bekannter Kenngrößen wie Lohn- und Besitzeinkommens-(Gewinn-)quote verdeutlichen die sektorale Verteilung des Volkseinkommens:
| Unselbstständige Arbeitnehmer | Lohneinkommen (siehe auch: Lohnquote) |
![]() |
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| Unternehmer und Vermögensbesitzer | Gewinneinkommen (Brutto-Einkommen der Unternehmer und Vermögensbesitzer) |
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Gemäß dem WSI-Verteilungsbericht 2008[13] ist es in Deutschland nicht gelungen, trotz zunehmender Prosperität die Tendenz zur wachsenden Ungleichheit in der Verteilung zwischen Gewinn- und Lohnquote zu stoppen.
Die Abschreibungen stehen nicht als Einkommen zur Verfügung. Sie werden abgezogen, man erhält das:
Von diesem werden die Produktions- und Importabgaben abzüglich der Subventionen abgezogen. Man erhält das:
Dieses teilt sich auf in
Das Statistische Bundesamt (StBA) unterteilt das Arbeitnehmerentgelt in:
Es verbleiben die
Diese teilen sich auf in
In der Abbildung sind die Unternehmer- und Vermögenseinkommen vermindert um die "direkten Steuern auf die Unternehmenseinkommen", eine Größe, die nach Angaben des StBA errechnet wurde. Außerdem weist das StBA seit 1991 Sozialbeiträge der Unternehmer und der Nicht-Erwerbstätigen aus, die ebenfalls von den Unternehmenseinkommen abgezogen wurden.
Wird aus dem Bruttonationaleinkommen der arithmetische Durchschnitt des pro-Kopf-Einkommen berechnet, ergibt sich aufgrund des Einflusses von Spitzeneinkommen häufig ein Betrag, den ein „Durchschnittsbürger“ als überraschend hoch empfinden mag. Darum wird zur Darstellung des durchschnittlichen Einkommens häufig der Median herangezogen. Alternativ dazu entwickelte Amartya Sen (später zusammen mit James E. Foster erweitert) die Wohlfahrtsfunktion.
Einkommensverteilung kann auch im Sinn des Wortes verstanden werden: Der Vorgang der Verteilung eines Einkommens. In der Entwicklungshilfe ist die direkte Einkommensverteilung ein wichtiger Faktor, damit die Verluste auf dem Weg vom Zahler zum Empfänger gering bleiben.