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Ediacarium

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Ediacarium
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Ediacarium
 
 
 
 
 
 
 
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Charnia
Skalenachse: vor Millionen Jahren.

Das Ediacarium ist in der Erdgeschichte das jüngste chronostratigraphische System und die jüngste geochronologische Periode des Proterozoikums. Es begann vor etwa 635 (600) Millionen Jahren und endete vor rund 542 Millionen Jahren. Es wird vom Cryogenium unter- und vom Kambrium überlagert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte und Namengebung

Der Begriff wurde im Mai 2004 offiziell durch die International Commission on Stratigraphy (ICS) beschlossen und durch die International Union of Geological Sciences bestätigt. Benannt ist das Ediacarium nach den bekannten Fossilien der Ediacara-Fauna aus den Ediacara-Hügeln in der Flinderskette im australischen Bundesstaat South Australia. Ältere Bezeichnungen wie etwa der Begriff Vendium werden mit dieser offiziellen Namensbestätigung ungültig.

[Bearbeiten] Definition und GSSP

Der Beginn des Ediacarium ist die Basis des Marinoum-"cap carbonate" der Nuccaleena-Formation direkt über dem Elatina-Diamiktit. Die obere Grenze ist die Basis des Kambriums, das mit dem Erstauftreten des Spurenfossils Treptichnus (Phycodes) pedum definiert ist. Das Referenzprofil (GSSP) für das Ediacarium ist das Enorama Creek-Profil bei 31° 19' 53.2" S, 138° 38' 0.2" E in der Flinderskette im australischen Bundesstaat South Australia. Die absolute Datierung der Untergrenze ist jedoch noch umstritten. Das max. Alter ist bei 635 Millionen anzusetzen, das minimale Alter bei 600 Millionen. Hier sind in Zukunft noch genauere Datierungen zu erwarten.

[Bearbeiten] Untergliederung des Ediacariums

Das Ediacarium wird trotz seiner langen Dauer von wahrscheinlich über 90 Millionen Jahren (noch?) nicht wie die Systeme bzw. Perioden des Phanerozoikums in Stufen untergliedert. Dies liegt in erster Linie an der Seltenheit von Fossilien, die im Phanerozoikum in erster Linie zu weiteren Untergliederung benutzt werden. Organismen waren sicher nicht selten im Ediacarium, jedoch besaßen diese, bis auf wenige Ausnahmen keine Hartteile und damit ein extrem kleines Fossilisationspotenzial. Weiter scheint die Evolutionsgeschwindigkeit der Organismen im Ediacarium wesentlich niedriger gewesen zu sein, sodass man praktisch keine biostratigraphisch verwertbaren Leitfossilien kennt. Einige markante Ereignisse können trotzdem zu einer gewissen Unterteilung des Systems benutzt werden. Das Auftreten von ersten tierischen Fossilien, mikroskopische Eier, Embryos und segmentierte Röhren wurde geochronologisch auf 599± 4 ma datiert. Nach der regional verbreiteten Gaskiers-Eiszeit, erscheinen in Neufundland (Kanada) in den Sedimenten unmittelbar darüber die ersten makroskopischen Fossilien. Diese werden der Ediacara-Fauna zugerechnet; sie werden damit als Erstauftreten dieser Fauna interpretiert. Diese Schichten werden auf ca. 575 Millionen Jahre datiert. Etwa um 555 ma erscheinen die ersten Spuren von Zweiseitentieren oder Bilateria. Um 550 ma, also kurz vor Beginn des Kambriums sind auch bereits die ersten Organismen mit mineralisierten Hartteilen nachgewiesen. Die meisten Vertreter der Ediacara-Fauna sterben zu Beginn des Kambriums aus.

[Bearbeiten] Paläogeografie

Durch den Zerfall von Rodinia hatten sich drei größere Kontinente (Laurentia, Baltica und Sibiria und der Superkontinent Gondwana gebildet. Gondwana reicht vom Südpol bis weit über den Äquator bis in die nördliche Hemisphäre. Laurentia und Baltica lagen in hohen südlichen Breiten, Sibiria lag etwas näher zum Äquator (etwa um den 30 Breitengrad), jedoch ebenfalls auf der Südhalbkugel. Der Südpol befand sich damals im nördlichen Südamerika, der Nordpol in der Panthalassa. Zwischen Laurentia und Gondwana hatte sich noch vor dem Beginn des Ediacariums der Iapetus-Ozean geöffnet, der sich im Verlauf des Ediacariums ständig erweiterte. Zwischen Baltica und Sibiria auf der einen Seite, die durch den Aegir-Ozean voneinander getrennt waren und Gondwana auf der anderen Seite hatte sich vor Gondwana eine Subduktionszone gebildet, durch die dieser Teil Gondwanas tektonisch deformiert und thermisch verändert wurde (Cadomische Orogenese). Von diesem Teil Gondwanas brachen im Paläozoikum mehrfach Teile ab, die später mit Laurentia und Baltica verschweißt wurden und heute den Untergrund von Teilen von Mitteleuropa und der Ostküste Nordamerikas bilden (Avalonia und Hun-Superterran).

