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Ein feste Burg ist unser Gott ist ein Kirchenlied, das von Martin Luther wohl vor 1529 geschrieben und komponiert wurde.
Der Text ist angelehnt an den Psalm 46 Lut, „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke“. Die Frage, ob Luther auch die Melodie tatsächlich komponiert hat, spaltete im 19. Jahrhundert die Musikwissenschaftler. Die Autorschaft Luthers gilt heute jedoch als gesichert.
Die älteste überlieferte Quelle stellt das Gesangbuch von Andreas Rauscher (1531) dar. Da das Lied jedoch in der Ausgabe des Klug’schen Gesangbuchs von 1533 enthalten ist, wird vermutet, dass es bereits in der verlorengegangenen Erstausgabe dieses Gesangbuchs von 1529 veröffentlicht wurde, möglicherweise auch schon 1528 im ebenfalls verlorengegangenen Gesangbuch von Hans Weiss. Über den genauen Zeitpunkt und Anlass der Entstehung gehen die Angaben auseinander. Nach einer Auffassung entstand das Lied bereits 1527, möglicherweise unter dem Eindruck der nahenden Pest.[1] Nach anderer Meinung wurde das Lied von Luther möglicherweise ursprünglich als Kampflied gegen die osmanischen Invasoren verfasst.[2]
Das Lied ist für den Protestantismus von großer Symbolkraft; Heinrich Heine bezeichnete es als „Marseiller Hymne der Reformation“,[3] Friedrich Engels als „Marseillaise der Bauernkriege“.[4]
Johann Sebastian Bach legte die Melodie des Lieds seiner Kantate Ein feste Burg ist unser Gott (BWV 80) zugrunde; Felix Mendelssohn Bartholdy verwendete sie im letzten Satz seiner 5. Sinfonie, der „Reformations-Sinfonie“. In Giacomo Meyerbeers Oper Die Hugenotten ist die Melodie ein häufig wiederkehrendes Motiv. Auch in Richard Strauss' Oper Friedenstag, die am Ende des Dreißigjährigen Kriegs spielt, klingt sie an. Max Reger verwendet die Melodie in der Choralfantasie über Ein feste Burg ist unser Gott op. 27 (1898) und seinem Choralvorspiel Ein feste Burg ist unser Gott op. 135 a, Nr. 5.
Inhaltsverzeichnis |
Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.
Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit’ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
das Feld muß er behalten.
Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.
Das Wort sie sollen lassen stahn und kein’ Dank dazu haben;
er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib:
laß fahren dahin, sie haben’s kein’ Gewinn,
das Reich muß uns doch bleiben.