| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Leipzig | |
| Landkreis: | Nordsachsen | |
| Höhe: | 106 m ü. NN | |
| Fläche: | 46,83 km² | |
| Einwohner: | 17.248 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 368 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04838 | |
| Vorwahl: | 03423 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TDO (auslaufend EB, DZ) | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 30 110 | |
| Stadtgliederung: | 3 Stadtteile, 6 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 04838 Eilenburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Hubertus Wacker (SPD) | |
Die Große Kreisstadt Eilenburg ist eine Kleinstadt an der Mulde im Nordwesten von Sachsen im Direktionsbezirk Leipzig, zirka 20 Kilometer nordöstlich der Universitäts- und Messestadt Leipzig. Die Stadt hat etwa 17.000 Einwohner. Sie übernimmt die Aufgaben eines Mittelzentrums und liegt als solches im Ballungsraum Leipzig-Halle, welcher zur Metropolregion Sachsendreieck gehört.
Eilenburg liegt im Flusstal der Mulde, südlich der Dübener Heide am Rand der Leipziger Tieflandsbucht. Die Mulde fließt durch die Stadt und teilt das Stadtgebiet. Nördlich und südlich der Stadt fließt sie als Wildfluss mit vielen Mäandern durch eine breite Flussaue. Durch diese Lage wurde Eilenburg im August 2002 durch die Jahrhundertflut stark betroffen. In jenem Jahr wurde das gesamte Stadtzentrum überflutet.
Die nächsten größeren Städte sind Leipzig (20 km), Taucha (15 km), Delitzsch (21 km), Bad Düben (16 km), Wurzen (12 km) und Torgau (27 km).
An die Stadt Eilenburg grenzen fünf Gemeinden. Diese sind im Norden die Gemeinde Zschepplin, im Nordosten und Osten die Gemeinde Doberschütz, die schon Teil des Naturparks Dübener Heide ist, im Südosten und Süden die Gemeinde Thallwitz im Landkreis Leipzig, im Westen die Gemeinde Krostitz und im Nordwesten die Gemeinde Schönwölkau im Gebiet des Kämmereiforst.
Das Stadtgebiet Eilenburgs gliedert sich in drei Teile: Eilenburg-Berg im Westen, Eilenburg-Mitte und Eilenburg-Ost. Die Stadtteile Berg und Mitte werden durch den künstlich angelegten Mühlgraben begrenzt, das heißt auch Gebiete am Fuß des Burgberges zählen zum Stadtteil Berg. So zum Beispiel das Gebiet um das Ilburg-Stadion und um den Maxim-Gorki-Platz. Die so genannte Mühlinsel, die durch eine Teilung des Mühlgrabens auf der Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Berg entsteht, wird üblicherweise zur „Mitte“ gezählt. Die Stadtteile Mitte und Ost werden durch die Mulde begrenzt.
Eilenburg besitzt seit 1997 sechs Ortsteile. Diese sind Hainichen an der Mulde nördlich von Eilenburg, Wedelwitz am Bundesstraßendreieck B 87/B 107 südlich von Eilenburg, sowie die ehemalige Gemeinde Kospa-Pressen westlich von Eilenburg. Zu ihr gehörten der heute westlichste Ortsteil Eilenburgs Behlitz, Pressen, Zschettgau und Kospa an der Staatsstraße 4. In den Ortsteilen leben insgesamt 1262 Menschen, das sind 7,3 % aller Eilenburger.[2]
Die erste Erwähnung der „Ilburg“ erfuhr viele Abwandlungen (Hilburg, Ilburg, Hilburch, Ilburc, Ileborch, Ylenburg, Jilburg, Yllenburck, Eylburg, Eylenburg, Eylenberg, Eyleburg, Illeburg, Eilenburgk, Eulenburgk, ...) und damit auch verschiedene Deutungen. Am wahrscheinlichsten ist Ilburg auf die slawische Bezeichnung il = Lehm- oder Tonort (Jilow, Jilobor) zurückzuführen. Dabei ist die Lage Eilenburgs auffällig: Das an die Burg angrenzende Feld führte einst die Bezeichnung „Ilenfeld“, der steile Bergabhang heißt auch heute noch Lehmberg. Durch Lautwandel wurde mit der Zeit aus Ilburg der heutige Ortsname.
Die ältesten Hinterlassenschaften der menschlichen Vergangenheit auf dem heutigen Stadtgebiet Eilenburgs reichen bis in die Altsteinzeit zurück. Vor etwa 12.000 Jahren durchstreiften Jägersippen die wildreichen Auwälder der Mulde, die die Landschaft damals prägten. An einem der vielen nachgewiesenen Rastplätze in der Umgebung um Eilenburg, dem Kapellenberg bei Groitzsch, wurde eine etwa 5 x 3 cm große, beidseitig eingeritzte Tonschieferplatte. Sie zeigt insgesamt drei wirklichkeitsnah wiedergegebene Wildpferdköpfe und gilt als älteste Kunstschöpfung des gesamten sächsischen Raumes.
In dieser Zeit drangen jedoch nur vereinzelt Menschengruppen in dieses Gebiet vor. Das änderte sich, als das Elbe-Saale-Gebiet im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von jungsteinzeitlichen Bauern besiedelt wurden. Eine über vier Jahrtausende währende ununterbrochene Besiedlung des Eilenburger Landes nahm zu dieser Zeit ihren Anfang. Die Region um Eilenburg mit dem Hochufer der Mulde schien besonders günstig für die Besiedlung; dies beweisen auch zahlreiche Grab- und Lesefunde. Einige Funde in der Umgebung sind von so großer Bedeutung, dass sie sich zum Teil im Besitz weltbekannter Museen befinden. Zum Beispiel gehört ein sichelartiges bronzenes Messer mit der Fundortbeschriftung „Eilenburg“ zum Bestand des Britischen Museums in London.
In den ersten Jahrhunderten nach Christus war die Region der mittleren Mulde Siedlungsgebiet eines elbgermanischen Stammes – der Hermunduren. Nachdem das Reich der Thüringer im Jahre 531 zerschlagen wurde, verließen die germanischen Bauern größtenteils wieder das Gebiet zwischen Elbe und Saale.
Am Ende des sechsten Jahrhunderts wurde der mitteldeutsche Raum in einem jedoch historisch kurzen Zeitraum von elbslawischen Stämmen besiedelt. Ein der Elbe folgender Wanderungsstrom aus Böhmen und Mähren erschloss sich nach und nach das Land bis zur Saale. An der mittleren Mulde ließen sich die, zum Stammesverband der Sorben gehörenden Siusler in einem von natürlichen Begebenheiten begrenzten, etwa 270 Quadratkilometer großen Siedlungsgebiet, dem späteren Gau Quezizi (ggf. ident mit Gau Chutizi), mit rund 90 Siedlungen nieder. Ihr Hauptort war eine großflächige Ringburg, die unter Nutzung ältere Befestigungsanlagen auf einem stark ostwärts vorspringenden Sporn des Hochufers der Mulde errichtet wurde. Die Schwachstelle der Burg war jedoch die Westseite, die auf gleicher Höhe mit dem umliegenden Land war. Der Sporn wurde dann durch Ausschachtung der jetzigen Franz-Abt-Straße und des Fürstenweges vom restlichen Hochufer getrennt, um gegen Invasionen besser geschützt zu sein. Auf dem dadurch entstanden, etwa 220 x 150 m großen Plateau, dem heutigen Burgberg, sind die bis zu zehn Meter hohen Erdwälle noch heute zu sehen.
