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Das Ei des Kolumbus ist eine Redensart, die eine verblüffend einfache Lösung für ein unlösbar scheinendes Problem beschreibt. Ähnliche Bedeutung hat der Gordische Knoten.
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Die Herkunft der Redensart soll auf einer Anekdote beruhen, die etwa so erzählt wird:
Ursprünglich war die Anekdote vom Ei des Kolumbus von dem italienischen Künstler Giorgio Vasari (1511-1574) auf seinen Landsmann Filippo Brunelleschi (1377-1446) gemünzt worden. Dieser Baumeister soll durch die Lösung des „Ei-Problems“ den Auftrag zum Bau der Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore erhalten haben. Das würde die Anekdote jedenfalls passend machen, da die Domkuppel in Florenz augenscheinlich an die Form eines Eies erinnert, das an der Spitze aufgestoßen ist.
Die Verbindung mit Kolumbus geht auf Girolamo Benzoni zurück, der die Anekdote in seiner Schrift über die Geschichte der Neuen Welt (Historia del mondo nuovo, Venedig 1565) in der Kolumbus-Version erzählt, dabei aber einräumt, dass er die Sache nur vom Hörensagen kannte.
In Südamerika ist eine Version verbreitet, nach der Kolumbus das Ei nicht eingedrückt, sondern in aufgehäuftes Salz gestellt hat.
Obwohl in vielen europäischen Sprachen verbreitet, scheint die Redensart im Englischen unbekannt oder zumindest nicht allgemein in Gebrauch zu sein.[1]
In F. Scott Fitzgeralds Roman Der große Gatsby wird das „Ei des Columbus“ allerdings wie folgt erwähnt: „Twenty miles from the city a pair of enormous eggs, identical in contour and separated only by a courtesy bay (..). They are perfect ovals - like the egg in the Columbus story, they are both crushed flat at the contact end (...).“
Anlässlich der „Columbian World Exhibition“ zum 400. Jahrestag der Entdeckung Amerikas entwickelte Nikola Tesla für den Stand der Westinghouse Electric einen Induktionsmotor, dessen Rotor aus einem Metallei besteht. Durch die schnelle Rotationsbewegung kann das Ei wie ein Kreisel auch ohne den „Trick des Kolumbus“ auf der Spitze stehen. Das Experiment kann heutzutage im Belgrader Tesla-Museum betrachtet werden.