[Bearbeiten] Klima

Der Beginn des Ediacariums ist durch das Ende der großen Eiszeiten des Cryogeniums markiert. Entsprechend ist das Klima zu Beginn des Ediacariums durch einen sehr markanten Anstieg der Temperaturen charakterisiert. Lediglich um 580 ma ist mit der Gaskiers-Vereisung eine regionale Vereisung und damit ein Rückgang der Temperaturen zu verzeichnen.

[Bearbeiten] Entwicklung der Fauna

Im Ediacarium entstanden vermutlich die ersten Gewebetiere (Eumetazoa). Sie besaßen jedoch zunächst noch keine inneren oder äußeren mineralisierten Skelettteile. Ihre Fossilien sind dementsprechend sehr selten und nur aus wenigen Gegenden der Welt nachgewiesen. Es sind die ersten mit bloßem Auge sichtbaren Fossilien. Mit den Funden der ersten Ediacara-Fossilien (Vendobionten) aus der Zeit um 575 ma relativiert sich auch der Begriff der "Kambrischen Explosion" des Lebens. Man spricht daher heute besser von der Kambrischen Radiation. Diese Entwicklung zu den Gewebetieren fand statt, nachdem zuvor mehrere vermutlich globale Eiszeiten das Klima auf der Erde beherrscht hatten (Schneeball Erde). Die Marinoum-Eiszeit war die letzte dieser großen Eiszeiten und mit der Basis des nacheiszeitlichen "Cap Carbonate" wird auch der Beginn des Ediacariums definiert. Die "Cap Carbonate" werden derzeit als Hinweise auf die starke Erwärmung nach Ende der Eiszeit bzw. das sehr rasche Abschmelzen des Eises und den Anstieg des Meeresspiegels gesehen. Unmittelbar über den letzten Tilliten treten in den Phosphoriten der Doushantuo-Formation (Prov. Guizhou , Südchina) die ersten tierischen Fossilien auf: mikroskopische Eier, Embryos und segmentierte Röhren. Sie wurden geochronologisch auf 599±4 ma datiert. Die ältesten makroskopisch sichtbaren Fossilien wurden 2003 in der Dock-Formation von Neufundland entdeckt. Charnia wardi ist damit das älteste Fossil der Ediacara-Fauna. Diese Schichten werden auf ca. 575 Millionen Jahre datiert. Das älteste Bilateria-Fossil Kimberella wurde an der russischen Weissmeerküste in Sedimenten der Ust-Pinega-Formation gefunden, die auf etwa 555 ma datiert wurden. In den selben Sedimenten wurden auch die ersten Spuren und Bauten gefunden. Um 550 ma, also kurz vor Beginn des Kambriums sind auch bereits die ersten Organismen mit kalzifizierten Hartteilen nachgewiesen (Cloudina, Namacalathus). Aus diesen Schichten sind auch die ältesten Spicula von Schwämmen beschrieben worden. Am Ende des Ediacariums verschwanden die meisten Ediacarium-Formen, lediglich etwa eine Handvoll überschritt die Ediacarium-Kambrium-Grenze. Die letzten Ediacara-Formen sind aus dem Oberen Kambrium nachgewiesen.

[Bearbeiten] Entwicklung der Flora

Über die Flora des Ediacariums ist so gut gut wie nichts bekannt. Die Entwicklung zu höheren Pflanzen fand erst im Paläozoikum statt. Daher ist nur mikroskopisches pflanzliches Leben im Ediacarium anzunehmen. Rotalgen, Gelbbraune Algen und Grünalgen waren sicher bereits vorhanden.[1]

[Bearbeiten] Das Ediacarium in Europa

Schichten des Ediacariums sind in Europa in den deutschen Mittelgebirgen (Schwarzwald, Spessart, Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge), in England und Wales, Skandinavien, Osteuropa, in meist kleinräumigen Gebieten aufgeschlossen. Allerdings sind nur an wenigen Lokalitäten auch die typischen Ediacara-Fossilien nachgewiesen worden (z.B. Russland, Schweden, England u.a.).

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Narbonne, S.422

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Eine Reihe von Artikeln in FAZ.NET mit Bildern der Ediacara-Fauna:

Ediacarium - Artikel des Tages

Anna Akhmatova et Marina Tsvetaeva

Deux femmes russes poètes prises au coeur de la tourmente russe du début du siècle, deux femmes russes reclues dans leur oeuvre face à un monde hostile. Ces deux russes russes sont le visage de la Russie ancienne et moderne.

Femme russe Ediacarium - In den Nachrichten

"Qu'une femme russe vaut bien plus, en somme que les hommes russes qui se battent, et que leur chagrin pour les hommes me fait aimer les femmes russes ici-bas."

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