Im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts wurden die slawischen zwischen Elbe und Saale gewaltsam in das Regnum Teutonicum eingegliedert und vom Sachsenherzog und deutschem König Heinrich I. mit militärischen Stützpunkten überzogen. Im nördlichen Teil der Hochebene entstand, anstelle der Wallanlage der Siusler, eine deutsche Befestigungsanlage mit einem dreigeschossigen Bergfried in Ziegelbauweise als wehrhaftem Zentrum, dem so genannten Sorbenturm. In der Mitte des 10. Jahrhunderts wurde aus dem militärischen Schutzplatz immer mehr der Mittelpunkt eines feudalen Herrschaftsgebietes. Nördlich der Burg entstand unter anderem ein Sammelpunkt der Feudalrente des Burgwardbezirks, ein Wirtschaftshof. Außerdem bildete sich zwischen der heutigen Franz-Abt-, Berg-, Marien- und Wilhelm-Grune-Straße langsam eine kaufmännisch-handwerkliche Siedlung heraus, die wahrscheinlich auf einem sorbischen Handwerker- und Marktbereich basierte. Dieser Ursprung einer Stadtentwicklung wurde im Jahre 1482 noch als eine Vorstadt im Bergstadtteil erwähnt. Dieser dicht besiedelte Burgwardbezirk wurde seit 961 von den Mönchen des 937 gegründeten Magdeburger Moritzklosters christianisiert. Die feudale Staatlichkeit, die mit diesem Wandel einsetzte, fand in ersten Schriftzeugnissen von Diensten, Rechten und Leistungen Ausdruck. In einem solchen Zusammenhang wird auch der Burgward am 29. Juli 961 in einer vom deutschen König und späteren Kaiser Otto I. ausgestellten Zehntverleihungsurkunde für das Magdeburger Moritzkloster als civitas ilburg erstmalig urkundlich erwähnt. Im Jahre 981 konnte mit einer dem Titularheiligen Petrus geweihten Burgkapelle der erste Kirchenbau des Burgwardbezirks nachgewiesen werden. Wahrscheinlich wurde sie bereits im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts von Mönchen des Merseburger Petruskloster als eine Art Militärseelsorgestelle geweiht. Wenig später sind wohl auch die jetzige Bergkirche Sankt Marien und die dem heiligen Andreas geweihte und spätere städtische Pfarrkirche Sankt Nikolai entstanden. Trotz der gewaltsamen Christianisierung hielten sich noch über einige Jahrhunderte Sitten und Bräuche der sorbischen Bewohner. Sie lebten teilweise in einer Art Symbiose mit der christlichen Glaubensvorstellung weiter.
Nachdem die Burggrafen auf der Ilburg einige Male wechselten, trat am 31. Januar des Jahres 1000 erstmalig urkundlich ein Graf in Erscheinung, der sich nach seinem Amtssitz „zu Ilburg“ benannte. Friedrich zu Ilburg bekam im Jahre 999 die Grafschaft übertragen. Damit konnte ein wohlhabendes Adelsgeschlecht, das ursprünglich im Nord-Schwabengau und später auch im Hassegau heimisch war, seine Besitzungen bis zur Mulde auszuweiten. Die Ilburg diente ihnen als eine Art Sprungbrett ihres Machtausbaus. Friedrich zu Ilburg, der sich in jenen Jahren bereits durch die Unterdrückung von Aufständen der hier lebenden Sorben, zum Beispiel 983, einen Namen gemacht hatte, wurde vom Markgrafen Rikdag und seinen Nachfolgern in den Jahren 984, 1009 und 1015 mit der Verteidigung der Burg Meißen betraut, die damals die wichtigste Burganlage im eroberten Gebiet darstellte. Während der achtzehnjährigen Regentschaft Friedrichs zu Ilburg wurde der Schwerpunkt der in kriegerischen Auseinandersetzungen zerstörten Anlage auf den südlichen Teil der Hochebene verlegt. Die Burg wurde nun mehr und mehr zum Ausgangspunkt von Vorstößen in den Torgauer Raum und die Niederlausitz. Den Ilburgern gelang es in der Folge zu einem der mächtigsten Feudalgeschlechter in Mitteldeutschland aufzusteigen.
Heinrich I. von Eilenburg, der seit 1081 schon Markgraf der Oberlausitz war, erhielt 1089 noch die Mark Meißen als Lehen. Dies gilt gleichsam als Geburtsstunde des wettinischen Territorialstaates. Damals begann die über 800jährige Herrschaft der Wettiner im Gebiet des heutigen Sachsen.
Als 1123 Heinrich II. von Eilenburg starb, erlosch die Linie der Wettiner auf der Ilburg. Das umfangreiche Erbe fand 1123/1124 einen neuen Besitzer in Konrad von Wettin, dessen Geschlecht eine neues Geschlecht Eulenburg gründete. Am 30. April 1161 erfolgte die erstmalige Beurkundung als neue Siedlung Ileburg und 1362 die Verleihung des Stadtrechts. Unter Markgraf Wilhelm I. von Meißen 1394 bis 1404 erhielt Eilenburg bedeutende landesherrliche Privilegien. Auch Martin Luther hielt sich später gern in der inzwischen wohlhabenden Stadt auf und bezeichnete sie als gesegnete Schmalzgrube.
Im 17. Jahrhundert gab es während des Dreißigjährigen Krieges schlimme Zerstörungen und Verwüstungen und ab dem Jahr 1631 wurde die Stadt direkt in den Krieg mit einbezogen. 1632 erfolgte hier die Aufbahrung das Schwedenkönigs Gustav II. Adolf im Gasthof Roter Hirsch, nachdem dieser in der Schlacht bei Lützen am 16. November 1632 gefallen war. Nur wenige Einwohner überlebten die Kriegswirren, Seuchen und den Hunger. Dem Archidiakon und Poeten Martin Rinckart ist es durch sein mutiges Auftreten zu danken, dass 1639 die Stadt nicht vollends durch schwedische Truppen zerstört wurde.
Auch der Siebenjährige Krieg hinterließ in Eilenburg schlimme Spuren. Während der Befreiungskriege 1813 bezog kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig Napoleon in Eilenburg Quartier und nahm vor Kültzschau, dem heutigen Eilenburger Stadtteil Ost, die letzte Heerschau seiner verbündeten sächsischen Truppen ab. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kommt das Eilenburger Gewerbe wieder in Bewegung.
Nach der Durchführung der Teilung Sachsens zufolge der Bestimmungen des Wiener Kongresses (1815) kommt das Gebiet um Eilenburg 1816 zur preußischen Provinz Sachsen. In der wenig später beginnenden Industrialisierung entstehen hier Textilmanufakturen und Eilenburg wurde neben Berlin bedeutendstes Zentrum der preußischen Textilproduktion. Die aus der Industrialisierung und dem damit verbundenen enormen Bevölkerungswachstum resultierenden sozialen Spannungen beförderten die Entwicklung einer starken Arbeiterbewegung; die Stadt wurde zum Zentrum der Arbeiterbewegung. Vorreiter waren hier unter anderem der Arzt Anton Bernhardi und der Arbeiter Friedrich Carl August Fritzsche, die 1849 den Krankenkassenunterstützungsverein sowie 1850 mit der Konsumgenossenschaft Sachsen-Nord (Eilenburger Lebensmittelassociation) die erste Lebensmittelgenossenschaft und mit dem Darlehnskassenverein die erste Kreditgenossenschaft in Deutschland gründeten[3]. Mit der Erteilung der Konzessionsurkunde für die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahngesellschaft am 2. Februar 1868 wurden die langjährigen Bemühungen des Eilenburger Bürgermeisters Schrecker um einen Eisenbahnanschluss von Erfolg gekrönt und im Mai 1871 das Eilenburger Bahnhofsgebäude gerichtet. Ein knappes Jahr später, am 19. April 1872, stand die Lok Finsterwalde mit zehn Waggons auf dem Bahnhof. Am 1. November 1874 wurde die Strecke von Eilenburg über Taucha nach Leipzig als Verbindung zur Leipzig-Dresdner Eisenbahn eröffnet. Mit dem Anschluss an das Gleisnetz entwickelte sich die Eilenburger Wirtschaft rasend schnell. Es siedelte sich vor allem chemische sowie Holz und Metall verarbeitende Industrie an.
Zu den Anfängen der Nazidiktatur war Eilenburg eine Hochburg der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). In einem Bericht der Gestapo wird Eilenburg als „eine der größten illegalen Festungen“ der KPD bezeichnet. Der Einfluss reichte so weit, dass Mitglieder der SA in Eilenburg Kommunisten fragten, wann Flugblatt- und ähnliche Aktionen geplant seien. Dies sei „Ausdruck der Unzufriedenheit enttäuschter kleinbürgerlicher Nazianhänger“[4]. Der bekannteste Eilenburger Widerstandskämpfer war Kurt Bennewitz, der 1935 zu 38 ¾ Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Diese vielen Aktionen sorgten dafür, dass die Gestapo in der Folgezeit ihre Aufmerksamkeit besonders auf Eilenburg richtete.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges versank die Stadt, die Standort der Sanitäts- und Ausbildungsabteilung 4 des Ersatzheeres war, in Schutt und Asche. Am 17. April 1945 wurde in Eilenburg Panzeralarm gegeben, die Stadt zur Festung erklärt und Verteidigung bis zum Äußersten befohlen - Die Muldelinie muss verteidigt werden! Die Proteste hunderter Eilenburger Einwohner am Morgen des darauf folgenden Tages, welche die Revision des militärisch sinnlosen Befehls, der auf die Schonung von Menschenleben keine Rücksicht nahm, forderten, blieben ergebnislos. Die Brücken der bis dahin von größeren Zerstörungen verschont gebliebenen Stadt wurden gesprengt, Verteidungstellungen mit Panzersperren aufgebaut und das Ultimatum der Amerikaner nicht geachtet. Anschließend wurde neun Tage gekämpft. Drei Tage und drei Nächte lag die Stadt unter schwerem Beschuss, bei dem ein Großteil der Bausubstanz der Stadt zerstört wurde. 90 % des Stadtzentrums (65 % aller Gebäude der Stadt) wurden zerstört, und zweihundert Menschenleben forderte die sinnlose Verteidigung des Ortes, während den amerikanischen Verbänden kaum Verluste zugefügt wurden[5]. Das Stadtzentrum wurde in den 1950er Jahren wieder neu aufgebaut.
Nach der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR wurde die Stadt Sitz des neu gebildeten Kreises Eilenburg, welcher Ende der 1950er Jahre der erste vollgenossenschaftliche Kreis der DDR wurde. Dies ging allerdings einher mit Zwangsenteignungen der hiesigen Bauern, die in der Folge die Region verließen[6]. Aus diesem Grund besuchte Anfang 1960 Walter Ulbricht die Stadt. 1961 feierte die Stadt das eintausendjährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung.
Die Umbruchstimmung in der DDR 1989 zeigte sich auch in Eilenburg, und es formierten sich in der Zeit der Wende hier ebenfalls friedliche Demonstrationen.
1994 wurde der Landkreis Eilenburg im Zuge der Kreisgebietsreform dem Altkreis Delitzsch eingegliedert und verlor den Kreissitz. Ein neuer Name musste daher nicht gefunden werden, so dass der Kreis weiterhin Delitzsch hieß. Im Gegenzug erhielt Eilenburg den Titel Große Kreisstadt. Vom Elbehochwasser 2002 wurde auch Eilenburg durch das über die Ufer tretende Wasser der Mulde stark getroffen[7][8][9]. Der Schaden belief sich allein im Zentrum auf rund 135 Millionen Euro[10]. Um eine solche Flutkatastrophe zu verhindern, begann man schon vor dem Hochwasser 2002 mit dem Bau eines Hochwasserschutzsystems, intensive Arbeiten begannen jedoch erst nach der Flut. Mit dem 19. September 2008 ist Eilenburg nun die offiziell erste Stadt in Sachsen, die über einen kompletten Hochwasserschutz verfügt. Die etwa 30 km Schutzmauern und Wälle kosteten rund 35 Millionen Euro[11].
Mit der zweiten sächsischen Kreisreform nach 1990, welche per 1. August 2008 in Kraft trat, gehört Eilenburg zum neugebildeten Landkreis Nordsachsen und ist einer von vier Kreisverwaltungsstandorten.
In Eilenburg gibt es ausschließlich christliche Kirchengemeinden. Diese sind:
Das frühere Stadtgebiet Eilenburgs erstreckte sich lediglich vom heutigen Nordring bis zum heutigen Dr.-Külz-Ring beziehungsweise der Wallstraße, wo sich die Stadtmauern befanden. Als die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte, wurden zunächst die Stadtmauern niedergerissen und dann zahlreiche Vorstadtgemeinden eingegliedert. Im Jahr 1856 gemeindete man die Kommunen Torgauer Steinweg, Hinterstadt, Sand, Leipziger Steinweg, Zscheppelende und Tal ein. 1859 folgte Hintersteinweg und am 2. August 1864 Kültzschau, der Kern des heutigen Eilenburg-Ost. Diese Gemeinden sind nach kurzer Zeit mit der Stadt zusammengewachsen. 1974 erfolget die Eingemeindung von Wedelwitz südwestlich von Eilenburg und am 1. Januar 1997 die Gemeinde Kospa-Pressen mit vier Ortsteilen. Die zwei letzten Eingliederungen existieren heute noch als Ortsteile und sind nicht mit der Stadt zusammengewachsen.
Eilenburg ist vom demographischen Wandel stärker betroffen als vergleichbare Kommunen in Westdeutschland. Die Stadt gehört in die Kategorie Städte und Gemeinden Cluster 4.[12] In dieser Kategorie befinden sich Städte mit stark rückläufiger Bevölkerungszahl und Überalterung der Gesellschaft. Beides resultiert aus der Abwanderung der jungen gebildeten Bevölkerung und niedrigen Geburtenraten. Weitere Merkmale für diese Kategorie sind hohe Arbeitslosigkeit und geringes Wirtschaftspotenzial.
Der Bevölkerungsrückgang ist mit über zwölf Prozent rückläufig. Im Jahr 2020 gibt die Prognose für Eilenburg eine Einwohnerzahl von etwa 15 000 Menschen an. Das ist im Vergleich zu 1990 ein Minus von mehr als 25 Prozent. Der Altersdurchschnitt wird dann über 48 Jahren liegen, der Anteil der 0 bis 17 Jahre Alten bei unter 14 Prozent, der der über 80 Jahre Alten bei über zehn Prozent.
Die Stadt Eilenburg hatte im Laufe des Jahres 2007 einen absoluten Bevölkerungsrückgang von 67 Menschen zu verzeichnen und hatte somit den geringsten Bevölkerungsrückgang der Städte im Landkreis Delitzsch hinnehmen müssen. Die Geburtenrate war 2007 mit 142 so hoch wie seit 1995 nicht mehr.
| Einwohnerentwicklung der Stadt Eilenburg ab 1830[13] | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | - / +[14] | Jahr | Einwohner | - / + | Jahr | Einwohner | - / + | Jahr | Einwohner | - / + | Jahr | Einwohner | - / + |
| 1830 | 6291 | 1981 | 21634 | +10,5 | 1995 | 19615 | -1,2 | 2000 | 18642 | -1,1 | 2005 | 17580 | -1,1 | |
| 1880 | 10654 | +41 | 1984 | 21918 | +1,3 | 1996 | 19135 | -2,5 | 2001 | 18525 | -0,6 | 2006 | 17355 | -1,3 |
| 1946 | 19980 1 | +46,7 | 1992 | 20208 | -8,5 | 1997 | 19539 3 | +2,4 | 2002 | 18011 | -2,9 | 2007 | 17288 | -0,4 |
| 1950 | 18766 2 | -6,5 | 1993 | 20126 | -0,4 | 1998 | 19073 | -2,4 | 2003 | 17965 | -0,3 | |||
| 1960 | 19371 | +3;1 | 1994 | 19852 | -1,3 | 1999 | 18844 | -1,1 | 2004 | 17771 | -1,1 | |||
| CDU | Die Linke | SPD | Freies Bündnis | Gesamt |
| 9 | 6 | 4 | 3 | 22 |
| CDU | Die Linke | SPD | Freies Bündnis | Gesamt |
| 1 | 1 | 1 | 1 | 4 |
| CDU | Die Linke | SPD | Freies Bündnis | Gesamt |
| 4 | 3 | 1 | 1 | 9 |
| CDU | Die Linke | SPD | Freies Bündnis | Gesamt |
| 2 | 1 | 1 | 1 | 5 |
| CDU | Die Linke | SPD | Freies Bündnis | Gesamt |
| 2 | 1 | 1 | 1 | 5 |
Die letzten Wahlen zum Oberbürgermeister der Stadt fanden am 8. Juni 2008 statt. Da es nur zwei Bewerber gab, war ein zweiter Wahlgang, wie er sonst stattgefunden hätte, nicht nötig. Der Amtsinhaber Hubertus Wacker (SPD) trat gegen den parteilosen Herausforderer Mathias Gürke an, der für die CDU kandidierte. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Hubertus Wacker konnte 72,5% der Stimmen auf sich vereinen, wohingegen auf seinen Kontrahenten lediglich 27,5% der Wählerstimmen entfielen.
| Bewerber | Partei | Ergebnis |
|---|---|---|
| Hubertus Wacker | SPD | 72,5 |
| Mathias Gürke | parteilos; für die CDU | 27,5 |
Angaben in Prozent.
Die Wahlbeteiligung betrug 38,8 %.
Seit dem 1. August 1994 ist Hubertus Wacker der Oberbürgermeister der Stadt Eilenburg. Er ist seit 1998 Mitglied der SPD und seit 1999 Kreisrat im Kreistag Delitzsch. Außerdem ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH, der Stadtwerke Eilenburg und des Abwasserzweckverbandes „Mittlere Mulde“. Des Weiteren ist Wacker Mitglied mehrerer Aufsichtsräte, u. a. der Sparkasse Leipzig.
| Schuldenstand der Stadt[15][16] | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1. 1. 2006 | Kredite 2006 | Tilgung 2006 | Stand 31. 12. 2006 | Pro-Kopf | ||||||||||
| 18,1 Mio | 0,78 Mio | 1,44 Mio | 17,45 Mio | 993 | ||||||||||
In Blau eine goldene Burg mit rot bedachtem, offenem Tor; zwei gezinnte, spitzbedachte Seitentürme - zwischen beiden drei sechsstrahlige, silberne Sterne (1:2).
Tor und Türme sind Stadtsymbole. Die Sterne entstammen dem Familienwappen der Herren von Eilenburg. Sie sind als markgräfliche Vögte über Burg und Stadt seit 1172 nachweisbar (Herrn zu Eilenburg). Das für 1294 nachgewiesene erste Stadtsiegel zeigt das gleiche Bild.
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Die Städtepartnerschaft mit Tiraspol der Hauptstadt des abtrünnigen moldawischen Gebietes Transnistrien wurde im Jahr 2002 abgeschlossen, wird jedoch nicht mehr aktiv gepflegt.[17]
Das Motto der Stadt Eilenburg lautet Muldestadt mit grünem Herzen.
Im November des Jahres 2003 veröffentlichte die Stadtverwaltung einen Wettbewerb, um ein neues Erscheinungsbild zu finden, welches das Stadtmotto widerspiegelt. Dieses sollte das bis dahin dafür genutzte Stadtwappen ablösen. Zehn Vorschläge gingen ein, aus denen im Stadtrat mehrheitlich eines gewählt wurde.
In Eilenburg finden viele Veranstaltungen im regelmäßigen Rhythmus statt. Seit 1994 findet jährlich im Juni das Stadtfest statt. Außerdem wird jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt organisiert. Im Jahr 2005 engagierte die Stadtverwaltung eine Innenstadtkoordinatorin, deren Aufgabe es war, das Stadtzentrum ganzjährig zu beleben. Daraufhin wurden zusätzlich zu den zwei bereits bestehenden Festen noch der Eilenburger Frühling und der Eilenburger Herbst von der Stadtverwaltung initiiert. Außerdem wurde der Weihnachtsmarkt in Eilenburger Advent umbenannt. In diesem Rahmen öffneten die Geschäfte im Stadtzentrum länger. Aufgrund der sinkenden Qualität des Weihnachtsmarktes, wurde der Weihnachtsmarkt 2006 von der Stadt organisiert, was das Niveau auch wieder hob. Alle dieser Feste funktionieren nur durch die rege Beteiligung von Vereinen, Verbänden, Unternehmen und Bürgern.
Eine weitere Veranstaltung, die Eilenburg sehr bekannt macht, ist der Rosenmontagsumzug, der vom Eilenburger Carneval-Club e.V. organisiert wird. Er ist der größte Umzug in Sachsen, der am Rosenmontag stattfindet und wird daher seit 2004 neunzig Minuten lang live vom MDR-Fernsehen übertragen. Er zieht jedes Mal etwa 15 bis 20 Tausend Zuschauer an.
Des Weiteren richtet der Burgverein Eilenburg e.V. alle zwei Jahre das Reginenfest und jährlich die Walpurgisnacht aus. Beide finden auf dem Areal des Burgberges statt.
Außerdem finden jährlich das Stadtsportfest und das Kneipenfest statt. Ferner veranstaltet die Amateurfilmgemeinschaft Eilenburg e.V. alle zwei Jahre die Eilenburger Amateurfilmtage, bei denen Kurzfilme präsentiert werden, die meist Eilenburg oder Sachsen thematisieren.
Häufiger findet die Stunde der Musik statt. Etwa alle zwei Monate werden klassische Musiker eingeladen, die ein sehr anspruchsvolles Publikum ansprechen. Die Künstler treten in der Aula des Martin-Rinckart-Gymnasiums auf. Letztes Jahr waren unter anderem Hermann Müller, Mirjam Schröder und Maximilian Mangold zu Gast. Im Jahr 2008 hat die Stunde der Musik ihr sechzigjähriges Jubiläum.
Eilenburg gehört zum Naturschutzgebiet „Dübener Heide“, welches im Nordosten an die Stadt angrenzt. So ist Eilenburg in das Fremdenverkehrskonzept des Naturparks integriert, hier finden sich drei von dreizehn so genannten Heidemagneten: der Eilenburger Tierpark, der Kiessee und der Hochseilgarten an der Roten Jahne (Gemeinde Doberschütz).
Der Planetenwanderweg ist ein Lehrpfad. Er beginnt an der Pionierbrücke, unweit des Stadtparks und führt dann weiter die Sydowstraße entlang und durch den Kleingartenverein „Sewastopol“, den Bürgergarten und die Muldenauenlandschaft bis hin zum Bobritzer Damm, der auch unter dem Namen Kollauer Wehr bekannt ist.
Der insgesamt 149 Kilometer lange Muldetalwanderweg führt von Glauchau nach Bad Düben über Waldenburg, Rochlitz, Colditz, Grimma, Wurzen, Kollau, Eilenburg, Hainichen bei Eilenburg, Zschepplin, Hohenprießnitz und Glaucha. Das Stück, welches sich im ehemaligen Landkreis Delitzsch befindet, also von Eilenburg nach Bad Düben ist 22 Kilometer lang.
Der Mühlenwanderweg führt von Bad Düben nach Eilenburg über Glaucha und Zschepplin. Dieser führt, wie der Name schon sagt, an möglichst vielen Mühlen vorbei. So zum Beispiel die 1868 errichtete sächsische Turmwindmühle „Bechersmühle“.
Außerdem führt durch Eilenburg der Muldentalradwanderweg.
Das Bürgerhaus ist das kulturelle Zentrum der Stadt. Es wurde 1966 als „Klubhaus der Nationalen Volksarmee“ eröffnet. Nach 1990 ging es in Trägerschaft der Stadt über. 2002 wurde es aufgrund seiner Nähe zur Mulde vom Augusthochwasser stark getroffen. 2005 und 2006 wurde das Haus für insgesamt 5,2 Millionen umfangreich saniert. Es besteht aus einem großen Saal mit 500 Sitzplätzen sowie einem kleinen mit 100 Sitzplätzen und wurde u. a. mit Haus-, Bühnen- und Veranstaltungstechnik ausgerüstet. Im Jahre 2007 fanden hier insgesamt 474 Veranstaltungen statt. Diese zogen in jenem Jahr knapp 43 000 Besucher an.
In der Baderscheune im Stadtteil Berg direkt am Ehrenfriedhof finden regelmäßig Theatervorstellungen, Konzerte und Kabarettveranstaltungen von Künstlern, meist aus Leipzig, statt. Außerdem werden viele Privatveranstaltungen ausgerichtet.
Das Kinder- und Jugend-Laientheater entwickelte sich bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. 1945 existierten zwei Laienschauspielgruppen, die sich jeweils im Möbelwerk und im Eilenburger Chemiewerk neu gründeten. 1954 vereinigten sich beide Gruppen zur „Laienspielgruppe im Klubhaus des Eilenburger Chemiewerkes“. Aus dieser Gemeinschaft wurde 1961 das Kinder- und Jugendtheater durch Dr. Karlheinz Bernert gegründet. Als nach 1990 der bisherige Träger, das Eilenburger Chemiewerk, nicht mehr in dem Umfang existierte und sich nicht so großzügige Kulturgemeinschaften leisten konnte, wurde der Verein „Laientheater Eilenburg“ gegründet. Das Kinder- und Jugend-Laientheater ist insofern etwas Besonderes, als nur sehr wenige Städte der Größe Eilenburgs über ein solches Theater verfügen.
Ab 2006 liefen die Planungen für ein Freilufttheater, welches später bis zu 1000 Menschen fassen sollte. Der Verein Kohlhaas-Spiele wollte das Theater und ein Mittelalterdorf bauen, um dort später das Stück „Hans Kohlhaas - vom Pferdehändler zum Rebell“ in den Sommermonaten aufzuführen. Es sollte auf dem Gelände des ehemaligen Eilenburger Chemiewerkes entstehen. Aufgrund verwaltungstechnischer Schwierigkeiten, die weder von Stadt noch Landkreis ausgingen, sondern mit der Fördermittelvergabe verschiedener Instanzen zu tun hatten, wurde im Juli 2008 die Aufgabe dieses Projektes bekannt gegeben. Die Initiatoren wollen es im kleineren Rahmen und außerhalb des Stadtgebietes dennoch versuchen zu realisieren.
Der Volkschor in Eilenburg blickt auf eine fast 40-jährige Tradition zurück. Er wurde 1969 von 20 Lehrern der Friedrich-Schiller-Schule gegründet. Als Vorbild diente der damalige Wurzener Lehrerchor. Es fand sich auch bald ein Träger: die Gewerkschaft Unterricht und Erziehung, die den Chor seither unterstützte. Das erste Mal in der Öffentlichkeit sang der Chor 1970 am Tag des Lehrers zusammen mit dem Pionier- und FDJ-Chor der Friedrich-Tschanter-Schule. Von nun an sang er bei etlichen öffentlichen Veranstaltungen wie Jugendweihe- und Weihnachtsfeiern. Auch an der Sendung „Landpartie“ des Radio DDR nahm er teil. 1990 fand erstmals ein Chorkonzert mit dem Schaumburger Kanadachor Stadthagen e.V. statt, mit dem bis heute eine enge Partnerschaft gepflegt wird. 1991 beschloss der Verein die Umbenennung in Volkschor Eilenburg e.V. im Bootshaus am Stadtpark. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Chors war die Teilnahme am „Internationalen Festival Harmonie '93“ in Limburg an der Lahn.
Der Musikverein Eilenburg e.V. gründete sich am 14. Mai 1997. Er ging aus dem Orchester der Musikschule hervor, der in Eilenburg schon auf eine 25-jährige Tradition zurückblicken kann. Er pflegt gute Kontakte zu vielen anderen Orchestern und Chören in Deutschland z. B. in Tamm / Baden-Württemberg. Der Musikverein hat zurzeit 43 aktive Mitglieder.
Der Franz-Abt-Chor ist ein traditioneller Männerchor in Eilenburg. Zu Ehren des großen Eilenburger Komponisten Franz Abt gab sich der Männerchor seinen Namen. Aufgrund des ausbleibenden Nachwuchses sah sich der Verein im April 2008 gezwungen, sich aufzulösen und aus dem Vereinsregister streichen zu lassen. Die meisten Mitglieder traten anderen Chören bei.
Das Stadtmuseum, das um 1900 auf Initiative des Heimatforschers Dr. Wilhelm Büchting eingerichtet wurde, befindet sich im ehemaligen Gasthof „Zum Roten Hirsch“. Hier sind Zeugnisse zur Regionalgeschichte vom 10. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert. Zu den herausragenden Objekten zählen Eilenburger Drucke aus der Reformationszeit, ein Stadtschreibertisch aus dem 17. Jahrhundert und einzigartiger Silberschmuck aus der Zeit um 1600. Die so genannte Renaissancestube ist der wohl schönste Raum im Gasthof „Zum Roten Hirsch“. Hier befindet sich eine Deckenmalerei, die diesen Raum einzigartig macht. Nach Auskunft von Denkmalpflegern gibt es in Sachsen und darüber hinaus nichts Vergleichbares. Die Ausstellungsstücke hier beschäftigen sich mit der Eilenburger Musikgeschichte. Man erfährt, dass Gottfried Silbermann und auch Georg Friedrich Händel auf Eilenburger Orgeln das Spielen lernten. Außerdem sind hier die letzten Schriftzeugnisse von Johann Sebastian Bach zu sehen. Natürlich erfährt man auch Etwas über den Eilenburger Geistlichen Martin Rinckart.
Seit 1991 wird den Besuchern des Stadtmuseum etwas Besonderes geboten - ein historisches Klassenzimmer aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Exponate dieses vollständig eingerichteten Klassenzimmers befanden sich früher alle in Schulen Eilenburgs und Umgebung.
Außerdem gibt es im Dachgeschoss des Gebäudes eine Wechselausstellung. Tauschbörsen, Filmvorführungen im Rahmen der Filmnächte und dier 1. Eilenburger Museumsnacht im Jahr 2007 zogen nochmals zahlreiche Besucher an, insgesamt liegen die Besucherzahlen bei knapp 6 000, wobei davon rund 2 000 Personen Besucher des Sorbenturmes oder Teilnehmer an Bergkellerführungen waren.
Die Camera Historica gehören zu dem Historischen Stadtrundgang, den der Eilenburger Geschichts- und Museumsverein zusammen mit der Stadtverwaltung Eilenburg angelegt hatte. An bedeutenden Orten sind Informationstafeln oder eben die Camera Historica angebracht. Sie sind eine Art Gucksäulen, die dem Besucher das Eilenburg, welches 1945 zerstört wurde, näher bringt. In Verbindung dazu wurde am Kornmarkt die Stele Via Regia aufgestellt. An ihr wurde der Text „Die Stadt am Fluss an der Straße in der Zeit“ angebracht. Dies soll die Bedeutung der Via Regia und der Mulde für die Entwicklung der Stadt klar machen.
Die Bergkirche Sankt Marien gehört zu den ältesten Kirchenstandorten der Umgebung. Bereits 999 soll hier eine Kirche errichtet worden sein, wobei es sich dabei um einen Holzbau gehandelt haben dürfte. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht auf den Umbau zwischen 1516 und 1522 zurück. Damals wurden das Langhaus und der Chorraum teilweise neu aufgerichtet und gewölbt. Die Portalvorhalle, das Sakristeiobergeschoss und der Turm wurden völlig neu erbaut. Der quadratische Turm wurde einst von Renaissance-Giebeln bekrönt. Ab 1522 predigte auch der Reformator Martin Luther hier. Die Innenausstattung stammt überwiegend aus dem 17. Jahrhundert. 1945 blieb die Kirche vor der Zerstörung weitestgehend verschont. In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde sie umfangreich saniert und erscheint seitdem annähernd in ihrem ursprünglichen Zustand. Die Orgel wurde vom Eilenburger Orgelbaumeister Conrad Geißler gebaut. Sie wurde im Jahr 2000 wieder aufgebaut. Seither geben Musiker wie Matthias Eisenberg oder Michael Schönheit Konzerte in der Marienkirche. Das zur Kirche gehörende Pfarrhaus, welches unter Denkmalschutz stand und von der Kirchengemeinde genutzt wurde, ist dennoch im Jahr 2007 abgerissen worden, da es den Hang, auf dem es stand, ins Rutschen brachte.
Die Stadtkirche Sankt Nikolai gehört wie die Bergkirche auch zu den ältesten Kirchenstandorten der Umgebung. Der erste Kirchenbau soll um 970 errichtet worden sein. 1404 wurde sie neu eingeweiht. Am Ende des Mittelalters entwickelte sich die Kirche zu einem bekannten Wallfahrtsort. 1496 wurde der Grundstein für den Kirchturm gelegt. Ein Stadtbrand im Jahre 1535 zerstörte die Kirche, allerdings wurde die dreischiffige Hallenkirche bereits zehn Jahre danach wieder aufgebaut. 1672 erhielt sie ihre barocke Turmhaube. Nun hielt sie fast drei Jahrhunderte bis sie im April 1945 bei dem starken Beschuss der Stadt erheblich zerstört wurde. Sie wurde notdürftig wieder errichtet. Erst 1997 erhielt sie die, der barocken Turmhaube aus dem Jahre 1672 nachempfundenen „Krone“. 2002 wurde sie vom Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen, allerdings wurden schon zwei Jahre später der Chorraum und das Schiff wieder feierlich eingeweiht. 2008 wurde das Geläut nach über sechzig Jahren durch drei neu gegossene Glocken wieder vervollständigt. Außerdem wurde in diesem Jahr das komplette Dach des Kirchenschiffes neu gedeckt.
Das Pfarrhaus am Nikolaiplatz wurde 2008 generalsaniert und beherbergt nun unter anderem die Jugendarche und den kreisweiten Hospizdienst.
Der schlichte Renaissancebau gehört zu den ältesten Profanbauten der Stadt Eilenburg. Seine ältesten Teile gehören allem Anschein nach dem Spätmittelalter an. Allerdings stammt der Dachstuhl frühestens aus dem Jahre 1562. Zahlreiche bedeutende und einflussreiche Persönlichkeiten der Geschichte kehrten hier ein. Allen voran der Kurfürst von Sachsen und späteren König Polens August der Starke in Begleitung des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. Außerdem wurde nach der Schlacht bei Lützen der Leichnam des Schwedenkönigs Gustav Adolf hier aufgebahrt.
Nach 1990 verschwand jegliches Leben aus diesem geschichtsträchtigen Bau. Schließlich kaufte die Sparkasse Delitzsch-Eilenburg das Gebäude und sanierte es. Seitdem ist im Erdgeschoss wieder eine Gaststätte und in den oberen Stockwerken das Stadtmuseum.
Diese Volks- und Schulsternwarte, die den Namen Juri Gagarins trägt, wurde 1964 errichtet und genau ein Jahr später wurde sie durch ein Planetarium erweitert, welches über etwa 30 Sitzplätze verfügt. Seitdem zählte die Sternwarte über 300.000 Besucher. Seit Ende 1996 verfügt sie über ein neues, lichtstarkes und computergesteuertes Spiegelteleskop mit 305 mm Öffnung als Hauptinstrument. Damit wurden die Beobachtungsbedingungen grundlegend verbessert. In der Eilenburger Sternwarte werden Eintritte und Austritte sowie streifende Sternbedeckungen am Mondrand gemessen und protokolliert. Die Daten werden dann an das International Lunar Occultation Centre (ILOC) in Tokio übermittelt. Außerdem wird die Sonne mit einem Spezialfernrohr beobachtet. Mit Hilfe dieser Beobachtungen wird die so genannte Sonnenflecken-Relativzahl bestimmt, welche an das Solar Influences Data Analysis Center (SIDC) in Brüssel gemeldet wird[18]. Weiterhin gibt es eine Ausstellung zur Astronomie und Raumfahrt. Außerdem finden regelmäßig Veranstaltungen im benachbarten Planetarium statt. In einem zur Sternwarte gehörenden Hörsaalgebäude befindet sich eine Außenstelle der Kreisvolkshochschule Delitzsch-Eilenburg.
Der Wasserturm in Eilenburg-Ost ist wohl das eindrucksvollste technische Bauwerk der Stadt. Der 60 Meter hohe Turm wurde 1916 für die große Zelluloidfabrik errichtet. Er prägt seitdem die Stadtsilhouette. Ende 2002 wurde er, aufgrund der Hochwasserschäden umfassend saniert. Heute dient er als Löschwasserspeicher für das Industrie- und Gewerbegebiet „Kunststoffcenter am ECW-Wasserturm“. Er ist zu besonderen Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals der Bevölkerung zugänglich.
Und außerdem:
Der Eilenburger Stadtpark wurde auf Initiative des Industriellen Wilhelm Ferdinand Mitscherlich (1826-1895) 1870 angelegt. Der etwa zwölf Hektar große Park wurde bei der Bevölkerung bald populärer als der Bürgergarten, da er zentrumsnäher war und ist. In ihm befinden sich ein Tierpark, ein Schwanenteich, ein Spielplatz und ein Rosarium. Letzteres befindet sich unmittelbar am Bahnhof. Dieses Prachtstück des Garten- und Landschaftsbaus entstand 1932/33 während der Weltwirtschaftskrise. Der Stadtpark umfasst zwischen 1200 und 1300 Bäumen.
| Jahr | Besucher[19] |
| 1998 | 19 891 |
| 1999 | 22 088 |
| 2000 | 29 078 |
| 2001 | 29 974 |
| 2002 | 25 896 ¹ |
| 2003 | 29 992 |
| 2004 | 32 663 |
| 2005 | 39 000 |
Bereits 1958 wurde im Stadtpark ein erstes Gehege eröffnet und wenig später ein Stallgebäude errichtet. Ab 1975 wurde der Tierpark immer mehr ausgebaut und erweitert. U. a. wurde ein Mehrzweckgebäude mit Aquarium und Terrarium und ein Wirtschaftsgebäude eingeweiht. 1992 gründete sich dann der Tierparkverein, dem 1998 die Trägerschaft übertragen wurde. 2002 wurde auch der Tierpark vom Hochwasser schwer getroffen[20], allerdings konnten durch Spenden und andere finanzielle Hilfen die Schäden schnell beseitigt werden. Seit 1998 hat sich die jährliche Besucherzahl mehr als verdoppelt, so dass im Jahr 2006 etwa 39000 Menschen den Tierpark besuchten. Der Träger des Heimatzoos ist der Tierparkverein Eilenburg e. V., welcher Mitglied der Deutschen Tierparkgesellschaft ist. Auf dem etwa 4 Hektar großen Areal leben 30 Arten mit rund 200 Tieren.
Der Bürgergarten war eine Parkanlage südlich der Eisenbahnstrecke Halle-Cottbus-Sorau. Er befindet sich zwischen der so genannten Insel Alsen und der Gartenanlage Sewastopol. Im Süden grenzt der so genannte Teufelswinkel an, über den es auch eine Sage gibt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Anlage nicht mehr gepflegt, jedoch befand sich bis 1990 das Stadtbad dort. Heute ist es vollkommen verwildert. Die Teiche dort werden vom hiesigen Anglerverein genutzt.
Am jetzigen Bobritzer Damm, der auch Kollauer Wehr genannt wird und in dessen Nähe sich Mulde und Mühlgraben teilen, entstand vermutlich vor etwa 700 die erste wassertechnische Anlage. Diese versorgte den Mühlgraben, an dem sich zahlreiche Mühlen befanden, mit Wasser. In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wurde er durch Eisgang zerstört und zwischen 1926 und 1928 wieder erbaut. Die letzte Instandsetzung erfolgte 1999. Man versah den Damm damals mit einer 45 m langen Fischtreppe.
Der Kämmereiforst ist ein natürlich gewachsener Eichen- und Hainbuchenwald. Die Ackerflächen im Leipziger Land, etwa ab der Mulde bis nach Leipzig und Delitzsch, waren vor der Einwirkung des Menschen komplett von solchen Eichen- und Hainbuchenwäldern bewachsen. Allerdings eignete sich der Boden hervorragend als Ackerboden, was zur Folge hatte, dass bis auf geringe Flächen alles gerodet wurde. Deswegen zählt der Altkreis Delitzsch und die westlichen Teile des ehemaligen Kreises Eilenburg zu den waldärmsten Gebieten in ganz Deutschland. Der Kämmereiforst ist somit ein kleiner übrig gebliebener Rest der ehemaligen riesigen Waldfläche in diesem Gebiet. Den Namen hat er schlicht, weil das Gebiet in früheren Jahren der Leipziger Kämmerei gehörte.
Eilenburg hat zwei Bäder: eine Schwimmhalle mit Sauna und einen durch Kiesabbau entstandenen See mit Wasserskianlage.
Die Schwimmhalle, die sich in Trägerschaft der Stadt befindet, ist ein schlichter Funktionalbau aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie befindet sich im Stadtteil Ost, in der Nähe des ehemaligen Eilenburger Chemiewerkes. Sie besitzt ein Nichtschwimmerbecken mit bis zu 1,2 Metern Tiefe und Schwimmerbecken mit bis zu 3,8 Metern Tiefe. Im Schwimmerbecken gibt es ein Einmeter- und ein Dreimetersprungbrett. Im Keller befinden sich eine Finnische Sauna und eine Trockensauna. Im Jahr 2002 wurde die Schwimmhalle, aufgrund ihrer Nähe zur Mulde stark getroffen und danach umfangreich saniert. Im Jahr 2007 kamen knapp 77 000 Badegäste. Das Einzugsgebiet erstreckt sich bis Wurzen, Bad Düben und sogar Leipzig.
Der Kiessee, der mit vollem Namen Freizeit- und Erholungszentrum heißt, befindet sich am südwestlichen Rand des Naturparks Dübener Heide. Er ist etwa 150 Hektar groß, wächst allerdings durch den Kiesabbau noch weiter. Auf dem See sind Surfen, Segeln, Wasserski und Angeln möglich. Außerdem befinden sich auf dem Gelände ein Campingplatz, dazugehörige Sanitäranlagen und ein Gasthaus. Immer wieder werden hier auch Konzerte veranstaltet.
| Art | Anzahl[21] |
| Gesamt | 128 |
| Sportvereine | 37 |
| Kulturvereine | 14 |
| Sozialvereine | 20 |
| Gartenvereine | 17 |
| Jugendvereine | 16 |
| Schulfördervereine | 6 |
| Sonstige | 18 |
Eilenburg hat eine ganze Reihe von Sportvereinen, die die Stadt weithin bekannt machen. Einer davon ist der Fußballclub Eilenburg e.V. Er spielt zurzeit in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse im Fußball, der Oberliga, und spielte dort in der Saison 2006/2007 die beste in seiner Vereinsgeschichte; er war einer der Spitzenvereine und landete noch vor dem Traditionsclub FC Sachsen Leipzig auf Platz 3 in der Tabelle, nachdem der Verein zwischenzeitlich auch schon die Tabellenführung inne hatte.Dies lag damals vor allem an der Verpflichtung des erfahrenen Trainers Joachim Steffens, der inzwischen von Roman Müller abgelöst wurde. Heimspiele der ersten Männermannschaft finden im Iburg-Stadion in der Hainicher Aue statt, welches für 3600 Zuschauer Platz bietet. Auch die Jugendmannschaften sind mitunter sehr erfolgreich, so die C-Jugend, die in der Landesliga Sachsen spielt. Spiele der Jugendmannschaften finden im Ersatzneubau des Kurt-Bennewitz-Stadions gegenüber dem Ilburg-Stadion statt.
Ebenfalls sehr erfolgreich sind die Ruderer des Ruderclubs Eilenburg e.V. Dieser Verein kann mittlerweile auf eine über einhundertjährige Geschichte zurückblicken. Er nimmt an vielen Regatten in der näheren Umgebung, aber auch in ganz Deutschland teil. Geübt wird im Trainingskomplex im Stadtpark, welches schlicht Bootshaus genannt wird und auf dem Nebenarm der Mulde, dem Mühlgraben, an dem auch das Bootshaus liegt, sowie ebenfalls auf der Mulde selbst. Der RCE hat auch die sächsischen Landesmeisterschaften im Rudern nach Eilenburg geholt. Diese werden auf der Kiesgrube im Stadtteil Ost ausgetragen. Außerdem richtet der Verein jährlich die Eilenburg Frühjahrsregatta aus.
Durchaus eine Besonderheit, ist das Skispringen, was in Eilenburg ebenfalls schon seit über fünzig Jahren als Vereinssportart ausgeführt wird. Es wird von der Abteilung Ski des SV Lok Eilenburg e.V. organisiert, welche 80 Mitglieder zählt. Die Trainingsstätte und der Austragungsort von Wettkämpfen ist die Josef-Dotzauer-Sprungschanze am Lehmberg. Benannt wurde sie nach dem Begründer des Skispringens in Eilenburg. Bis Mitte 2007 hieß die Flachlandsprungschanze Schanze der Jugend. Sie hat drei Absprungbahnen, die kurz vor der Jahrtausendwende erneuert wurden. Auch die Eilenburger Skispringer nehmen oft an Wettkämpfen statt. Aus ihren Reihen ging unter anderem Ulrike Gräßler hervor. Die Skisprunglegende Jens Weißflog ist Ehrenpräsident des Vereins.
Des Weiteren ist das Marathonlaufen sehr populär in der Muldestadt. So gibt es den VfL Eilenburg e.V. Er organisiert jedes Jahr den im März stattfindenden Mazdalauf in der Innenstadt, der weit über die Landesgrenzen bekannt ist und nimmt seit Jahrzehnten an vielen nationalen und internationalen Läufen teil. Außerdem gibt es noch den Eilenburger Marathonverein e.V. Er organisiert unter anderem den Eilenburger Kiesseelauf in Eilenburg-Ost und den Zwei-Tage-Marathon Eilenburg – Pressel – Eilenburg, der schon seit 1990 stattfindet.
Weiterhin sind die Eilenburger Kraftsportler sehr erfolgreich. Sie nehmen an vielen Wettkämpfen teil und errungen bereits viele Titel auf nationaler und auch internationaler Ebene und halten einige Rekorde.
In Fachkreisen ist Eilenburg durch die Windhundrennen, die auf der Windhundrennbahn im Bürgergarten stattfinden, bekannt. Die Veranstaltungen dort ziehen nicht selten internationales Publikum an. Auch der Verein erringt regelmäßig große Erfolge.
Auch werden Boxen, Judo, Volleyball, Handball, Kegeln, Skat, Angeln, Tennis, Tischtennis, Fallschirmspringen, Radfahren, Motorsport, Sportschießen und Rassekaninchenzucht in Eilenburg als Vereinssport ausgeführt. Weitere Sportstätten sind das Boxsportzentrum „Serum“, das Schützenhaus in der Kastanienallee, die Turnhalle im ehemaligen Kasernenkomplex, die Turnhallen der Friedrich-Tschanter-Mittelschule (ehemals Schiller-Schule), des Martin-Rinckart-Gymnasiums und des Karl-August-Möbius-Gymnasiums, die auch von Vereinen genutzt werden, sowie die Kegelanlage in einem Nebengebäude des Bürgerhauses und die Wasserskianlage auf der Kiesgrube.
Durch Eilenburg führt nahezu jährlich die Sachsen-Tour. Üblicherweise wird hier eine Bergwertung in der Bergstraße genommen. Im Jahre 2008 war Eilenburg Ausgangspunkt der dritten Etappe, die nach Freital bei Dresden führte.
Aus älteren regionalen Sammlungen wurden vier Sagen herausgefunden, die unmittelbar der Eilenburger Region zuzuordnen sind[23]. Die wohl bekannteste ist die Eilenburger Heinzelmännchensage, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie Aufnahme in die Märchensammlung der Brüder Grimm fand und auch Johann Wolfgang Goethe sich des Stoffes annahm.
Weniger bekannt sind die anderen drei Sagen. In der Überlieferung von Die Nymphe hilft eine „holde Frau“ einem Mädchen einer armen Eilenburger Familie, diese zu kurieren und zu ernähren. Auch im Funkenhäuschen soll seiner Zeit ein hilfsbereites Männchen gelebt haben, welches den Eilenburgern und Durchreisenden bei deren Arbeit behilflich war. Eines Tages erfuhr ein „ungeschlachter Gesell“ vom Funkenmännchen und hinderte es mit bösartigen Aktionen an seiner Arbeit. Daraufhin zog sich das Männchen zurück, war fortan verbittert und machte zu nachtschlafender Zeit die Menschenarbeit des Tages wieder zunichte.
Als Teufelswinkel ist auch heute noch ein Stück der Muldenaue südlich von Eilenburg genannt. Dies geht auf eine Begebenheit zurück, bei der Holzsammler, die in diesem Wäldchen unterwegs waren, meinten den „Herrn Teufel“ gesehen zu haben. Dabei soll es sich aber lediglich auf um einen Affen gehandelt haben, der einem Leipziger Tierbändiger ausgerissen war. Als sich die Geschichte der Holzsammler verbreitete, erfuhr auch der Tierbändiger davon und fing es wieder ein.